Sonntag, 15. Juli 2012

Rezension zu "Aqua Mortale" von Christian Försch, erschienen im Aufbau Verlag

Titel: Aqua Mortale
Autor: Christian Försch
Seitenzahl: 439 Seiten
Isbn Nr. 978-3746627366
Verlag: www.aufbau-verlag.de












Klappentext:
Das dunkle Gesicht Italiens
Der Journalist Kaspar Lunau erhält einen rätselhaften Anruf. Eine junge Frau fleht ihn an, einen Mord im italienischen Ferrara aufzuklären. Lunau reist in die malerische Stadt und trifft die Anruferin. Tags darauf versucht man ihn umzubringen. Unversehens ist Lunau in einem Strudel alter Feindschaften und neuen Machtkämpfen geraten. Es bleibt ihm nichts übrig, als in tödlichen Wassern auf den Grund zu tauchen.

Über den Autor:
Christian Försch, Jahrgang 1968, lebt in Ferrara und Berlin. In seinen preisgekrönten Radiofeatures und Filmdokumentationen hat er Italien, seine Menschen und seine Landschften porträtiert. Er hat u. a. die Kriminalromane von Claudio Paglieri sowie Paolo Sorrentinos Roman "Ragazzi, was habe ich verpasst!" übersetzt.

Eigene Meinung:

Der Journalist Kaspar Lunau erhält von Amanda Schiavon, die in Ferrara lebt, einen Anruf. Ihr Freund, der 17 jährige Marco, kam bei einem nächtlichen Polizeieinsatz ums Leben. Offiziell war  ein Kreislaufkollaps durch Drogenkonsum ausgelöst, die Todesursache. Doch zufällig tat ein Onkel von Marco in dieser Nacht in der Notaufnahme des Krankenhauses Dienst. er bemerkte, dass sein Neffe mit Hämatomen und Schürfwunden übersät war. Die Hämatome waren striemenförmig wie die Schlagstöcke der Polizei. Die Eltern nahmen sich einen Anwalt, Ermittungen wurden aufgenommen, doch Zeugen erinnerten sich plötzlich nicht mehr an das, was sie Tage zuvor noch gesehen zu haben glaubten. Die Zeitungen in Ferrara wollen keinen Bericht über den Prozess, der jetzt anlaufen sollte, abdrucken. Lunau wird neugierig und fährt nach Ferrara, auch um eine Reportage über die faszinierende Landschaft des Po-Deltas zu schreiben.  Dort beginnt er zu ermitteln, was einigen Personen so gar nicht gefällt und Lunau wird fast überfahren, ein Mordversuch? Im Laufe seiner weiteren Recherchen wird ein Wasserbauingenieur tot in der Schleuse entdeckt und der Chef des Deichbauamts verschwindet spurlos.

Der Autor hat diesen spannenden Krimi in 4 Teile aufgeteilt. Jeder Teil beginnt mit einer Szene, die in der Zeit spielt, als die Deutschen Italien besetzt hielten In den einzelnen Kapiteln bekommen wir Einblicke in die Recherchen von Lunau, der von mysteriösen Geräusch-Halluzinationen geplagt wird, was seine Ermittlungsarbeit natürlich stört. Unterstützt wird Lunau von Amanda, der Freundin von Marco. In anderen Kapiteln bekommen wir die Sichtweise der verschiedenen Honoratioren der Stadt Ferrara, ihrer Angestellten oder Ehefrauen vermittelt.
Dieser Krimi hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Christian Försch ist kurz gesagt, einfach ein guter Erzähler, der es schaffte, mich nach Ferrara und an den Po zu entführen. Er beschreibt das Leben in Ferrara und am Po so detailiert, dass ich das Kreischen der Vögel am Po fast hören konnte. Es gelingt ihm, einen Einblick in den Alltag, dem die Menschen in dieser Region Italiens ausgesetzt sind, zu vermitteln. Wir bekommen mit, in was die Honoratioren von Ferrara verstrickt sind, alte Feindschaften, politische Interessen, Machtkämpfe und Geldprobleme. Gegen Ende der Geschichte erfahren wir dann, wie sich Taten, die in der Vergangenheit geschehen sind, bis in die Gegenwart hinein auswirken können.
Lunau ist ein interessanter Charakter, den ich mir, wie alle anderen Figuren in diesem Krimi,sehr gut vorstellen konnte. 

Für diesen kurzweiligen, spannenden und informativen Krimi um Ferrara und das Po-Delta vergebe ich 5 Sterne (von 5 möglichen) und bin gespannt auf weitere Abenteuer von Kaspar Lunau (dieser Krimi sollte der Auftakt zu einer Krimireihe um Kaspar Lunau sein).

1 Kommentar:

  1. Oh das hört sich gut an! Dann kann ich mich ja schon freuen, dieses Buch liegt nämlich noch auf meinem SuB, weil es im August mit in den Urlaub soll! Scheint eine gute Idee zu sein!

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