Sonntag, 31. März 2013

Autoreninterview mit Simone Keil, Autorin von Corvidae, anlässlich Ihrer Blogtour

Ich wünsche euch allen frohe Osterfeiertage. Genießt die freien Tage. Falls das Wetter bei euch so ist, wie bei uns, dann lest doch einfach ein gutes Buch.

Da mir das Buch von Simone "Corvidae" sehr gut gefallen hat, wollte ich Simone natürlich interviewen. Anlässlich der Blogtour zu dem Buch "Corvidae" von Simone Keil durfte ich der Autorin einige Fragen stellen:


1. Wie kamst du zum Schreiben?
Wie ich zum Schreiben kam, ist eine schwierige Frage. Es war ganz plötzlich einfach da. Man könnte sagen, das Schreiben kam zu mir. Ich habe auch erst recht spät damit begonnen, das muss so 2007/08 gewesen sein, zuerst Gedichte, das hat mir viel Spaß gemacht, aber irgendwann hat mich die Prosa gereizt und ich habe mich an Kurzgeschichten versucht. 2010 habe ich dann den ersten Romanversuch gestartet, mit dem einzigen Anspruch an mich durchzuhalten, und das habe ich geschafft. 2011 kam dann Corvidae, da waren meine Ansprüche an mich aber schon etwas gestiegen, und ich denke, so ganz vermurkst habe ich es auch nicht.

2. Wann schreibst du?
Ich bin berufstätig, also bleiben meist nur die Abende und Wochenenden. Ich versuche aber täglich zu schreiben und mindestens ein Pensum von 1000 Wörtern zu schaffen, was ich allerdings nicht immer hinbekomme. Ich habe wilde Schreibephasen, denen Phasen von tierischer Schreibfaulheit gegenüberstehen. Während letzteren fällt das Schreiben unheimlich schwer. Manchmal quäle ich mich trotzdem durch die Wörter, aber manchmal lasse ich es auch einfach bleiben. Aber wenn es gut läuft, dann schreibe ich auch nachmittags, wenn ich eine halbe Stunde Zeit habe, oder sogar morgens vor dem Job.

3. Wie kamst du auf die Idee zu deiner unglaublich guten phantastischen Geschichte Corvidae?
Vielen Dank. Auf die Frage muss ich wieder eine wahrscheinlich  unbefriedigende Antwort geben. Cat kam mit der Geschichte zu mir und mir blieb nichts anderes übrig, als sie zu tippen. Am Anfang meiner Geschichten steht meist eine oder auch mehrere Figuren und jede Figur bringt etwas mit, das sie für erzählenswert hält. Was genau das in allen Details ist, erfahre ich auch erst nach und nach, während ich ihre Geschichte aufschreibe.

4. Wird es eine Fortsetzung zu Corvidae geben?
Mit dem Gedanken habe ich schon gespielt, bin aber noch nicht sicher. Ich glaube, dass die Geschichte Potential für eine Fortsetzung hat, aber dann wohl mit einer anderen Hauptfigur. Vorak hat schon mächtig genervt deswegen.

5. Was machst du, wenn du nicht schreibst?
Mein Sohn und mein Hund nehmen einen großen Raum in meinem Leben ein. Ich gehe meinem Brotjob nach, lese natürlich so viel wie möglich und sehe mir gerne Filme an. Dann bin ich noch Mitglied bei den 42er Autoren. Für Hobbys fehlt mir einfach die Zeit.

6. Durch die eBooks ist es für angehende Autoren einfacher geworden, ein Buch zu veröffentlichen. Wie beurteilst du den eBook-Markt? 
eBooks sind das Medium der Zukunft, wobei Printausgaben nicht verschwinden werden, aber sie werden einen anderen Stellenwert bekommen. Der Marktanteil von elektronischen Büchern wird ganz sicher weiter steigen, weil eBooks einfach unheimlich praktisch sind, man kann auf seinem Reader eine ganze Bibliothek mit sich herum tragen und hat mit einem Klick heruntergeladen, was man genau jetzt in diesem Augenblick unbedingt lesen muss.
Für AutorInnen eröffnen sich dadurch auch wahnsinnig viele Möglichkeiten. All die tollen Geschichten, die bislang ungelesen versauerten, weil sie nicht in Genre-Schubladen passten, den Verlagen zu anspruchsvoll erschienen, oder einfach nicht Mainstream sind, können jetzt ihre LeserInnen finden. Aber da fangen die Probleme an. Die tollste Geschichte kann nicht gelesen werden, wenn sie für die LeserInnen unsichtbar ist.  Deshalb ist es eine großartige Sache, dass so viele Buchblogs existieren, die nicht nur auf Verlagsbücher setzen, sondern auch offen für Indiepublikationen sind. Das zweite Problem ist die Masse an selbstverlegten eBooks, von denen ein nicht geringer Teil lieblos heruntergerotzt wurde, um eine schnelle Mark zu machen. Durch diese schwarzen Schafe hat das Image von Indie-AutorInnen schon ziemlich gelitten. Wenn man die herausfiltern könnte, wäre den seriösen AutorInnen ein ganzes Stück weiter geholfen, denn dann würden sicher viel mehr LeserInnen zu Nicht-Verlagsbüchern greifen, denn ich glaube, dass die meisten LeserInnen offen sind für Geschichten, die nicht im Mainstream schwimmen und einfach mal anders sind.  

7. Welche/n Schrifststeller/in würdest du gerne einmal treffen und was würdest du sie/ihn fragen? 
Durch das Internet, Facebook und Co. hat man ja die Möglichkeit sich mit anderen AutorInnen auszutauschen und ich muss jetzt wirklich nachdenken ... Spezielle Fragen fallen mir jetzt wirklich keine ein. Mit Stephen King oder Neil Gaiman würde ich mich aber gerne über ihre Bücher unterhalten.


8. Was liest du denn gerade?Nach jahrelanger Abstinenz bin ich wieder bei Stephen King gelandet und lese gerade Die Arena. Desweiteren zum zweiten Mal Der Nebelkönig von Susanne Gerdom und Der Liebhaber von Marguerite Duras.

9. Was kannst du dir gar nicht vorstellen zu schreiben?
Nichts. Ich glaube, dass man überall gute Geschichten findet und wenn sie geschrieben werden wollen, muss man sie schreiben. 
 
 10. Verrätst du uns etwa über dein aktuelles Projekt? 
Gerne! Ich muss zugeben, dass ich das Projekt liebe, auch wenn es mich manchmal ziemlich verwirrt, aber es macht auch einen riesen Spaß.
Der Arbeitstitel lautet Keinmärchen, große Teile werden aus der Sicht der Hauptfigur erzählt, die sehr speziell ist, weil der Junge in seiner ganz eigenen Realität lebt. Man könnte sagen, er hat sich in sich selbst verlaufen.
Es geht wieder um individuelle Wahrnehmungen von Realität, es geht um Angst und darum, was sie bewirken kann, und um Albe, die aber nichts mit Elfen gemein haben. Die Geschichte ist teilweise sehr düster,  aber sie handelt auch von Freundschaft, von Hoffnung und Liebe.
Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten, ich stecke ja noch mitten im Schreibprozess, nur so viel vorab: Der Junge steckt in sich selbst fest, er hat sich von seiner Familie abgekapselt und zieht sich meist in den Keller zurück, um zu schnitzen. Seine Eltern sind völlig überfordert und weisen ihn schließlich in eine Anstalt ein, die aber nicht das ist, was sie zu sein vorgibt. 

Vielen Dank, liebe Simone, für das interessante Interview! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg als Autorin!

Eine Rezension zu Corvidae findet ihr auf meinem Blog.

Mehr über Simone erfahrt ihr auf ihrer Webseite:http://www.simonekeil.com/

Auf folgenden Blogs könnt ihr zu Simone und  Corvidae noch mehr erfahren:

1. Alexandra, Der Bücherwahnsinn 23.03.2013 http://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/
2. Marny, Fantastische Bücherwelt 24.03.2013 http://www.fantastische-buecherwelt.de/
3. Julia, Julis Leseecke 26.03.2013 http://www.julisleseecke.blogspot.de/
4. Andrea, Fantastische Lesetipps 28.03.2013 http://fantastische-lesetipps.blogspot.de/
5. Hanne, Book Lounge-Lesegenuss 30.03.2013 http://lesegenuss.blogspot.de/


 
 

Kommentare:

  1. Nochmals Danke für die schönen Fragen, Biggi. :)

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  2. Hallo,

    und Danke für diesen interessanten Abschluss der Blogtour.

    LG..Karin...

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