Dienstag, 2. April 2013

Rezension zu "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz, Psychothriller, Karl Blessing Verlag



Titel: Alles muss versteckt sein
Autorin: Wiebke Lorenz
Isbn Nr. 9078-3896674692
Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag: Karl Blessing Verlag (3.9.2012)
Preis: 15,95 Euro

 Klappentext:

Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden?

Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …


Über die Autorin:
Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Sie arbeitet journalistisch für Zeitschriften wie „Cosmopolitan“, schreibt Drehbücher für TV-Filme. Ihre Romane „Liebe, Lügen, Leitartikel“ (2000), „Was? Wäre? Wenn?“ (2003) und "Allerliebste Schwester" (Blessing 2010) waren bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich.

Eigene Meinung:

Marie ist in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie. Sie soll ihren Freund auf bestialische Weise umgebracht haben. Sie verweigert eine Therapie. Sie hat resigniert. Als ihr Exmann sie besucht, überzeugt ist, dass Marie nicht die Täterin sein kann und ihr zu helfen verspricht, fängt Marie an, mit ihrem Arzt zu sprechen und wir erfahren, was in Maries Leben schief ging, wie sie zu ihrer Krankheit kam und was in der Tatnacht passierte .. Auch die "Kinder", das sind Anteile der multiplen Persönlichkeit der Neuen in Maries Abteilung, haben Vertrauen zu Marie und sind überzeugt, dass sie niemals einen Menschen umbringen könnte.

Das Leben in der forensischen Abteilung wird von der Autorin intensiv beschrieben. Wir erhalten einen Einblick in den trostlosen Alltag von Marie, die Rivalitäten zwischen den Insassen, der Hoffnungslosigkeit.  Die Erzählperspektiven wechseln von der Ich-Perspektive, in der Marie mit ihrem Psychiater Jan spricht und Tagebucheinträgen in den auktorialen Erzählstil.
 
Nach und nach lernen wir das Drama kennen, das zu Maries Einweisung führte.

Die Autorin schafft es den Leser so zu fesseln, dass man das Buch in einem Rutsch durchlesen muss!

Ein absoluter Pageturner mit einigen Wendungen und überraschendem Schluss, der in das Thema "Zwangserkrankung" Einblicke gewährt.

Die Psychiatrie scheint sich allerdings in den letzten hundert Jahren nicht weiterentwickelt zu haben. Die Patienten werden immer noch mit Medikamenten stillgelegt und weggeschlossen. Zwangserkrankte haben oft eine jahrelange Odyssee vor sich, bis sie therapiert werden können, das ist erschreckend.

5/5 Sterne für diesen intensiv erzählten Pageturner mit interessantem Thema, der einige Überraschungen bereit hält. 

Kommentare:

  1. Das Buch möchte ich auch unbedingt noch lesen. Wollte es schon zig mal in meiner Buchhandlung des vertrauens bestellen. Leider habe ich es bisher hier noch nirgends gefunden :(

    Es klinggt echt gut. Danke für die schöne Rezension.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  2. Die tolle Rezension hat mich ja doch ziemlich gespannt auf diesen Roman gemacht.Werde ich mir auf jeden Fall besorgen...danke für den tollen Lesetipp !

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    1. Hallo Michaela,
      danke. Das Buch hat mich total begeistert. Ich hatte es an einem Abend durch!
      Liebe Grüße
      Biggi

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