Sonntag, 5. Juli 2015

Rezension zu die sieben Leben des Arthur Bowmann von Antonin Varenne, übersetzt von Anne Spielmann, C. Bertelsmann Verlag, Kriminalroman

Titel: Die sieben Leben des Arthur Bowmann
Autor: Antonin Varenne
Übersetzt von: Anne Spielmann
Seitenzahl: 560 Seiten (gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 18.5.15)
Isbn Nr. 13-978-3-570-10235-0
Verlag: C. Bertelsmann 
Preis: 22,99 Euro

Klappentext:
"Ein großer historischer Thriller und Abenteuerroman
1852: Arthur Bowman, einer der härtesten Söldner der Ostindienkompanie in Birma, hat eine gefährliche Expedition tief in indigenes Gebiet geführt; ein Himmelfahrtskommando, das mit der Gefangensetzung der zehn Überlebenden endet. Sechs Jahre später ist er ein gebrochener Mann im viktorianischen London während der Jahrhunderthitze. Alkohol- und opiumsüchtig verdingt er sich als Polizist. Da wird in der Kanalisation eine verstümmelte Leiche entdeckt – und Bowman des Mordes verdächtigt. Denn der Tote trägt Narben wie er – Folge der Folter in Birma. Also bricht er auf, die neun Mitinhaftierten zu finden. Die Suche führt ihn in den Wilden Westen, wo weitere bestialische Morde geschehen. Bis er den Mörder findet, hat er sich durch seine Erlebnisse und die Liebe einer Frau zu einem geläuterten Menschen gewandelt …"

Über den Autor:
Antonin Varenne, geboren 1973, studierte Philosophie in Paris. Er war Hochhauskletterer und Zimmermann, arbeitete in Island, Mexiko und in den USA, wo er seinen ersten Roman schrieb. Seine Romane wurden mit den wichtigsten französischen Krimipreisen ausgezeichnet.

Eigene Meinung:
Antonin Varenne besitzt einen detaillierten Erzählstil . Er beschreibt z. B. die Lebenssituationen der armen Bevölkerung Londons so lebhaft,  dass man fast schon meint, den widerlichen Geruch, den die Themse zu jener Zeit hatte, in der Nase zu haben.

Seine Figur Arthur Bowman ist ein knallharter Typ, der mit seinen Erlebnissen in Birma zu kämpfen hat. Er nimmt Alkohol und Drogen um überhaupt schlafen zu können. Als eine verstümmelte Leiche in der Londoner Kanalisation entdeckt wird, wird er des Mordes verdächtigt. Er beschließt, den Mörder zu finden. Die Spur des Mörders führt ihn über den großen Teich nach Amerika und durch den wilden Westen. Während seiner Reise trifft er auf interessante Figuren, z. B. auf einen Kräuterarzt,  der mit Gleichgesinnten versucht, in einer Stadt namens Reunion in einer anderen Gesellschaftsform zu leben. Diese Personen helfen ihm in seiner persönlichen Entwicklung weiter. Der harte Kerl hat auch seine weichen Seiten, wie wir im Laufe der Geschichte sehen werden. 

Der Autor gibt die Stimmung sehr gut wieder, die an den von Bowman besuchten Orten herrscht. Ob das in einem Salon im Wilden Westen ist, bei einem Streik der Textilarbeiterinnen in New York oder bei der Mustangjagd. Man hat das Gefühl, als stiller Beobachter dabei zu sein.

Dass Antonin Varenne Philosophie studiert hat, merkt man der Geschichte auch an. Zwischen den Zeilen ist Kritik zu hören, am Umgang skrupelloser Geschäftemacher mit der Natur und den Menschen. Bereits zu dieser Zeit gab es große Firmen, die alles taten, um Gewinn zu machen.

Diese Mischung aus historischem Krimi, Abenteuerroman und Western ist ein richtig gelungener Pageturner, der mit einer interessanten Wendung zum Ende hin noch einmal überrascht. Ganz großes, nachdenklich stimmendes Kopfkino!





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