Dienstag, 8. Oktober 2013

Autoreninterview mit Erasmus Herold und Gewinnspiel ein signiertes Exemplar von "Und dein Lohn ist der Tod" zu gewinnen


1. Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?
Es war 2009, als ich mich ernsthaft besann, die Ideen zu meinem ersten Buch (Krontenainer - Rendezvous am Bogen) auf Papier zu notieren, einen Zeitstrahl zu basteln und die verschiedenen Protagonisten der Geschichte nebeneinander anzuordnen. Am Ende eines Wochenendes war ich überrascht, wie umfangreich die zusammengetragenen Informationen waren und wie viel "Greifbares" mit einem Mal daraus geworden war. Ich formulierte die Ideen zu meinem Zukunftskrimi in Worte, daraus wurde ein Krimi im Umfang von beinahe 500 Seiten.

2. Wann wurde deine  1. Geschichte veröffentlicht und wo?

Im August 2010 erschien der gerade erwähnte Zukunftskrimi (Krontenianer - Rendezvous am Bogen) im Projekte-Verlag. Ich war sehr zufrieden mit dem vorangegangenen Lektorat, weniger jedoch mit der Autorenbetreuung, nachdem das Buch auf dem Markt erschien. Leider suchte der Verlag nur selten Kontakt zum Autor (das ist heute bei meinem aktuellen Verlag CW Niemeyer Buchverlage aus Hameln übrigens ganz anders). Zurück zum ersten Werk. :-).  Trotz der Schwierigkeiten mit dem ersten Verlag, wurde mein Erstlingswerk für den Deutschen Science Fiction Preis 2011 nominiert und ich erreichte immerhin Platz 5. Ein tolles Gefühl und gleichzeitig die Eintrittskarte zum neuen Verlag.

3. Von der Idee zum Krimi - Kannst du uns etwas über diesen Prozess erzählen?

Das ist gar nicht so einfach. Natürlich steht die Idee im Mittelpunkt, also ein zentrales Ereignis, um das sich die gesamte Geschichte dreht und auf dessen Ziel die Ereignisse zulaufen. Gleichzeitig helfen mir ein Zeitstrahl mit skizzierten Nebengeschichten rechts und links, aber auch eine Liste der eingesetzten Hauptdarsteller, die Geschichte greifbar und ein Stück für mich bildlich zu machen. Das mit den Hauptdarstellern ist an sich sehr spannend. Ich dokumentiere mir sehr genau, wie die Personen in Verbindung stehen, oder auch nicht. Wer ist verwandt, wer darf sich gar nicht kennen.

4. Wie entstehen deine Figuren, z. B. Sarah, die Ermittlerin oder Ahmet Yilmaz, ihr Kollege?

Im Kopf ist ein Bild, welcher Typ für eine bestimmte Position in Frage kommen soll. Ob ruhig, aufbrausend, freundlich oder gar neidisch. Diese Adjektive entscheiden letztendlich die Wahl, welche reale Person ich mir danach als Vorbild wähle. Bei dieser Wahl können es Menschen aus meinem Umfeld werden, aber auch Personen aus dem Fernsehen, die dann Pate für die entsprechenden Protagonisten stehen. Während ich auf der einen Seite dafür sorge, dass niemand sich selbst in meinen Geschichten wiederfinden wird, bedeutet eine derartige Voralge, dass ich als Autor sicherstelle, ein Romanschauspieler ist von der ersten bis zur letzten Buchseite er selbst und er bleibt authentisch. 

5. Wie sieht deine Recherchenarbeit aus?

Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Insbesondere bei Tötungsdelikten ist es mir wichtig, dass die von mir beschriebenen Arten einen Mord zu begehen, glaubwürdig sind und auch funktionieren. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die vorher einen langen Zeitraum recherchieren und erst dann los schreiben. Für mich steht die Geschichte im Vordergrund, die spannend, aber natürlich auch stimmig und glaubwürdig sein muss. Zuerst einmal liebe ich es aber zu schreiben und Worte zu interessanten Geflechten aneinander zu setzen. Während des Schreibens überprüfe ich dann meine Ideen, besuche mögliche Tatorte und mache mich mit Tatwerkzeugen vertraut. Funktionieren ursprünglich geplante Ideen nicht, bedarf es dann der Anpassung der Geschichte an die Realität.   

6. Hattest du schon einmal ein witziges/kurioses Erlebnis bei einer Lesung oder mit einem Fan?

Ich erzähle in meinen Lesungen immer gerne die Geschichte vom Jutesacke (aus "Und dein Lohn ist der Tod"). Da hatte ich im Skript ursprünglich von einem Jutesack geschrieben, den ein Opfer über den Kopf gestülpt bekam. Das Lektorat kritisierte diesen Vorschlag hinsichtlich der Frage, ob ein derartiger Sack (Kartoffelsack) nicht zu grobmaschig, also durchsichtig wäre. Ich schwang um auf einen Stoffsack (wie man ihn aus Apotheken kennt) und bot einen Selbsttest an. Zehn Minuten schnürte ich mir den Soffbeutel über den Kopf. Es wurde heiß darunter, man konnte nichts sehen, aber dennoch atmen. Das Experiment hatte Erfolg. Zweifelsohne, denn ich lebe noch :-)

7. Neben Job und Familie, wann kommst du zum Schreiben?

Arbeit und Familie (Ehefrau und zwei Töchter) nehmen viel Zeit in Anspruch, keine Frage. Gleichwohl schreibe ich sehr gerne spät Abends. Ab zweiundzwanzig Uhr bin ich richtig kreativ. Manchmal drei, vier Stunden, an anderen Tagen vielleicht aber auch nur eine halbe Stunde. In der Tat ist es gar so, dass ich mich nicht hinsetze, um über Ideen nachzudenken und zu grübeln, was könnte ich heute Abend mal schreiben. Eigentlich merke ich, dass ich mich häufig nebenbei im Alltag mit Ideen zu Kapitel, Abläufen oder Handlungssträngen beschäftige. Wenn ich dann schreibe, bin ich eigentlich mein eigener Datentypist, der die Überlegungen der vorangegangenen Tage oder Stunden in Worte fasst.

8. Hast du neben Beruf, Familie und dem Schreiben noch Zeit für andere Hobbies?

Ich liebe Squasch und gehe gerne laufen. Gerade Squashen ist 2013 viel zu kurz gekommen.

9. Welche/n Schrifsteller/in würdest du gerne einmal treffen und was würdest du sie/ihn fragen?

Fred Vargas (eine französische Krimiautorin) gefällt mir sehr gut. Ich habe schon etliche ihrer Bücher gelesen. Dabei gefällt mir ihre ruhige und besonnene Art, wie ihr Hauptkommissar Adamsberg seine ganz eigenen Rückschlüsse zieht und unbeirrbar auf sein Ziel zusteuert.

Was würde ich Fred Vargas fragen wollen?
Sicherlich wäre es einmal toll, von einer derart begnadeten Autorin zu hören, wie sie ihre Krimis angeht, sich ihre Geschichten überlegt und alles zu einem Ganzen zusammenträgt.

10. Wie wichtig ist Fanbetreuung über FB, Homepage, Sozial Media für dich?

Sehr wichtig. Autor und Leser auf Augenhöhe ist für mich ein unbedingtes Muss. Und jeder Leser, der mir schon einmal über meine Autorenhomepage www.ErasmusHerold.de oder über Facebook eine Anfrage geschickt hat, wird bestätigen können, ich habe alle Nachrichten beantwortet. Dabei habe ich immer ein offenes Ohr für Fragen, gleichzeitig ist mir die Rückmeldung und Meinung meiner Fans sehr wichtig. In "Und dein Lohn ist der Tod" findet vieles Einzug (Tiefgang der Hauptdarsteller, auch im privaten Leben), was mir Leser nach "Und ich vergebe dir nicht" zugetragen haben.
      
11. Welches Buch/eBook liest du zur Zeit?

Ich lese gar keine eBooks, finde für mich (hauptberuflich IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen) trotz meiner beruflichen Neigung keine Freude daran, eine Geschichte nicht in Papier greifen zu können. Gleichwohl verstehe ich die Menschen, die sagen, ist doch praktisch, auf Reisen, auf dem Weg zur Arbeit oder sonst wo, ein oder mehrere Bücher in derart kompakter Form dabei zu haben. Darüber hinaus glaube ich, dass das eBook viele Menschen wieder zum Lesen gebracht hat, die zuvor kein Buch angefasst hätten. Auch ohne hier eine Grundsatzdiskussion starten zu wollen, eBook und Papierbuch haben beide ihre Lebensberechtigung, genauso, wie eine Treppe und ein Aufzug. Zurück zur Frage :-) Derzeit lese ich "Torso" von Wolfram Fleischhauer. Also auch einen Krimi.

12. Bevorzugst du gedruckte Bücher oder liest du lieber eBooks?

Da antworte ich hier mal ganz knapp. Die Antwort findet sich in Frage 11.

13. In welchem Genre werden wir keine Veröffentlichung von dir finden? Warum nicht?

Ärztebelletristik. Ich finde zu diesem Genre keinen Bezug, habe zu wenig Insider-Wissen und mag Krankenhäuser weder im virtuellen, noch im realen Leben. Ich denke, Krimis liegen mir, da mag ich die Leser zu fesseln und sie auf eine spannende Reise zu entführen. Außerdem finde ich es toll, wenn man unzählige Spuren auslegen kann, den Leser in verschiedene Richtungen schickt und ihm die Möglichkeit lässt, selbst Rückschlüsse ziehen zu können.
 
14. Hast du schon ein neues Projekt in der Schublade? Willst du uns etwas darüber verraten?
Mein Krimi "Und ich vergebe dir nicht" war eine sehr lineare Geschichte. Ein Serienmörder tötet entlang der Autobahn A2 und versetzte Gütersloh in Angst und Schrecken. Bei "Und dein Lohn ist der Tod" werden die Protagonisten in einen virtuellen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Nach und nach fliegen einige Opfer raus. Obwohl in beiden Krimis Kommissarin Sarah Berger und ihre Kollegen ermitteln, verlaufen beide Krimis komplett unterschiedlich. So biete ich dem Leser wieder etwas komplett Neues und Unerwartetes. Das nächste Projekt wird die Leser ein weiteres Mal mit einem unvorhersehbaren Geschichtenverlauf überraschen.
          
Und nun zum Gewinnspiel: 

Um ein signiertes Exemplar von "Und dein Lohn ist der Tod" mit persönlicher Widmung von Erasmus Herold  gewinnen zu können, beantwortet ihr bitte folgende Fragen per Mail an:

mail@ErasmusHerold.de

1. Wie heißt der neue Partner von Kommissarin Sarah Berger?
2. Welchen Namen trägt das erste Opfer in "Und dein Lohn ist der Tod"?
3. Herr Körner hatte den Schlüssel für seinen Transporter suchen müssen. Wo lag dieser?

Kleiner Tipp: auf der Autorenhomepage www.ErasmusHerold.de findet ihr eine Leseprobe zu "Und dein Lohn ist der Tod". Damit sind die Fragen total leicht zu beantworten.

Ich wünsche euch viel Glück und bedanke mich recht herzlich bei Erasmus für das Interview und das Gewinnspiel.

Gewinnspielende ist der 20. Oktober, 0.00 Uhr. Eine Auslosung findet am Montag, 21.10. ca. 20.00 Uhr statt. Die Bekanntgabe der Gewinnerin/des Gewinners erfolgt per Mail.

Teilnahmebedingungen:
- Ihr müsst über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir die Einverständniserklärung eurer Eltern
- In der Mail müsst ihr eure Adresse mit angeben. Eure Daten werden nach der Auslosung gelöscht.
- der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Das signierte Exemplar bekommt ihr direkt von Erasmus Herold nach der Auslosung zugeschickt.
 

 
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