Mittwoch, 28. November 2012

Autorenlesung der Herren Fitzek und Tsokos zu ihrem Buch "Abgeschnitten" im Theaterhaus Stuttgart am 27.11.12

Gespannt saßen wir in der 2. Reihe, hatten wir doch unsere Karten schon sehr früh bestellt.
Herr Fitzek erschien im Anzug mit Turnschuhen, Herr Tsokos in Jeans, Lederstiefeln, Hemd und Jackett. Fitzek und Tsokos kamen vom 1. Moment an sehr sympathisch und humorvoll rüber. Beide haben sich erst einmal mit kurzen Filmchen vorgestellt, in denen wir erfahren haben, dass Herr Fitzek früher eine Karriere als Rockstar anstrebte und Herr Tsokos in seinem Haus einen Kellerraum mit 40 000 Bällen hat, in dem man ein "Bällebad" nehmen kann.
Kennengelernt haben sich die beiden bei der Sendung Fröhlich liest mit Susanne Fröhlich, die im MDR lief. Darüber haben wir einen Filmausschnitt sehen dürfen. Bei der Charité-Rechtsmedizin-Nacht haben sie sich an der Würstchenbude getroffen. Beide haben einen ähnlichen Humor und waren sich sympathisch.

Herr Tsokos gab uns Einblicke in seine Arbeit als Rechtsmediziner und räumte mit einigen Mythen auf. Gelesen wurde nicht sehr viel, aber wir bekamen einen tollen Einblick in die Arbeit der beiden Autoren und wir hatten den Eindruck, dass sie sehr viel Spaß hatten bei ihrem Buchprojekt.

Herr Fitzek, der gestand, dass er dachte, Lektoren würden auf die Rechtschreibung achten, zeigte uns, wie das Buch aussieht, wenn die beiden Lektorinnen Anmerkungen machen. Ein Zuschauer regte an, dass doch mal eine Buch mit den Anmerkungen der Lektorinnen erscheinen sollte (zu "Abgeschnitten"gab es wohl über 460 Anmerkungen, die die beiden aber oft ignoriert haben ..).

Herr Fitzek durfte Herrn Tsokos in seinem "Hochsicherheitstrakt", besuchen, hatte er mit einer Leiche gerechnet, waren es an diesem Tag 12! Die Minzepaste, die er erwartete, sollen sie doch die Rechtsmediziner unter die Nase streichen. Dass HerrTsokos ihm diese nicht gab, nahm er im sehr übel, da die Gerüche in der Rechstmedizin wohl nicht so "duftig" sind. Auch diese Paste wäre ein Mythos, der auf dem Film "Das Schweigen der Lämmer" beruht. Brauchen doch die Rechtsmediziner ihre Nase um Gerüche warzunehmen. Sie erkennen Alkoholgeruch, Zuckerkrankheit oder bestimmte Vergiftungen am Geruch.

Anhand von Ausschnitten aus "Tatort Münster" - meinem Lieblingstatort - und "Das Schweigen der Lämmer" wurde mit weiteren Mythen aus der Rechtsmedizin aufgeräumt, z. B. sind Pathologen was total anderes als Rechtsmediziner und in die Rechtsmedizin (ich hab`s jetzt gelernt, ich verwende den richtigen Begriff!) dürfen Angehörige nicht reinstürmen und die Toten identifizieren. Die Leichen sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und die Täter finden sich oft im engeren Bekanntenkreis.

Wir erfuhren, dass es den Praktikanten in "Abgeschnitten" tatsächlich gab, der war allerdings nur einen Tag bei Herrn Tsokos Praktikant. Er hat aber tatsächlich seine Brille in der Leiche versenkt und sie dann wieder aufgesetzt. In der Kantine hat er sich bei den Ärzten auch nicht unbedingt beliebt gemacht.
Wir haben Bilder angesehen von der Recherchenreise in Helgoland (Herr Fitzek gab zu, dass er nicht gerne fliegt und mit so kleinen Maschinchen, in die nur 4 Leute reinpassen schon gar nicht. Beruhigt hat ihn Herr Tsokos, der ihm erzählte, bei Absturz hätte das Maschinchen einen Fallschirm, der sich öffnen würde).

Warum war Herr Tsokos oft in Helgoland? Weil dort viele Männer ohne Hose an Land gespült werden. Hört sich komisch an, oder? Es sind Segler mit einem guten Promillegehalt, die pinkeln über Bord und so manch einer geht dabei gleich mit über Bord und landet dann an der Küste von Helgoland ..

Herr Tsokos schilderte einen wahren Fall eines Serienmörders, der per Haftbefehl gesucht wird und wohl auf Malta sein soll (er hoffte, dass der jetzt nicht gerade im Publikum sitzt, das hofften wir auch). Diesen Menschen hätten die Lektoren gestrichen, da er Mediziner, Multimilliardär und verwandt mit dem Präsidenten von Kasachstan ist, dazu auch noch ein Sadist, der gerne Menschen quält und ihre Schmerzen mittels Schmerzmitteln verlängert, da halten sie länger durch ....

Er hat Bankmanager gefoltert, zu Unterschriften gezwungen und umgebracht. Herr Tsokos wurde nach Kasachstan gerufen um zwei vermisste Bankenmanager zu identifizieren. Wir haben dazu Bilder gesehen, unglaublich, dass man aus einem Haufen Asche mit einigen Knochen noch Menschen identifizieren kann. Der Mörder hat die beiden Leichen mit Löschkalk behandelt, so dass nicht mehr viel von den Leichen übrig blieb. Herr Tsokos konnte die Leichen identifizieren. Die Gerichtsmedizin in Kasachstan sieht übrigens ziemlich gruselig aus.

Wir erfuhren, dass der Vampirglaube u .a. darauf beruht, dass Leichenwasser, das aus dem Mund von Toten fließt, das die  Menschen früher für Blut hielten. Es in der Gerichtsmedizin keinen Knopf gibt, worauf eine vermeitliche Leiche drücken könnte um zu melden, dass sie noch lebt und den wir aus "Nightwatch" kennen. Herr Tsokos hat nur einmal erlebt, dass ein Toter, der vor ihm lag, wieder aufstand. Da war er bei einer Lesung zu Gast  und ein 2 m Mann fiel um. Er musste ihn quasi wiederbeleben und hat ihm dazu seine Faust in den Brustkorb gerammt.

Herr Fitzek wird von seinen Lesern oft gefragt, was er denn für eine kranke Fantasie hätte. Er meinte, wir Leser wären nicht besser. Wir wurden verdächtigt, einen Mord zu planen, kamen doch ganz schön viele Fragen, die darauf hinwiesen, dass wir den perfekten Mord planen, die Autorin Stefanie Maucher hat sich dabei gleich mal für ihren nächsten Thriller weitergebildet und fleissig gefragt ..

Fingernägel und Haare wachsen auch nicht bei Toten, das Wasser geht zurück aus dem Gewebe, das erweckt dann den Eindruck. Den Todeszeitpunkt erfährt man auch nicht durch Handauflegen, dafür muss man die Temperatur der Leiche messen und der Rechtsmediziner misst den Hautwiderstand mittels Elektroden. Auch die ganze Sache mit den Würmern und Käfern, die Simon Beckett gerne verwendet, ist ein Mythos. Das Leichengift gibt es auch nicht.

Insgesamt war es eine total interessante und spannende Lesung mit zwei total netten Autoren, die beide den Schalk im Nacken haben. Beide Herren standen danach  für Fragen, Fotos und Widmungen zur Verfügung.

Wenn die beiden mal in eurer Nähe sind, geht hin! Ich kann euch so eine Lesung nur empfehlen.





Sonntag, 18. November 2012

Rezension zu "Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam" von Romana Grimm, CreateSpace Independent Publishing Plattform,, Agententhriller

Titel. Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam
Autorin: Romana Grimm
Isbn Nr. 13-978-1477678046
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Plattform (24.7.12)
Seitenzahl: 182 Seiten
Preis: 6,95 Euro


Kurzbeschreibung:

So hat sich der Krimiautor Thomas Pohl den „Morgen danach“ ganz bestimmt nicht vorgestellt. Auf der Flucht vor seiner Eroberung und auf der Suche nach dem Nikotinkick gerät er wegen einer Schachtel Zigaretten unversehens in ein halsbrecherisches Abenteuer. Weil er statt Tabak beinahe die hochbrisanten - und vor allem kriminellen - Informationen einer Liechtensteiner Bankerfamilie raucht, hat er prompt einen Auftragskiller am Hals, der das brisante Material unbedingt wiederhaben will und dabei weder vor Gewalt noch Entführung zurückschreckt. Thomas erlebt den miesesten Tag seines Lebens und der eklatante Mangel an Gelegenheiten für eine Zigarettenpause ist dabei noch sein geringstes Problem ...

Über die Autorin: 

Romana Grimm wurde 1983 geboren und von rechtschaffenen Leuten aufgezogen. Den eindringlichen Wunsch, nach Abschluss der Schule einen "sicheren" Arbeitsplatz zu finden, teilte Romana nur bedingt mit ihren Eltern; bereits mit Anfang 20 wusste sie, dass sie ihren Lebensunterhalt lieber mit kreativer Arbeit verdienen wollte. Seither arbeitet sie mal mehr und mal minder fleißig an der Erreichung dieses Ziels. Dabei beschränkt sie sich nicht auf bestimmte Genres, sondern entdeckt sich und ihre Lust am Schreiben mit jeder Geschichte neu. Ihr erklärtes Ziel ist es, Menschen auf eine Reise zu schicken und sie hautnah an ihren Abenteuern teilhaben zu lassen.

Eigene Meinung:
Krimiautor Thomas Pohl will sich nach einem One-Night-Stand nicht noch mit einem Frühstück herumquälen und braucht unbedingt eine Zigarette. Er landet allerdings an einem Toten Briefkasten und erwischt ausgerechnet das Päckchen, das hochbrisante Geheimdokumente beinhaltet.
Gut, dass er einen Zwillingsbruder hat, der sich mit solchen Dingen auskennt. Dieser kommt ihm zu Hilfe, denn der eigentliche Empfänger der Dokumente ist Thomas bereits auf den Fersen und für Andy ist dieser Bösewicht gar kein Unbekannter  ..

Romana Grimm hat hier eine witzige, freche Bond-Geschichte, verfasst mit vielen ausweglosen Situationen für die Pohl-Brüder und jede Menge Action und Humor.

Die Story ist aus der Sicht von Thomas in der Ich-Perspektive und im Präsens verfasst. Temporeich erfolgt eine Action-Szene der Nächsten, so dass Thomas kaum Luft holen kann, geschweige denn eine Zigarette rauchen könnte. Thomas stolpert von einer brisanten Situation in die nächste. Mit "Pussy" bleibt ihm selbst eine wunderschöne Domina nicht erspart, die er jedoch mit seinem Charme betört.

Die Hauptpersonen Thomas,  Krimiautor, Weiberheld und Lebemann, verliert auch in brenzligen Situationen nicht seinen schwarzen Humor und spart nicht mit dummen Sprüchen. Sein Zwillingsbruder Andreas ist der totale Gegensatz des liebenswerten Chaoten Thomas. Er ist diensteifrig, sehr pflichtbewusst und korrekt, was in der Geschichte zu einigen köstlichen Wortgefechten der beiden führt.

5/5 Sterne für diesen temporeichen Action-Agenten-Thriller mit Wortwitz in einer frechen, modernen Sprache verfasst.

Freitag, 16. November 2012

Rezension zu "Die Stadtwölfin" von Sylvie Wolff, E-Book- Urban Fantasy

Titel: Die Stadtwölfin
Autorin: Sylvie Wolff
Format: Kindle-Edition
Dateigröße. 406 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 237 Seiten
ISbn-Quelle für Seitenzahl: 1478191155
Verlag: Sylvie Wolff
Preis: 3,99 Euro, Printausgabe 8,99 Euro


Kurze Zusammenfassung:

"„Das bin ich nicht!“ - Eva, die unscheinbare BWL-Studentin, kann nicht glauben, was sie im Spiegel sieht: Seit einem harmlosen Flirt in der Bonner Altstadt hat ihr Körper ein haariges Eigenleben begonnen. Mit der aufregenden Figur, den neuen langen Beinen und ungewohnt scharfen Sinnen könnte sie ja leben, aber wieso hat sie auf einmal Heißhunger auf das WG-Meerschweinchen? Und wie soll sie alles dem Tierarzt Thorsten erklären, der längst ein Auge auf sie geworfen hat?
Doch auch die internationale Werwolf-Gemeinde reagiert verstört auf den ungeplanten Neuzugang …
Eine Werwolf-Komödie, die den Mythos vom „Bösen Wolf“ gehörig auf den Kopf stellt."

Über die Autorin:

Sylvie Wolff, Jahrgang 1959, lebte lange in Bonn, bevor sie mit ihrer Familie ins ländliche Baden-Württemberg zog. Dort schreibt sie Romane über Wölfe, Hunde und Menschen – und über Wesen, die diese Grenzen überschreiten.

Eigene Meinung:

Eva Wolff, WG-Bewohnerin und BWL-Studentin, soll für die Firma, in der sie ein Praktikum macht, eine Präsentation halten. Eva ist ganz schön nervös. Am Abend vorher flirtet sie den großen Unbekannten, der ihr ein Knutschfleck verpasst. Dieser Knutschfleck hat es in sich. Plötzlich hat Eva Hunger auf Fleisch und könnte das auch noch roh verputzen - wo doch ihr WG Mitbewohner Felix Veganer ist und die Mitbewohnerin Lisa ein Meerschweinchen besitzt, das in Panik ausbricht, wenn Eva  in der Nähe ist.. Sie stellt fest, dass sie plötzlich unglaublich gut riechen kann. Auch ihre Schuhgröße hat sich verändert und joggen kann Eva jetzt schneller als Felix, der sich darüber natürlich wundert.
Evas Leben beginnt sich zu verändern. Gut, dass sie Unterstützung von Urbana und Leila erhält. Sie ist sich noch nicht ganz sicher, ob ihr ihr neues Leben überhaupt gefällt. 

Flüssig, humorvoll und bildhaft erzählt uns Sylvie Wolff die Erlebnisse von Eva, die sich langsam aber sicher in einen Werwolf verwandelt und dabei mit Haarwuchs, Geruchsempfindlichkeit, Bierunverträglichkeit, Heißhungerattaken auf Fleisch und unbändiger, unerklärlicher  Kraft zu kämpfen hat. Auch das Flirten ist nicht mehr so einfach.  Dabei stellt sich Eva oft wie eine Welpe an und tappt von einem Fettnäpfchen in das nächste. Etwas kompliziert wird die ganze Sache, weil sich Eva in Thorsten verliebt.

Sylvie Wolff hat hier sympathische Figuren geschaffen, die mit dem gemeinen Werwolfbild so gar nichts gemeinsam haben. Der Werwolfclan kümmert sich rührend um seine jungen Werwölfe und wir erhalten einen Einblick in das Rudelverhalten der Werwölfe (das Rudelverhalten von Wölfen wird wohl sicherlich ähnlich sein).

Sylvie Wolff hat in ihrem Roman auf Fenheiten geachtet. Bei allen Namen der Werwölfe kommt der Begriff "Wolf" immer auf irgendeine Weise vor.

5/5 Sterne für diesen kurzweiligen Werwolfroman, der uns die Verhaltensweisen von Wölfen näher bringt. Wir warten gespannt auf weitere Erlebnisse von Eva Wolff und Co.

Mittwoch, 14. November 2012

Rezension zu "Der Gefangene des Himmels" von Carlos Ruiz Zafón,S. Fischer Verlag

Titel: Der Gefangene des Himmels
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Isbn Nr. 978-3-100954022
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: S. Fischer Verlag
Preis: 22,99 Euro


Klappentext: 
"Barcelona. Weihnachten 1957. Ein Fremder betritt die Buchhandlung Sempere und Söhne. Er ersteht das teuerste Buch im Laden eine Ausgabe des Grafen von Monte Christo, und widmet sie Fermin, über den er mehr zu wissen scheint, als gut ist. Für Fermin und Daniel Sempere, den Helden aus "Der Schatten des Windes", ist es der Auftakt einer dramatischen Gesichte von Verfolgung und Heimsuchung, die sie an schmerzliche Punkte der Vergangenheit führen und ihr ganzes Glück bedrohen wird. Fermin muss sich seiner dunkelsten Zeit stellen und ein anderer werden, um schließlich ganz er selbst zu sein. Mit erzählerischen Furor, seinem Humor und seiner ganzen Kunst führt Carlos Ruiz Zafón im dritten Roman die Fäden seines Werkes über Barcelona zusammen"


Über den Autor:
Carlos Ruiz Zafón begeisterte mit "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" bereits ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. "Der Gefangene des Himmel" ist der dritte Roman in der großen Barcelona-Trilogie um den Friedhof der Vergessenen Bücher. Auch "Marina", der Roman, den er kurz vor den großen Barcelona-Romanen schuf, stand wochenlang auf der "Spiegel"-Bestseller-Liste. Seine ersten Erfolge feierte Carlos Ruiz Zafón mit den drei phantastischen Schauerromanen "Der dunkle Wächter", "Der Fürst des Nebels" und "Mitternachtspalast", die bei Fischer FJB erschienen sind.

Eigene Meinung:

Dieser grandios erzählte Roman entführt den Leser in das alte Barcelona und lässt ihn zusammen mit alten Bekannten aus den beiden Büchern der Barcelona-Trilogie "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" , Daniel Sempere und Fermin,  geheimnisvolle Abenteuer erleben.

Diesmal spielt Fermin die Hauptrolle. Wir erfahren in "der Gefangene des Himmels" Fermins Geschichte. Wie ein Sog werden wir in die Geschichte hineingezogen und fiebern mit, ob es Fermin schaffen wird, seinen grausamen Gegenspielern zu entkommen und ob er sein Glück finden wird.

Carlos Ruiz Zafóns Erzählstil ist einzigartig. humorvoll, spannend, atmosphärisch und etwas unheimlich.

Zafón hat großartige Figuren geschaffen. Der wortgewandte, schlagfertige uns sehr sympatische Fermin ist eine starke Figur, die wir neben Daniel Sempere bereits "Im Schatten des Windes" lieb gewonnen haben. Hier erfahren wir mehr über ihn, insbesondere, wie er den Autoren David Martin kennengelernt hat. Auch die Gegenspieler, wie den Gefängnisdirektor Mauricio Valls, sind starke Figuren. Valls ist so abgrundtief böse, geldgierig und machthungrig, das man meinen könnte,  er wäre ein Dämon in Menschengestalt. Der Leser hofft darauf, dass diesem Dämonen Einhalt geboten wird.

Natürlich spielen Bücher und der Friedhof der vergessenen Bücher in dieser Geschichte wieder eine besondere Rolle.

Das Ende des Romans ist bereits der Beginn einer neuen Geschichte, diesmal wird wohl Daniel mehr über seine Mutter und ihrer Verbindung zu dem Autoren David Martin  erfahren.

5/5 Sterne für diese großartige, wortgewaltige, spannende und geheimnisvolle Geschichte, die uns in das alte, teilweise sehr dunkle Spanien entführt. Fast unerträglich ist es, dass wir nun auf wohl etwas auf die neue Geschichte warten müssen ..

Die Bücher kann man zwar unabhängig voneinander lesen, ich würde trotzdem empfehlen mit "Der Schatten des Windes" anzufangen (gibt es jetzt übrigens als Taschenbuch):

Ich gestehe, ich bin Zafón-Fan, auch diese großartig erzählte Geschichte hat mich nicht enttäuscht.  Ihr ahnt sicher,  woher mein Blog seinen Namen hat?

Sonntag, 11. November 2012

Gastrezension von Katja Kaddel Peters zu " der himmlische Weihnachtshund", eine Weihnachtsliebesgeschichte von Petra Schier erschienen im Verlag Rütten und Löning



Infos zum gelesenen Buch
Titel: Der himmlische Weihnachtshund
Autorin: Petra Schier
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 192 Seitenzahl: 144 Seiten
Verlag: Rütten & Loening (25. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-352-00849-8
Preis: 9,99 Euro (u.a. bei amazon.de)
auch erhältlich als eBook und Hörbuch

Klappentext:
"Friede, Freude, Hundekuchen
Beim Aufräumen kurz vor Weihnachten findet Santa Claus einen alten Wunschzettel: Ein neunjähriger Junge namens Michael wünscht sich einen Hund und dass seine Freundin Fiona nicht wegziehen muss. Leider hat der schusselige Weihnachtsmann die beiden Wünsche zwanzig Jahre nicht beachtet und beschließt, nun nachzusehen, was aus dem Jungen geworden ist. Michael besitzt nun eine Fabrik für Hundefutter und soll in Kürze heiraten, doch er ist alles andere als glücklich. Santa Claus berät sich mit seinen Helfern. Sie glauben eine vorzügliche Idee zu haben und schicken einen jungen Labrador zu Michael. Der Hund soll ihm helfen, sein Glück zu finden. Tatsächlich führt der Hund ihn zu Fiona, aber damit bricht kurz vor Weihnachten das schiere Chaos aus.
Der neue Weihnachtsbestseller von Petra Schier: eine wunderschöne Geschichte um eine himmlische (Hunde)-Liebe"
(Verlagsklappentext, Quelle: www.aufbau-verlag.de)

Meine eigenen Worte
Santa Claus, der Weihnachtsmann, räumt seine Bude auf, weil die Weihnachtsfrau denkt, dass es Zeit für eine Renovierung ist. Die Elfen packen tatkräftig mit an und Santa entdeckt einen 20 Jahre alten Wunschzettel, den er leider vergessen/verlegt und somit nicht erfüllt hat. Entsetzt darüber möchte er seinen Fehler wieder gut machen und setzt dem mittlerweile erwachsenen Michael eine kleine Hundedame vor die Tür und auch Michaels Sandkasten-/Schulliebe Fiona kreuzt nach Jahren wieder seinen Weg. Eigentlich der Beginn einen wunderschönen Romanze könnte man meinen, wenn… ja, wenn da nicht Michaels Eltern und seine „Fast“-Verlobte Linda wären…
Oh, ich merke gerade, kurz und knapp meine Inhaltsangabe, beinhaltet aber eigentlich alles, was wichtig ist, ohne zu viel zu verraten

;-)
Meine Meinung
Es handelt sich hierbei um eine wunderschöne Liebesgeschichte zu Weihnachten mit einem ganz bezaubernden, jungen Labradorweibchen und zwei sehr sympathischen Menschen, die ans Herz geht. Eigentlich wird hier alles abgedeckt: Tierliebe, Kennenlernen, Verliebt-sein, Intrigen und natürlich darf zu Weihnachten auch Santa Claus nicht fehlen.
Das Buch ist klassisch für einen Adventskalender in 24 Kapitel eingeteilt, damit man im Dezember auch an jedem Tag einen Abschnitt locker lesen kann. Ich würde allerdings jeden raten, sich das nicht als Ziel zu nehmen, denn ICH musste diesen Roman ganz schnell zu Ende bringen ;-)
Für mich sehr untypisch ist dieses Genre, da ich mehr bei Krimis und Thrillern in den Buchhandlungen zu finden bin, aber ich muss sagen… die Schreibweise von Petra Schier hat mich sehr angesprochen. Schöne, ausgeschmückte Passagen wechselten sich mit Dialogen ab. Das erste Kapitel beginnt in der „Weihnachtswelt“ und im zweiten werden wir dann ins reale Leben geschmissen… und der weitere Verlauf erfolgt im Wechsel.
Michael, Fiona und Keks (die Hündin *gg*) sind die 3 Hauptfiguren und werden von der Autorin schön ausgearbeitet: Der Macho, die etwas schüchterne Tierärztin und ein kleiner Vielfrass… muss selber schon wieder grinsen beim Lesen :D
Natürlich weiß man, worauf es hinauslaufen wird, aber natürlich dürfen die kleinen Seitenhiebe nicht fehlen… angefangen bei den erfolgreichen Eltern, die Fiona für nicht angemessen halten … über der intriganten Zicke Linda, die wirklich nichts auslässt, um Michael zu halten bzw. Fiona schlecht da stehen zu lassen.
Die wunderschöne Covergestaltung rundet dieses Buch sehr gut ab und lädt ein zu gemütlichen Kaminabenden.
Am Anfang dachte ich noch, dass es auch ein schönes Vorlesebuch für die Kleine von meiner Schwester wäre, aber ich glaube mit knapp 8 Jahren ist sie dann doch etwas jung für die Passagen über das Herantasten der Verliebten ;-)
- Ich danke Petra Schier für dieses signierte Exemplar, das ich zu der stattgefundenen Leserunde gewinnen durfte -.
Mehr über Petra Schier findet ihr hier: www.petra-schier.de/

Fazit
Eine klassische Liebesgeschichte, eingebettet zwischen Weihnachtsmarkt, Elfen und einer süßen Hundedame, die zur kalten Jahreszeit sicherlich die Herzen wärmen wird.
Ich vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen und werde dieses Buch weiterempfehlen! Zu mir nach Hause ist bereits eine andere Weihnachtstiergeschichte von Petra Schier unterwegs und zur nächsten Leserunde habe ich mich auch bereits angemeldet – was ich auf jedem Fall wirklich jedem ans Herz legen kann :D

Freitag, 9. November 2012

Interview-Experiment per Chat über FB mit Sylvia Stuckmann, Autorin von "Falsches Geheimnis", "Kaja in der Außenwelt" und "Pestmarie"

Sylvia Stuckmann, die mir unter ihrem Pseudonym "Sylvie Wolff" schon einmal als Interviewpartnerin zur Verfügung stand, hat sich auf ein Interview-Experiment eingelassen. Ich habe ihr per Chat über FB Fragen zu ihrem neuen E-Book "Falsches Geheimnis" gestellt. Es handelt sich dabei um ein Jugendbuch zum Thema Missbrauch.






Eigentlich heiße ich Sylvia Stuckmann und schreibe Jugendbücher. Da sich meine neue Fantasy-Reihe aber an Leser unterschiedlicher Altersstufen richtet und nicht immer für Jugendliche ab 12 geeignet ist, habe ich dafür einen neuen Namen gewählt. Mit dem Ergebnis, dass meine Werwölfe jetzt mit einer Autorin namens Sylvie Wolff leben müssen.




Wie bist du dazu gekommen, Jugendbücher zu schreiben?

Ganz ehrlich? Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und Geschichten (er)fand ich noch früher. Kein Wunder also, dass ich das als Mutter ausbaute und zusammen mit meiner Tochter und ihren Freunden ständig neue Geschichten erfand. Als sie älter wurde begann ich mich zu fragen, welche Zukunft die Kinder wohl später einmal erwarten wird. Ich fragte, las, schrieb, und irgendwann stand das Konzept meines Romanes "Kaja in der Außenwelt". Es war nicht der erste, den ich geschrieben habe, aber der erste, der gut genug war, um einen Verlag zu überzeugen. Seit dem genieße ich es, die Fantasie in meinem Kopf zu bündeln und fertige Geschichten daraus zu erschaffen.



Nimmt der Verlag alle Geschichten, die du vorlegst, an?


 Oh nein, leider nicht. Ist vielleicht auch besser so, denn ohne manche Absage hätte ich mein Schreiben sicher nicht in dem Maße weiter entwickelt wie jetzt. Auch wenn sie lästig und schmerzhaft sind, verraten sie einem doch immer auch etwas über die eigenen Schwächen.



Verrätst du uns etwas über deine Schwächen?




 Mich interessieren eher die unauffälligen, ein wenig naiven Charaktere, die vom Leben ganz schön gebeutelt werden, ehe sie sich mit erhobenem Kopf behaupten können.
 Ich schreibe am liebsten, wenn ich zwar den roten Faden habe, aber Details der              Geschichte und vor allem ihr Ende noch nicht kenne. So etwas ist aber für Verlage  schwierig, wenn das Ergebnis in ihr Programm passen soll.


Aktuell hast du eine Geschichte zum Thema Missbrauch geschrieben. Warum lag dir dieses Thema am Herzen?

Weil es ein Tabuthema ist. Weil die Opfer sprachlos sind. Und weil Sprache/Schreiben für mich das einzige Mittel ist, um etwas zu erreichen. Weil es für mich so schwer zu verstehen ist, warum Sprache für manche Menschen so gefährlich zu sein scheint, dass sie weiter schweigen statt um Hilfe zu rufen. Seit dieser Geschichte kann ich vieles besser verstehen.


Hast du zu diesem Thema mit Opfern sprechen können und wie hast du hierzu recherchiert?

Meine Recherchen fanden anfangs über Bücher, Zeitschriften und Internet statt, dort findet sich ein erschreckend großer Pool an Betroffenen. Aber jJe länger die Arbeit dauerte, um so mehr Menschen fanden sich, die mir freiwillig und ohne dass ich ihren Missbrauchshintergrund kannte, ihre ganz persönliche Geschichte erzählten. Ihnen gilt mein besonderer Dank, denn ohne sie hätte diese Geschichte vom „Falschen Geheimnis“ nicht so werden können, wie sie ist.


Was können wir tun, um unsere Kinder vor Missbrauch zu schützen?


Sie stark machen im Sinne von "ja" und "nein" sagen zu lernen. Ihre eigenen Grenzen zu kennen, ohne den dahinter liegenden Möglichkeiten zu misstrauen. Ihnen sagen, dass niemand vollkommen ist und wir alle unsere Fehler im Leben machen. Ihnen sagen, dass wir sie lieben, egal was passiert. Ihnen Mut machen, Freunde zu haben.

Vielen Dank, liebe Sylvia, dass du dich auf mein Experiment eingelassen hast. 
Eine Rezension zu Sylvias "Falsches Geheimnis" findet ihr auf meinem Blog. Es ist per E-Book bei Amazon erhältlich.Mehr Infos zu Sylvia Stuckmann erhaltet ihr hier: http://www.buchschmiede.de/


Mich würde natürlich interessieren, wie ihr dieses Interview findet. Unter allen eingehenden Kommentaren verlose ich einen Amazon Gutschein für das E-Book "Falsches Geheimnis", Ende dieser Aktion ist der 30.11.12, 24.00 Uhr.

Mittwoch, 7. November 2012

Rezension zu "Falsches Geheimnis" von Sylvia Stuckmann, E-Book, Jugendbuch

Titel:falsches Geheimnis
Autorin: Sylvia Stuckmann
E-Book kindle Edition
Dateigröße: 236 KB
Preis. 2,80 Euro

Kurzbeschreibung:
Welches Mädchen freut sich nicht, wenn es für Fotos Modell stehen darf? Doch als Jo immer dreistere Forderungen stellt, möchte Nicki aussteigen und gerät damit in eine Lawine aus Drohungen, Angst und Einsamkeit. Verzweifelt sucht sie Schutz bei mächtigen Fantasiegestalten und übersieht dabei fast, dass sie reale Freunde hat, die helfen können. Sie müsste nur endlich reden ...
Eine Geschichte über die Macht des Schweigens und die Kraft der Sprache.

Über die Autorin:
Sylvia Stuckmann, geb. 1959, lebt im Schwarzwald und arbeitet als Sozialpädagogin in einem Krankenhaus. „Kaja in der Außenwelt“ war ihr erster Jugendroman, 2011 folgte der historische Jugendroman „Pestmarie“.Mehr unter www.buchschmiede.de

Eigene Meinung: 

Nicki ist 14. Ihre Eltern haben sich gerade getrennt und Nicki musste wegziehen von ihren Freunden. Da Nickis Mutter jetzt wieder arbeitet, muss Nicki zusammen mit ihrem Bruder auf die beiden kleinen Geschwister aufpassen oder sie aus dem Kindergarten abholen.

Nicki träumt von einem Fahrrad, auf das sie lange zu sparen hat, ihr Traumfahrrad kostet 500.- Euro, das dauert, auch wenn sie Prospekte austrägt.

Nicki findet zu den neuen Klassenkameraden keinen Kontakt, sie wirkt unsicher, spricht einen anderen Dialekt, sie ist viel allein.  Jo, der schon erwachsen ist, hat für sie Zeit und er bezahlt für Fotos. Nicki weiß, dass die Fotos nicht ok sind, gerät trotzdem immer tiefer hinein in den Sog aus Schmeicheleien und Drohungen und sie fühlt sich allein.

Als eine neue Mitschülerin in ihre Klasse kommt, die sehr selbstsicher wirkt, ändert sich alles ..

Sylvia Stuckmann hat eine einfühlsame, leicht zu lesende, fesselnde und spannende Geschichte über Missbrauch geschrieben. Ihre Charaktere sind lebendig beschrieben und glaubwürdig. Der Leser nimmt Teil an den Erlebnissen von Nicki, ihren Ängsten, Gefühlen und fiebert regelrecht mit, dass sich für Nickis Problem eine Lösung findet.. Als Nicki Freunde findet, erleben wir ihre Entwicklung mit, wie sie vom Opfer zu einer starken Persönlichkeit wird. Das geschieht durch die Hilfe und das Vertrauen zu ihren Freunden.

Die Autorin hat mit diesem Jugendbuch, in dem Hunde eine ganz besondere Rolle spielen,  eine starke Geschichte über Einsamkeit, Ängste, Unsicherheit, Missbrauch und die Gegensätze Stärke, gute Freunde und Vertrauen geschaffen.

Im Anhang gibt es noch genügend Infoadressen zum Thema.

Eine Geschichte, die Mut macht und die ich mir auch gut als Schullektüre vorstellen kann. 5/5 Sterne für diese kurzweilige, einfühlsam erzählte Geschichte über ein aktuelles Thema.

Dienstag, 6. November 2012

Rezension zu "Noir" von Jenny-Mai Nuyen, Rowohlt-Polaris-Verlag, Fantasy

Titel: Noir
Autorin: Jenny-Mai Nuyen
Isbn Nr.  978-3862520282
Seitenzahl: 384 Seiten

Verlag:http://www.rowohlt.de/verlag/rowohlt-polaris
Preis: 14,95 Euro






Klappentext:

  
"Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden ­Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht ..."

Über die Autorin:

Jenny-Mai Nuyen wurde 1988 als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren.
Geschichten schreibt sie, seit sie fünf ist, mit zehn folgte das erste Drehbuch, mit dreizehn ihr erster Roman. Seit ihrem literarischen Debüt „Nijura – das Erbe der Elfenkrone“ gilt sie als eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre.
Nach einem abgebrochenen Filmstudium an der New York University lebt Jenny-Mai Nuyen heute in Berlin und widmet sich ganz dem Schreiben.

 
Eigene Meinung:

Nino Sorokin verliert während eines Verkehrsunfalls seine Eltern. Seit diesem Ereignis sieht er den Tod eines jeden Menschen voraus. Er weiß, dass er mit 24 sterben wird, aber nicht wie. Er will sein Schicksal überlisten, daher versucht er mittels einer geheimnisvollen Droge Styxx und über Gläserrücken seine Fragen an die Geisterwelt zu stellen. Er gerät über diese Droge an einen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln und sehr interessiert an seiner sind. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Noir und die Ereignisse überstürzen sich.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Nino geschrieben, der verzweifelt versucht, nicht sterben zu müssen. Einzelne Kapitel sind in der Gegenwart geschrieben, die Zeit, die er mit Noir erlebt. Der Rest der Geschichte ist in der Vergangenheit erzählt. Der Roman ist toll erzählt, sehr wortgewaltig, sehr philosophisch und sehr atmosphärisch. Leben, Tod und die Liebe diese zentralen Themen, stehen hier im Vordergrund. Die Spannung hält sich allerdings in Grenzen, trotzdem ist die Geschichte fesselnd. Gegen Ende wird die Spannung doch noch etwas aufgebaut, der Schluß ist jedoch sehr überraschend und offen.

Das Buch ist sicherlich nicht für die Leserschaft üblicher Fantasyromane gedacht. Wer jedoch wortgewaltige, philosophische Romane über zentrale Themen, die zum Nachdenken anregen, mag, kann dieses Buch beruhigt lesen, er wird nicht enttäuscht sein.

4/5 Sterne für diesen etwas anderen Fantasy-Roman auf sprachlich sehr hohem Niveau.

Sonntag, 4. November 2012

Rezension zu "Heuchler" von Mark Franley, Thriller, E-Book


Titel: Heuchler
Autor: Mark Franley
Verlag: Kindle Edition E-Book
Dateigröße: 293 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ca 164 Seiten
ASIN: B008X38A94
Preis: 2,69 Euro

 Kurzbeschreibung:
"„Skrupellos“ wäre ein zu schwaches Wort, um IHN zu beschreiben und gerade als sich die beiden Kommissare am Ziel sehen, stellt ER sein tödliches Können unter Beweis.
Nach dem katastrophalen Ausgang ihres Einsatzes, beschließt Kommissar Köstner mit seiner Familie in der Idylle Finnlands abzuschalten.
Doch ER ist längst zu ihrem Schatten geworden… einem Schatten der noch lange nicht hatte, was er wollte."

Über den Autor:
Lange Zeit hatte Mark Franley (Jahrgang 1972) nichts mit dem Schreiben im Sinn, fühlte sich aber neben seiner beruflichen Tätigkeit immer zu kreativen Hobbys hingezogen. Bevor er damit begann, Bücher zu schreiben, stellte er Holzschmuck her und widmet sich bis heute der Ölmalerei, mit der er auch an einigen Vernissagen teilnahm.
Lange Zeit versuchte er die Bilder in seinen Gedanken als Gemälde umzusetzen und fand dann im geschriebenen Wort ein Ventil, diesen Gedanken Leben einzuhauchen.
In seinem Debütwerk „Der heilige Arkh“ gebraucht Mark Franley nun erstmals Worte, um seine Gedanken in Bilder zu fassen. Mehr über den Autor erfahrt ihr hier: http://www.mark-franley.de/.

Eigene Meinung:

Die Story beginnt mit einer Zeitungsmeldung. Eine 13. Leiche wurde gefunden , ein achtjähriger Junge. Die Soko fahndet verzweifelt nach dem  Serienmörder. Der Leiter der Soko, Mike und sein Partner und Freund Peter, überwachen im Zuge der Ermittlungen ein altes Gebäude. Als sie beschließen, in das Gebäude zu gehen, haben sie noch keine Vorstellung davon, was für ein Alptraum sie dort erwartet. Peter landet im Krankenhaus und Mike wird aus dem Fall genommen und verbringt seinen Urlaub mit der Familie in Finnland. Doch der Serienmörder scheint ein neues Opfer im Visier zu haben, Mikes Sohn Felix.


Mark Franley hat mit "Heuchler" einen unglaublich spannenden, verstörenden, mysteriösen, flüssig geschriebenen atmosphärisch dichten, teilweise etwas unheimlichen,  ganz besonderen Thriller geschaffen.  Der Hauptprotagonist Mike ist ein sympathischer Familienvater, der alles für seine Familie tun würde.

Der Autor beschreibt diese scheinbare Urlaubs-Idylle in Finnland sehr intensiv, so dass der Leser zusammen mit der Familie Urlaub macht in diesem schönen, einsam gelegenen  Ferienhaus. Der Leser nimmt Teil, wie die Idylle ganz langsam zerstört wird, dies geschieht u. a. durch einzelne Kapitel, in denen wir den Täter kennenlernen. Dieser verrät uns, was er vor hat und was er selbst erlebt hat um so zu werden, wie er ist.

Dem Leser gelingt es kaum, das Buch aus der Hand zu legen und der Spannungsbogen nimmt im Laufe der Handlung noch einmal rasant zu. Das Ende ist ungewöhnlich, aber schlüssig.

Ich habe zwar noch einige Rechtschreibfehler entdeckt, da ich diese aber auch in gedruckten Büchern von bekannten Verlagen mit Lektorat und Korrektorat zur Zeit vermehrt finde, sehe ich großzügig darüber hinweg

Ich vergebe für diesen megaspannenden, sehr ungewöhnlichen Thriller 5/5 Sterne.  .

Rezension zu Zorn 7 - Lodernder Hass" von Stephan Ludwig, Fischer Taschenbuch Verlag, Thriller

Titel: Zorn Teil 7 - Lodernder Hass Autor: Stephan Ludwig Seitenzahl: 448 Seiten,   (TB, 26.10.17) ISBN Nr. 13-978-3-596-29775-7 Verla...