Donnerstag, 7. Juni 2012

Rezension zu "Nordhörn" von Jürgen Rath

Titel: Nordhörn
Autor: Jürgen Rath
Isbn Nr. 978-3-866-80-964-2
Seiten: 263 Seiten
Verlag: www.suttonverlag.de


Klappentext:
Neugierige Festländer leben gefährlich

Nicht gerade eine Traumaufgabe für Aushilfsarchivar Steffen Stephan: das verlotterte Archiv der Inselgemeinde Nordhörn auf Vordermann zu bringen. Im Winter: Auf einer sturmumtosten Nordseeinsel, auf der das Wirtschaftswunder auch 1959 immer noch nicht angekommen ist. Wenn wenigstens die Einheimischen etwas zugänglicher wären. Aber nein, irgendwie scheint sich hier jeder davor zu fürchten, dass Steffen im Archiv etwas Belastendes entdeckt.

Als er erfährt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, wird ihm langsam mulmig. Doch als pflichtbewusster Beamter macht Steffen unbeirrt weiter. Bis die Verbindung zum Festland vom Eisgang unterbrochen wird und die Feindseligkeit in offene Gewalt umschlägt.
Steffen wird gejagt. Auf einer Insel!


Über den Autor:
Jürgen Rath, gelernter Seemann mit Kapitänspatent, promovierter Historiker und Personalmanager, hat sich im vergangenen Jahrzehnt einen Namen als Schifffahrtshistoriker und Sachbuchautor gemacht. In seinem ersten Kriminalroman beweist der Hamburger neben profunder Sachkenntnis sein großes erzählerisches Talent.

Eigene Meinung:

Steffen Stephan kommt am 5.1.1959 in Nordhörn an. Dieses Archiv ist abgebrannt, viele Unterlagen fehlen und Unterstützung erhält Steffen bei seinen Arbeiten überhaupt nicht. Im Gegenteil, keiner der Inselbewohner ist davon begeistert, dass Steffen alte Dokumente in die Hand bekommt und Steffen schlägt eine Welle von Mißtrauen und Feindseligkeit entgegen. Wir lernen die einzelnen Inselbewohner kennen, erfahren wer mit wem so gar nicht kann und bekommen einen Einblick,dass wohl jeder der Bewohner etwas zu verbergen hat, doch was genau? Anfangs ist es noch gar nicht klar, welches Geheimnis Nordhörn verbirgt und wer hinter den Anschlägen auf Steffen steckt. Doch Steffen schließt  Freundschaften mit einzelnen Inselbewohnern, erfährt von einigen Hilfe, verliebt sich  und beginnt zu ermitteln, was den Inselbewohnern natürlich gar nicht passt.  Wird ihm seine Neugier das Leben kosten und kam der frühere Archivar tatsächlich bei einem Unfall ums Leben?

Die Geschichte besteht aus zwei Erzählsträngen. Im 1. Erzählstrang bekommen wir die Erlebnisse von Steffen aus dessen Sicht erzählt. Wir rätseln mit ihm, wer hinter den Anschlägen auf sein Leben steckt, ermitteln zusammen mit Steffen und  decken so manches Inselgeheimnis auf. 

Der 2. Erzählstrang beschreibt die Ereignisse an Bord eines Schiffes, das am Freitag, 23.9.1938 voll beladen von Lulea nach Hälsingborg abgelegt hat.

Der Autor beschreibt die Vorgänge auf der Insel sehr detailiert. Er schafft es, eine düstere, geheimnisvolle und feindselige Stimmung aufkommen zu lassen. Bei einzelnen Szenen musste ich schmunzeln, da ich manche Personen und Situationen aus dem Alltag wieder erkennen konnte, z. B. die Reaktion des Polizisten in der Szene, in der Steffen eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben möchte.

Der Autor hat sehr interessante Charaktere geschaffen und ist ein begnadeter Erzähler. Ich staune immer wieder, welche großartigen Geschichtenerzähler wir hier in Deutschland haben!

Ich vergebe für diesen kurzweiligen, sehr interessanten und spannenden Krimi um die Insel Nordhörn 5/5 Punkte und bedanke mich beim Sutton Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Liebe Biggi,

    vielen Dank für die tolle Rezension. Dieses Buch werde ich mir auf jeden Fall zulegen.

    LG Claudia

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