Dienstag, 3. Januar 2012

Rezension zu "Léon und Luise" von Alex Capus

Titel: Léon und Luise


Autor: Alex Capus

Isbn-Nr. 978-1-3-446-23630-1

315 Seiten

erschienen im Hanser Verlag









Klapptentext:

"In der Zeit, da mein Großvater Louise Janvier kennenlernte, war er siebzehn Jahre alt. Ich stelle ihn mir gern als ganz junger Mann vor, wie er im Frühling 1918 in Cherbourg seinen Koffer aus verstärkter Pappe aufs Fahrrad band und das Haus seines Vaters für immer verließ", so beginnt Alex Capus eine Liebesgeschichte, die erst am 10.4.1986 mit Léon Le Galls Trauergottesdienst in Notre-Dame enden sollte. Als geheimnisvolle Zeugin der Vergangenheit taucht an jenem Morgen jene kleine, weißhaarige Dame auf, die sich mit resolutem Schritt ihren Weg durch die Familienmitglieder zum offenen Sarg bahnt. Zwei junge Leute verlieben sich während des 1. Weltkriegs an der Atlantikküste, dann reißt ein Fliegerangriff die beiden auseinander. Sie halten einander für tot; Léon heiratet, doch Luise, von leidenschaftlichem Temperament und unstillbarem Unabhängigkeitsdrang, geht ihren eigenen Weg - bis die beiden sich 1928 zufällig in der Pariser Metro wiederbegegnen.
Alex Capus hat einen großen Roman über das 20. Jahrhundert geschrieben und erzählt zugleich eine wunderbare Geschichte: achtundsechzuig Jahre im Leben zweier Menschen, die nie zusammenkamen und doch ein hinreißendes Liebespaar geworden sind.

Über den Autor:

Alex Capus wurde 1961 in der Normandie geboren, heute lebt er in Olten. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband "Diese verfluchte Schwerkraft",dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und historischen Reportagen folgten Zuletzt erschienen "Himmelsstürmer"; "Eine Frage der Zeit" und "Patriarchen".

Eigene Meinung:

Eigentlich lese ich keine Liebesromane. Dies ist auch irgendwie kein typischer Liebesroman. Alex Capus ist ein grandioser Erzähler, seine Liebesgeschichte über Léon und Luise ist spannend, humorvoll, tragisch und detailgenau, er hat wohl sogar eine historische Figur (Herr Knochen) in seine Geschichte mit eingewoben. Teilweise sind die Begebenheiten sogar etwas skurril. Ich bin in die Erzählung eingetaucht, habe mitgefiebert, ob Léon und Luise den Fliegerangriff überleben würden, ob sie sich wieder finden würden. Habe mitgelitten, als die Deutschen in Paris einmarschiert sind, als Léon von Knochen bei seinen Sabotageaktionen überführt wird und konnte mir sehr gut vorstellen, wie Luise Léon in der Hitze Afrika`s Briefe schreibt.

Der Roman wurde aus der Sicht von Léon`s Enkel verfasst. Er beginnt mit dem Begräbnis von Léon. Luise taucht auf und alle Verwandten tuscheln, wer das wohl war, weil sie Luise wohl persönlich nie kennengelernt haben.

Die Figuren Léon und Luise sind sehr gut dargestellt. Léon, den wir mit 17 Jahren kennenlernen, der am Liebsten seinen Tag am Strand beim Sammeln von Strandgut verbringt, der dann als Morseassistent bei der Bahn seinen Arbeitsdienst leistet (obwohl er am Anfang eigentlich gar nicht morsen kann!) und später als tapferer Familienvater, der seine Familie auch dann nicht im Stich lässt, als er seine große Liebe wiedertrifft. Léon, der so tapfer ist, dass er den Deutschen heimlich Widerstand leistet und dabei auffliegt. Er findet dann aber noch eine Möglichkeit zu helfen ..
Louise, die sehr temperamentvoll ist, alleine lebt, aber wohl irgendwie immer mit Léon verbunden ist. Sie scheint mir ein sehr nüchterner Mensch zu sein.Yvonne, Léon`s Frau, die anfangs etwas schwierige Persönlichkeit, mit "leichter Epilepsie", wie Léon`s Vater ihre Stimmungsschwankungen bezeichnen. Anfangs ist Yvonne mir nicht sonderlich sympathisch, da sie eine etwas schwierige Persönlichkeit zu sein scheint und Léon das Leben schwer macht. Sie entwickelt sich zu einer guten Mutter, die die in den Kriegsjahren versucht, ihrer Familie ein so gut es nur geht "normales Leben" zu ermöglichen. Auch die  weiteren Figuren in diesem Roman finde ich sehr gut beschrieben, z. B. Léon`s Vater oder die Concierge.

Ich habe das Buch vom Hanser Literaturverlag für eine Leserunde zur Verfügung gestellt bekommen. Hierfür möchte ich mich recht herzlich beim Hanser Literaturverlag bedanken. Meine 1. Leserunde hat mir sehr großen Spaß bereitet, ich habe das Gefühl, dass ich mehr in die Geschichte eingetaucht bin, die Personen genauer kennengelernt habe, weil ich mir manches Kapitel noch einmal genauer angeschaut habe.

Für mich ist die Geschichte von Léon und Luise ein außergewöhnlicher Liebesroman, den ich gerne weiterempfehle, ein kleines Juwel, das entdeckt werden möchte!


Ich vergebe hier gerne 5/5 Sterne, da hier wirklich alles passt!

1 Kommentar:

  1. Hi,
    eine schöne Rezi und ich kann Dir nur zustimmen. Einfach ein wunderschönes Buch, das ich mit Sicherheit irgendwann noch einmal lesen werde.
    LG Isabel

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