Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Hurenkönigin von Ursula Neeb, historischer Roman, Ullstein Verlag


Titel: Die Hurenkönigin
Autorin: Ursula Neeb
Isbn Nr. 978-3-548-28376-0
Seitenzahl: 395 Seiten
Verlag: www.ullstein-taschenbuch.de
Preis: 8,99 Euro





Klappentext:
"Frankfurt 1511: Am Gendenktag von Maria Magdalena wird die Leiche der Hübscherin Roswitha entdeckt. Ursel Zimmer, die Vorsteherin der städtischen Hurengilde, findet heraus, wer der letzte Freier war. Doch als man seiner habhaft wird, beteuert der verzweifelte Mann, er habe nur einen Auftrag erfüllt. Er erwähnt einen geheimnisvollen Ring, der die Hurenkönigin zwar auf eine heiße Spur bringt, sie aber auch höchster Gefahr aussetzt."

Über die Autorin:

Ursula Neeb hat Geschichte studiert und ist fasziniert von dem Leben im Mittelalter. Sie arbeitete beim Deutschen Filmmuseum und bei der FAZ Heute lebt sie mit ihren beiden Hunden im Taunus, wo sie auf langen Spaziergängen neue Geschichten ersinnt.

Eigene Meinung:
Dieser spannende, historische Roman von Ursula Neeb ist flüssig und sehr bildhaft geschrieben, so dass man sehr schnell in die Handlung eintaucht. Die Figuren sind gut charakterisiert.

Die Hauptfigur Ursel ist sympathisch, ihr liegt das Wohl der ihr anvertrauten Huren sehr am Herzen. Als eine Leiche gefunden wird und sich herausstellt, dass es sich um Roswitha, eine Freundin von Ursel, handelt, beginnt Ursel zu ermitteln. Doch Ursel hat nicht nur Probleme damit, dass sie als Hure bzw. Hurenkönigin von den Menschen eher gemieden wird, es breitet sich zu dieser Zeit auch noch eine Geschlechtskrankheit aus und die Bürger von Frankfurt haben Angst. Das Frauenhaus bekommt Drohbriefe und der Bürgermeister droht mit der Schließung und der Kündigung ihres Pachtvertrages.

Eine kurzweilige, spannende Lektüre, die uns in eine sehr lebendig dargestellte und sprachlich an diese Zeit angepasste Vergangenheit entführt. Einziger Kritikpunkt: Das Ende war mir ein bisschen zu vorhersehbar, deshalb 4/5 Sterne. 

Samstag, 27. Oktober 2012

Interview mit Fred Ink, Autor von "Strange Days" und "Das Grauen in den Bergen"



     Ich war von Fred Inks Gruselroman "Das Grauen in den Bergen" total begeistert, endlich mal wieder eine Geschichte, die mir Schauer über den Rücken jagte.  Natürlich wollte ich mehr über diesen Gruselgeschichten-Autoren erfahren. Ich habe ihn gefragt, ob er Lust auf ein Interview hätte, das hatte er, seht selbst:

    1. Wie kamst du zum Schreiben? 
     
    Ich schätze, angefangen hat es schon in der Schule. In der Mittelstufe war ich berühmt-berüchtigt für meine skurrilen Aufsätze. Danach habe ich lange Zeit nicht mehr viel in der Richtung gemacht; ab und an mal eine kleine Story oder ein angefangener Roman, es wurde jedoch nie etwas „Gescheites“ draus. So richtig angefangen habe ich erst dank meiner Freundin, die selbst schreibt und mich innerhalb kürzester Zeit wieder für dieses Hobby begeistern konnte. Dazu kamen einige Erlebnisse, die ich gerne verarbeiten wollte ... und mein Fantasy-Roman „Strange Days – Band 1“ stand in den Startlöchern.


    2. Warum schreibst du Gruselgeschichten im Stil von E. A. Poe und  Lovecraft?

     Ich schreibe generell nur Geschichten, die ich als Leser auch gerne vorgesetzt bekommen würde. Nun ist mein Geschmack ziemlich speziell und ich bin auch nicht leicht zufriedenzustellen. Aber Poe und Lovecraft schaffen das immer mit Leichtigkeit. Diese beiden Autoren haben in meinen Augen einige der besten Stories abgeliefert, die bis dato das Licht der Welt erblicken durften. Und sie haben die Welt der Literatur – natürlich speziell den Horror-Bereich – nachhaltig geprägt. Es war mir einfach ein Anliegen, ihnen etwas Respekt zu zollen, indem ich versuche, ihnen nachzueifern. Und ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass meine Novelle überall so gut ankommen würde – zu kauzig, zu altbacken für das breite Publikum erschien sie mir. Es ist klasse, dass die alten Meister noch längst nicht vergessen sind!

    3. Wie kamst du auf die Story?

    Ich wollte schon länger eine Geschichte über ein Haus schreiben, das seine Bewohner verspeist – allerdings mit guten, überraschenden Begründungen, ohne die üblichen Klischees.
    Die Idee ist nach und nach gewachsen, wurde durch den Boden einer Menge Biergläser betrachtet ... und irgendwann hatte ich den Plot im Kopf. Ich mache so etwas nicht bewusst; die besten Ideen habe ich, wenn ich eigentlich anderweitig beschäftigt bin (im Fall von „Das Grauen in den Bergen“ hätte ich eigentlich an meiner Diplomarbeit werkeln sollen).


    4. Wann schreibst du? Hast du einen bestimmten Tagesablauf?

    Am besten läuft es morgens nach dem Frühstück – oder nachts. Da beides aufgrund meines Jobs derzeit kaum möglich ist, bemühe ich mich, nachmittags nach Feierabend noch ein paar Seiten zu schaffen. Wirklich glücklich bin ich damit aber nicht.


    5 Was passiert, wenn man dich beim Schreiben stört?

    Dooooom!
    Nein, im Ernst: Das mag ich tatsächlich nicht besonders, weil es mich total aus der Welt herausreißt, die ich gerade zu erschaffen versuche. Ich brauche dazu Ruhe, muss abtauchen können. Wenn ich erst mal „draußen“ bin, ist es nicht so einfach, wieder in den Schreibfluss zu kommen. Aus diesem Grund schreibe ich auch meist bei totaler Stille. Wenn mich also jemand stört, sollte er besser einen guten Grund haben. ^^


    6. Welche/n Autorin/en würdest du gerne treffen und was würdest du sie/ihn fragen?

    Überraschung: H.P. Lovecraft! Und ich würde ihn fragen, was Danforth gesehen hat, als er die Spiegelung des verbotenen Berges jenseits der Hochebene von Leng sah. ;)
    Falls es jemand sein soll, der noch lebt: Dean Koontz. Ich würde wissen wollen, was zum Geier er immer mit diesen Golden Retrievern hat! Und was aus dem Buch der gezählten Leiden geworden ist, aus dem er früher so gern zitiert hat.

    7. Hattest du ein kurioses/witziges Erlebnis mit einem Fan oder bei einer Lesung?

    Ich weiß nicht, ob das als „kurios“ gilt. Aber ich wurde vor kurzem über meine Facebook-Autorenseite von einer Ägypterin angeschrieben, die wissen wollte, wie sie in ihrem Heimatland an meine Bücher käme. Das hat sich eingeprägt, denn es macht mich schon ein wenig stolz, dass man am Nil von mir gehört (bzw. –lesen) hat.

    8. Hast du einen Gruselfilmtipp für uns?

    „Die Neun Pforten“ von Roman Polanski. Und wenn’s nicht ausschließlich Grusel sein soll: „Sunshine“ von Danny Boyle. Beginnt als Sci-Fi-Drama und wandelt sich zum absoluten Albtraum. Toll besetzt, klasse gespielt, wundervoll bebildert und sogar der Soundtrack ist spitze. Ein total unterschätzter Film!

    9. Kannst du dir "Das Grauen in den Bergen" auch als Film vorstellen? Wer wäre dein Wunsch-Roderick?
        Und wer sollte die Regie führen?

    Hm, es wäre vermutlich nicht gerade einfach zu verfilmen (wegen der zahlreichen Tagebucheinträge), aber möglich wäre es sicherlich. Hätte ich die freie Auswahl, würde ich Christopher Nolan als Regisseur verpflichten – seine Filme sind meist so herrlich raffiniert. Und als Hauptdarsteller ... Johnny Depp hätte das sicherlich drauf, aber er wäre mir ein bisschen zu sehr Frauen-Magnet für die Rolle. Edward Norton könnte passen.

    10. Ein Buch zu schreiben in welchem Genre könntest du dir so gar nicht vorstellen?

    Liebes-Schnulze. Schaue ich mir nicht gerne an, lese ich nicht gerne, könnte ich ergo nicht schreiben.

    11. Was machst du, wenn du nicht schreibst?

    Viel zu viel. Selbstverständlich lese ich eine Menge, außerdem versuche ich, regelmäßig Sport zu treiben. Ich kümmere mich um meine Aquarien und Bonsais, bemale Miniaturen, bin großer Brettspiel-Fan, möchte bald endlich wieder Motorrad fahren, hege seit neuestem eine große Leidenschaft für schottischen Whisky, gehe gern auf Rockkonzerte und –Festivals ... und am allerliebsten verbringe ich Zeit mit meiner wundervollen Freundin. Wenn dann noch ein paar Minuten übrig sind, gehe ich Zocken.

    12.. Welches Buch liest du gerade?

    „Cult – Spiel der Toten“ von Preston & Child
     
    13. Verrätst du uns etwas über dein aktuelles Projekt?

    Es wird ein schnörkelloser, rauer Thriller über einen ehemaligen Boxer, dessen Frau entführt wurde. Die Kidnapper stellen vollkommen abstruse Forderungen, und um die zu erfüllen, muss sich der Protagonist seiner düsteren Vergangenheit stellen ...
    Mehr sage ich (noch) nicht! ;)

     14. Wie kann man dich erreichen?

    Auf meiner Homepage gibt es ein Kontaktformular:
    http://www.fred-ink.jimdo.com
    Außerdem kann man natürlich meine Facebook-Seite „liken“, wie das so schön auf Neudeutsch heißt, und mir dort eine Nachricht hinterlassen:
    http://www.facebook.com/fredink

    Vielen Dank, lieber Fred, dich zu interviewen hat richtig Spaß gemacht.  Da ich auch schottischen Whisky mag, treffen wir uns das nächste Mal dann zum Interview bei einem guten Gläschen.

    Aktuell gibt es "Das Grauen in den Bergen"  von Fred Ink oder C. M. Singers "...Und der Preis ist dein Leben" zu gewinnen und zwar hier: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=423638481019192&set=a.224511000931942.51019.224503820932660&type=1&theater
     
    Schnell mitmachen, ich kann euch beide Bücher empfehlen, eine Rezension zu den Büchern findet ihr auf meinem Blog.

    Dienstag, 23. Oktober 2012

    Autoreninterview für das LitMag mit C. M. Singer



     
    LitMag: Bitte stellen Sie sich kurz vor:


    Mein Name ist Claudia und ich bin ein echtes Münchner Kindl. Ich beherrsche zwar Hochdeutsch, aber das rollende „R“ wird meine Herkunft wohl immer verraten. In meiner Wohnung am Münchner Stadtrand werde ich von zwei Katzendamen als Mitbewohner mit Fütter- und Kraulfunktion geduldet. Neben dem Schreiben ist Reisen meine große Leidenschaft.

    LiTMag: Auf ihrer Autorenseite steht "A pencil and a dream 
                     can take you anywhere". Erklären Sie uns dieses
                     Zitat doch bitte genauer. 

    C. M. Singer: 
    Das ist eines meiner Lieblingszitate und beschreibt perfekt, was Schreiben für mich bedeutet. Es bedarf lediglich meiner Fantasie und eines Stifts (naja, in meinem Fall eines Laptops), um mich in andere Welten und andere Leben versetzen zu können, und so dem Alltag für eine Weile zu entfliehen.

    LiTMag: In ihrem Buch kommen viele paranormale Geschehnisse vor. Glauben Sie an das 
                    Paranormale? Warum?

    C. M. Singer: 
    Jetzt werden mich sicher einige für verrückt halten, aber ich glaube tatsächlich an Übernatürliches, allerdings mit Einschränkungen. Die meisten Geschichten und Phänomene lassen sich sicherlich wissenschaftlich erklären – aber eben nicht alle.
    Ich muss dazu sagen, dass mein Sternzeichen Jungfrau (logisch, kopfgesteuert) und mein Aszendent Skorpion (emotional, mystisch, bauchgesteuert) ist, und die beiden sich permanent bekriegen. Die Jungfrau sagt: ich glaube nur, was sich beweisen lässt, während der Skorpion darauf beharrt, dass da mehr ist, als wir zu wissen glauben. In letzter Zeit scheint der Skorpion
    allerdings mehr und mehr die Oberhand zu gewinnen …

    LiTMag: Was fasziniert Sie am Schreiben?

    C. M. Singer: 
    Schreiben ist für mich ein Weg, in eine alternative, von Magie durchdrungene Welt zu reisen und in andere Leben zu schlüpfen. Abenteuer zu erleben. Zu lieben, zu leiden, zu kämpfen und zu siegen. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    LiTMag: Können Sie uns etwas über den Entstehungsprozess Ihrer Bücher erzählen?

    C. M. Singer: 
    Es ist ein laaaanger Prozess J
    An „… und der Preis ist dein Leben“ habe ich zwei Jahre geschrieben. Meine Geschichten sind gewachsen, nicht bis ins Detail im Vorfeld geplant. Es gibt zwar einen Plot, ein Gerüst mit Anfang, Ende und einigen Schlüsselszenen, aber der Rest entsteht beim Schreiben. Auch die Charaktere besitzen festgelegte Eigenschaften, aber es kommt nicht selten vor, dass sie sich plötzlich weigern, die für sie vorgesehene Rolle zu spielen und eigene Wege gehen. Gerade das macht das Schreiben für mich so spannend.


    LiTMag: Gibt es einen bestimmten Rhythmus in Ihrer Tagesplanung? Wann nehmen Sie sich
                    die Zeit zu schreiben, oder schreiben Sie wenn Ihnen danach ist? 

    C. M. Singer:
    Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit dazu. Aber Schreiben ist für mich im Moment ein Nebenjob, dem ich nur abends, am Wochenende und im Urlaub nachgehen kann. Und erzwingen kann ich nichts. Ich kann nicht sagen: morgen schreibe ich von 20.00 – 23.00 Uhr. Die Muse muss dazu auch bereit sein, und die ist nicht selten ziemlich zickig!

    LiTMag: Bleibt Ihnen neben dem Schreiben und Ihrem Beruf noch Zeit für andere Hobbys     
                     und  welche sind das? 

    C. M. Singer:  
    Ich reise für mein Leben gerne. Fernweh ist bei mir ein fest eingebautes Feature und nach der Reise ist vor der Reise. Natürlich lese ich auch gerne und ich bin ein ausgesprochener Filmfreak.

    LiTMag: War es schwierig, einen Verlag für die Veröffentlichung Ihres 1. Buches zu finden?

    C. M. Singer: 
    Ja, das war eine ziemlich ernüchternde Erfahrung. Natürlich habe ich zuerst bei den großen, bekannten Verlagen  angeklopft, von denen viele gar nicht, und die meisten mit einer nichtssagenden Standardabsage geantwortet haben. Dann wurden die angeschriebenen Verlage immer kleiner und die Absagen immer konkreter. Einige Verlage haben mir geantwortet, dass Ihnen das Konzept und die Schreibe zwar generell gefallen, das Manuskript für ein Erstlingswerk aber viel zu umfangreich wäre. Ein Verlag glaubte nicht an einen Geist als romantischen Helden und einem anderen war der Fantasy-Aspekt nicht ausgeprägt genug. AAVAA war der erste Verlag, der auf die Idee kam, aus dem Manuskript drei Bände zu machen und mir eine Chance gab.

    LiTMag: Haben Sie irgendwelche Tipps für angehende Autoren?

    C. M. Singer: 
    Glaube an dich und deine Geschichte. Schreibe aus Spaß und nicht mit dem Ziel, einen Bestseller zu landen oder bedeutende Literatur zu erschaffen. Schreibe das, was du selbst gerne lesen würdest. Und zu guter Letzt: sei dankbar für jeden Rat, aber lass dir ja nichts einreden!
    LiTMag: Wie sehen Sie die deutsche Literaturlandschaft?

    C. M. Singer: It´s a jungle out there


    LiTMag: Die überwiegende Meinung ist, dass Autoren/innen selbst viel lesen sollten. Würde 
                    Sie dem zustimmen?

    C. M. Singer:
    Ich denke, jeder Autor liebt Geschichten und hat als Leseratte angefangen. Ich kenne keinen Autor, der nicht auch gerne liest. Persönlich lese mittlerweile lieber auf Englisch, da ich bei deutschen Büchern sofort in den Autor/Korrekturmodus verfalle. Wortwiederholung! Typo! Füllwort! Seltsame Umschreibung … das ist lästig und ich würde das nur zu gerne abschalten können. Bei englischen Büchern hingegen kann ich mich voll und ganz auf die Geschichte einlassen.
    LiTMag: Wen oder was wollen Sie mit Ihrem Geschriebenen erreichen?

    C. M. Singer:
    In meinen Büchern gibt es keine vordergründige Message, keinen erhobenen Zeigefinger. Ich möchte meine Leser gut zu unterhalten, mit auf eine Reise nehmen und ihnen einige magische Lesestunden bescheren.

    LiTMag: Sie haben mit ihrer Reihe "... und der Preis ist dein Leben", die viele dem Genre 
                     "Urban Fantasy" oder "Paranormal Romance" zuordnen würden, eine Geschichte 
                     geschrieben, die bei den Lesern sehr gut ankommt. Was können Sie sich gar nicht 
                     vorstellen zu schreiben?

    C. M. Singer: 
    Psychothriller könnte ich nie schreiben. Allein die Vorstellung, mich in die kranke Gedankenwelt eines Serienkillers wühlen zu müssen, jagt mir einen Schauder über den Rücken.

    LiTMag: Können Sie uns ein lustiges oder skurriles Erlebnis bei einer Lesung berichten? 
                     Alternativ ein lustiges/skurriles Erlebnis mit einem Fan? 

    C. M. Singer:  
    Dank geneigter Leserinnen, die für zwei meiner Charaktere (Daniel Mason und Tony Wood) Facebook-Seiten angelegt haben, kann ich nun zusehen, wie meine Charas ein Eigenleben entwickeln und sich auf Facebook kabbeln. Wenn das nicht skurril ist! Die beiden Mädels machen das großartig, und ein Dialog, der auf diese Weise entstanden ist, hat bereits den Weg in die Fortsetzung gefunden.

    LiTMag: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne treffen und was würden Sie sie/ihn 
                  fragen?

    C. M. Singer:
    Gelten auch verstorbene Schriftsteller? Dann Douglas Adams und ich würde ihn nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Rests fragen.


    LiTMag: Was haben Sie mit Ihrer Protagonistin Liz gemeinsam?


    C. M. Singer:
    Mit Liz lustigerweise gar nicht so viel. Ich glaube, Danny hat mehr von mir „geerbt“, und natürlich steckt in jedem einzelnen meiner Charaktere ein kleines Stück von mir.
    Liz hat die gleichen Erfahrungen mit Männern und der Liebe gemacht wie ich, bevor sie Danny kennenlernte. Außerdem ist sie wie ich offen für Paranormales und kann sehr hartnäckig sein, wenn es darum geht, ein ihr wichtiges Ziel zu verfolgen. Ihre Anpassungsfähigkeit und der gelegentlich aufflammende Dickkopf sind Eigenschaften, die ich ebenfalls von mir kenne.

    LiTMag: Sie schreiben gerade an der Fortsetzung von „... und der Preis ist dein Leben".
                  Wann wird dieser Teil etwas erscheinen? Verraten Sie uns etwas darüber?

    C. M. Singer: 
    Das stimmt. Viel verraten kann ich allerdings nicht, da sonst der Ausgang von „… und der Preis ist dein Leben“ vorweggenommen wird. Der Arbeitstitel lautet: „… und er Preis ist deine Seele“ und es schließt nahtlos an die Vorgänger an. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden und ich verspreche, es wird wieder spannend. Wann es genau erscheinen wird, steht aber noch in den Sternen.

    LiTMag: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

    C. M. Singer:  „Von der Nacht verzaubert“ von Amy Plum

    LiTMag: Wie kann man Sie erreichen? (Internetadresse)

    C. M. Singer:
    meine Homepage ist www.cmsinger.de, auf Facebook bin ich unter http://www.facebook.com/AutorCMSinger zu finden, und auf Twitter unter: http://twitter.com/#!/c_msinger

    LiTMag: Wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

    C. M. Singer: 
    Ich habe zu danken. Die Beantwortung der Fragen hat mir viel Spaß gemacht!

    Sonntag, 21. Oktober 2012

    Rezension zu Zorn Vom Lieben und Sterben von Stephan Ludwig

    Titel: Zorn Vom Lieben und Sterben
    Autor: Stephan Ludwig
    Isbn Nr. 978-3596195077
    Seitenzahl: 367 superspannende Seiten
    Verlag: wwww.fischerverlage.de

    Preis: 8,99 Euro











    Klappentext: 
    "Die Hauptkommissare Zorn und Schröder ermitteln unter Hochdruck: 2 Morde in einer Woche, beides Jugendliche, kaltblütig getötet, förmlich hingerichtet. Beide Opfer gehören derselben Clique an.
    Schnell ist klar, dass hier jemand gezielt und durchdacht mordet, seine Opfer ganz genau auswählt, sie vielleicht sogar kennt. Als die beiden Kommissare endlich eine vage Spur haben, ist die Zeit bis zum nächsten Mord bereits abgelaufen. Die fieberhafte Jagd nach dem Täter bringt nicht nur Schröder an eine ganz persönlichen Grenzen."

    Über den Autor:
    Stephan Ludwig, Jahrgang 1965, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Gaststättenbetreiber. Er lebt als Autor und Rundfunkproduzent in Halle.  "Zorn, Tod und Regen"  ist bereits erschienen und der 1. Fall des Ermittlerteams Zorn und Schröder (eine Rezension zu diesem Buch habe ich auch bereits geschrieben und das Buch kann ich euch auch empfehlen!)

    Eigene Meinung:

    Der 2. Zorn ist wieder wunderbar flüssig, humorvoll und unheimlich spannend geschrieben, so dass der Thriller leider sehr schnell durchgelesen ist, weil man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

    Die Protagonisten sind einfach klasse! Der etwas faule, selbstgefällige, exzentrische Zorn und der sehr korrekte, etwas biedere Schröder sind ein tolles Team. Zorn, der kein Fettnäpfchen auslässt, sorgt für Situationskomik und Schröder versucht sich diesmal gegen Zorn zu behaupten. Auch die Nebenfiguren, wie z. B. die Schrebergärtner oder die Staatsanwältin sind gut charakterisiert.

    Besonders betont werden müssen in diesem Krimi die Dialoge. Ob zwischen Zorn und Schröder, Zorn und der Staatsanwältin oder Zorns Gespräche mit Verdächtigen, die Dialoge sind einfach köstlich.

    Die Story ist interessant, der Autor treibt ein Verwirrspiel mit dem Leser und sorgt für eine fast unerträgliche Steigerung der Spannung.

    Für diesen Thriller, den ich zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr zähle, gibt es von mir 5/5 Sterne! Ich will mehr von meinem Lieblingsermittlerteam Zorn und Schröder lesen! 

    Dieses Buch habe ich in einer Leserunde, die Stephan Ludwig begleitet hat, gelesen. Es war sehr schwierig, nicht weiterzulesen, da das Buch unglaublich gut und spannend geschrieben ist.  Die Leserunde hat mir total Spaß gemacht! Stephan hat alle unsere Fragen beantwortet.

    Vielen Dank an Stephan Ludwig und an das Leserunden-Team, ich lese gerne noch einmal zusammen mit euch.

    Samstag, 20. Oktober 2012

    Rezension zu Unter Strom von Eva Rossmann ein Mira-Valensky-Krimi, Folio Verlag

    Titel: Unter Strom Ein Mira Valensky Krimi
    Autorin: Eva Rossmann
    Seitenzahl: 292 Seiten
    Isbn Nr. 13-978-3852566054
    Verlag:  www.folioverlag.com



    Klappentext:
    Wenn es um die Zukunft der Energieversorgung geht, herrscht Hochspannung. Ein kleines Dorf in der Nähe Wiens macht vor, wie in naher Zukunft alle ihre eigene Energie erzeugen könnten. Unterdessen kämpfen die großen Konzerne um die Macht über die internationalen Leitungsnetze. Und die Internetbewegung "Cybersolar" hackt nicht nur Webseiten, sondern mobilisiert in ganz Europa mehr und mehr junge Leute gegen Atomstrom und die Macht der Energie-Multis. Doch dann werden Gasleitungen gesprengt und ein europäischer Energielobbyist verschwindet spurlos.
    Sind da tatsächlich Ökoterroristen am Werk? Die Wiener Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner verfolgen die Spur von aggressiven Umweltaktivisten, korrupten Politikern und einem Konzern, desen Eigentümer lieber im Dunkeln bleiben.




    Eigene Meinung:

    Mira fängt das Joggen an und gerät in eine Militärübung in der Nähe eines Gasballons. Sie wird neugierig, warum das Militär hier alles absperrt und beginnt zu recherchieren. Dabei trifft sie auf eine Organisation, die sich Pro! nennt und eine eigene Energieversorgung für ein Dorf auf die Beine stellt. Der Energiekonzern "Pure Energy" scheint Pro! als Konkurrenz zu betrachten. Der trinkfreudige, etwas dubiose Vizekanzler Gruber scheint bei "Pure Energy" in irgendeiner Art mitzuarbeiten. Er verschwindet jedoch spurlos während einer Feier, in dem das Dorf in Sonnendorf umbenannt wird. Die Internetbewegung "Cybersolar" mobilisiert viele,  vor allem junge Menschen, die sich vor Gasballons zu einem Picknick verabreden und Internetseiten von Energieunternehmen hacken. Mira ist an dem Thema sehr interessiert und trifft sich für ihre Reportage über die Energieversorgung mit verschiedenen Personen von Pro! und Cybersolar, auch ein Generalleutnant wirkt auf Mira sehr interesssant und sie trifft sich mit ihm zum Essen.

    Der Klappentext klingt gut. Das Thema Energieversorung könnte sehr interessant sein. Ein Krimi daraus könnte sehr spannend sein.

    Der Krimi ist flüssig geschrieben, der Leser recherchiert zusammen mit Mira, die ihre Story in der Ich-Perspektive erzählt. Die Figuren sind gut dargestellt, wobei man die Personen nicht aus den vorhergehenden Krimis zu kennen braucht.

    Die Figur der Mira ist sympathisch, klug, neugierig, eine Weinkennerin und sehr gute Köchin. Die Beziehung zu ihrem Mann ist schwer einzuordnen, da sie ganz gerne mit dem Generalleutnant flirtet. Ihre Freundin Vesna unterstützt sie bei den Ermittlungen, deren Kinder  Fran, der EDV studiert, und Jana helfen kräftig mit. Beide unterstützen auch die Ökobewegung Cybersolar,  Carmen, die Tochter von Miras Mann macht dafür ausgerechnet bei Pure Energy ein Praktikum. Schon das wirkt etwas konstruiert. Unnötigerweise spricht Vesna auch noch etwas gebrochen Deutsch.

    Spannend erzählt ist dieser Krimi allerdings nicht, die Story plätschert so dahin, die Story kann den Leser nicht so recht fesseln. Mira geht Joggen, kocht, ißt, trifft sich mit dem Oberleutnant und verschiedenen Personen für ihre Recherchen, besucht die Aktivitäten von Cybersolar. Es ist fast wie das Tagebuch von Mira, das wir hier lesen dürfen. Die Autorin erzählt zu detailiert, zu langatmig. Da kommt keine Spannung auf. Der Leser erfährt, welcher Wein zu welchem Essen getrunken wird, mit welchen Kräutern das Essen gewürzt wird. Für ein Kochbuch ist das etwas zu wenig, für einen Krimi leider auch.

    Erst ab der ca. 200. Seite kommt etwas Spannung auf,  für einen Krimi ist das einfach zu spät.

    2/5 Sternen für diese zwar sprachlich gut erzählte Geschichte, für einen Krimi ist diese Story aber zu langatmig, nicht fesselnd und die Spannung fehlt. Vielen Dank an  http://www.bloggdeinbuch.de

    Mittwoch, 17. Oktober 2012

    Gastrezension von Katja Kaddel Peters zu "Wasserdämonen" von René Junge, E-Book, Horrorkurzgeschichten


    Titel. Wasserdämonen
    Autor: René Junge
    Dateigröße: 120 KB
    Seitenzahl der Print-Ausgabe: 30 Seiten
    ASIN 0079HL56U




    Kurzbeschreibung:
    Mystery-Horror von der Küste.
    Zwei Kurzgeschichten, zwei grausame Schicksale.
    Toms Geschichte "Schatten im Nebel" beginnt auf einem Deich in der Elbmündung.
    Saschas Leben verändert sich in "Das Gewitter" nicht weit vom Ausgangspunkt der ersten Geschichte entfernt.
    beide Schicksale sind untrennbar verbunden und doch ahnen die Helden der beiden Geschichten nichts vom Horror des jeweils anderen. Es sind die Wasserdämonen, die beide in einer nebligen Nacht am Deich zusammenführen. 


    Kaddels eigene Meinung: 
    Tom befindet sich abends/nachts in "Schatten im Nebel" an einem Deich. Es ist dunkel, unheimlich und er fühlt sich von Nebelschwaden bedroht. Sein Körper rät ihm zur Flucht. Wird Tom dem merkwürdigen Licht und der Schattengestalten entkommen können?
    Sascha kämpft in "Das Gewitter" ums nackte Überleben - er droht zu ertrinken. Nach dieser eindringlichen Lebenserfahrung geht es ihm nach der Rückkehr in sein Leben hervorragend. Alles gelingt auf einmal, alles ist gut... bis nach 2 Wochen seine Energie auf unerklärliche Weise nachläßt. Sascha ahnt, dass ihn der Ort seines Unfalls Ergebnisse auf seine Fragen liefern kann, aber werden ihm die Antworten auch gefallen?

    Ich muss sagen, dass mich der Schriftsteller mit seinen uisführungen in seinen Bann gezogen hat. Bis auf einige, wenige Rechtschreibfehler und für mich doch überflüssige, an manchen Stellen angesetzte, derbe Ausdrücke, fühlte ich mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten und konnte am Schluß auch mit einem wissenden Lächeln sehr gut nachvollziehen, warum diese beiden Stories in einem eBook zusammengetragen wurden.

    Die Geschichten werden aus Sicht einer dritten Person erzählt, aber mit Hauptaugenmerk auf beide Protagonisten. Die Szenen wurden rasant in Worte gefasst und ich fühlte mich immer Mitten ins Geschehen geworfen. Da fällt mir nur PAGETURNER zu ein

    Ich kann hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen und werde mit Sicherheit mehr von René Junge lesen.

    Sehr gerne vergebe ich hier hervorragende 5/5 Sterne nach Hamburg

    Montag, 15. Oktober 2012

    Rezension zu Nahtlos, Die Fälle des Commissario Sparacio von Hans Muth

    Titel: Nahtlos - Die Fälle des Commissario Sparacio
    Autor: Hans Muth
    Isbn Nr. 978-3940760333
    Seitenzahl: 408 Seiten
    Verlag: S. MO
    Preis: 12,00 Euro

    Klappenext:
    Achmed schauderte: Merlots Mund lächelte, doch sein Blick war eiskalt. Achmed kannte Merlot sicher einige Jahre, (insbesondere aber die Körpersprache des Franzosen). Das letzte Mal, als er diesen Ausdruck in seinem Gesicht gesehen hatte, musste ein Mensch sein Leben lassen ..
    Ist es tatsächlich der einzig echte Rock Christi, auf dessen Existenz an einem geheimen Ort hingewiesen wird?
    Wer war jener "geheime Apostel", der den Tribun, Beistzer unter dem Kreuze verlosten Rockes, erschlug, um sich des Gewandes Christis zu bemächtigen?

    Eine todbringende Jagd nach den aramäischen Schriften beginnt, in die ein französischer ehemaliger Legionär, eine Archäologengruppe, ein Abgesandter des Vatikans sowie ein Beauftragter des Bistums Trier verwickelt werden.
    Commissario Sparacios 1. Fall führt ihn während seiner Ermittlungen in Rom auch in die ägyptische Wüste bis hin nach Jerusalem.

    Über den Autor:
    Hans J. Muth, *1944, war sechs Jahre Beamter der Schutzpolizei und anschließend 30 Jahre lang Kriminalbeamter im Trier und im Kreis Trier-Saarburg. Er schreibt als freier Journalist für den "Trierischen Volksfreund" und unter anderem Krimis, Thriller, Lyrik und regionalgeschichtliche Abhandlungen.
    Er ist Verfasser der Rom-Thriller Reihe "Die Fälle des Commissario Sparacio".
    www.hans-muth.de
    Unter dem Pseudonym Hannes Wildecker verfasst Hans Muth unter anderem die Krimi-Reihe "Tatort Hunsrück". Seine Kriminalromane spielen im Hunsrück und beschreiben neben dem eigentlichen Fall die Eigenarten der Natur und den natürlichen bodenständigen Charme der Bewohner von Hunsrück und Hochwald mit ihren Besonderheiten und Problemen.
    www.hanneswildecker.de
    Unter Hans Muth hat der Autor ein Buch mit biografischem Inhalt herausgegeben. Der Titel lautet: "Ein Kind des Hochwalds"
    Hans Muth ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Er lebt im Landkreis Trier-Saarburg, in der Nähe von Trier.
    Eigene Meinung:

    Vor dem Vatikan wird Luigi Zannolla, ein Mitglied der Archäologengruppe um Professor Rosenbaum, ermordet. Er hat einen Teil eines geheimnisvollen Dokuments dabei, das sehr interessant für die katholische Kirche, das Bistum Trier und für geldgierige Gesellen, wie den Ex-Legionär Merlot, ist.. Eine atemberaubende Jagd nach den Schriften, der Übersetzung aus der arämaischen Sprache und nach dem Rock Christis beginnt und jeder, der mit den Schriften Kontakt hatte, sind potentielle Opfer für alle, die hinter den Schriften her sind. .Commissario Sparacio kann seinen wohlverdienten Urlaub nicht antreten, er muss den Killer jagen ..

    Dieser  von der 1. Seite an spannende, rasante und actiongeladene Thriller ist flüssig und bildhaft geschrieben. Der Leser taucht sofort in die interessante Geschichte ein. Wir erfahren einiges aus der Vergangenheit von Professor Rosenbaum, wobei die Hauptpersonen hier eher nebensächlich sind, die Jagd nach den Schriften und dem Rock Christi steht im Vordergrund. Hans Muth hat mit Merlot, dem Ex-Legionär,  einen skrupellosen Bösewicht geschaffen. Wir erleben in den einzelnen Kapiteln verschiedene Sichtweisen der Ereignisse durch die verschiedenen Personen. Der Schluß bietet einen spannenden Höhepunkt, bei dem wir noch eine Überraschung in Form von einer Person erleben, von der wir nicht ahnen konnten, dass diese hinter dem Rock Christis her sein könnte.

    Die actionreichen Szenen sind wunderbar mitreißend beschrieben. Der Thriller hat interessante Schauplätze, wie z. B.  Jerusalem. Die Thematik der verschiedenen  religiösen Gruppen in Jerusalem werden uns so nebenbei näher gebracht. Im Anhang finden wir interessante Infos zum Rock Christis.

    Für alle Fans von Sakrileg u. Co. unbedingt zu empfehlen! 5/5 Sterne für diesen actionreichen Thriller aus deutscher Feder.

    Sonntag, 14. Oktober 2012

    Autoreninterview mit Marc Ritter für den Krimikiosk

     

    Und schon wieder ein Interview. Diesmal durfte ich für den Krimikiosk Marc Ritter befragen:

    MARC RITTER - Man muss das Leben genießen so lange man lebt (Interview)

    ©  www.foto-schwabing.de
    Biggi Friedrichs hat wieder einem Krimi-Autoren ein paar Fragen zu seiner Arbeit und seinem Leben gestellt und der Autor des Thrillers  KREUZZUG war so freundlich ihr und uns einen Blick in seinen Autorenalltag zu gewähren.
    Was fasziniert Sie am Schreiben besonders? 
    Figuren in die Landschaft setzen zu dürfen und ihnen dann dabei zusehen, was sie treiben. Und, natürlich, die freie Zeiteinteilung (die auch nicht gerade ungefährlich ist ...). 
    Können Sie uns etwas über den Entstehungsprozeß von "Kreuzzug", Ihrem ersten Thriller, erzählen? Wie lange recherchieren Sie z.B. für einen Thriller wie diesen? 
    Zunächst ist da die Idee, deren Entstehung ich in diesem Fall sogar genau datieren kann: Es war der 18. November 2010, als der damalige deutsche Innenminister Thomas de Maizière vor einem Terroranschlag auf Deutschland warnte und die Reichstagskuppel schließen ließ.
    Da dachte ich mir: Gibt es denn nicht vielleicht ein noch symbolträchtigeres Ziel als diese Kuppel? Und nach einigem Hin- und Herüberlegen schoss mir die Zugspitze in den Kopf. Dann entstand erst einmal ein rund 40seitiger Entwurf des Geschehens. 
    Und daraus habe ich das Exposé destilliert und eine Textprobe angefertigt. Der Droemer-Verlag fand es klasse. Und richtig zu schreiben angefangen habe ich dann im Januar 2011. 
    Die Recherche läuft bei mir neben dem Schreiben. 50:50 vom Zeitaufwand her, würde ich sagen. Viel Internet, aber auch vor Ort-Recherche. Ich bin den Katastrophenschützern des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, der Forschungsstation Schneefernerhaus und der Bayerischen Zugspitzbahn sehr dankbar, dass sie mir offen über alles Auskunft gegeben haben, was ich wissen wollte. 
    Gibt es einen bestimmten Rhythmus in Ihrer Arbeitsplanung?  Darf man Sie stören, wenn Sie schreiben? 
    Ich lasse mich leider zu gerne stören. Telefon, E-Mail, Facebook gehören verboten. Wenn es dann gar nicht anders geht, ziehe ich mich an einen empfangsfreien Ort zurück. Der Kreuzzug ist zu einem großen Teil auf einer Hütte in 1800 Meter Höhe im Zillertal entstanden. 
    Bleiben Ihnen neben dem Schreiben noch Zeit für Hobbys, wenn ja welche sind das? 
    Ich habe ein altes Auto in der Garage. Aber genau das ist das Problem: Es steht in der Garage ...Ich jogge ein wenig und habe in der letzten Zeit einen vollkommen abgedrehten und freakigen Extremsport entdeckt: Ich gehe zu Fuß zu Terminen. 
    Sie sind Mitglied im "Hornschlittenverein Partenkirchen". Was für ein Verein ist das? 
    Ein Verein, der die Bayerische Meisterschaft im Hornschlittenrennen organisiert. Aus einer Stammtischgaudi ist in den letzten 30 Jahren eine richtige Sportart geworden. Obwohl immer noch jeder mitmachen kann, der einen regelkonformen Schlitten hat. Hornschlittenrennen ist in seiner Liebe zum Amateursport die oberbayerische Antwort auf den Cresta Run in St. Moritz. 
    Wer mehr wissen will: www.hornschlitten.de. Da kann man auch Mitglied werden. Kostet, glaube ich, 5 Euro im Jahr. 
    Würden Sie einem jungen Menschen den Beruf "Autor" empfehlen? 
    Wenn er von zu Hause viel Geld hat oder einen reichen Ehepartner findet, der ihn aushält, unbedingt. Es ist der schönste Beruf der Welt. Nur Geld soll man damit nicht verdienen müssen. 
    Für welches Genre würden Sie niemals schreiben?
    Politische Hetzliteratur. 
    Können Sie uns ein lustiges oder skurriles Erlebnis aus Ihrem Autorenleben berichten?
    Muss ich fast passen. Außer, dass ich neulich von einer Recherchereise in der Schweiz zurück gekommen bin mit dem Zug. Da standen plötzlich zwei Zivilfahner des deutschen Zolls vor mir im Wagon. Ich sagte ihnen auf ihre diskrete Frage, dass ich garantiert kein Schwarzgeld bei mir tragen würde, weil ich ein armer Autor sei. 
    Als dann einer von ihnen in meiner Reisetasche wühlte, fand er eine originalverpackte Krawatte samt Anstecknadel von Rolls Royce. Und in meiner Aktentasche war ein Rolls Royce-Katalog und ein Leasingangebot für ein 250-Tausend-Euro-Auto dieser wunderbaren Marke. Ich hatte vollkommen vergessen, dass ich in Zürich auch inkognito recherchiert hatte, wie man in einem solchen Autohaus behandelt wird. 
    Ich konnte dann alles erklären - und die beiden Zöllner sagten, dass sie Krimifans sind. Sie sind hoffentlich jetzt meine Fans. 
    Welchen Protagonisten aus einem Roman würden Sie gerne treffen und was würden Sie ihn/sie fragen, bzw. was würden Sie gerne gemeinsam tun?
    Ich kenne meine Protagonisten alle viel zu gut, als dass ein solches Treffen irgendwie spannend wäre. Wir würden uns gegenseitig zu Tode langweilen. Eigentlich ein schöner Plot ... 
    Haben Sie Gemeinsamkeiten mit den Protagonisten Ihrer Bücher? Wenn ja, welche? 
    In jeder Figur steckt ja immer ein Stück Autor drin, nicht nur in den Hauptfiguren. Denn sie sind ja alle einmal seinem Hirn entsprungen. Aber so richtig sich aufdrängende Parallelen? Vielleicht, dass beide meine Hauptfiguren, Karl-Heinz Hartinger in den Krimis ("Josefibichl", "Herrgottschrofen", beide Piper) und Thien Hung Baumgartner im den Thrillern (bisher erschienen: "Kreuzzug", Droemer), eher passive und beobachtende Typen sind, die man regelrecht in eine Aktion hineinzwingen muss. Dieses Phlegma haben sie von mir. 
    Welchen Regisseur würden Sie für eine evtl. Verfilmung von "Kreuzzug" wählen? 
    Ich glaube nicht, dass Autoren da wählen dürfen, sondern froh sein müssen, wenn eine Verfilmung angeboten wird. 
    Welches Buch hat Sie zuletzt nachhaltig beeindruckt? 
    Péter Nádas, Parallelgeschichten 
    Auf Ihrer Homepage findet man verschiedene Aphorismen, z. B. "Alles, was ich über Menschen weiß, habe ich von meinem Hund gelernt." Was genau haben Sie von ihm über Menschen gelernt? 
    Dass man das Leben genießen muss, so lange man lebt. Er ist nämlich vor 5 Wochen gestorben. Zur Beruhigung: Beim Schreiben beißt mich schon wieder ein kleiner Boxer-Welpe in die Zehen.
    Ihr neuester Krimi "Herrgottschrofen" soll im April 2013 erscheinen .Es ist der 2. Band der Krimireihe um Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger. Verraten Sie uns schon etwas darüber? 
    Gerne. Es geht wieder um eine sehr aktuelle Geschichte aus Garmisch-Partenkirchen, die diesmal ihren historischen Hintergrund in der amerikanischen Besatzungszeit hat. Damals haben die Amerikaner einen vollkommen unglaublichen Eistanzpalast in Garmisch errichtet. Mit den schönsten Tänzerinnen Europas. Eine von ihnen ist damals verschwunden ... und 60 Jahre später tauchen Knochen auf, als auf der Baustelle eines Tunnels gegraben wird. 
    Und dann tun sich auch im übertragenen Sinn Abgründe auf ... Denn das Morden hat immer noch kein Ende. Natürlich darf auch wieder über Lokalpolitiker und Geschäftsbayern gelacht werden. Doch bei manchen Plänen, die man im schönsten Talkessel der Welt hat, bleibt nicht nur dem einheimischen Leser das Lachen im Hals stecken, das verspreche ich.

    Wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Marc Ritter weiterhin viel Erfolg!

    Rezension zu "Der Hirte" von Ingar Johnsrud, übersetzt von Daniela Stilzebach, Blanvalet Verlag, Thriller

    Titel: Der Hirte Autor: Ingar Johnsrud Übersetzt von: Daniela Stilzebach Seitenzahl: 511 Seiten , Paperback, Klappenbroschur (26.6.17)...