Freitag, 5. Juni 2015

Rezension zu "In der Finsternis" von Sandrone Dazieri, übersetzt von Claudia Franz, Piper Verlag, Thriller

Titel: In der Finsternis
Autor: Sandrone Dazieri
Übersetzerin: Claudia Franz
Seitenzahl: 560 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Isbn Nr. 13-978-3-492-05688-5
Verlag: Piper Verlag, 9.3.15
Preis: 19,99 Euro

Klappentext:
"Dante Torre besitzt eine besondere Gabe. Er kann Menschen lesen. Aber er hat teuer dafür bezahlt. Elf Jahre war er eingesperrt in ein Betonverlies und darauf angewiesen, die kleinste Regung seines Entführers zu deuten. Als Jahre nach seiner Befreiung ein kleiner Junge verschwindet, weiß Dante Torre, dass der Mann, den er Vater nennen musste, dahintersteckt. Doch der Vater gilt längst als tot. Nur Colomba Caselli glaubt Dante. Sie ist jung, gerade vom Dienst suspendiert und hat nichts zu verlieren bei dieser Ermittlung fern von allen Regeln. Dantes Spürsinn bringt die traumatisierte Frau auf eine Fährte: Jahrelang sind unzählige Kinder entführt worden – mit dem Ziel, ihre Erinnerung auszulöschen. Jetzt wird Colomba Caselli endgültig von ihrer Vergangenheit eingeholt ..."

Über den Autor:
Sandrone Dazieri, geboren 1964 in Cremona, ist gelernter Koch und einer der wichtigsten Drehbuchschreiber für italienische Kriminalfilme. Er arbeitete als Programmmacher und Lektor für Kriminalromane im größten Verlagshaus Italiens und verfasste unter anderem Romane und Kinderbücher.

Eigene Meinung:

Colomba Caselli wurde beurlaubt und muss sich von einem Fall erholen, den wir erst so nach und nach erzählt bekommen. Sie wird von ihrem Vorgesetzten gebeten, sich in einen aktuellen Fall einzumischen, in dem eine Mutter getötet wurde, deren Sohn spurlos verschwunden ist. Verdächtigt wird der Ehemann der Ermordeten. Zusammen mit Dante Torre, dem Jungen aus dem Silo, beginnt Colomba zu ermitteln. Dante glaubt, dass "der Vater", die Person, die ihn entführt und elf Jahre lang in einen Silo gesperrt hatte, hinter der Tat steckt. Er muss Colomba erst einmal von seiner Theorie  überzeugen. Colomba und Dante sind beide traumatisiert und entsprechend reagieren sie in manchen Situationen. Beide Ermittler sind jedoch total sympathisch und sehr positiv. Sie gehören nicht zu den depressiven, kaputten Typen, die mir in Krimis zur Zeit so oft begegnen. Colomba und Dante sind unglaublich schlagfertig und entsprechend sind manche Dialoge mit ganz eigenem Humor gewürzt, was mir unglaublich gut gefällt. Dante ist ein Kaffeejunkie, der das Kaffeetrinken zelebriert (auf Automatenplörre steht er nicht). Er hat eine total feine Beobachtungsgabe, was ihm bei seinen Ermittlungen zu Hilfe kommt. Im Laufe ihrer Nachforschungen werden Colombas Prinzipien ganz schön in Frage gestellt und sie braucht ab und an die Hilfe von zwielichtigen Gestalten, was ihr nicht so ganz behagt.
 
Dieses Thrillerdebüt von Sandrone Dazieri hat mich von der 1. Seite an in seinen Bann gezogen. Der Autor hat unglaublich interessante Ermittler erschaffen. Die Story beinhaltet ,wenn man es ganz genau nimmt, eigentlich drei verschiedene Geschichten, die sich dem Leser so nach und nach erschließen.

Der Geschichte gewinnt im Laufe der Handlung an Tempo, wird immer spannender und immer, wenn man glaubt, dass jetzt nichts Neues mehr passieren kann und man den absoluten Durchblick hat, kommt eine neue überraschende Wendung.

5/5 Sterne für diesen sprachlich erstklassigen und sehr überraschenden Thriller. Ich hoffe auf mehr Fälle mit diesen beiden kultigen Ermittlern und werde Sandrone Dazieri auf jeden Fall im Auge behalten.


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