Freitag, 26. September 2014

Rezension zu "Das Seelenhaus" von Hannah Kent, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Das Seelenhaus
Autorin: Hannah Kent
Seitenzahl: 348 Seiten (21.8.14, Hardcover)

Verlag: Droemer Knaur
Isbn Nr. 13-978-3-426-19978-7
Preis: 19,99 Euro


Klappentext:
""Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.

Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren.
Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörig­keit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem
Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte."

Über die Autorin:
Hannah Kent, geboren 985 in Adelaide, Australien, hat zum ersten Mal während eines Schüleraustausches in Island die Geschichte von Agnes Magnúsdóttir gehört. Sie ist die Mitbegründerin und Herausgeberin der Literaturzeitschrift Kill your Darlings. 2011 erhielt sie den Wirting Australia Unpublished Manuscript Award für "Das Seelenhaus". Ihr Roman ist mittlerweile in zwanzig Länder verkauft. In ihrer Heimat Australien und in England stürmte ihr Erstling die Bestsellerlisten.

Eigene Meinung:

Dieses Buch gewährt über verschiedene Erzählstränge einen Einblick in das raue, sehr entbehrungsreiche Leben im schroffen Island Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Dienstmagd Agnes, die zum Tode verurteilt wurde, erzählt einem jungen Vikar ihre Lebensgeschichte, angefangen von der Kindheit bis zum Zeitpunkt des Todes von Natan, ihrem Dienstherrn. Die ungewöhnlich gebildete und etwas kräuterkundige Agnes ist den Bauern unheimlich. Aberglauben herrscht zu dieser Zeit und die meisten Bauern konnten nicht lesen. Teilweise wurde Agnes von ihren Arbeitgebern verboten, Bücher zu lesen.  Das Mädchen musste sich, wie so viele Dienstmägde, von ihren Dienstherren und den Knechten so einiges gefallen lassen.

Am Anfang der einzelnen Kapitel hat die Autorin Dokumente aus dem Archiv, wie z. B. Briefe an den Landrat oder ein Verzeichnis über den Besitz von Agnes und der ebenfalls zum Tode verurteilten Sigridur, in die Geschichte eingewoben. Das fand ich sehr interessant und sehr ernüchternd. Die beiden Frauen haben nicht sehr viel besessen.

Ich bin ja immer etwas misstrauisch, wenn eine Autorin eine Geschichte über eine Person, die in einem fremden Land lebt, erzählen möchte. Diese tragische Geschichte von Agnes beruht auch noch auf einer wahren Begebenheit. Hier wurde ich positiv überrascht. Die Australierin Hannah Kent hat die raue, einsame und etwas melancholische Atmosphäre auf Island sehr gut eingefangen. Sie hat wohl sehr genau recherchiert. Ihr Erzählstil ist sehr fesselnd und spannend. Das Buch habe ich an einem Ferientag verschlungen.

5/5 Sterne für diesen sehr interessanten und spannenden Einblick in das Leben von Agnes. Ein mehr als gelungenes Debüt.



Kommentare:

  1. Tolle Rezension. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen. Ich war von Agnes regelrecht fasziniert.

    LG, Gisela

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  2. Danke, Gisela. Ja, das Buch ist klasse.

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