Samstag, 22. Juni 2013

Autoreninterview mit Katja Piel, Autorin von "The Hunter", "Kuss der Wölfin", dem Kinderbuch "Der kleine Drache Puff Puff" und einem Mitmach-Vorlesebuch



Heute habe ich Katja Piel, Autorin von "The Hunter" und "Kuss der Wölfin" für euch befragt: 

1. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Mit 9 war ich mit weiteren Mädchen auf einer Jugendfreizeit in Frankreich. Eine Freundin von mir, hat sich schrecklich in den Betreuer verliebt und wir mussten uns jeden Abend anhören, wie toll sie ihn findet. Schließlich habe ich daraus eine kleine Liebesgeschichte geschrieben und sie den Mädels Abends vorgelesen. Das Feedback der Mädchen und ihr Wunsch nach weiteren Häppchen, hat mich angespornt und mir Spaß gemacht.
In der Schule fing ich dann an, aus meinen Träumen Kurzgeschichten zu schreiben. Immer in den Pausen saßen wir auf dem Schulhof und ich habe vorgelesen. Damals wollte ich noch unbedingt Journalistin werden und habe es sogar geschafft, mit 14 für ein Lokalblatt zu schreiben.

Als ich ein Liebesdrama um ein junges Mädchen, dessen Eltern nicht viel Geld hatten und das mit selbstgestrickten und genähten Kleidern in die Schule musste, zu einem Verlag geschickt habe - da war ich 14 - und eine Absage bekommen habe, habe ich das Schreiben aufgegeben.

Erst als mein Sohn auf die Welt kam, habe ich für ihn wieder geschrieben und er war letzten Endes auch der Auslöser, dass ich zu meiner damaligen Leidenschaft zurück gefunden habe.


2. Wie sieht dein Tagesablauf aus? Hast du eine bestimmte "Schreibzeit"?

Da ich Hauptberufstätig bin, kann ich immer nur schreiben, wenn mein Kind im Bett ist und alle Hausarbeiten etc. erledigt sind. Dann brauche ich Ruhe und schreibe alles nieder, was mir den ganzen Tag durch den Kopf ging. Manchmal geht das sehr schnell, manchmal muss ich auch aufgeben, und an einem anderen Tag weiter machen. Schreiben lenkt mich ab, zieht mich in eine andere Welt, das ist ähnlich, wie wenn ich etwas lese. Ruhe ist dabei die Hauptvoraussetzung.


3. Welche Tipps würdest du angehenden Schriftstellern geben?

Man sollte sich in seinem Genre wohlfühlen, sein Werk und seine Schreibe mögen und andere begeistern können. Die Idee, ein Buch zu schreiben, klingt im ersten Moment verlockend. Eine Geschichte muss aber gut geplant sein. Mittlerweile mache ich mir die Mühe und konstruiere meine Romane nach bestimmten Regeln. Es muss für mich immer auch plausibel sein, auch wenn ich mich im Fantasy Genre bewege, müssen die Figuren sich logisch verhalten.
Durchhalten und immer wieder verbessern und an sich arbeiten.
Besonders wichtig finde ich und habe ich gelernt: Lektorat und Korrektorat sind der Feinschliff für das Buch, ohne dass es nicht auskommt. Viele Leser wollen nicht über Fehler hinweglesen, sondern eine saubere Arbeit vor sich liegen haben. Ich persönlich nenne das "Respekt vor dem Leser" haben.


4. Wie ist die Idee zu Anna aus "Kuss der Wölfin" gekommen?

Wie alle meine Geschichten: Aus dem Nichts! Ich liebe Geschichten, bei denen es um mystische Wesen geht. Mit einem Mix aus Realität macht es mir besonders viel Spaß, etwas zu konstruieren. Anna war nicht die erste Figur, die in meinem Kopf herumspukte, sondern vielmehr die alte Legende von Peter Stubbe, der grausam hingerichtet wurde, weil er in der Gestalt eines Werwolfes schreckliche Gräueltaten begannen haben soll. Ich wollte aus dieser alten Legende etwas neues machen und dabei ist im Laufe meiner Gedanken auch Anna entstanden, die nun die Hauptfigur von Kuss der Wölfin ist.

5. Welche Anteile hat Anna von dir?

Fast keine, denn ich bin eher selbstzweifelnd, manchmal auch zu pessimistisch. Anna ist vielleicht ein Stück weit ein Vorbild, denn sie nimmt sich, was sie möchte, ohne verletzend zu sein.

6. Wie gehst du bei deinen Recherchen vor? Da ein großer Teil der Geschichte von "Kuss der Wölfin" in der Vergangenheit spielt, würde mich interessieren, wie du hier recherchiert hast.

Dazu muss ich sagen, dass Kuss der Wölfin komplett neu aufgelegt wurde, denn das Buch habe ich bereits 2011 geschrieben und sogar einen Monat bei Amazon veröffentlicht gehabt. Leider - und da war ich wohl sehr blauäugig - wurden natürlich die historischen Teile von den Lesern auseinandergenommen. Mit Susanne Pavlovic habe ich eine Lektorin gefunden, mit der ich den kompletten Plot umgestaltet habe und die mir bei der Recherche geholfen hat. Sie hat zufällig Geschichte, insbesondere das Mittelalter studiert und kannte sich demnach über Hexenverbrennung, Mittelalter, Sprache und Begrifflichkeiten perfekt aus.

7. Welche/n Schriftsteller/in würdest du gerne einmal treffen und was würdest du sie/ihn fragen?
Ich würde gerne Frank Schätzing kennenlernen und ich würde mich mit ihm über Verschwörungen unterhalten wollen. Er ist einfach ein absolutes Genie in meinen Augen und nicht nur ein toller Autor, sondern auch ein prima Moderator im TV.

8.. Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Arbeiten, mit meiner Familie zusammen sein und selbst lesen, wenn ich die Zeit finde. Normalerweise laufe ich auch gerne, weil ich den Kopf dann schön frei bekomme, aber momentan komme ich nicht dazu.

9. Wie beurteilst du den eBook Markt? Ist es für Schriftsteller einfacher geworden, 
    Geschichten zu veröffentlichen?

Es ist einfacher geworden. Und es ist einfacher geworden, für Trittbrettfahrer, unerfahrene Autoren schlecht zu beraten. Es geht schon los, wenn man an den falschen Lektor gerät, der für günstiges Geld, angeblich ein gutes Lektorat macht. Anfangs kennt man sich ja wirklich nicht gut aus und kann da schon mal reinfallen. Deshalb mein Tipp: Gut aufpassen und lieber andere Autoren befragen.

10. Kontakt zu den Lesern über FB, Homepage, Twitter und sozial Media. Wie wichtig ist dir   
      der Kontakt zu deinen Lesern?

Sehr wichtig. Ich bin überall vertreten und es ist einfach toll, Feedback zu bekommen. Ob negativ oder positiv. Aus beiden Aspekten kann ich etwas lernen. Schön finde ich auch, zu wissen, wer meine Geschichten liest. Was machen die Personen gerne? Haben sie auch Familie? Was treibt sie an?

11. Bist du zufrieden mit den Rückmeldungen, die zu "Kuss der Wölfin" und
" The Hunter" von den Lesern kommen?


Sehr zufrieden. Kuss der Wölfin ist ja ein Roman, der Anfang eines Dreiteilers. THE HUNTER ist ein komplett anderes Konzept und da freue ich mich immer, wenn es den Lesern gefällt.

12. Wie gehst du mit Kritik zu deinen Geschichten um?

Ich versuche sie umzusetzen. Mich zu verbessern, den Lesern zu zeigen, dass es auch anders geht und dass ich mir ihre Kritiken zu Herzen genommen habe. Nur mit Kritik habe ich die Möglichkeit, mich zu verbessern.

13. Welches Buch/eBook liest du denn gerade und wie gefällt es dir?

Ich lese gerade von Laura Wulff "Opfere dich" und es gefällt mir sehr, sehr gut. Schon in den ersten Seiten fühlte ich mit der Figur und ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

14.. In welchem Genre werden wir keine Geschichte von dir lesen können?

Chick-Lit. Das ist so gar nicht meins und ich mag es auch nicht lesen. Ich bin eher der Mensch für Thrill und Angst. Damit spiele ich gerne und gucke es mir auch zum Beispiel im Fernsehen oder Kino an.

15. Magst du uns etwas über dein aktuelles Projekt erzählen?

Zunächst schreibe ich derzeit an der 2. Staffel für THE HUNTER und den Verlag. Im September wollte ich dann den 2. Teil von Kuss der Wölfin anfangen. Es gibt noch viele Ideen, unter anderem habe ich noch einen kompletten Plot für eine Thrillerserie im Kopf. Aus Zeitmangel schaffe ich aber nicht, das auch noch umzusetzen. Es wird noch etwas warten müssen.

Katje hat außerdem die Kinderbücher "Der kleine Drache Puff Puff" und ein Mitmach-Vorlesebuch veröffentlicht. 

Katja hat auf FB eine eigene Webseite https://www.facebook.com/AutorinKP 

Vielen Dank, liebe Katja, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg mit deinen Büchern! 







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