Mittwoch, 23. Januar 2013

Autoreninterview mit Hans J. Muth / Hannes Wildecker


  • Heute durfte ich Hans J. Muth/Hannes Wildecker interviewen, dessen Thriller "Nahtlos" mir sehr gut gefallen hat:

    Wie kamst du zum Schreiben?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Früher habe ich fachliche Abhandlungen geschrieben, kam dann zur Lyrik, der ich immer noch ein wenig, je nach Zeit, fröne. Insgesamt 11 Gedichte sind in den Anthologien der Frankfurter und Münchener Bibliotheken erschienen. Erst nach Ende meiner Dienstzeit hatte ich die Muße, mit dem Schreiben von Romanen zu beginnen.

    War es schwierig, einen Verlag zu finden für deine 1. Veröffentlichung?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Ja, es brauchte über ein Jahr. Zahlreiche Angebote von sogenannten Druckkostenzuschuss-Verlagen, die mich nicht interessierten und mangelndes Interesse der Verlage an Regio-Krimis, was sich in der Folgezeit ja schlagartig geändert hat. Dann hatte ich plötzlich zwei Verlage, schreibe jedoch derzeit nur für den s.mo-Verlag, weil der zweite Verlag ich auf jährlich 2 Romane festlegen wollte. Das geht gar nicht.

    Wie gehst du bei deinen Recherchen vor?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Das ist unterschiedlich, aber interessant. Meine Hunsrück-Krimis schreibe ich aus dem Ärmel. Die dienstlichen Wege kenne ich, ebenso die Region, in der ich lebe. Mit den Rom-Thrillern ist das anders. Karl May hatte es damals schwer. Aber in der heutigen Zeit hilft das Internet. Google-Earth, Street view und vieles andere mehr sorgen dafür, dass man genau beschreiben kann, wo genau etwas passiert oder wie eine Örtlichkeit aussieht. Ich bin sogar der Meinung, dass man es auf diese Weise besser kann, als wenn man in wenigen Tagen an Ort und Stelle recherchiert. Rezensionen von „Nahtlos“, der ja in Rom, Ägypten und Jerusalem spielen, geben mir da Recht (gut recherchierter Thriller…)usw.

    Was machst du, wenn du nicht schreibst?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Meine Hobbys sind vielfältig, haben sich aber auf das Schreiben reduziert. Früher war ich Karate-Trainer, habe 30 Jahre lang musiziert, mich dann für 10 Jahre in die Kommunalpolitik verlaufen. Heute bin ich nur noch gerne Opa für meinen Enkel Nic.

    Kannst du uns von einem witzigen/kuriosen Erlebnis mit einem Fan bzw. bei einer Lesung berichten?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Hunsrück- und Eifel-Krimis sind Krimis, die auf dem Land spielen mit einer Bevölkerung, die manchmal sehr markig daherkommt. Dass sich ein Eifeler bei einer meiner Lesungen darüber äußerte, dass sich die beiden, nur durch die Mosel getrennten Rheinischen Schiefergebirge, in ihrer Ruppigkeit in nichts nachstehen, amüsierte doch schon.

    Durch die E-Books ist es für angehende Autoren einfacher geworden, ein Buch zu veröffentlichen. Wie beurteilst du den E-Book-Markt?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Mit gemischten Gefühlen. Der eBook-Markt ist nicht mehr aufzuhalten. Das ist auch gut so, denn die Zeit bleibt nicht stehen. Aber ich sage es geradeheraus: Es wird zu viel Schrott zu einem kleinen Preis angeboten, was bedeutet, niemand regt sich darüber auf. Was sind denn schon 99ct.? Weg damit und ein neues kaufen. Ich weiß nicht, wie man das in den Griff bekommen kann, aber irgendwo müsste es eine Kontrolle geben, die über Erscheinen oder Nichterscheinen entscheidet. Ich habe auch einen eBook-Reader. Aber ein richtiges Buch riecht noch nach Buch. Ich hoffe, dass dies noch lange so bleiben wird.

    "Nahtlos" spielt in Rom mit einem italienischen Kommissar  "Commissario Sparacio"als eine der Hauptfiguren. Warum hast du Rom als einen der Hauptschauplätze in diesem Thriller gewählt und einen italienischen Commissario?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Rom fasziniert mich, die Mentalität, der Klerus, der Mythos. Aber gerade deswegen sind meine Rom-Thriller keine Vatikan-Thriller, auch wenn die Geistlichkeit ihren Platz darin findet.
    Biggi: Was hast du mit Commissario Sparacio gemeinsam?
    Hannes Wildecker/Hans J. Muth: Irgendwo sind immer Gemeinsamkeiten zwischen Autor und Romanfigur zu erkennen. Vielleicht habe ich das Gerechtigkeitsdenken mit ihm gemeinsam.
  • Unter dem Pseudonym Hannes Wildecker schreibst du "Hunsrück-Krimis", dein letzter Krimi "Die Brut des Adlers ist Ende letzten Jahres erschienen. Wird es noch weitere Fälle mit Overbeck und Leni geben?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Mein nächster Hunsrück-Krimi „Mords-Reform“ steht vor der Vollendung. Natürlich werden Leni und Overbeck weitere Fälle zu bewältigen haben. Auch Spürmann wird ab und zu einen Gastauftritt haben.

    Du schreibst gerade an einem weiteren Rom-Thriller. Was erwartet uns da?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Es ist der zweite Fall des Commissario Marcello Sparacio. An verschiedenen Orten im Stadtteil San Lorenzo werden männliche Leichen gefunden, denen man einen Teil der Brusthaut entfernt hat. Die Toten werden nach und nach als zum Teil hohe Geistliche identifiziert. Zudem wird die Leiche eines 14-jährigen Jungen gefunden. Als Sparacio den Lebens- und Leidenweg dieses Jungen zurückverfolgt, nehmen auch die ermordeten Geistlichen einen Platz in seinen Ermittlungen ein. Ein Auftragskiller ist derweil unterwegs, die grausamen Spuren einer skandalösen Vergangenheit zu beseitigen.
    Da ich momentan zwei Romane gleichzeitig schreibe, wird demnächst als erster der beiden mein 8. Hunsrück-Krimi mit dem Titel „Mords-Reform“ (Titelvorschlag: Alexandra Zylenas) erscheinen.

    Was kannst du dir gar nicht vorstellen zu schreiben?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth:
    Liebesromane und Fantasy glaube ich, sind nicht mein Ding.

    Wo können dich deine Leser erreichen?

    Hannes Wildecker/Hans J. Muth: Überall im Internet. Bei Facebook, www.hans-muth.de, www.hanneswildecker.de, www.tatort-hunsrueck.de

    Ich bedanke mich ganz herzlich für die interessanten Antworten und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern!

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