Dienstag, 2. Oktober 2012

Interview mit Hilke-Gesa Bußmann, Autorin von "Weltentaucher"


Interview mit Hilke-Gesa Bußmann

LiTMag: Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Hilke-Gesa Bußmann:

Ich bin Hilke-Gesa Bußmann, Anfang zwanzig und befinde mich momentan in den letzten Zügen meines Germanistikstudiums in Frankfurt am Main. Literatur ist meine Leidenschaft und ich bin diesem Motto in jeder Lage meines Lebens treu. Mit dem Studium habe ich mir mein Hobby zum Beruf gemacht und ich habe in der Buchbranche den Ort gefunden, an dem ich mich beruflich wohl fühle - in jeder Hinsicht!

LiTMag: Was fasziniert Sie am Schreiben?


Hilke-Gesa Bußmann:

Die Möglichkeit, Leser in andere Welten zu entführen. Ich liebe es mit Worten, mit der Sprache zu spielen. Für einen Leser ist es eine Sache, sich in andere Welten zu fliehen, mit eigenen Worten Welten zu erschaffen, das ist ein unbeschreibliches Erlebnis ...

LiTMag: Können Sie uns etwas über den Entstehungsprozess von »Weltentaucher« erzählen?

Hilke-Gesa Bußmann:

Da gibt es viel zu erzählen und es ist ehrlich gesagt schwer, einen Anfang zu finden. »Die Legenden der Weltentaucher« sind aus der Arbeit an einem Roman entstanden. Dort gibt es Figuren, die mich begeistern, aber nur eine Nebenrolle innehaben. Acadius ist beispielsweise eine dieser Figuren. Welche Rolle er im Roman innehat und wie er dort heißt, verrate ich nicht. Aber wenn der Roman, an dem ich momentan arbeite und für den ich mich in zwei Wochen auf Schottlandreise begebe, veröffentlicht wird, werden die Leser wissen, welche Figur Acadius ist und schon werden sie seine ganze Geschichte kennen. Acadius hat mich also fasziniert und seine Vergangenheit ist unter anderem der Grund, weshalb die Weltentaucher-Legenden entstanden sind. Mir ist aufgefallen, dass Acadius nur ein kleiner Teil eines großen, ganzen Systems ist. Einer Geschichte und die möchte erzählt werden. Momentan arbeite ich nur manchmal an dem Roman, die Legenden halten mich ein bisschen auf, sie sind es aber auf jeden Fall wert, denn ich habe mich absolut in die Figuren verliebt!

LiTMag: Wie kamen Sie auf die Idee, Literaturfreunde mit in Ihren Fantasy-Roman 
                  »Weltentaucher« einzubinden? Funktioniert das?

Hilke-Gesa Bußmann:

Ich bin ein totaler Fan des Social-Medias und ein sehr kommunikativer Autor. Ich möchte viel mit meinen Lesern reden, ihnen gerne alle Fragen, die sie haben, beantworten und möchte sie bei meiner Arbeit mitentscheiden lassen. Die Idee der Weltentaucher-Literaturfreunde ist mir gekommen, als ich darüber nachgedacht habe, wie man Blogger, Leser, Autoren und Künstler miteinander vernetzen kann. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Blogger, Leser, Autoren usw. binden das Logo der Literaturfreunde auf ihrer Seite ein und werden somit in die Blogroll aufgenommen. Wer Lust hat, kann sich vor Erscheinen des jeweiligen Teils der Weltentaucher-Legenden aktiv beteiligen und gemeinsam mit mir Beiträge erarbeiten. Hierbei muss nicht jeder absolut viel Aktivität reinstecken: Es soll in erster Linie Spaß machen! In der ersten Runde haben die Literaturfreunde Bilder gezeichnet, wir haben Videos gedreht usw. Vor allem sind die Literaturfreunde von Anfang an dabei und können hautnah erleben, wie Literatur entsteht! Zusätzlich sind die Literaturfreunde im E-Book vorgestellt und verlinkt, sodass jeder gleich schnell zu den Bonusbeiträgen der Literaturfreunde kommt!
Die erste Runde war ein Experiment, mit dessen Ergebnis ich zufrieden bin. So zufrieden, dass wir die Literaturfreunde ausweiten, von der Weltentaucher-Legende lösen und ein für alle Blogger wichtiges Zeichen daraus machen wollen. Zeigt, dass ihr Literaturfreunde seid!

LiTMag: Auf Ihrer »Weltentaucher-Seite« steht: »Literatur ist meine Leidenschaft und das 
                Wort ist mein Gesichtsausdruck.« Erklären Sie uns das doch bitte:

Hilke-Gesa Bußmann:
Das steht nicht nur auf der Weltentaucher-Seite, sondern auch auf meiner Homepage, meinem Blog, meiner Visitenkarten, meiner Wand in meinem Schreibzimmer. Es ist das Motto nach dem ich lebe. Literatur ist meine Leidenschaft. Mein Leben besteht fast zu 100% aus Literatur. Ich versuche, neue Wege in der (digitalen) Literatur zu finden, möchte neue Grenzen austesten und Wege beschreiten, möchte Neues schaffen. Ich beschäftige mich in meinem Studium und privat stark im Bereich der digitalen Literatur oder der Internetliteratur und es ist ein spannendes Feld. Wir befinden uns jetzt in einer Phase des Umbruchs und ich möchte vorne mit dabei sein, wenn es darum geht, die Zukunft der Literatur zu prägen. Mit Innovation und Ideen. Die Weltentaucher-Literaturfreunde sind das erste Resultat daraus!
Zudem ist Literatur meine Leidenschaft und das Wort mein Gesichtsausdruck, weil ich mit Worten sehr viel mehr sagen und zeigen kann als mit einem Gesichtsausdruck. Ich kann meine Leser in Welten entführen, die vorher nur in meinem Kopf existiert haben. Literatur ist kein Ding der Unmöglichkeit, sondern ich kann mir alles imaginieren und ich kann meine Leser davon überzeugen, es für eine gewisse Anzahl Seiten für real zu halten. Ich liebe das Schreiben einfach und habe in der Literatur meine Lebensaufgabe mit Begeisterung gefunden.


LiTMag: Gibt es einen bestimmten Rhythmus in Ihrer Tagesplanung? Wann nehmen Sie sich 
                 die Zeit zu schreiben, oder schreiben Sie wenn Ihnen danach ist?

Hilke-Gesa Bußmann:
Schwer zu sagen. Ich fasse Schreiben nicht nur als den Prozess auf, der am Schreibtisch oder auf der Couch mit dem Laptop abgehalten wird, sondern Schreiben ist für mich auch die Arbeit im Kopf. Ich führe immer meine Notizzettel mit mir herum, auf dem ich meine einzelnen Geschichten plotte, plane und mir Notizen aufschreibe. Es kann mich von der einen auf die andere Sekunde überkommen und dann schreib ich los. Mit der Hand, auf dem Laptop oder iPad. Wenn ich schreiben will, dann schreibe ich. Aber meistens ist meine kreative Zeit abends nach 22 Uhr, wenn die Nacht eingebrochen ist, die Welt um mich herum stiller wird und ich mich ganz auf meine Kreativität konzentrieren kann. Dann versinke ich für einige Stunden in meiner Welt und da kann mich auch niemand rausholen.

LiTMag: Bleibt Ihnen neben dem Schreiben und Ihrem Beruf noch Zeit für andere Hobbys 
                 und  welche sind das?

Hilke-Gesa Bußmann:
Ich studiere Literatur, ich arbeite als Autorin. Literatur nimmt echt 90% meines Lebens ein. Aber ich suche auch immer wieder Abwechslung. Vor einigen Monaten habe ich angefangen, regelmäßig Sport zu treiben und habe mir bisher verboten, jede Form von Schreibarbeit oder Gedanken mit in mein Sportstudio zu nehmen. Da gibt es nur Hanteln, Kraftgeräte, Stepper für die Steppaerobic. Leider keinen Boxsack, aber das tut gut. Diesen Ausgleich gönne ich mir mittlerweile. Ansonsten liebe ich Tiere, habe in meiner Heimat (leider nicht in Frankfurt) zwei Hunde, mit denen ich sehr viel Zeit verbringe, wenn es eben möglich ist und ich in Norddeutschland bin. Zudem entdecke ich ab und zu das Kochen für mich und verwerfe den Gedanken aber gleich wieder.

LiTMag: Darf man Sie stören, wenn Sie schreiben?

Hilke-Gesa Bußmann:
Dürfen? Ich bitte darum! Stellt euch das so vor: Ich habe zwei große Bildschirme. Auf einem sind drei Browser geöffnet (einer für Social-Media-Kanäle, einer für Recherchearbeit und einer für anderen Krams) und ich bin eigentlich immer mit irgendwem am Chatten, manchmal auch via Skype im Kontakt. Twittere und erstelle Statusmeldungen. Ich bin kein Autor, der sich nur auf sein Projekt konzentrieren kann, ich muss andere Dinge gleichzeitig machen, ansonsten wird nichts draus. Es funktioniert ganz schön gut! Also, wenn ihr Mal mit mir plaudern wollt: Scheut euch nicht!

LiTMag: Haben Sie irgendwelche Tipps für angehende Autoren?

Hilke-Gesa Bußmann:
Schreiben. Schreiben. Schreiben. Schreiben. Nicht aufgeben und sich vor allem Zeit lassen. Ein Bestseller schreibt sich nicht von heute auf morgen. Wichtig ist, die Verlagswelt zu verstehen und sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen und zu lernen, mit Kritik umzugehen!

LiTMag: Wie sehen Sie die deutsche Literaturlandschaft?

Hilke-Gesa Bußmann:
Es ist ein Seilziehen im Moment. Wir befinden uns in einem starken Wandel. Ich glaube, dass die Autoren an starker Zugkraft gewinnen werden. Das Bild der Verlagslandschaft wird sich wandeln. Durch die digitale Literatur auch das Bild der Literatur an sich. Ich beobachte eine Tendenz zu kürzeren Texten, die sich digital einfach besser lesen lassen. Und ich finde diese Richtung durchaus positiv!

LiTMag: Die überwiegende Meinung ist, dass Autoren/innen selbst viel lesen sollten. Würden
                  Sie dem zustimmen?

Hilke-Gesa Bußmann:
Oh ja! Schreiben ist eine Arbeit, die vor allem mit Erfahrung zusammenhängt. Und Erfahrung sammelt man durch selbst schreiben oder aber Lesen. Man glaubt es kaum, aber durch Lesen entwickelt man ein Gespür für den Stil. Ich komme nie in den Genuss zu wenig zu lesen. Wichtig ist vor allem, dass man vielleicht auch einen kritischen Blick auf das Geschriebene wirft. »Was hat mir gefallen«, »Bei welchen Passagen konnte ich nicht aufhören zu lesen«, »wie schafft der Autor das?« Vorsicht ist nur bei Schreibratgebern geboten. Wenn man sich zu sehr in deren Zwangsjacken drängt, dann macht das Schreiben bald keinen Spaß mehr, jedenfalls war das meine Empfindung.

LiTMag: Wen oder was wollen Sie mit Ihrem Geschriebenen erreichen?

Hilke-Gesa Bußmann:
Schwierige Frage, kommt auf die Geschichte an. Ich schreibe nicht direkt für eine Altersgruppe, es ist nichts stark Pornographisches, nichts Gewalttätiges und keine Kindergeschichte. Ich schreibe meine Geschichten für Leser, die Literatur lieben und verzaubernde Worte schätzen. Die sich genauso gerne in fremde Welten flüchten und einfach genießen wollen!

LiTMag: Was können Sie sich gar nicht vorstellen zu schreiben?

Hilke-Gesa Bußmann:
Momentan: Noch einen Liebesroman. Ich glaube, mir würde auch ein historischer Roman nicht leicht aus der Feder springen. Achso und Lyrik. Lyrik und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.

LiTMag: Können Sie uns ein lustiges oder skurriles Erlebnis bei einer Lesung berichten? 
                Alternativ ein lustiges/skurriles Erlebnis mit einem Fan?

Hilke-Gesa Bußmann:
Letztes Jahr haben wir »Online-Lesungen« zu meinem Debütroman »Lieb mich!« gedreht und waren am Nordseestrand. Wir saßen in einem Café allein auf der Terrasse und ich habe gelesen und gelesen und mein Freund gefilmt und gefilmt. Irgendwann, nach einem Kapitel, schaue ich auf und es stehen eine ganze Reihe gespannter Zuhörer vor mir und beklatschen mich. Das war schon ein tolles Erlebnis!

LiTMag: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne treffen und was würden Sie sie/ihn 
                 fragen?

Hilke-Gesa Bußmann:
Wolfgang Herrndorf. Nach dem tieferen Sinn von »Sand«

LiTMag: Was haben Sie mit Ihrer Protagonistin Tanja aus ihrem 1. Roman »Lieb mich«    
                  gemeinsam?

Hilke-Gesa Bußmann:
Wir lieben beide Literatur. Ansonsten sind wir total unterschiedlich. Sie liebt Liebesromane, ich lese sie nur ungern.

LiTMag: War es schwierig, einen Verlag für die Veröffentlichung Ihres 1. Romans zu finden?

Hilke-Gesa Bußmann:
Es ging. Der Verlag war relativ schnell gefunden. Die Arbeit danach war eher anstrengender. Allerdings habe ich beim Projekt Weltentaucher gemerkt, dass es Literaturprojekte gibt, die man lieber ohne Verlag realisiert!

LiTMag: Verraten Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt?

Hilke-Gesa Bußmann:
Momentan schreibe ich an den weiteren Teilen der Weltentaucher-Serie und an dem dazugehörigen Roman »Dämonischer Traumfang«. Für letzteren begebe ich mich bald nach Schottland auf Recherchereise!

LiTMag: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

Hilke-Gesa Bußmann:
Reif Larsson »Die Karte meiner Träume«

LiTMag: Wie kann man Sie erreichen?

Hilke-Gesa Bußmann:

Autorenhomepage: www.hilke-gesabussmann.de
Autorenblog: www.Blog.hilke-gesabussmann.de
Weltentaucher-Legenden: www.Weltentaucher.hilke-gesabussmann.de
Weltentaucher-Literaturfreunde: www.weltentaucher-Literaturfreunde.hilke-gesabussmann.de
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LiTMag: Wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Hilke-Gesa Bußmann: Vielen Dank! Im Namen aller Literaturfreunde bedanke ich mich, dass wir ein bisschen über das Projekt erzählen durften und hoffen, dass es den Lesern gefallen hat!

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