Montag, 23. November 2015

Rezension zu "Das barmherzige Fallbeil" von Fred Vargas, übersetzt von Waltraud Schwarze, Limes Verlag, Kriminalroman

Titel: Das barmherzige Fallbeil
Originaltitel: Temps Glaciaires
Originalverlag: Flammarion, Paris 2015
Autorin: Fred Vargas
Übersetzt von Waltraud Schwarze
Seitenzahl: 512 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag (26.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-8090-2659-4
Verlag: Limes Verlag
Preis: 19,99 Euro

 Verlagsinfo:
 "Adamsberg ist zurück, und seine Ermittlungen führen ihn in die blutige Zeit der Französischen Revolution und in die tödliche Kälte Islands ...
Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …"

Über die Autorin: 
Fred Vargas, geboren 1957, ist ausgebildete Archäologin und hat Geschichte studiert. Sie interessierte sich anfänglich für die Frühgeschichte, bis sie ihre Leidenschaft für das Mittelalter entdeckte. Fred Vargas ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin mit internationalem Renommee. 2004 erhielt sie für Fliehe weit und schnell den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk."

Eigene Meinung:
Adamsberg ermittelt mit seinem Team in einem vermeintlichen Selbstmordfall, stößt dabei auf weitere angebliche Selbstmorde und versucht, den Knäuel zu entwirren. Das gestaltet sich als sehr schwierig und ist von vielen Vernehmungen und entsprechend vielen Dialogen geprägt.

Nicht nur Adamsberg und sein Ermittlungsteam, auch sämtliche Verdächtige in diesem Krimi sind sehr eigenwillige Personen. Es macht total Spaß, die Dialoge und Vernehmungen in diesem Krimi zu verfolgen. Der trockene Humor in den Dialogen gefällt mir total gut und macht die Geschichte und alle Figuren sehr lebendig und liebenswert.

Sprachlich bewegt sich dieser Krimi auf sehr hohem Niveau, die Geschichte ist durchgehend spannend und man rätselt bis zum Schluss, wer den nun der Mörder ist.

Der Plot ist total interessant, es geht um die Französische Revolution rund um Robespierre. Ein weiterer Ansatzpunkt von Adamsbergs Ermittlungen ist eine Reisegruppe, deren Reise nach Grimsey, genau genommen auf eine geheimnisvolle "Fuchsinsel",  führte. Vom Ausflug auf diese Insel sind zwei Mitglieder der Reisegruppe nicht mehr zurückgekehrt. Adamsberg verfällt dem herben Charme der Insel, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann.

Das Kommissariat hat einen Kater "Kugel" genannt, der nicht mehr Treppensteigen kann und zum Futternapf hochgetragen werden muss. Er frisst nur, wenn man ihm dabei Gesellschaft leistet und schläft im unteren Stockwerk neben dem Kopierer. Nicht nur die Kommissare haben ein Haustier, auch ein zahmes Wildschwein "Marc" spielt eine kleine Rolle in dieser Geschichte.

Natürlich kommt auch gutes Essen hier vor. Was auch immer "Strohkartoffeln" sind, diese werden im Lokal in der Nähe eines Ermittlungsortes vorbestellt, weil sie sonst alle sind, bis Adamsberg und Co. dort auftauchen. Manche Vernehmung fällt in die Zeit, in der ein Aperitif getrunken werden sollte. Da wird dann eben während der Vernehmung ein Glas Wein fällig.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für Leser, die komplexe, leicht skurrile, mystisch angehauchte  Krimis mit einem Einblick in ein geschichtliches Thema, lieben.




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