Dienstag, 23. Oktober 2012

Autoreninterview für das LitMag mit C. M. Singer



 
LitMag: Bitte stellen Sie sich kurz vor:


Mein Name ist Claudia und ich bin ein echtes Münchner Kindl. Ich beherrsche zwar Hochdeutsch, aber das rollende „R“ wird meine Herkunft wohl immer verraten. In meiner Wohnung am Münchner Stadtrand werde ich von zwei Katzendamen als Mitbewohner mit Fütter- und Kraulfunktion geduldet. Neben dem Schreiben ist Reisen meine große Leidenschaft.

LiTMag: Auf ihrer Autorenseite steht "A pencil and a dream 
                 can take you anywhere". Erklären Sie uns dieses
                 Zitat doch bitte genauer. 

C. M. Singer: 
Das ist eines meiner Lieblingszitate und beschreibt perfekt, was Schreiben für mich bedeutet. Es bedarf lediglich meiner Fantasie und eines Stifts (naja, in meinem Fall eines Laptops), um mich in andere Welten und andere Leben versetzen zu können, und so dem Alltag für eine Weile zu entfliehen.

LiTMag: In ihrem Buch kommen viele paranormale Geschehnisse vor. Glauben Sie an das 
                Paranormale? Warum?

C. M. Singer: 
Jetzt werden mich sicher einige für verrückt halten, aber ich glaube tatsächlich an Übernatürliches, allerdings mit Einschränkungen. Die meisten Geschichten und Phänomene lassen sich sicherlich wissenschaftlich erklären – aber eben nicht alle.
Ich muss dazu sagen, dass mein Sternzeichen Jungfrau (logisch, kopfgesteuert) und mein Aszendent Skorpion (emotional, mystisch, bauchgesteuert) ist, und die beiden sich permanent bekriegen. Die Jungfrau sagt: ich glaube nur, was sich beweisen lässt, während der Skorpion darauf beharrt, dass da mehr ist, als wir zu wissen glauben. In letzter Zeit scheint der Skorpion
allerdings mehr und mehr die Oberhand zu gewinnen …

LiTMag: Was fasziniert Sie am Schreiben?

C. M. Singer: 
Schreiben ist für mich ein Weg, in eine alternative, von Magie durchdrungene Welt zu reisen und in andere Leben zu schlüpfen. Abenteuer zu erleben. Zu lieben, zu leiden, zu kämpfen und zu siegen. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

LiTMag: Können Sie uns etwas über den Entstehungsprozess Ihrer Bücher erzählen?

C. M. Singer: 
Es ist ein laaaanger Prozess J
An „… und der Preis ist dein Leben“ habe ich zwei Jahre geschrieben. Meine Geschichten sind gewachsen, nicht bis ins Detail im Vorfeld geplant. Es gibt zwar einen Plot, ein Gerüst mit Anfang, Ende und einigen Schlüsselszenen, aber der Rest entsteht beim Schreiben. Auch die Charaktere besitzen festgelegte Eigenschaften, aber es kommt nicht selten vor, dass sie sich plötzlich weigern, die für sie vorgesehene Rolle zu spielen und eigene Wege gehen. Gerade das macht das Schreiben für mich so spannend.


LiTMag: Gibt es einen bestimmten Rhythmus in Ihrer Tagesplanung? Wann nehmen Sie sich
                die Zeit zu schreiben, oder schreiben Sie wenn Ihnen danach ist? 

C. M. Singer:
Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit dazu. Aber Schreiben ist für mich im Moment ein Nebenjob, dem ich nur abends, am Wochenende und im Urlaub nachgehen kann. Und erzwingen kann ich nichts. Ich kann nicht sagen: morgen schreibe ich von 20.00 – 23.00 Uhr. Die Muse muss dazu auch bereit sein, und die ist nicht selten ziemlich zickig!

LiTMag: Bleibt Ihnen neben dem Schreiben und Ihrem Beruf noch Zeit für andere Hobbys     
                 und  welche sind das? 

C. M. Singer:  
Ich reise für mein Leben gerne. Fernweh ist bei mir ein fest eingebautes Feature und nach der Reise ist vor der Reise. Natürlich lese ich auch gerne und ich bin ein ausgesprochener Filmfreak.

LiTMag: War es schwierig, einen Verlag für die Veröffentlichung Ihres 1. Buches zu finden?

C. M. Singer: 
Ja, das war eine ziemlich ernüchternde Erfahrung. Natürlich habe ich zuerst bei den großen, bekannten Verlagen  angeklopft, von denen viele gar nicht, und die meisten mit einer nichtssagenden Standardabsage geantwortet haben. Dann wurden die angeschriebenen Verlage immer kleiner und die Absagen immer konkreter. Einige Verlage haben mir geantwortet, dass Ihnen das Konzept und die Schreibe zwar generell gefallen, das Manuskript für ein Erstlingswerk aber viel zu umfangreich wäre. Ein Verlag glaubte nicht an einen Geist als romantischen Helden und einem anderen war der Fantasy-Aspekt nicht ausgeprägt genug. AAVAA war der erste Verlag, der auf die Idee kam, aus dem Manuskript drei Bände zu machen und mir eine Chance gab.

LiTMag: Haben Sie irgendwelche Tipps für angehende Autoren?

C. M. Singer: 
Glaube an dich und deine Geschichte. Schreibe aus Spaß und nicht mit dem Ziel, einen Bestseller zu landen oder bedeutende Literatur zu erschaffen. Schreibe das, was du selbst gerne lesen würdest. Und zu guter Letzt: sei dankbar für jeden Rat, aber lass dir ja nichts einreden!
LiTMag: Wie sehen Sie die deutsche Literaturlandschaft?

C. M. Singer: It´s a jungle out there


LiTMag: Die überwiegende Meinung ist, dass Autoren/innen selbst viel lesen sollten. Würde 
                Sie dem zustimmen?

C. M. Singer:
Ich denke, jeder Autor liebt Geschichten und hat als Leseratte angefangen. Ich kenne keinen Autor, der nicht auch gerne liest. Persönlich lese mittlerweile lieber auf Englisch, da ich bei deutschen Büchern sofort in den Autor/Korrekturmodus verfalle. Wortwiederholung! Typo! Füllwort! Seltsame Umschreibung … das ist lästig und ich würde das nur zu gerne abschalten können. Bei englischen Büchern hingegen kann ich mich voll und ganz auf die Geschichte einlassen.
LiTMag: Wen oder was wollen Sie mit Ihrem Geschriebenen erreichen?

C. M. Singer:
In meinen Büchern gibt es keine vordergründige Message, keinen erhobenen Zeigefinger. Ich möchte meine Leser gut zu unterhalten, mit auf eine Reise nehmen und ihnen einige magische Lesestunden bescheren.

LiTMag: Sie haben mit ihrer Reihe "... und der Preis ist dein Leben", die viele dem Genre 
                 "Urban Fantasy" oder "Paranormal Romance" zuordnen würden, eine Geschichte 
                 geschrieben, die bei den Lesern sehr gut ankommt. Was können Sie sich gar nicht 
                 vorstellen zu schreiben?

C. M. Singer: 
Psychothriller könnte ich nie schreiben. Allein die Vorstellung, mich in die kranke Gedankenwelt eines Serienkillers wühlen zu müssen, jagt mir einen Schauder über den Rücken.

LiTMag: Können Sie uns ein lustiges oder skurriles Erlebnis bei einer Lesung berichten? 
                 Alternativ ein lustiges/skurriles Erlebnis mit einem Fan? 

C. M. Singer:  
Dank geneigter Leserinnen, die für zwei meiner Charaktere (Daniel Mason und Tony Wood) Facebook-Seiten angelegt haben, kann ich nun zusehen, wie meine Charas ein Eigenleben entwickeln und sich auf Facebook kabbeln. Wenn das nicht skurril ist! Die beiden Mädels machen das großartig, und ein Dialog, der auf diese Weise entstanden ist, hat bereits den Weg in die Fortsetzung gefunden.

LiTMag: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne treffen und was würden Sie sie/ihn 
              fragen?

C. M. Singer:
Gelten auch verstorbene Schriftsteller? Dann Douglas Adams und ich würde ihn nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Rests fragen.


LiTMag: Was haben Sie mit Ihrer Protagonistin Liz gemeinsam?


C. M. Singer:
Mit Liz lustigerweise gar nicht so viel. Ich glaube, Danny hat mehr von mir „geerbt“, und natürlich steckt in jedem einzelnen meiner Charaktere ein kleines Stück von mir.
Liz hat die gleichen Erfahrungen mit Männern und der Liebe gemacht wie ich, bevor sie Danny kennenlernte. Außerdem ist sie wie ich offen für Paranormales und kann sehr hartnäckig sein, wenn es darum geht, ein ihr wichtiges Ziel zu verfolgen. Ihre Anpassungsfähigkeit und der gelegentlich aufflammende Dickkopf sind Eigenschaften, die ich ebenfalls von mir kenne.

LiTMag: Sie schreiben gerade an der Fortsetzung von „... und der Preis ist dein Leben".
              Wann wird dieser Teil etwas erscheinen? Verraten Sie uns etwas darüber?

C. M. Singer: 
Das stimmt. Viel verraten kann ich allerdings nicht, da sonst der Ausgang von „… und der Preis ist dein Leben“ vorweggenommen wird. Der Arbeitstitel lautet: „… und er Preis ist deine Seele“ und es schließt nahtlos an die Vorgänger an. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden und ich verspreche, es wird wieder spannend. Wann es genau erscheinen wird, steht aber noch in den Sternen.

LiTMag: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

C. M. Singer:  „Von der Nacht verzaubert“ von Amy Plum

LiTMag: Wie kann man Sie erreichen? (Internetadresse)

C. M. Singer:
meine Homepage ist www.cmsinger.de, auf Facebook bin ich unter http://www.facebook.com/AutorCMSinger zu finden, und auf Twitter unter: http://twitter.com/#!/c_msinger

LiTMag: Wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

C. M. Singer: 
Ich habe zu danken. Die Beantwortung der Fragen hat mir viel Spaß gemacht!

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