Montag, 23. Juni 2014

Rezension von Katja Kaddel Peters zu "Schattenhauch" von Tanja Bern, Dystopie,


Titel: Schattenhauch
Autorin: Tanja Bern
http://www.romane.tanja-bern.de/10.html (mit Leseprobe)
Verlag:  Impress/Carlsen Verlag (5.6.14)
Seitenzahl:
261 Seiten (301 S. geschätzt bei amazon, meine persönliche Meinung aufgrund meiner Lesegeschwindigkeit: 361 S.)
ISBN: 978-3-646-60039-1
Preis: 3,99 € (eBook)


Hast Du ihn gesehen? Den Schatten…


Kurze Zusammenfassung (in eigenen Worten):

Vor 30 Jahren hat eine große Chemiekatastrophe die Menschheit fast völlig ausgerottet. Die Überlebenden bzw. ein kleiner Teil davon lebt nun in einem Dorf, ohne Strom, in einfachsten Verhältnissen. Schutzwälle grenzen die Gemeinschaft zum Urwald ab, in dem es noch einige andere gibt… die Schatten… die gefährlich sind… und deswegen darf man auch nicht in den Wald gehen!

Die 17jährige Amelie ist ein intelligentes Mädchen, hat ihre Freunde und hilft den Dorfbewohnern, in dem sie sich u.a. mit natürlichen Mitteln um die „medizinische“ Versorgung kümmert. Leider werden innerhalb des Dorfes bestimmte Blüten knapp, die sie für einen Sud dringend benötigt. Mutig wie Amelie ist, wagt sie sich doch außerhalb des Walls und sieht ihn im Wald, einen Schatten. Diese Begegnung ängstigt die Heranwachsende…

Bei einem „Schulausflug“ verschwindet ein anderes Mädchen und es herrscht helle Aufregung, denn ein Zugang im Wall ist geöffnet und von ihr fehlt jede Spur. Amelie, die sich für das Verschwinden verantwortlich fühlt, schließt sich zusammen mit Derlyn, einem gleichaltrigen Jungen, der als Kind im Wald gefunden und im Dorf aufgezogen wurde, den Suchtrupps an und begibt sich wieder in den düsteren Urwald…

Meine Meinung
Die Dystopie wird in der dritten Person aus Sicht mehrerer Personen erzählt. Am Anfang des Romans lernt der Leser natürlich erst einmal die beiden Protagonisten, Amelie und Derlyn, näher kennen. Sie kommt mit jedem gut aus und wird respektiert. Er ist ein Einzelgänger, denn er kommt aus dem Urwald, gibt sich anders und wirkt androgyn.

Ich musste bei einer Szene wirklich in mich hineinlächeln, was die Autorin mit Sicherheit bezweckt hat. Amelie soll herausfinden, ob Derlyn nun ein Junge oder ein Mädchen ist. Diese Mutprobe haben sich die Jungs aus der Clique ausgedacht und feixen sich natürlich einen. Amelie und Derlyn kommen sich durch diesen Hintergrund etwas näher; buchstäblich so gemeint, denn sie möchte diesen körperlichen Beweis „ertasten“. Himmlische Situationskomik bzw. Fremdschämen inbegriffen *gg*

Leider konnten mich die aufkeimenden Gefühle von Amelie und Derlyn nicht wirklich mitreißen, aber die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist auch nicht Hauptbestandteil dieser Dystopie, worüber ich auch ganz glücklich bin…

Ich möchte über die eigentliche Geschichte nicht zu viel verraten… der Hauptbestandteil der Story findet im Urwald statt… zwischen und in den Bäumen… in der „alten“, zerstörten Stadt… es gibt nicht nur Gut und Böse, Richtig und Falsch, Mensch und Schatten.

Die Schriftstellerin legt viel Wert auf die Natur und ich habe mehr als einmal den erhobenen Zeigefinger gesehen… was ich aber auch wichtig finde in der heutigen Zeit und Gesellschaft. Viel zu sehr verlassen wir uns auf unsere Maschinen, Gerätschaften, den Strom. Bequemlichkeit und Überfluss bestimmen das Leben. Vielleicht sollte man sich mal wieder bewusst werden, was man eigentlich WIRKLICH zum Leben benötigt!

Leider (muss ich fast sagen, denn ich mochte den Film nicht!) erinnerten mich einige Szenen sehr an den Blockbuster AVATAR. Dadurch liefen bei mir in der Fantasie auch ein paar blaue Gestalten rum, die in der Geschichte überhaupt nichts verloren haben…

Bis zur Mitte des Buches hatte mich das Geschehen noch nicht wirklich packen können. Bis dahin hätte ich für mich gesagt: Ist ein schönes Buch, kann man gut weglesen, aber so wirklich vom Hocker reißen tut es mich nicht wirklich.
Allerdings wurde die Dystopie bis zum Schluß schön abgerundet und einige Fäden fanden zusammen und ich kann sagen, dass mich das Buch gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt hat. Besonders die Szenen mit dem Löwen und den Wölfen haben mich angesprochen, aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen auf verschiedenen Ebenen…

Die Schreibweise war für mich sehr angenehm und der Text wurde gekonnt durch Dialoge aufgelockert. Was ich ein bißchen schade finde, ist, dass es dieses Buch bislang leider nur als eBook gibt.

Ich befinde mich momentan im Fantasy- und Dystopien-Fieber und bereue es wirklich nicht, diesen Roman „gefunden“ und gelesen zu haben. Anvisiert wird ein jugendliches Publikum ab 14 Jahren… allerdings kann ich diese Lektüre auch allen Erwachsenen ans Herz legen.

Es gibt etliche Randfiguren, die sehr stimmig beschrieben und in die Handlung integriert wurden.

Schattenhauch war der erste Roman, den ich von Tanja Bern gelesen habe, allerdings gibt es schon mehrere Veröffentlichungen von ihr, die ich mir mit Sicherheit noch näher ansehen werde.

Ich bedanke mich herzlich beim Carlsen/Impress Verlag für die Bereitstellung dieses eBook-Rezi-Exemplars (als Gast-Rezensentin für Biggis Blog)!

Fazit
Eine Jugend-Dystopie, die mit einer guten Idee, schönen Szenen und einem guten Blick für die Natur daher kommt und den Leser in eine in sich stimmige Geschichte eintauchen lässt.
Ich vergebe sehr gute 4/5 Sterne und freue mich schon auf die nächste Lektüre von Tanja Bern!


1 Kommentar:

  1. HuHu, eine tolle Rezension die Lust auf mehr macht :)

    Ganz liebe Grüße,
    Leslie

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