Freitag, 25. September 2015

Rezension zu "Racheherbst" von Andreas Gruber, Goldmann Verlag, Thriller

Titel: Racheherbst
Autor: Andreas Gruber
Seitenzahl: 512 Seiten, Klappenbroschur, 14.9.15
Isbn Nr. 13-978-3-442-48241-2
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo: "
Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ..."

Über den Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie und vier Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Eigene Meinung:  
Nachdem ich das Hörbuch "Todesfrist" mit dem eigensinnigen Profiler "Maarten S. Sneijder " gelesen hatte, war ich natürlich sehr gespannt auf "Racheherbst".

Ich wurde nicht enttäuscht. Dieser Thriller ist genauso, wie ich mir einen Thriller wünsche.

Andreas Gruber hat interessante Figuren erschaffen. Der coole, sehr zynische Kommissar im Dauerdienst ermittelt in Leipzig. Er hält keine Regeln ein, überschreitet seine Kompetenzen und wagt Alleingänge. Die Mutter eines der Opfer, Mikaela beschließt, den Mordfall an ihrer Tochter Natalie aufzuklären und ihre verschwundene Tochter Dana zu finden. In einem zweiten Erzählstrang, der in Wien spielt, und  der erst einmal mit dem ersten Handlungsstrang gar nichts zu tun hat, soll die Strafverteidigerin Evelyn den aalglatten Arzt in einem Mordfall verteidigen.

Die Morde sind bizarr, ziemlich brutal und sehr verstörend.

Manche Figuren sind sympathisch, andere wieder nicht, so dass ich mitgefiebert habe und manche Figuren schon von Anfang an lieber hinter Schloss und Riegel gesehen hätte.

Durch die kurzen Kapitel mit ganz fiesen Cliffhangern steigt die Spannung und der Thriller wird zum Pageturner mit einigen Wendungen.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung, auch wenn ich schon sehr bald geahnt habe, wer der gesuchte Serienmörder ist.

Freitag, 18. September 2015

Rezension zu "Der japanische Liebhaber" von Isabel Allende, Suhrkamp Verlag, Liebesroman

Titel: Der japanische Liebhaber
Originaltitel. El amante japonés (Plaza  & Janes)
Autorin: Isabel Allende
übersetzt von: Svenja Becker
Seitenzahl: 336 Seiten (7.9.15) gebunden
Isbn Nr. 13-978-3-518-42496-4
Verlag: Suhrkamp Verlag
Preis: 21,95 Euro
 

Verlagsinfo:
"Die Autorin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens
Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit.
Isabel Allende erzählt von Freundschaft und der unentrinnbaren Kraft einer lebenslangen Liebe. Davon, wie Zeit und Zwänge über eine solche Liebe hinweggehen und sie verwandeln, in Verbundenheit, Wehmut und ein leises Staunen – darüber, schon so lange gemeinsam unterwegs zu sein."

Über die Autorin:
Isabel Allende, 1942 in Chile geboren, ging nach Pinochets Militärputsch 1973 ins Exil. Die Erinnerungen ihrer Familie, die untrennbar mit der Geschichte ihres Landes verwoben sind, verarbeitete sie in dem Weltbestseller Das Geisterhaus. Allende zählt zu den meistgelesenen Autorinnen weltweit, ihr gesamtes Werk erscheint auf Deutsch im Suhrkamp Verlag.


Eigene Meinung: 
Isabel Allende hat in ihrem gewohnten Schreibsttil voller Poesie eine wunderschöne, tragische Liebesgeschichte geschrieben.

Irina arbeitet im Lark House, einem etwas anderen Altersheim - eher einer Altersresidenz. Dort lernt sie die Künstlerin Alma Belasco kennen, für die sie zusätzlich als Assistentin arbeitet. Alma scheint ein Geheimnis zu wahren, dessen Ursprung in ihrer Vergangenheit liegt. Zusammen mit Almas Enkel Seth versucht Irina das Geheimnis der alten Dame zu ergründen. Der Leser erfährt dadurch Almas und Ichimeis spannende Lebensgeschichte.
Isabel Allende ist einfach eine begnadete Geschichtenerzählerin. Die Figuren Alma, Ichimei, Nathaniel, Seth und Irina sind herrlich lebendig und sehr eigensinnig. Die etwas schrullige Alma habe ich sofort ins Herz geschlossen.
 Das Lark House ist eine tolle Altersresidenz, da könnte ich mir schon vorstellen, irgendwann einmal einzuziehen. Diese Seniorenresidenz scheint voller Leben zu sein, Freidenker, Nihilisten, Hippies und Suchende wohnen dort und können sich im auch im fortgeschrittenen Alter entfalten.

Starke, sehr lebendige und sympathische Charaktere und die geheimnisvolle Vergangenheit von Alma ergeben eine spannende, berührende Geschichte. 

Ein wunderschönes Buch über die Liebe, die ein ganzes Leben lang dauert und über das Altern in Würde, tiefsinnig und sehr bewegend.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für Allende-Fans und solche, die es werden wollen.



Donnerstag, 17. September 2015

Rezension zu "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon, Dressler Verlag, Jugendbuch

Titel: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Autorin: Nicola Yoon
übersetzt von: Simone Wiemken
Seitenzahl: 336 Seiten (gebunden, 17.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3-7915-2540-2
Verlag: Dressler Verlag
Preis: 16,99 Euro
ab 14 Jahren

Verlagsinfo:
"Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben!

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

So hat man die Liebe noch nie gelesen! Das neue Lieblingsbuch für Töchter und ihre Mütter: Eine außergewöhnlich berührende Liebesgeschichte für Fans von Jojo Moyes und John Green mit besonderen Illustrationen, Skizzen, Notizen und E-Mails."

Über die Autorin:
Nicola Yoon, geboren 1972, ist auf Jamaica und in Brooklyn groß geworden. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann, der das Artwork zu ihrem Buch gestaltet hat, und der gemeinsamen Tochter in Los Angeles. »Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt« ist ihr literarisches Debüt.

Eigene Meinung: 
Das Debüt der Autorin Nicola Yoon konnte mich schon nach den ersten Seiten fesseln. Maddy, die an einem seltenen Immundefekt leidet, ist ans Haus gefesselt.  Die Tage von Maddy gestalten sich alle gleich, sie muss verschiedene Untersuchungen über sich ergehen lassen, lernt, beschäftigt sich mit Büchern oder schaut Filme und spielt mit ihrer Mutter. Außer zu ihrer Mutter und ihrer Pflegerin hat sie keinen persönlichen Kontakt zur Außenwelt. Mit ihren Lehrern kommuniziert sie per Chat.

Madeline, so heißt Maddy, erzählt aus der Ich-Perspektive, so dass man an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben kann. Als Olly nebenan einzieht, fängt Maddy an, ihn zu beobachten und mit ihm zu kommunizieren. Sie möchte Olly unbedingt kennenlernen. Ihre Mutter ist davon überhaupt nicht begeistert.

Maddy ist ein positiver, sehr starker Charakter und noch dazu sehr sympathisch. Sie ist bereit dazu, ihr Leben dafür zu opfern, dass sie für kurze Zeit das Leben "live" erlebt und nicht nur passiv aus Büchern oder aus dem Fernsehen.

Ich hatte allerdings geahnt, dass die Story eine Wendung nehmen könnte. Das hat den Lesespaß nicht getrübt, denn ich wollte meine Vermutung bestätigt haben.

Die ganze Geschichte ist aufgelockert durch wunderschöne Zeichnungen, Bilder und Chats.

5/5 Sterne für diese außergewöhnliche Liebesgeschichte über ein Mädchen, das ihr Leben dafür risikiert, einmal richtig zu leben.

Montag, 14. September 2015

Rezension zu "Scherbenseele" von Erik Axl Sund, übersetzt von Nike Karen Müller, Goldmann Verlag, Psychothriller


Titel: Scherbenseele
Autoren: Eric Axl Sund
Originaltitel: Glaskroppar, Ordfront Förlag
Übersetzt von: Nike Karen Müller
Seitenzahl: 416 Seiten, Paperback (8.9.15)
Isbn Nr. 978-3-442-48333-4
Preis: 12,99 Euro
Verlag: Goldmann Verlag
  Verlagsinfo:
"Der erste, in sich abgeschlossene Band der neuen Kronoberg-Reihe.
Eine Welle bizarrer Selbstmorde erschüttert Schweden. An den unterschiedlichsten Orten im Land nehmen sich Jugendliche auf ungewöhnliche, grausame Weise das Leben, und sie alle haben eines gemeinsam: Sie hören die düstere Musik eines Interpreten namens "Hunger" auf alten Musikkassetten, während sie sich umbringen. Zur gleichen Zeit wird in Stockholm der erste von mehreren einflussreichen Männern ermordet. Als Kommissar Jens Hurtig ihn mit den Selbstmorden in Verbindung bringt, zeigt sich das ganze schreckliche Ausmaß des Falls ..."

Über die Autoren:
Erik Axl Sund ist das Pseudonym des schwedischen Autorenduos Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist. Håkan ist Tontechniker, Musiker und Künstler. Jerker ist der Producer von Håkans Elektropunkband "iloveyoubaby!" und arbeitet zurzeit als Bibliothekar in einem Gefängnis. Zusammen haben sie die Victoria-Bergman-Trilogie geschrieben, für die sie 2012 mit dem Special Award der Schwedischen Krimiakademie ausgezeichnet wurden und die auch in Deutschland ein großer Erfolg ist.

Rezension:
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der verschiedenen Personen z. B. von Vanja, Maria, Simon, Aiman oder von Kommissar Jens Hurtig in sehr kurzen Kapiteln. "Schwarze Melancholie" erzählt ungewöhnlicherweise aus der "Ich-Perspektive".
Der Stadtteil von Stockholm, in dem das entsprechende Kapitel spielt, wird erwähnt und meist genauer erläutert. 
Anfangs verwirren die vielen verschiedenen Personen etwas. Man braucht etwas Zeit, bis man in die Erzählstränge hineinkommt.

Der Sprachstil ist eher sachlich, fast emotionslos, teilweise wird sehr viel erklärt und philosophiert, dadurch bleibt die Spannung doch etwas im Hintergrund.  Die Stimmung ist sehr düster, verstörend und bedrohlich, die Themen, die hier angesprochen werden, Immigration und die Problematik von Jugendlichen, die sich nicht verstanden fühlen, sind sehr aktuell.

Zum Ende hin steigt die Spannung an, die Handlungsstränge entwirren sich und werden schlüssig. Wir dürfen auch noch mit einer überraschenden Wendung rechnen. Das Ende ist sehr ungewöhnlich, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Nach der Victoria-Bergmann-Reihe hatte ich hier einen megaspannenden Psychothriller erwartet. Leider konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden, die Themen und Personen fand ich zwar spannend, aber erzählerisch nicht sehr gut umgesetzt. Das kann natürlich auch an der Übersetzung liegen. Das kann ich nicht beurteilen

3/5 Sterne für diesen eher durchschnittlichen Psychothriller.



Mittwoch, 9. September 2015

Rezension zu "Land oder Liebe" von Britta Orlowski, Bookshouse Verlag, Liebesroman

Titel: Land oder Liebe
Autorin: Britta Orlowski
Seitenzahl: 431 Seiten (10.5.15)
Isbn Nr. 13-9789963528455
Verlag: Bookshouse
Preis: 6,49 Ebook
          14,99 Printausgabe

Klappentext:
"Am liebsten würde Tina alle Probleme weit von sich schieben. Dumm nur, dass sie alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist.
Eine Landpartie führt sie geradewegs nach Bützer, einem kleinen, aber hübschen Kaff an der Havel. Dort wird ein heruntergekommener Vierseitenhof zum Verkauf angeboten. Rasch steht fest: Sie wird aufs Land ziehen und sich ihren lang gehegten Traum von einem Mehrgenerationenhaus erfüllen. Das ist jedoch schwieriger als erwartet. Tinas Kinder leisten Widerstand und auch mit den Schrullen des Vorbesitzers hat sie nicht gerechnet. Den Mann mit seinem Machogehabe, den schwarzen Klamotten und dem albernen Tuch um den Kopf kann sie nicht recht einschätzen. Sein finsterer Blick geht ihr unter die Haut und insgeheim nennt sie ihn Prinz Eisenherz. Besser, sie interessiert sich nicht weiter für den Kerl und konzentriert sich lieber auf ihr Ziel, bald eine Familie der besonderen Art zu haben."

Über die Autorin:
Mit acht Jahren gründete Britta Orlowski ihren eigenen Verlag und war Autor, Setzer, Illustrator und Buchbinder in einer Person, bevor sie im Jahr 2008 nach vielen Anläufen den ersten Verlag fand, der ihren Debütroman herausbrachte. In der Zwischenzeit absolvierte sie erfolgreich ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten und gründete eine Familie. Da sie in einer Zahnarztpraxis leider keine Geschichten erfinden durfte, widmete sie sich nach mehr als zwanzigjähriger Tätigkeit dort ganz ihrem Traumjob und wurde Buchautorin. Wenn sie nicht gerade Quilts näht, tummelt sie sich in ihrem geliebten Garten und/oder schreibt an ihren Büchern. 

Eigene Meinung: 
Tina, eine eingefleischte Städterin, die mit Vorliebe High Heels trägt, verliebt sich in einen Hof in Bützer und möchte dort ihren Traum von einem Mehrgenerationenhaus verwirklichen. Dieses Projekt an sich ist ja nicht schlecht, allerdings sind ihre beiden Teenager nicht so sehr von ihrer Idee begeistert. Dafür das Nestäkchen um so mehr - und das nötige Kleingeld fehlt ihr auch noch. Der etwas geheimnisvolle gutaussehende Hofbesitzer Jakob mit seinen stechend grünen Augen ist schon sehr daran interessiert, ihr seinen Hof zu verkaufen. Ein Tierquäler treibt in Bützer sein Unwesen und Flo aus St. Elwine taucht auch ganz kurz am Anfang der Geschichte in Rathenow auf.

Britta Orlowski hat wieder eine wunderbare Geschichte mit Humor, Spannung und Geheimnissen, vielen Irrungen, Wirrungen und Missverständnissen geschrieben - natürlich kommt die Liebe auch nicht zu kurz. Eine Quiltgruppe darf hier natürlich auch nicht fehlen.

Wir treffen auf sympathische Charaktere, bekommen Lust auf das Leben in Bützer und möchten schon fast in die interessante WG in Bützer einziehen. Ist noch eine kleine Wohnung für 4 Personen und eine Katze frei bei Tina? Ich bewerbe mich hiermit.

Für diesen unterhaltsamen Liebesroman vergebe ich doch gerne 5/5 Sterne.






Montag, 7. September 2015

Rezension zu "Ich lass dich nicht los" von Madeleine Reiss, übersetzt von Karin Diemerling, Goldmann Verlag, psychologischer Spannungsroman

Titel: Herzenskalt
Originaltitel: Someone to watch over me
Autorin: Madeleine Reiss
Übersetzt von:Karin Diemerling
Seitenzahl: 350 Seiten, TB 20.7.15
Isbn Nr. 13-978-3-442-48098-2
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 9,99 Euro

Klappentext: "„Ich hab dich lieb, jeden und jeden Tag.“ Unzählige Male hat Carrie diesen Satz zu ihrem fünfjährigen Sohn Charlie gesagt, so auch an jenem Sommertag an der Küste von Norfolk, als ein langer Schatten auf ihr Leben fiel: Sie hatte nur für einen Moment die Augen geschlossen, und als sie sie wieder aufschlug, war Charlie fort. Auch drei Jahre später bestimmt dieses traumatische Ereignis noch Carries Leben, als sie zufällig die alleinerziehende Mutter Molly kennenlernt. Doch noch können die beiden Frauen nicht ahnen, dass an jenem Tag am Strand eine Verbindung entstanden ist, die ihrer beider Schicksal bestimmen wird ..."

Über die Autorin:
Das Schreiben wurde Madeleine Reiss gewissermaßen in die Wiege gelegt, denn sie ist die älteste Tochter des 2012 verstorbenen Schriftstellers und Booker-Preis-Gewinners Barry Unsworth. Madeleine Reiss arbeitete viele Jahre als Journalistin, bevor sie mit »Ich lass dich nicht los« ihren ersten Roman vorlegte, der aus über 1000 Einsendungen einen Buchwettbewerb des bekannten englischen TV-Talks »The Alan Titchmarsh Show« gewann. Derzeit arbeitet Madeleine Reiss an ihrem nächsten Roman, sie hat zwei Söhne und lebt mit ihrer Familie in Cambridge.

Eigene Meinung:
Die Autorin bringt uns die Geschichte in zwei Erzählsträngen nahe. Einmal ist da Carrie, die ihren Sohn Charlie verloren hat. Durch Rückblicke erfahren wir, was genau geschah und wie Ehemann Damian und Carrie mit diesem Verlust versucht haben, fertig zu werden.

Ein weiterer Erzählstrang gibt uns einen Einblick in das Familienleben von Max und seiner Mutter Molly. Wir erfahren, wie Molly ihren Ehemann Ruppert kennengelernt hat und wie sich ihr Leben dadurch verändert hat.

Beide Erzählstränge kreuzen sich erst einmal kurz an einem Tag am Strand, an dem sich Max und Charlie kennengelernt haben.

Dieser Roman erzählt von zwei Tragödien, die sich in zwei verschiedenen Familien abspielten. Sind die Geschichten von Molly und Carrie schon ziemlich interessant, so bekommt die Story jedoch nach ca. 200 Seiten eine total überraschende Wendung. Von da an ist das Buch kaum mehr aus der Hand zu legen.
Zur Spannung kommt eine übersinnliche Komponente hinzu, die mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.

Madeleine Reiss hat die Personen in ihrem Roman sehr genau charakterisiert. Es sind liebeswerte Charaktere dabei und auch etwas schrille Persönlichkeiten. Die Emotionen der Figuren sind durchaus nachvollziehbar, auch wie sie handeln.

Das Buch kann ich euch nur empfehlen. 5/5 Sterne für diese außergewöhnliche, raffinierte Geschichte.



Donnerstag, 3. September 2015

Rezension zu "Herzenskalt" von Sarah Hilary, übersetzt von Astrid Mania, BtB Verlag, Thriller

Titel: Herzenskalt
Originaltitel: Someone Else's Skin
Originalverlag: Headline
Autorin: Sarah Hilary
Übersetzt von: Astrid Mania
Seitenzahl: 448 Seiten, TB, 13.7.15
ISbn Nr. 13-978-3-442-74750-4
Verlag: BtB Verlag
Preis: 9,99 Euro


Verlagsinfo:
"Es gibt Geheimnisse, die schützen. es gibt Geheimnisse, die töten.
Kein Opfer gleicht dem anderen. Keiner weiß das besser als Marnie Rome von der Kriminalpolizei London. Denn sie selbst – die brillante Ermittlerin, klug, schnell, zuverlässig – ist ein Opfer: Vor fünf Jahren wurden ihre Eltern brutal ermordet. Marnie hat sich zurück ins Leben gekämpft, nur wenige wissen um die dunklen Flecken in ihrer Vergangenheit. Auch ihr junger Kollege Noah nicht, mit dem sie in einem Frauenhaus eine Zeugin vernehmen will. Sie hat sich vor ihrem prügelnden Mann dorthin geflüchtet. Routine, ein klarer Fall – doch im Laufe der Ermittlungen beschleichen Marnie Zweifel: Jeder hat etwas zu verbergen, Täter wie Opfer. Jeder hat eine Vergangenheit, die er nur noch vergessen möchte – wie Marnie selbst …"

Über die Autorin:
Sarah Hilary lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bristol. Sie arbeitet bei einem bekannten Reiseführerverlag, war jedoch auch schon als Buchhändlerin oder bei der Royal Navy tätig. Nach vielen Kurzgeschichten ist Herzenskalt ihr erster Roman und gleichzeitig der Start einer ganzen Reihe um die unerschrockene Ermittlerin Marnie Rome von der Kriminalpolizei London. Sarah Hilary schreibt gerade am zweiten Band.

Eigene Meinung: 
Was für ein Thrillerdebüt! Herzenskalt ist komplex, sehr reel und es lässt uns in menschliche Abgründe blicken. Es geht in dieser Geschichte um Gewalt in Familien, Gewalt an Frauen und um Manipulation.

Die Figuren sind alle unglaublich lebendig, die Ermittlerin Marnie ist eine sehr interessante Person, die ich ganz gerne bei weiteren Fällen begleiten möchte.

Wir erhalten einen genauen Einblick in die Seele von Tätern und Opfern, es ist allgemein in diesem Thriller sehr viel Psychologie im Spiel.

DJ Marnie und ihr Team haben einen Fan gewonnen. Ich bin schon gespannt auf den 2. Fall von diesem Team, der soll ja bereits in Arbeit sein.

Von mir gibt es 5/5 Sterne, endlich habe ich wieder eine faszinierende, englische Krimiautorin entdeckt! Ein absoluter Geheimtipp, dieses Buch hat sehr viele Leser verdient. Ihr müsst es einfach lesen. 




Dienstag, 1. September 2015

Rezension zu "Nebelkind" von Emelie Schepp, übersetzt von Annika Krummacher, Blanvalet Verlag, Thriller

Titel: Nebelkind
Autorin: Emelie Schepp
Übersetzt von: Annika Krummacher
Seitenzahl: 448 Seiten (17.8.15) Klappenbroschur
Isbn Nr. 13-978-3-7341-0069-7
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 9,99 Euro
 Klappentext:
"ER wurde gezeichnet. ER tötet. ER ist neun Jahre alt.
Die Staatsanwältin Jana Berzelius wird bei einem spektakulären Fall hinzugezogen: Ein Mann wurde erschossen – die Hinweise verdichten sich, dass die Tat von einem Kind begangen wurde. Dann taucht die Leiche eines Jungen an der schwedischen Küste auf. Seine Fingerabdrücke passen zu jenen des Tatorts, doch warum sollte ein Kind einen Mord begehen? Während die Ermittler im Dunkeln tappen, ermittelt Jana auf eigene Faust. Denn der Junge, der das Wort »Thanatos« als Narbe im Genick trägt, hat ein Geheimnis, das nur Jana kennt: Auch ihr Genick ziert der Name einer Todesgottheit, und nun setzt sie alles daran, herauszufinden, warum."

Über die Autorin:
Emelie Schepp, geboren 1979, wuchs im schwedischen Motala auf. Sie arbeitete als Projektleiterin in der Werbung, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Nach einem preisgekrönten Theaterstück und zwei Drehbüchern verfasste sie ihren ersten Roman: Der zuerst nur im Selbstverlag erschienene Thriller »Nebelkind« wurde in Schweden ein Bestsellerphänomen und als Übersetzung in zahlreiche Länder verkauft.


Eigene Meinung:
Dieses Thrillerdebüt von Emelie Schepp habe ich in meinem Schwedenurlaub genießen dürfen. Erzählt wird in der Sichtweise der einzelnen Ermittler und durch die verstörenden Erlebnisse eines Kindes in der Vergangenheit.
Von der ersten Seite an war ich gefesselt, wobei die Spannung im Laufe der Handlung noch steigt. Das Thema "Immigration" und die dazugehörige Problematik ist brandaktuell und man kann es sich gut vorstellen, dass so etwas passiert, wie es hier geschildert wurde (ich möchte nicht zu viel verraten).

Wir erfahren genauso viel Privates von den Ermittlern, dass es zur Handlung passt. Die Ermittler sind alle total verschieden und jeder von ihnen hat so seine ganz eigenen Probleme zu bewältigen. Die Sympathie für einzelne Ermittler verschiebt sich im Laufe der Handlung. Die Staatsanwältin Jana ist ein sehr komplexer Charakter und handelt entsprechend.

5/5 Sterne für dieses Thrillerdebüt, bei dem einfach alles stimmt. Hier wird nicht zu viel versprochen, wenn man die Autorin in die Liga von Autoren wie Lars Kepler einreiht. Ich hoffe noch mehr Fälle lesen zu dürfen, bei dem dieses Ermittlungsteam und die Staatsanwältin Jana Berzelius tätig werden.

Rezension zu "Mudbound - Die Tränen von Mississippi" von Hillary Jordan, übersetzt von Karin Dufner , Pendo Verlag, Roman

Titel: Mudbound - Die Tränen von Mississippi Autorin: Hillary Jordan Übersetzt von: Karin Dufner Seitenzahl: 348 Seiten, (Klappenbrosc...