Samstag, 27. Juni 2015

Rezension zu "Die Springflut" von Cilla und Rolf Börjlind, übersetzt von Paul Berf, btb Verlag, Krimi

Titel: Die Springflut
Autoren: Cilla und Rolf Börjlind
Übersetzt von Paul Berf
Seitenzahl: 573 Seiten (TB, 12.1.15)
Isbn Nr. 13-978-3-442-74820-4
Verlag: btb Verlag
Preis: 9,99 Euro

Klappentext: 
"Eine laue Sommernacht im Jahre 1987. Es ist Vollmond im schwedischen Nordkoster. In der Nacht wird es eine Springflut geben – und einen brutalen Mord. Das Opfer: eine junge, hochschwangere Frau. Ihre Identität: unbekannt. Tom Stilton, der ermittelnde Polizeibeamte, zerbricht an diesem Fall. Er kann weder Motiv noch aussagekräftige Spuren finden. Die Tat bleibt ungesühnt ...

23 Jahre später: Eine Serie von feigen Angriffen auf Obdachlose erschüttert die Hauptstadt Stockholm. Die Ermittlungen verlaufen schleppend. Olivia Rönning, angehende Polizistin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung, beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie ist mit anderen Dingen beschäftigt. Sie soll einen »Cold Case« knacken - den Tod einer jungen Frau an einem Strand vor vielen Jahren klären. Ihr ist klar: Sie muss Tom Stilton finden. Doch der ist wie vom Erdboden verschluckt ..."

Über die Autoren und den Übersetzer:
Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. "Die Springflut" ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Eigene Meinung: 

Was für ein Krimi! Von der ersten Seite an war ich von den verschiedenen Erzählsträngen, Perspektiven und den Personen gefesselt. Anfangs ist man noch etwas verwirrt durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge. So nach und nach fügen sie sich zu einem vielschichtigen, intelligenten und zu keiner Minute langweiligen Krimi zusammen. Zum Ende hin wurde ich noch einmal ganz schön überrascht, denn für mich war der Fall eigentlich gelöst. Wie falsch ich doch lag!

Das Ermittlerteam hier ist mehr als interessant. So viele verschiedene, sehr spannende und sympathische Charaktere, wie z. B. die Polizeischülerin Olivia, die einen alten Mordfall aufrollen möchte, der ehemalige, früher sehr erfolgreiche Kommissar Tom Stilton, der spurlos verschwunden ist, und den Olivia aufstöbert. Er ist ganz unten angekommen und obdachlos. Und da gibt es die Kriminalkommissarin Mette Ölsäter, mit ihrem Familienclan und Abbas, der mit Messern sehr gut umgehen kann.  Der Ermittler Forss fällt negativ auf, er scheint eher arbeitscheu zu sein.

Die beiden Autoren haben aktuelle Themen gewählt wie etwa Gewalt gegen Obdachlose, Gewaltvideos im Netz und ein Handlungsstrang erzählt von einer Firma, bei der man munkelt, dass sie zu dubiosen Geschäftsmethoden greift. Bei diesem Unternehmen sollen Ausbeutung und Verstöße gegen das Völkerrecht Gang und Gäbe sein.

Mich hat dieser sehr spannende und fesselnde Krimi, der von seinen interessanten Figuren lebt, völlig begeistert.  5/5 Sterne für diesen Debütkrimi, der im Januar als Taschenbuch erschienen ist. Er gehört zu meinen persönlichen Highlights in diesem Jahr.

Ich habe den 2. Band "Die 3. Stimme" zuerst gelesen. Ich würde aber mit der Springflut beginnen und dann erst den Folgeband lesen.


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