Montag, 3. März 2014

Rezension zu "Der Sandmann" von Lars Kepler, Thriller, eBook, Bastei Lübbe Verlag

Titel: Der Sandmann
Autoren: Lars Kepler
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1107 KB
Seitenzahl der Printausgabe: 576 Seiten
Isbn Nr. 343-103-8875
Verlag: Bastei Entertainment (14.2.14)
ASIN: B00C08V9TM
Preis: 14,99 Euro

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Jurek Walter sitzt seit Jahren in Isolationshaft. Niemand darf ohne Aufsicht seine Zelle betreten. Dem Serienmörder wird zugetraut, auch hinter Gittern noch schreckliches Unheil anzurichten.

Als eines seiner letzten Opfer plötzlich lebendig wieder auftaucht, steht für Kommissar Joona Linna fest, dass der Mörder einen Komplizen haben muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Die Schwester des geretteten Mannes war damals auch verschwunden - und ist womöglich noch am Leben!
Um ihren Aufenthaltsort zu erfahren, bittet Joona seine Kollegin Saga Bauer, sich in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Jemand muss das Vertrauen des Serienmörders gewinnen ...

Über die Autoren: 
Lars Kepler ist das Pseudonym von Alexandra und Alexander Ahndoril. Der Hypnotiseur, ihr Krimidebüt, war in Schweden sensationell erfolgreich und das Buchereignis des Jahres. Der Roman erscheint in über dreißig Ländern. Das Ehepaar lebt mit seinen drei Kindern in Stockholm.
Der erste Band der Reihe  heißt "Paganinis Fluch",  der zweite Band "Der Hypnotiseur" (wurde bereits verfilmt, der dritte Band "Flammenkinder".Mehr über Lars Kepler: http://www.larskepler.com/

Eigene Meinung:
Jurek Walter, ein gefährlicher Serienmörder, sitzt in der Isolationszelle der psychiatrischen Klinik. Wenn die Ärzte oder das Pflegepersonal der Psychiatrie seine Zelle betreten, dann nur mit Ohrenschützern. Denn Jurek kann Menschen beeinflussen.  Nach einem Treffen mit ihm sind sie total verstört und begehen Selbstmord. Daher hat jeder in der Klinik Angst vor Jurek.
Dann passiert das Unfassbare. Eines seiner Opfer, Mikael, der vor 13 Jahren zusammen mit seiner Schwester Felicia verschwunden ist, taucht wieder auf.  Er ist stark abgemagert und hat die Legionärskrankheit. Joona Linna rollt den Fall neu auf und versucht, Felicia zu retten. Die Zeit drängt, da die Schwester vermutlich auch mit der Legionärskrankheit infiziert ist und die Krankheit nun lebensbedrohlich sein kann. Joona ist sich sicher, dass Jurek einen Komplizen haben muss, der die Opfer am Leben erhalten hat.  Doch Mikael kann ihm nicht helfen, er redet nur vom Sandmann und einer Kapsel, in der er jahrelang untergebracht war. Wo er sich dreizehn Jahre lang aufgehalten hat, kann er nicht sagen. Joona schickt seine Kollegin Saga Bauer in die Psychiatrie. Sie soll Jureks Vertrauen gewinnen und den Aufenthaltsort seiner Schwester herausfinden. Ansonsten bieten sich wenige Anhaltspunkte, um mit den Ermittlungen zu beginnen. Wer Jurek Walter ist und wo er herkommt, ist nicht bekannt. Auch sonst hat Joona nicht sehr viel, um Felicia retten zu können. Er setzt auf seine Freundin und Kollegin Saga, der nicht bewusst ist, in welche Gefahr sie sich begibt.

Das Autorenteam arbeitet mit verschiedenen Erzählsträngen der einzelnen Personen und mit kurzen Kapiteln, was die Handlung schnell vorantreibt und uns kaum Zeit lässt,  Atem zu holen. Sie schreiben ungewöhnlicherweise im Präsens, was dazu führt, dass wir Leser noch mehr mitten in das Geschehen geworfen werden. Wir bekommen die Erlebnisse von Saga in der Psychiatrie intensiv geschildert und begleiten Joonas Ermittlungsversuche.

Der Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr hoch. Dem Leser wird oft zugemutet, sich einiges zusammenzureimen, da die Autoren nicht alles bis ins kleinste Detail  erklären, sondern uns einige Dinge erahnen lassen. Das gefällt mir an diesen Thrillern  unheimlich gut. Was uns noch unlogisch erschien oder Fragen aufwarf, wird fast alles gegen Ende geklärt. Manche Dinge werden wohl erst im Folgeband beantwortet  (bitte, bitte, lasst mich nicht so lange auf den Folgeband warten ..).

Joona Linna gefällt mir sehr gut, er arbeitet intuitiv und eher unkonventionell. Er ist als liebenswerter Einzelgänger zu charakterisieren. Jurek Walter bleibt geheimnisumwittert und ist sehr manipulativ. Dieser Serienmörder erinnerte mich etwas an Hannibal Lecter. Die taffe Saga Bauer, die sich für Felicia in Gefahr begibt, und unschöne Dinge in der Psychiatrie erleiden muß, ist eine sehr interessante Persönlichkeit, die mich etwas an Lara Croft erinnert.

"Der Sandmann" ist ein actionreicher Thriller, der atemlose Spannung verspricht und ein Pageturner sondergleichen ist.  Manche Leser mögen diesem Thriller vorwerfen, er wirke etwas zu konstruiert. Das stört mich normalerweise auch, hier komischerweise überhaupt nicht.

Meine hohe Erwartungshaltung nach "Flammenkinder" haben die beiden Autoren noch einmal übertroffen. 5/5 Sterne gibt es von mir und meine absolute Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen Thriller. Ich habe Joona Linna erst mit dem vorherigen Band "Flammenkinder" kennengelernt. Sinnvoller ist es sicherlich, beim 1. Band der Reihe zu beginnen. Es ist aber nicht zwingend notwendig.

Kommentare:

  1. Danke für die ausführliche Rezension und nach dieser, werde ich wohl Lars Kepler noch mal eine Chance geben. Das Buch ist nun auf meiner Wunschliste.

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  2. Gerne, liebe Silvia. Das Buch hat mir so richtig gut gefallen, deshalb ist die Rezension auch so ausführlich geworden. Liebe Grüße Biggi

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