Donnerstag, 21. November 2013

Rezension zu "Das Dorf der Mörder" von Elisabeth Herrmann, Krimi,

Titel: Das Dorf der Mörder
Autorin: Elisabeth Herrmann
Seitenzahl: 480 Seiten, gebundene Ausgabe (25.2.13)
Isbn Nr. 13-978-3442313259
Verlag: Goldmann Verlag 
Preis: 19,99 Euro

Klappentext:
"Ein grausamer Mord ereignet sich im Berliner Tierpark. Eine der Ersten, die am Tatort eintrifft, ist die junge Streifenpolizistin Sanela Beara: ehrgeizig, voller Tatendrang und entschlossen, dem Fall auch gegen den Willen ihres Vorgesetzten auf den Grund zu gehen. Denn die Schuldige ist schnell gefasst – zu schnell, wie Sanela glaubt. Während der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert wird, hat Beara Zweifel. Zweifel, die auch den Psychologen Jeremy Saaler plagen, der ein Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit erstellen soll. Unabhängig voneinander haben beide den gleichen Verdacht: Der Mord im Tierpark hängt mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg zusammen. Ein dunkles, mörderisches Rätsel lockt sie nach Wendisch Bruch – direkt ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ..."

Über die Autorin:

Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen- Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Eigene Meinung: 

Diesen Buchtipp möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich war Anfang Juni bei einer Lesung der Autorin im Landgericht in Tübingen. Von der Story so gefesselt, habe ich mir das Buch sofort nach der Lesung gekauft und natürlich auch signieren lassen.
Ich habe das Buch während meines Urlaubs in Irland gelesen. Es war eines meiner absoluten Lese-Highlights in diesem Jahr.

Im Pekari-Gehege werden Leichenteile gefunden. Die junge Streifenpolizistin Sanela Beara ist als Erste vor Ort. Sie ist sehr ehrgeizig und sehr neugierig. Sie ermittelt entgegen den Anweisungen von Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring. Bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen wird sie niedergeschlagen und landet erst einmal im Krankenhaus. Das zuständige Ermittlungsteam hat sehr schnell eine Mörderin parat. Charlie Rubin, die für die Futtermittelzucht im Zoo zuständig ist, soll die Mörderin sein. Sanela hatte sich mit Charlie unterhalten und kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass Charlie eine Mörderin sein soll. Sanela beginnt trotz Ermittlungsverbot, die Vergangenheit von Charlie zu durchleuchten. Sie reist dazu auch nach Wendisch Bruch, das ist das Dorf, in dem Charlie ihre Kindheit verbracht hat. Das Dorf ist fast ausgestorben. Es leben nur noch Frauen dort, keine Männer und keine Kinder. Die Bewohnerinnen sind sehr wortkarg und verschlossen. 

Der Psychologe,  Professor Dr. Brock,  wird damit beauftragt, ein Gutachten über die Schuldfähigkeit von Charlie zu erstellen. Doch Charlie spricht nicht mit dem Professor. Erst der junge Assistent des Professors, Jeremy Saaler, findet einen Zugang zu Charlie. Charlies jüngere Schwester Cara wird von ihm zu den familiären Umständen befragt. Denn beide Schwestern sind ziemlich früh aus dem Dorf, in dem sie ihre Kindheit verbracht haben, weggezogen. Jeremy verliebt sich in die geheimnisvolle Cara und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Elisabeth Herrmann ist eine großartige Erzählerin. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und in spannender Erwartung, was denn da wirklich geschehen ist.

Die Autorin hat mit den Protagonisten Sanela und Jeremey sehr starke Charaktere geschaffen. Beide sind eigenwillige Persönlichkeiten und haben etwas gemeinsam. Sie kämpfen mit ihrer Vergangenheit und mit ihrer Familie, was sich auf ihre Ermittlungen natürlich auswirkt. Auch die Nebenfiguren sind starke Charaktere, wie z. B. die wortkarge,  kauzige Wirtin in Wendisch Bruch. Die Dialoge in diesem Krimi sind zu betonen. Das sind richtig gute Wortgefechte. 

Erwähnenswert ist Wendisch Bruch in Brandenburg. Hier herrscht eine etwas trostlose, unheimliche und hoffnungslose Atmosphäre, in der die Figuren des Romans zum Finale zusammentreffen. 

5/5 Sterne für diesen großartig erzählten Krimi, der sehr atmosphärisch ist,  mit starken Charakteren aufwartet und mit gelungenen Dialogen. Absolute Leseempfehlung!

 

1 Kommentar:

  1. Klingt nach einem wirklich spannenden Buch -
    danke für deine ausführliche Rezension!

    Ganz liebe Grüße

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