Sonntag, 5. Oktober 2014

Rezension zu "Maistöcke - Bützer Historie" von Britta Orlowski, Bookshouse Verlag, historischer Roman

Titel: Maistöcke
Autorin: Britta Orlowski
Seitenzahl: 469 Seiten (broschiert, 8.9.14)

Verlag: bookshouse
Isbn Nr. 13-978-9963524884
Preis: 13,99 Euro, eBook 3,99 Euro
 
 Kurzbeschreibung:
"1889

Bevor sich Levke in ihrem neuen Zuhause im Havelland einleben kann, wird sie Witwe. Albträume quälen sie. Wieso glaubt sie, dieses fremde Dorf zu kennen?
Als sich unlösbare Todesfälle häufen, sucht Levke nach Antworten. Ist Jack the Ripper für das Morden verantwortlich? Welches Geheimnis birgt die Kräuterfrau Jordis? Und was hat es mit dem Quilt der verlorenen Seelen auf sich?
Das größte Rätsel aber gibt ihr der attraktive Seemann mit den violetten Augen auf: Silas Böttcher, der plötzlich wieder in Bützer lebt. Hoffentlich begeht Levke keinen folgenschweren Fehler, indem sie ihm vertraut, denn etwas an ihm geht ihr tief unter die Haut."

Die Autorin:
... wurde im Jahr 1966 geboren – eine Schnapszahl ich weiß, meine Eltern hätten gleich stutzig werden sollen. Stattdessen zogen sie mich mit viel Liebe, Wärme und schönen Geschichten auf. Sie nahmen meine zahlreichen kreativen Experimente gelassen hin und nährten meine ohnehin uferlose Fantasie noch mit zauberhaften Erzählungen über Spielzeug, welches zum Leben erwacht, sobald ich des abends eingeschlafen sei.
So wuchs ich also in meiner Geburtsstadt Rathenow auf, absolvierte die zehnklassige polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf der stomatologischen Schwester in der Kreispoliklinik.
Ich angelte mir einen netten Mann, dem ich sage und schreibe im taufrischen Alter von fünf Jahren zum ersten Mal begegnete und ihn sogleich aus tiefstem Herzen verabscheute. Zum Glück änderte ich später meine Meinung - wir heirateten und gründeten eine Familie. Ihm verdanke ich meine lieben Söhne, die überhaupt die schönsten Babys der Welt waren.
Im Erziehungsurlaub wurde mir rasch langweilig. Beim Aufräumen stieß ich auf die Manuskripte aus meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Ich begann erneut Geschichten zu schreiben - nur so für mich. Wenige Jahre später infizierte ich mich mit dem Patchworkvirus und hänge seitdem an der Nadel. Doch auch das Schreiben ließ mich nicht mehr los. Nach einigen Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass es bestimmt einen Weg gibt, beide Hobbies zu verbinden. So entstand mein erster Roman „Rückkehr nach St. Elwine“.
Da mir der Abschied von meinen Hauptfiguren am Ende so schwer fiel, war die Idee geboren, daraus mehr zu machen. Eine lockere Serie, mit in sich abgeschlossenen Geschichten, die stets am gleichen Ort, dem fiktiven Küstenstädtchen in der Chesapeake Bay, spielen. Nach langem Suchen habe ich nun ein begeisterungsfähiges Verlagsteam gefunden.

Eigene Meinung:

Irgendwo in Bützer steht mein Häuschen u. ich bin Teil der Dorfgemeinschaft, zumindest hatte ich während des Lesens das Gefühl. Auch wenn in Bützer seltsame Dinge geschehen und wohl ein Mörder umgeht, fühlte ich mich hier rundum wohl.  Man spürt auch die Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner untereinander, lernt sympathische Charaktere kennen und Tratschtanten, die ihre Nase in alle Angelegenheiten stecken. Die Ermittlungen in den Mordfällen in Bützer übernimmt allerdings nicht die Polizei, sondern die junge Witwe Levke zusammen mit Thure, dem Bruder der jungen Annemie, deren Tod unklar ist. Thure verdächtigt Silas, den Sohn des Müllers und sein Nachbar, der Mörder von Annemie und den weiteren Toten, die im Laufe der Geschichte auftauchen, zu sein.

Silas ist ein total interessanter Typ mit ungewöhnlichen Veilchenaugen. Das scheint auch Levke zu finden, die zwischen Thure und Silas hin- und hergerissen ist.

Britta Orlowski hat sich hier an einen historischen Roman gewagt. Es ist ihr gelungen, uns in das Bützer der Jahrhundertwende zu entführen. Wir bekommen einen tollen Einblick in das damalige Landleben, in das beschwerliche Leben der Leute im Dorf und lernen die Kräuterfrau Jordis kennen und lieben.

Die Autorin hat sich in der Kräuterkunde Kenntnisse angeeignet, das erkennt mein geübtes Auge. Sie scheint auch sonst sehr gut recherchiert zu haben. Natürlich hat Britta ihr Hobby, das Quilten, über Levke in die Dorfgemeinschaft gebracht.

5/5 Sterne für dieses kurzweilige, spannende, einfach geschriebene und sehr gut wegzulesende Debüt im Genre historische Romane. Meine Leseempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die Liebesgeschichten mit einer Brise Spannung, historischen Details und starken Charakteren mögen. Manche Begriffe aus der Mundart habe ich zum ersten Mal gehört.



Kommentare:

  1. Toll geschrieben! Man liest sehr gut heraus, wie begeistert du von diesem Buch bist.

    Liebe Grüße, Gisela

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  2. Ja, es war/ist sooo schön!! ;-)
    glG

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