Dienstag, 24. Februar 2015

Rezension zu "Der Schneegänger" von Elisabeth Herrmann, Goldmann Verlag, Kriminalroman

Titel: Der Schneegänger
Autorin: Elisabeth Herrmann
Seitenzahl: 448 Seiten

Isbn Nr. 13-978-3442313860
Verlag: Goldmann Verlag (26.1.2015) gebundene Ausgabe
Preis: 19,99 Euro


Klappentext:
"Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ..."


Über die Autorin:
Elisabeth Herrmann wurde in Marburg geboren, ist aber aufgewachsen in der Wetterau und großgeworden mit den Familiengeschichten aus dem Frankfurter Gallusviertel. Abitur hat sie auf dem Abendgymnasium gemacht, dann an der FU Berlin studiert. Zuerst war sie Rundfunk-, dann Fernsehjounalistin. Ihr erster Buchversuch war "Mondspaziergänge", der zweite  zehn Jahre später mit "Das Kindermädchen". Die Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Joachim Vernau wurde fortgesetzt mit "Die siebte Stunde" und "Die letzte Instanz". Die Reihe um Vernau wird gerade für das ZDF mit Jan Josef Liefers und Stefanie Stappenbeck verfilmt. "Zeugin der Toten" wurde - ebenfalls eine Network Movie Produktion, mit Anna Loos in der Hauptrolle im Mai 2013 gesendet. In der Pipeline: "Schattengrund", "Das Dorf der Mörder" und "Silber und Stein".  2011 - Radio Bremen Krimipreis. 2012 erhielt sie den  Deutschen Krimipreis für "Zeugin der Toten"


Eigene Meinung:
Elisabeth Herrmann hat mit "Der Schneegänger" einen Kriminalroman geschrieben, der uns einen spannenden, detaillierten Einblick in die Familienverhältnisse der Eltern des vor vier Jahren entführten Jungen und in die Familie Reinartz gewährt.

Die einzelnen Personen werden sehr genau charakterisiert, langweilig wurde es mir dabei allerdings nicht. Insgesamt ist der Krimi atmosphärisch dicht, als Leser taucht man so richtig in die Geschichte ein.

Sanela spielt mit ihrem Alleingang eine tragende Rolle. Sie ermittelt undercover in der Familie Reinartz.


Auch wenn dieser Krimi nicht ganz so spannend ist, wie "Das Dorf der Mörder", habe ich den Schreibstil von Elisabeth Herrmann genossen und war von der Story gefesselt.

Von mir gibt es 4/5 Sterne für diesen soliden Krimi mit Sanela Beara und interessanten Figuren (da ist z. B. der Wolfsforscher Darko zu nennen).







Samstag, 21. Februar 2015

Rezension zu "Liebe mit zwei Unbekannten", Antoine Laurain, Atlantik Verlag, Liebesroman,

Titel: Liebe mit zwei Unbekannten
Autor: Antoine Laurain
Isbn Nr. 13-978-3-455-60017-9
Seitenzahl: 240 Seiten, gebunden
Verlag: Atlantik Verlag
Preis: 20 Euro


Klappentext:

"Ein Roman über Seelenverwandtschaften, über die kleinen Geheimnisse, die einen Menschen so liebenswert und charmant machen. Ein Roman über die große Liebe und die Umwege, die zu ihr führen …

Laure und Laurent sind sich nie begegnet. Beide leben in Paris. Eines Morgens findet Laurent eine elegante Damenhandtasche – augenscheinlich gestohlen und achtlos weggeworfen. Die Tasche verrät ihm zwar nicht den Namen der Besitzerin, doch ihr Inhalt gibt einiges über sie preis: Fotos, ein altmodischer Spiegel, ein Roman mit Widmung des Autors und ein rotes Notizbuch, in dem die Unbekannte ihre geheimsten Gedanken und Träume festgehalten hat. Laurent ist fasziniert von dieser Frau, immer mehr verliebt er sich in ihre Gedanken. Also beschließt er, sich auf die Suche nach ihr zu machen. Aber wie soll er sie finden?"

Über den Autor:
Antoine Laurain wurde in Paris geboren und hat sein ganzes Leben dort verbracht. Er arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler. Liebe mit zwei Unbekannten ist in Frankreich ein Bestseller und erschien in vierzehn Ländern.

Eigene Meinung:
Laure wird überfallen. Ihre Handtasche wird geraubt. Da ihr Geldbeutel und auch der Hausschlüssel in der Handtasche waren, kann sie nicht nach Hause. Sie flüchtet ins Hotel gegenüber ihres Hauses und wird dort ohnmächtig und landet im Krankenhaus.
Der Buchhändler Laurent findet am nächsten Tag Laures Handtasche. Die Dinge, die sich in der Handtasche befinden, machen ihn neugierig auf Laure. Er scheint fast etwas in sie verliebt zu sein.

Mir gefällt der Schreibstil von Antoine Laurain sehr gut. Er hat so etwas typisch Französisches, diese Leichtigkeit, der feine Humor und das sinnlich Verträumte. Durch die ganzen französischen Straßennamen hatte ich das Gefühl, in Paris zu sein und zusammen mit Laurent nach Laure zu suchen.

Die Protagonisten Laurent und Laure sind sind sehr feinfühlig gezeichnet. Ich denke, jede Leserin wird sich so ein kleines Bisschen in Laurent verlieben. Er ist ein Romantiker, Buchhändler und Buchliebhaber, sehr feinfühlig und sehr positiv dem Leben gegenüber eingestellt.

Über Laure und ihr Leben erfahren wir so nach und nach einiges über die Dinge, die sich in ihrer Handtasche befinden. Im Laufe von Laurents Suche wird Laure wie ein Puzzle zusammengefügt. Man hat beim Lesen das Gefühl, Laures Parfum riechen zu können und kommt beiden Protagonisten sehr nahe.

Diesese Liebesgeschichte ist etwas ganz Besonderes. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mit  Laurent gehofft, dass er Laure kennenlernen wird. Eigentlich habe ich auch gehofft, dass sich die beiden finden würden. Ob mein Wunsch in Erfüllung ging? Lest die Geschichte doch einfach selbst. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Von mir gibt es für diese romantische, verträumte Liebesgeschichte verdiente 5/5 Sterne.




Mittwoch, 18. Februar 2015

Rezension zu "Die Zerrissenen" von Stephanie Fey, Thriller, Heyne Verlag

Titel: Die Zerissenen
Autorin: Stephanie Fey
Seitenzahl: 496 Seiten, TB
Isbn Nr. 13-978-3-453-41760-1
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 9,99 Euro


Klappentext:
"Der dritte Thriller rund um die Münchner Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin Carina Kyreleis
Bevor die Münchner Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin Carina Kyreleis auf einen Unbekannten stößt, der Frauenleichen ausgräbt, obduziert sie den Ex-Kollegen ihres Vaters, der erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde. Kriminalhauptkommissar Matte Kyreleis glaubt fest daran, dass Kurt Krallinger ermordet worden ist, und sieht Parallelen zu RAF-Terroristen, deren angebliche Selbstmorde ähnliche Ungereimtheiten aufweisen. Unter dessen kämpft Carina gegen Panikattacken und fühlt sich verfolgt. Zu recht, denn jemand will unbedingt verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt."


Über die Autorin: 
Stephanie Fey, geboren 1967, arbeitete viele Jahre als Illustratorin und Malerin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie am Starnberger See.

Eigene Meinung:
Es ist unbedingt notwendig, dass man die beiden vorherigen Bände um die Münchner Rechtsmedizinerin und Gesichtskonstrukteurin Carina Kyreleis gelesen hat, um die ganzen familiären Verwicklungen und die ganzen Fälle, die zusammenhängen, zu verstehen.

Carinas Vater, der Kriminalhauptkommissar Matte Kyreleis, möchte unbedingt, dass Carina seinen Ex-Kollegen, der erhängt in einer Gefängniszelle aufgefunden wurde, obduziert. Matte glaubt, dass Kurt Krallinger ermordet wurde, und Carina soll das beweisen.

Gleichzeitig wird auf dem Münchner Waldfriedhof in einer Gruft eine mysteriöse Leiche gefunden. Die hätte gar nicht in die Gruft gehört. Da nur das Skelett und ein Stofffetzen von der Leiche übrig sind, muss Carina hier ihr Können als Gesichtsrekonstrukteurin beweisen. Carina hat jedoch nicht nur beruflich alle Hände voll zu tun, ihre Schwester Wanda ist zusammen mit ihrem Sohn bei ihr eingezogen, Carina und Peter finden langsam zusammen und nun tauchen auch noch Spuren von ihrer leiblichen Mutter Iris auf ...

In einen weiteren Erzählstrang erleben wir mit, was ein Junge für unglaubliche Misshandlungen durch seine Mutter, die er "Kröte" nennt, erfährt und wie das sein weiteres Leben beeinflusst. Der dritte Handlungsstrang gibt über die Vergangenheit von Iris Auskunft.

Stephanie Fey hat hier gewohnt gut recherchiert und neben ihrem Hauptthema der "RAF" das Thema "Nekrophilie" zu einem spannenden Thriller verwebt.

Flüssig, spannend und packend, hat Stephanie Fey einen interessanten und vielschichtigen Thriller kreiert.  Wer gerne Thriller aus einer anderen Sichtweise als die der üblichen Ermittler liest, sollte diesen Thriller aus der Sicht einer Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin unbedingt lesen. Ich bin jedenfalls ein absoluter Fan von Carina und hoffe auf weitere, interessante Fälle mit ihr. 5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für "Die Zerrissenen".


 

Donnerstag, 12. Februar 2015

Rezension zu "Finstermoos Band 1 - Aller Frevel Anfang" von Janet Clark, Jugendbuch, Loewe Verlag

Titel: Fistermoos - Aller Frevel Anfang Band 1
Autorin: Janet Clark
Seitenzahl: 224 Seiten (broschiert, 1. Auflage 2015)
Isbn Nr. 13-978-3-7855-7748-6 
Verlag: Loewe Verlag
Preis: 9,95 Euro


Verlagsinfo:
"Finstermoos" ist die neue Thrillerserie von Bestseller-Autorin Janet Clark, die neben ihren Jugendbüchern auch erfolgreiche Spannung für Erwachsene schreibt („Ich sehe dich“ und „Rachekind“). Atemberaubender Nervenkitzel und Spannung für alle Fans von Krystyna Kuhns „Das Tal“!

Auf der Baustelle seines Vaters findet Valentin den Körper eines vor vielen Jahren verstorbenen Babys. Sofort strömen Journalisten in das idyllisch gelegene Bergdorf, darunter auch Armina Lindemann mit ihrer 19-jährigen Tochter Mascha. Schon bald werden Valentin und Mascha Opfer seltsamer und lebensbedrohlicher Unfälle, dann verschwindet Maschas Mutter spurlos. Mascha glaubt nicht an einen Zufall – hat die Journalistin bei der Recherche für ihren Artikel etwas herausgefunden, was sie nicht wissen soll? Gemeinsam mit Valentin und zwei weiteren Freunden sucht sie nach ihrer Mutter und rührt damit an ein lange verborgenes Geheimnis, das jemand um jeden Preis zu schützen versucht.

„Aller Frevel Anfang" ist der erste Band der Finstermoos-Reihe."


Über die Autorin:
Mit elf Jahren hat Janet Clark ihren ersten Roman geschrieben. Er hatte zwölf Seiten und eine Leserin. Obwohl diese sofort von ihren schriftstellerischen Fähigkeiten überzeugt war, brauchte es viele Jahre und Umwege über diverse Länder und Berufe, bis Janet Clark ihr erstes Manuskript an eine Agentur schickte. Seitdem finden ihre Bücher immer mehr Fans. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in München. Mehr über die Autorin unter www.janet-clark.de.

Eigene Meinung:
"Finstermoos Aller Frevel Anfang" ist ein gelungener Auftakt zu einer Jugendbuchreihe, die man gut als "Jugendthriller" bezeichnen könnte. Valentin, Mascha, Basti und Luzie sind gelungene Charaktere, aus deren Sicht die ganze Geschichte erzählt wird. Janet Clark hat eine zarte Liebesbeziehung in das Buch hineingepackt, die das Pärchen allerdings geheimhalten muss, da eine alte, etwas geheimnisvolle Feindschaft zwischen ihren Eltern besteht.

Auch die Zeitebenen, in denen die Story geschrieben ist, lassen uns rätseln, denn ein Erzählstrang spielt im August. Die Jungs sind in einem Bunker eingeschlossen und suchen einen Ausgang, der zweite Erzählstrang lässt uns an den Vorgängen im Juli davor teilhaben.

Finstermoos ist flüssig zu lesen, von Anfang an spannend, fesselnd und sehr geheimnisvoll. Am Ende des ersten Bandes bleiben sehr viele Erzählstränge offen.  Janet Clark lässt den Leser leider sprichwörtlich in der Luft hängen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. 4/5 Sterne und meine Leseempfehlung.













Montag, 9. Februar 2015

Rezension von Katja Kaddel Peters zu "Seth - Als die Sterne fielen" von Christine Millman, Carlsen Impress Verlag, Dystopie

Titel: Seth – Als die Sterne fielen
Autorin: Christine Millman

Verlag: Carlsen/Impress Verlag (05.02.15)
Seitenzahl: 348 Seiten
ISBN: 9783646600919
Preis: 3,99 EUR (eBook)


Endlich mal wieder eine abgeschlossene Dystopie, die für mich ab dem 1. Kapitel ein Pageturner war 

 
Kurze Zusammenfassung (in eigenen Worten):

Seth ist ein Asteroid, der riesig ist und droht, auf der Erde einzuschlagen. Während die Medien noch spekulieren und im TV Experten sich zu Wort melden, muss die 18jährige Mariam leider die üble Wahrheit von ihrer Mutter erfahren: Der Menschheit steht eine Katastrophe bevor. Es verbleiben noch 336 Stunden und dann wird nichts mehr so sein, wie es war. Es wurden bereits seit Wochen, sogar Monaten Vorbereitungen von der Regierung für diese Situation getroffen. Überall sind im Geheimen Auffangstationen errichtet worden, um den wenigen Auserwählten eine Überlebensmöglichkeit zu bieten. Mariam muss Stillschweigen über diese Fakten bewahren, auch über die Tatsache, dass ihre Eltern und sie drei der wenigen Plätze erhalten haben. Schockiert realisiert Mariam, dass ihre heißgeliebte Oma, die in einem Altersheim lebt, in wenigen Tagen tot sein wird. Wie so viele andere auch – Freunde, Bekannte, Nachbarn – und auch Chris, der in der Seniorenresidenz jobbt.
Wie kann alles auf einmal vorbei sein und sie hatte noch nicht einmal die Möglichkeit, ihren Schwarm näher kennenzulernen? 


Über die Autorin:
Christine Millman lebt in einem beschaulichen Kurort in Hessen. Da dort rein gar nichts los ist, bleibt ihr keine andere Wahl, als sich immer wieder in fiktive Abenteuer zu stürzen, sei es durch Lesen, Filme oder Schreiben.
 
Meine Meinung

Ich muss gleich zu Anfang sagen, dass mich dieses eBook total begeistert hat. Es wird auch mit Sicherheit mein Monats-Highlight werden. Gedanklich hänge ich immer noch der Story noch.
Christine Millman konnte mich von ihrem Schreibstil überzeugen und ich habe mit Freude entdeckt, dass sie schon mehrere Bücher geschrieben hat. Diese sind sofort alle zusammen auf meinem Wunschzettel gelandet!

 
Ich wurde zu Anfang mit einer sich langsam entwickelnden, zarten Romanze vertraut gemacht. Von der ersten Seite an merkt der Leser allerdings, dass der Fokus der Geschichte im Genre Dystopie angesiedelt ist. Ich habe quasi am eigenen Leib die Ängste und Eindrücke von Mariam hautnah erlebt und konnte mich der Story nicht entziehen, so dass ich innerhalb von 2 Tagen dieses eBook verschlungen habe. Leider musste ich zwischendrin noch schlafen und arbeiten *grins*
Zur Handlung sei noch erwähnt, dass Miriam Chris in die Tatsachen über die nahende Naturkatastrophe einweiht und so kann die Autorin nach dem Asteroiden-Einschlag u.a. aus zwei Sichten die weiteren Geschehnisse berichten, was einen tollen Spannungsbogen in die Geschichte brachte. Mariam und Chris sehen sich total unterschiedlichen Problemen gegenübergestellt und müssen beide ums Überleben kämpfen.

 
Ich habe mich immer wieder gefragt: Wie würde ich reagieren? Hat Mariam alles richtig gemacht? Wie würden Nachbarn, Freunde und auch die Familie agieren, wenn es um Leben und Tod geht und man vor die Frage gestellt wird: Einer wird überleben – Du oder ich. Ein schreckliches Szenario, das hier eindrucksvoll und beklemmend zu Papier gebracht wird.
Stellenweise musste ich an Schulbücher, wie Die Wolke, Die Welle, etc. denken, die sich ja mit einer ähnlichen Thematik befasst haben. Erschreckend finde ich auch die Vorstellung, dass so etwas doch tatsächlich geschehen könnte.
Mariam und Chris, so wie die Randfiguren, konnten mich charakteristisch sehr überzeugen. Es wird nicht viel Aufhebens um die Vergangenheit gemacht, denn seien wir mal ehrlich? Die interessiert doch keinen mehr in dieser Situation… und eine Zukunft kann man sich auch noch nicht wirklich vorstellen, wenn das Morden, Sterben, Räubern, Neiden, … los geht.
Wenn ich es mir recht überlege, ist dies wieder ein eBook, das ich gerne in meinem Bücherregal stehen haben möchte, denn ich werde diese Lektüre mit Sicherheit noch einmal lesen und hoffe, dass ich noch andere von dieser Storyline überzeugen kann. Ich hoffe sehr, dass der Carlsen Verlag hierzu noch eine Printausgabe (mit dem gleichen wunderschönen Cover!) herausbringen wird.

Fazit
Absolute Lese- und Kaufempfehlung!
Das Zielpublikum dieser Reihe liegt tatsächlich im jugendlichen Bereich ab 14 Jahren, aber auch erwachsene Leser von Dystopien dürften von diesem Roman begeistert sein – ich war es zumindest und vergebe natürlich fantastische 5/5 Sterne!


Donnerstag, 5. Februar 2015

Rezension von Katja Kaddel Peters zu "Vollkommen" von Patricia Rabs, Calrsen Impress Verlag, Dystopie


Titel: Vollkommen
Autorin: Patricia Rabs
Verlag: Carlsen/im.press Knaur (November 2014)
Seitenzahl: 406 Seiten
ISBN: 9783646600841
Preis: 3,99 EUR (E-Book)


Endlich mal wieder eine Dystopie, die mich fesseln und überzeugen konnte!
Kurze Zusammenfassung (in eigenen Worten):

Teresa „Tessa“ Evans ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer alleinerziehenden Mutter, die sich aufopfernd um ihre Kinder kümmert, in der Mitte. Das wichtigste Mittel ist in dieser Gesellschaft Blut. Tessa dürfte sich eigentlich glücklich schätzen, denn ihre Blutlinie ist schon seit Generationen als wertvoll (und als zum Spenden geeignet) eingestuft worden. Leider scheint sie jedoch beim Test versagt zu haben und nun hofft die Kleinfamilie, dass ein positives Ergebnis bei der Testung der 14jährigen Charlotte herauskommen wird.
Die Mutter belehrt Teresa immer wieder: Meide das Labor! Egal, was Du tust, lass Dir niemals Blut abnehmen…
Tessa setzt sich über diese Hinweise hinweg und begleitet ihren Freund Lukas Callahan, der im Randbezirk lebt, zur Testung. Lukas begegnete seiner Freundin zum ersten Mal, als er seine kleine Schwester zum „illegalen“ Unterricht von Tessa bringt. Diejenigen, die im Randbezirk leben, gehören nicht zu den Privilegierten, denen u.a. eine Schulbindung ermöglicht wird. Überraschenderweise erhält ausgerechnet Lukas eine Einladung zum Bluttest und – wie schon erwähnt – Tessa begleitet ihn… und von Stund an ändert sich ihr Leben.
Teresa muss sich verstecken, fliehen und herausfinden, was bitte alle von ihr wollen. Denn eins ist mal sicher: Sie ist zum Gegenstand der Begierde von jedermann geworden… aber WARUM? 
 
Über die Autorin:

Patricia Theresa Rabs ist Theaterschauspielerin und stand viele Jahre in Aachen auf der Bühne. 2011 zog sie für zwei Jahre nach Japan und hat sich damit ihren größten Traum erfüllt. In dieser Zeit begann sie auch mit dem Schreiben und Publizieren von Romanen. Nebenbei hat sie sich zum Ziel gesetzt alle Stephen-King-Bücher zu besitzen, ihre Babyratte Hermine zu erziehen und hinter das feine Netz der Welt zu blicken. 
 
Meine Meinung
Die Thematik an sich ist nicht neu. Unterteilungen in Gruppierungen, Randbezirken, Sparten kennt man bereits aus Panem, Die Bestimmung, etc. aber für mich war der Ansatz, Blut als Hauptaugenmerk der Gesellschaft zu nehmen sehr interessant. Sein eigenes Blut kann man nicht verfälschen und man kann hier nicht durch Leistung oder Willensstärke sich den Eintritt in die „Mitte“ erarbeiten. Zwei krasse Gesellschaftsschichten prallen wieder einmal aufeinander und auch dieses Buch kommt nicht ohne Kampf, Blutvergießen, Tod und Intrigen aus, was es allerdings auch umso spannender macht.
 
Mir hat der Schreibstil der Autorin wunderbar gefallen. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen, auch wenn die Geschichte etwas düster und pessimistisch dargestellt wird. Am Anfang werden die Charaktere skizziert und ab der Flucht kommen neue Haupt- und Randfiguren hinzu, mit der nötigen Action und Spannung gepaart. Die Ich-Perspektive wurde von der Schriftstellerin sehr gut ausgewählt und geschickt umgesetzt.
 
Neben Tessa und Lukas übernimmt der 18jährige Carter für mich die dritte wichtige Hauptrolle in dieser Story. Ein ganz anderer Typ als Lukas, der nicht nur Tessa schützend zur Seite steht.
Ich merke gerade, dass ich nicht so frei schreiben kann, wie ich mir das gerade denke, ansonsten würde ich zuviel vom Handlungsstrang verraten, also halte ich mich mal etwas bedeckt.
 
Beim Lesen wurde ich immer wieder von Irrungen und Wirrungen überrascht und langsam aber sicher wurde der Grundkern und die Aussage dieses Buches sichtbar und Tessas „Geheimnis“, das sie ja selber nicht kannte, aufgedeckt.
 
Ich bin nach dieser wunderbaren Lektüre gespannt auf die Fortsetzung, denn soweit ich das sehen und recherchieren konnte, ist ein Zweiteiler, eine Dilogie, geplant. Hoffentlich löst sich alles zu meiner Zufriedenheit auf, aber da mache ich mir ehrlich gesagt, nicht allzu große Sorgen. 
 
Als Zielpublikum stimme ich dem Verlag zu und sehe männliche und weibliche Leser ab 14 Jahren.
Ich kann hier vielleicht noch erwähnen, dass mich schon der Klappentext vom eBook (gibt es leider „noch“ nicht als Printausgabe!) sehr angesprochen hatte, allerdings hatte mich der Buchtrailer im WWW dann komplett überzeugt und ich wurde nicht enttäuscht.

Fazit
Ein sehr guter Reihen-Start, der mich wahnsinnig neugierig auf die Fortsetzung bzw. das Ende gemacht hat. Ich gestehe, dass ich der „Carter“-Fraktion angehöre und vergebe hervorragende 
 
5/5 Sterne! Ich werde mit Sicherheit weitere Romane der Schriftstellerin lesen.
 
 

Dienstag, 3. Februar 2015

Rezension zu "Wir wollten nichts, wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved, Oetinger Verlag, Jugendbuch

Titel: Wir wollten Nichts. Wir wollten Alles
Autoren:  Sanne Munk Jensen, Glenn Ringtved
Seitenzahl: 336 Seiten, gebunden

Isbn Nr. 13-978-3-7891-3920-8
Verlag: Oetinger Verlag
Preis:16,99 Euro
ab 16 Jahren

Klappentext: " Liam und Louise. Es ist die große Liebe.
Und es ist ein erstes gemeinsames Leben - so neu, so intensiv und einfach völlig anders. Doch dann findet ihr unbesorgtes Dasein ein jähes Ende, und eine erbarmungslose Verfolgungsjagd beginnt, die Liam und Louise bis zum Äußersten treibt und sogar darüber hinaus. Zuletzt bleibt ihnen nur noch das dunkle Wasser des Limfjords." 

Über die Autoren:
Sanne Munk Jensen, Jahrgang 1979, ist eine dänische Schriftstellerin. Sie schreibt vorwiegend für junge Erwachsene und wurde mehrfach ausgezeichnet. Für den Roman "Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles" erhielt sie gemeinsam mit Koautor Glenn Ringtved den Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013.

Glenn Ringtved, 1968 geboren, ist ein dänischer Schriftsteller. Er hat bereits mehr als vierzig Bücher für Kinder und junge Erwachsene geschrieben, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Für den Roman "Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles" wurde er gemeinsam mit seiner Koautorin Sanne Munk Jensen mit dem Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013 ausgezeichnet.
 

Eigene Meinung: Louise und ihr Freund Liam sind tot. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet.

Ungewöhnlicherweise wird die Geschichte aus Louises Perspektive erzählt, die nach ihrem Tod noch hier zu sein scheint. Sie kommentiert auch teilweise Gespräche oder Reaktionen ihrer Eltern, die sie natürlich nicht hören können.

Louises Eltern können nicht verstehen, warum sich die beiden umgebracht haben sollten. Sie waren doch so verliebt in einander waren. Sie hatten doch alles, waren jung und hatten eine glänzende Zukunft vor sich.  Der Vater forscht nach, was genau mit seiner Tochter und ihrem Freund passiert ist. Die Mutter ist nur noch traurig. Die Beziehung der beiden muss einiges aushalten. Ian, Liams Vater hingegen, ist auf sich alleine gestellt. Louises Eltern geben Liam und Ian die Schuld am Tod ihrer Tochter.

Parallel dazu erzählt uns Louise die ganze Geschichte. Wie sie Liam kennengelernt hat, wie sich die beiden in einander verliebt haben, wie glücklich sie anfangs waren. Louise ist aus gutem Hause. Der Vater ist Lehrer, die Mutter arbeitet im Krankenhaus. Liam ist der Sohn eines irischen Hafenarbeiters, der seine Kinder alleine erzieht. Mehr schlecht als recht. Mit seinen Kindern spricht er Englisch, deshalb sind die Dialoge von Ian und seinen Söhnen immer in englischer Sprache. Die Dialoge sind jedoch gut zu lesen.

Louise war ziemlich unscheinbar, eher eine Außenseiterin am Gymnasium. Sie war nie zu den Festen eingeladen und hatte nur eine beste Freundin. Da lernt sie Liam kennen, der sie beachtet, der sie fast schon vergöttert und sie als Seelenverwandte bezeichnet. Sie gibt den Kontakt zu ihrer besten Freundin auf, geht nicht mehr zur Schule und konzentriert sich nur noch auf Liam und seine Freunde.

Der möchte mit seinem Kumpel Jeppe einen eigenen Business aufmachen, ohne Vorgesetzte, die ihnen was zu sagen haben, absolut unabhängig und frei sein. Fatalerweise lassen Sie sich dadurch mit den falschen Leuten ein, die schlimmer sind als alle Vorgesetzten der Welt. In deren Welt gelten ganz eigene Gesetze. Sie geraten in eine Spirale, die sich unabwendbar abwärts bewegt, und aus der es scheinbar kein Entkommen gibt.

Die beiden Autoren erzählen in einer klaren, sehr direkten Sprache, die mir sehr gut gefällt.

In dieser Geschichte spielt der Zufall und getroffene Entscheidungen eine große Rolle. Irgendwann wird in der Geschichte die Frage gestellt, was passiert wäre, wenn Louise und ihre Freundin nicht hinter Liam und seinem Kumpel hergefahren wären. Würde sie dann noch leben?

"Wir wollten nichts, wir wollten alles"  ist ein Buch, das tief berührt und uns nachdenklich stimmt.  Louises große Gefühle für Liam sind nachvollziehbar. Wer hat nicht schon einmal Freunde, Familie und Hobbies vernachlässigt wegen der vermeintlich großen Liebe?

Es ist ein Buch, das aufzeigt, dass Jugendliche ein völlig anderes Leben führen können, von dem die Eltern nicht die Spur einer Ahnung haben. Auch das finde ich realistisch.

Von mir gibt es verdiente  5/5 Sterne für diese aufwühlende, realistische, spannende und fesselnde Story und meine absolute Leseempfehlung ab 16! Hier passt die Werbeaussage auf der Coverrückseite,  der Roman geht unter die Haut!

Ich wünsche mir solche Bücher als Schullektüre, da würden mehr Jugendliche zu Bücherwürmern mutieren.



Kleiner Bericht über meinen Besuch der Frankfurter Buchmesse

Ich habe am Freitag, den 13.10.17, die Buchmesse besucht und mich mit einigen lieben Freunden, die aus ganz Deutschland angereist waren ...