Samstag, 28. November 2015

Rezension zu " Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun", T. S. Orgel, Heyne Verlag, High Fantasy

Titel: Die Blausteinkriege 1, Das Erbe von Berun
Autoren: T. S. Orgel
Seitenzahl: 608 Seiten, Paperback, Klappenbroschur (12.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-31688-1
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 14,99 Euro

Verlagsinfo:"Magie ist ein gefährliches Spiel …
Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …"

Über die Autoren:
Mit ihren »Orks vs. Zwerge«-Romanen haben sich die beiden Brüder Tom & Stephan Orgel in die Herzen der deutschen Fantasy-Fans geschrieben. Mit »Die Blausteinkriege« erschaffen sie nun eine neue, gewaltige Welt, die von blutigen Machtkämpfen, geheimnisvoller Magie und verzweifelten Heldentaten erschüttert wird: das neue große Epos der deutschsprachigen Fantasy!

Eigene Meinung:
Viele der Menschen in der Welt von Berun haben Begabungen, die im Dunkeln liegen. Der Blaustein, der in Berun verboten ist, fördert diese zu Tage. Beruns macht war unter dem "Löwen von Berun" sehr groß, doch der alte, mächtige Kaiser ist tot. Sein Erbe, der junge Kaiser des Reiches, ist nicht so richtig daran interessiert, das Reich zu regieren. Er hat nur sein Vergnügen im Kopf. Daher versucht sich die Mutter des Kaisers, die Interessen des Reiches zu schützen und gerät dabei  in eine Falle, denn es gibt zu viele Personen, die ein Interesse daran haben, die Macht an sich zu reißen.

Die Blausteinkriege 1- Das Erbe von Berun ist ein spannender Auftakt einer High-Fantasy-Reihe mit viel Action, vielen Geheimnissen, blutige Schlachten, Schwertkämpfen, Verfolgungsjagden, Verrat, Magie, Intrigen und interessanten Persönlichkeiten.

Alle Personen, wie der Meisterspion, den man Puppenspieler nennt, das Mädchen Sara, das auf der Straße lebt, Messer, der Auftragsmörder, Marten, der Schwertkämpfer und Lebemann, spielen eine ganz bestimmte Rolle in diesem Epos. Die Geschichte ist aus der Sicht dieser verschiedenen Hauptcharaktere geschrieben. In kurzen Kapiteln wechseln die Perspektiven ab, so dass man schnell weiterlesen muss, weil man ja wissen möchte, was z. B. bei Marten gerade geschieht. Natürlich begegnen sich die Protagonisten und diese Begegnungen haben auf den weiteren Verlauf der Geschichte große Auswirkungen.

Eine Landkarte und ein Personenverzeichnis helfen dem Leser, sich in der Geschichte besser zurecht zu finden. Das ist auch notwendig, denn es kommen viele verschiedene Personen und viele Schauplätze in der Story vor.

Ich vergebe für diesen sehr detaillierten, komplexen ersten Band der neuen Fantasy-Trilogie 4/5 Sterne. 

Mittwoch, 25. November 2015

Lesung von Thees Uhlmann aus seinem Debütroman "Sophia, der Tod und ich" im franz K. am Donnerstag

© Ingo Pertramer


Der Deutschrock-Musiker Thees Uhlmann, den wir bereits im franz K. auf seiner musikalischen Solo-Tour gesehen hatten, war am Donnerstagabend vor ca. 200 Fans noch einmal dort zu Gast.

Diesmal gab es keine Musik zu hören, er hat aus seinem Debütroman "Sofia, der Tod und ich" vorgelesen. Auf seinen ersten Roman mussten die Fans lange warten. Den Vorschuss für diese Geschichte hat er bereits zu DM-Zeiten von seinem Verleger bekommen, das ist ja schon eine ganze Weile her. 2000.- DM waren das, die er sofort mit seinen Freunden von der Band "Kettcar" auf St. Pauli auf den Kopf gehauen hat. Als er Jahre später dem Verleger das Geld zurückzahlen wollte, weil er langsam ein schlechtes Gewissen bekam, meinte der, dass er auf Bob Dylans Roman 40 Jahre lang gewartet habe, da könne er auf seinen Roman ruhig noch etwas warten.

Am Donnerstagabend ließ Thees nicht lange auf sich warten. Fast sofort begann er, aus seinem Roman vorzulesen. Die Geschichte handelt vom Tod, der an der Tür des Erzählers klopft, in dem Fall klingelt. Doch so einfach wird das nicht. Der Erzähler lässt sich nicht so schnell abholen. Zwischen den beiden kommt eine abgefahrene Diskussion zu Stande, in der es um alles oder nichts geht und um tausend Nebensächlichkeiten.

Zusammen mit seiner Ex Sophia und dem Tod macht sich der Altenpfleger auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er schon ewig nicht mehr gesehen hat. Er schreibt ihm aber täglich eine Postkarte. Die Reise bewegt sich zwischen "Heaven and hell" und der Tod bekommt Freude am Leben. Die ganze Story ist sehr schräg, mit trockenem Humor und emotional berührend zugleich. Angeblich hat die Geschichte nichts autobiographisches ...

Zwischendurch erzählt Thees Uhlmann Anekdoten aus seinem Leben,  von seinem Ausflug mit seinem Freund zum Fußballspiel von St. Pauli, von seinen WG-Zeiten, mit einer Vermieterin, die Alkoholikerin ist, und ab und an schon mal nachts mit einem Glas Whisky an seinem Bett sitzt. Kumpel "Sebbe", mit dem er immer noch Kontakt hat, saß mit Familie im Publikum, was Thees total gefreut hat. 

Eine Pause kündigte der Newcomer auch an. Thees entsorgte das schwarze Tischtuch, in das er sich mit seinem nervösen Gewippe ständig verhedderte und meinte, das Publikum solle die Pause nutzen um im franz K. den Getränkeumsatz anzukurbeln, falls wir den "Glimmer" nicht schon hätten, wäre jetzt die Gelegenheit, ihn zu bekommen.

Seine Protagonistin Sophia ist so eine tolle Frau, dass sich propmpt einer von der Presse in sie verliebt hat, das hat dem Schriftsteller natürlich gar nicht gepasst.

Zum Schluss las er noch eine heiße Sexszene vor, was würden wir auch anderes von einem Rocksänger erwarten?

Ganz klar, Thees Uhlmann macht nicht nur gute Musik, er kann auch gut vorlesen und er ist wie erwartet ein guter Entertainer.

Das Hörbuch hat er wohl selber besprochen, und auch das kann er, denn er hat eine angenehme Stimme.


Montag, 23. November 2015

Rezension zu "Das barmherzige Fallbeil" von Fred Vargas, übersetzt von Waltraud Schwarze, Limes Verlag, Kriminalroman

Titel: Das barmherzige Fallbeil
Originaltitel: Temps Glaciaires
Originalverlag: Flammarion, Paris 2015
Autorin: Fred Vargas
Übersetzt von Waltraud Schwarze
Seitenzahl: 512 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag (26.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-8090-2659-4
Verlag: Limes Verlag
Preis: 19,99 Euro

 Verlagsinfo:
 "Adamsberg ist zurück, und seine Ermittlungen führen ihn in die blutige Zeit der Französischen Revolution und in die tödliche Kälte Islands ...
Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …"

Über die Autorin: 
Fred Vargas, geboren 1957, ist ausgebildete Archäologin und hat Geschichte studiert. Sie interessierte sich anfänglich für die Frühgeschichte, bis sie ihre Leidenschaft für das Mittelalter entdeckte. Fred Vargas ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin mit internationalem Renommee. 2004 erhielt sie für Fliehe weit und schnell den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk."

Eigene Meinung:
Adamsberg ermittelt mit seinem Team in einem vermeintlichen Selbstmordfall, stößt dabei auf weitere angebliche Selbstmorde und versucht, den Knäuel zu entwirren. Das gestaltet sich als sehr schwierig und ist von vielen Vernehmungen und entsprechend vielen Dialogen geprägt.

Nicht nur Adamsberg und sein Ermittlungsteam, auch sämtliche Verdächtige in diesem Krimi sind sehr eigenwillige Personen. Es macht total Spaß, die Dialoge und Vernehmungen in diesem Krimi zu verfolgen. Der trockene Humor in den Dialogen gefällt mir total gut und macht die Geschichte und alle Figuren sehr lebendig und liebenswert.

Sprachlich bewegt sich dieser Krimi auf sehr hohem Niveau, die Geschichte ist durchgehend spannend und man rätselt bis zum Schluss, wer den nun der Mörder ist.

Der Plot ist total interessant, es geht um die Französische Revolution rund um Robespierre. Ein weiterer Ansatzpunkt von Adamsbergs Ermittlungen ist eine Reisegruppe, deren Reise nach Grimsey, genau genommen auf eine geheimnisvolle "Fuchsinsel",  führte. Vom Ausflug auf diese Insel sind zwei Mitglieder der Reisegruppe nicht mehr zurückgekehrt. Adamsberg verfällt dem herben Charme der Insel, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann.

Das Kommissariat hat einen Kater "Kugel" genannt, der nicht mehr Treppensteigen kann und zum Futternapf hochgetragen werden muss. Er frisst nur, wenn man ihm dabei Gesellschaft leistet und schläft im unteren Stockwerk neben dem Kopierer. Nicht nur die Kommissare haben ein Haustier, auch ein zahmes Wildschwein "Marc" spielt eine kleine Rolle in dieser Geschichte.

Natürlich kommt auch gutes Essen hier vor. Was auch immer "Strohkartoffeln" sind, diese werden im Lokal in der Nähe eines Ermittlungsortes vorbestellt, weil sie sonst alle sind, bis Adamsberg und Co. dort auftauchen. Manche Vernehmung fällt in die Zeit, in der ein Aperitif getrunken werden sollte. Da wird dann eben während der Vernehmung ein Glas Wein fällig.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für Leser, die komplexe, leicht skurrile, mystisch angehauchte  Krimis mit einem Einblick in ein geschichtliches Thema, lieben.




Samstag, 21. November 2015

Rezension zu "Der Schinder" von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler, Thriller, Telescope Verlag

Titel: Der Schinder
Autorinnen: Nadine d'Arachart und Sarah Wedler
Seitenzahl: 218 Seiten (broschiert, 16.11.15)
Isbn Nr. 13-978-3959150101
Verlag: telescope Verlag
Preis: 9,99 Euro

 Verlagsinfo:
"Was, wenn jemand eine Rechnung mit dir offen hat? Was, wenn dieser Jemand ein Serienmörder ist? Maxim Winterberg kann sich an nichts mehr erinnern. Der ehemals anerkannte Folterexperte und Mitarbeiter der Polizei ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Dennoch ruft Kommissarin Daria Storm ihn zur Hilfe, als an verlassenen Orten auf einmal grausam zugerichtete Leichen gefunden werden. Die Toten tragen die Handschrift des Schinders, eines Serienmörders, der vor zwei Jahren sein Unwesen trieb und dann spurlos verschwand. Doch jetzt ist er zurück und eine Hetzjagd durch die Ruinen Berlins nimmt ihren Lauf. Zu spät verstehen Maxim und Daria, dass sie absolut niemandem vertrauen dürfen …"

Über die Autorinnen:
Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, schreiben seit mehr als 10 Jahren gemeinsam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien erhielten sie verschiedene Preise für ihre Kurzgeschichten und Drehbuchideen. Außerdem nahmen sie am Finale des Open Mike 2011 teil. Zuletzt wurden sie im November 2012 mit dem Förderpreis des Literaturbüro Ruhr ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Die Muse des Mörders“ wird für ZDF und ORF verfilmt. „Abgründe“ ist ihre dritte Krimi-Veröffentlichung und zugleich das erste Buch, das sie je schrieben.

Eigene Meinung: 
Kein leichter Fall für Kommissarin Daria Storm und ihren Kollegen Martin. In Berlin treibt ein Serienmörder, der auch "Der Schinder" genannt wird, weil er seinen Opfern die Haut abzieht, sein Unwesen. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich als sehr schwierig, da der Killer keine Spuren hinterlässt. Etwas ist auffällig, er legt seine Opfer an so genannten "Lost Places" ab. Fast scheint es, als ob er die Polizei an diese Orte führen möchte, damit sie die Leichen oder Leichenteile finden.  Daria braucht die Hilfe des Folterexperten Maxim Winterberg. Doch der hat eine Amnesie, da er selbst ein Opfer des Schinders wurde und als Einziger dessen Folter überlebt hat.

Die beiden Autorinnen haben hier einen Thriller erschaffen, der von der Atmosphäre an den verlassenen Orten, einigen "Lost Places" in Berlin, lebt. Zusammen mit den grausamen Verbrechen des Schinders ist das ziemlich unheimlich und ergibt während des Lesens eine leichte Gänsehaut.

Der Experte für mittelalterliche Foltermethoden Maxim Winterberg, der durch seine Erlebnisse mit dem Schinder traumatisiert wurde und über seinen Schatten springen muss, um Daria zu helfen, ist genauso wie die alleinerziehende Daria, die zu Alleingängen neigt, eine sehr lebendig dargestellte, interessante Figur.

Es stellen sich natürlich Fragen wie, warum hat Maxim die Folter des Schinders überlebt? Hat der Mörder es wieder auf den Folterexperten abgesehen und warum? Da ist es schon vorprogrammiert, dass man unbedingt wissen möchte, wie die ganze Geschichte ausgehen wird.

Die Story ist von Anfang an spannend und fesselnd erzählt und nichts für zartbesaitete Gemüter. Zum Ende hin steigert sich das Tempo noch einmal und man wird so richtig überrascht.

Für diesen Thriller vergebe ich doch gerne 5/5 Sterne. Auch dieses neue Buch der beiden Autorinnen kann ich euch absolut empfehlen.





Mittwoch, 18. November 2015

Rezension zu "Das Joshua-Profil" von Sebastian Fitzek, Lübbe Verlag, Thriller

Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Seitenzahl: 430 Seiten, Hardcover (26.10.15) ab 16 Jahren
Isbn Nr. 13-978-3-7857-2545-0
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Preis: 19,99 Euro

Verlagsinfo: "Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist."

Über den Autor:
Sebastian Fitzek, Jahrgang 1971, geboren in Berlin, entschied sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Promotion zum Dr. jur. gegen einen juristischen Beruf und für eine kreative Tätigkeit in den Medien. Nach dem Volontariat bei einem privaten Hörfunksender wechselte er als Unterhaltungschef und später als Chefredakteur zur Konkurrenz und machte sich danach als Unternehmensberater und Formatentwickler für zahlreiche Medienunternehmen in Europa selbständig. Er lebt in Berlin, wo er derzeit in der Programmdirektion eines großen Hauptstadtsenders tätig ist.
"Mit so einem großem Erfolg hätte ich nie gerechnet", sagt Fitzek zu BILD. "Die Resonanz auf das Buch ist unglaublich. Jeden Tag bekomme ich seitenlange Leserpost."

Eigene Meinung: 
Zur Story reicht es, die Verlagsinfo zu kennen, mehr Infos würden meiner Meinung nach Überraschungseffekte zu nichte machen und die Spannung nehmen.

Sebastian Fitzek hat hier mal wieder zugeschlagen! Von der ersten Seite an war ich von der sehr interessanten Story, den teilweise skurrilen Figuren und dem fesselnden, sehr spannenden Schreibstil des Autoren in den Bann geschlagen.

Der Schriftsteller Max, ein Losertyp, gerät von einer Katastrophe in die nächste.Es ist nicht klar, ob er den Verstand verloren hat, ob er ein gerissener Verbrecher ist, oder einfach nur eine Figur in einem kosmischen Spiel ist. Auch Cosmo, der Bruder von Max, weckt Gefühle. Man findet ihn irgendwie sympathisch, obwohl er ein verurteilter Verbrecher ist. Eine Paketbotin wird durch Zufall in die Geschehnisse gezogen und man fiebert mit, ob die Sache für sie gut ausgehen wird, ebenso für Jola, die Tochter von Max, die entführt wurde.Nur wer steckt dahinter? Max? Cosmo? Die Frau von Max? 

Sebastian Fitzek macht es den Lesern nicht leicht. Er führt uns auf falsche Spuren und lässt uns unsere Annahmen wieder verwerfen. Mir gefällt der schwarze Humor, der an manchen Stellen auftaucht, auch sehr gut.

5/5 Sterne für diese sehr spannende, temporeiche und überaus raffinierte Story mit vielen Verfolgungsjagden, vielen Cliffhangern und einem Thema, das zum Nachdenken anregt. (Sogar die Danksagung in diesem Thriller ist sehr unterhaltsam zu lesen).



Freitag, 13. November 2015

Rezension zu "Zerschunden" von Michael Tsokos und Andreas Gößling, Droemer Knaur-Verlag,True-Crime-Thriller,

Titel: Zerschunden
Autoren: Michael Tsokos, Andreas Gößling
Seitenzahl: 432 Seiten (Paperback, 1.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-426-51789-5
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 14,99 Euro
 Verlagsinfo:
"Ein Serienkiller, der europaweit in der Nähe von Flughäfen zuschlägt. Er ist schnell, er ist unberechenbar, und er ist nicht zu fassen. Seine Opfer: Alleinstehende Frauen, auf deren Körper er seine ganz persönliche Signatur hinterlässt. Ein Fall für Rechtsmediziner Fred Abel vom Bundeskriminalamt, der plötzlich tiefer in den Fall involviert ist, als er möchte. Denn der Hauptverdächtige ist ein alter Freund, dessen kleine Tochter im Sterben liegt.

Der Auftakt zu einer hochspannenden Serie, die auf authentischen Fällen und echten Ermittlungen basiert - von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner.
„Nichts ist so grausam wie die Realität - eine fulminante Mischung aus Fakten und Fiktion!“ Sebastian Fitzek"

Über die Autoren:
Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller.

Andreas Gößling wurde 1958 geboren und ist promovierter Literatur- und Sozialwissenschaftler. Unter Pseudonym und seinem eigenen Namen hat er zahlreiche Sachbücher und Romane für jugendliche und erwachsene Leser verfasst. Er lebt als freier Autor mit seiner Frau in Berlin, wo er auch den Spezialverlag MayaMedia leitet.

Eigene Meinung:  
Ich war sehr gespannt auf "Zerschunden", da mir "Abgeschnitten", das Michael Tsokos zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben hatte, sehr gut gefallen hat. Entsprechend war mein Anspruch an diesen True-Crime-Thriller sehr hoch.

Der Erzählstil, den die beiden Autoren hier gewählt haben, ist sachlich nüchtern. Ich hatte den Eindruck, einen Zeitungsbericht zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und der Leser bekommt interessante Informationen über rechtsmedizinische Untersuchungsmethoden und Ermittlungsarbeit. Manche Kapitel werden aus der Perspektive des Täters erzählt.

Mir persönlich war der Erzählstil zu nüchtern, es wurden zu viele Fälle in dieses Buch gepackt. Der Rechtsmediziner Fred Abel blieb mir sehr fremd, die Figur hat mir auch nicht gefallen. Er hat unglaublich viele Verbindungen in alle Teile der Welt, er war natürlich auch ein Held bei der Bundeswehr.

Durch den Erzählstil kam keine richtige Spannung auf, an das Buch gefesselt war ich nicht.  Teilweise ist das Buch sehr blutig, aber Blut allein macht keine Spannung aus.

Von mir gibt es 3/5 Sterne.
Dieser Thriller ist etwas für Leser, die gerne einen Einblick in die Arbeit der Rechtsmedizin haben möchten.





 

Dienstag, 10. November 2015

Rezension zu "Sterne über der Alster" von Micaela Jary, historischer Roman, Piper Verlag

Titel: Sterne über der Alster
Autorin: Micaela Jary
Seitenzahl: 432 Seiten, kartoniert (9.11.15)
Isbn Nr. 13-978-3-492-30697-3
Verlag:  Piper Verlag
Preis: 9,99 Euro



Verlagsinfo: "Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ... "

Über die Autorin:
Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München.

Eigene Meinung: 
Micaela Jary hat auch diese Fortsetzung der Familiengeschichte der Hamburger Reederfamilie Dornhain spannend und fesselnd erzählt. Fast schon ein wenig Krimi ist in dieser Geschichte enthalten, wird doch der Chauffeur der Familie wegen Mordes verhaftet, der Familienvorstand erpresst, es geschieht eine Vergewaltigung und auch auf den Straßen ist es in der Zeit um 1918/19 in Hamburg nicht sicher.
Nicht nur, dass wir erfahren, wie es mit den sympathischen Charakteren Nele, Ellinor, Livi und Klara weitergeht, auch diesmal erleben wir deutsche Geschichte so nebenbei. Viel interessanter und viel lebendiger erzählt, wie die langweiligen Quellentexte im Geschichtsunterricht. So macht Geschichte Spaß und man kann sich die Ereignisse viel besser merken!

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung.


Freitag, 6. November 2015

Rezension zu "Das Wolkenhotel" von Oliver Fehn, Pandämonium Verlag, Roman

Titel: Das Wolkenhotel
Autor: Oliver Fehn
Seitenzahl: 172 Seiten (broschiert, 30.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3944893037
Verlag: Pandämonium Verlag
Preis: 12,90 Euro

Verlagsinfo:
"In dem aufwühlend erzählten Roman "Das Wolkenhotel" schildert Oliver Fehn die Odyssee der beiden Teenager Sparrow und Wolfi in das verruchte „Wolkenhotel“, einen in den Wäldern versteckten Umschlagplatz für die unheilvolle Droge Cloud 13, die Menschen in eine Welt versetzt, in der sie alles wiederfinden können, was sie je verloren haben. Unter dem Einfluss von Cloud 13 trifft Sparrow seine geliebte Mutter wieder, die sich selbst das Leben nahm. Zu spät erkennt er, dass der Flug auf Wolke dreizehn auch der Weg ins nackte Grauen ist."

Über den Autor:
Oliver Fehn, Autor und Musiker, schrieb nicht nur Romane wie „Die Klavierbrücke“ und „Verfluchter Sommer“, er ist auch als Autor, Lektor und Übersetzer von Musikfachbüchern der …für Dummies-Reihe (Verlag Wiley/VCH, Weinheim) tätig. In seiner Jugend lebt er abwechselnd in Deutschland und Amerika und reiste in der Welt herum. Seit einigen Jahren führt er mit seiner Familie ein anonymes und zurückgezogenes Leben in einer Kleinstadt. 

Eigene Meinung:
Auf "Das Wolkenhotel" habe ich mich total gefreut. Durfte ich doch schon einen Ausschnitt aus der Geschichte auf Olivers Blog lesen.

Wie üblich, hat der Autor eine wundervolle, poetische Sprache gewählt. Die Geschichte fesselt von Anfang an. Sie ist spannend und sehr atmosphärisch erzählt.

Wolfi und den Ich-Erzähler Sparrow kennt der Leser bereits aus "Die Klavierbrücke", die ich jedem Leser empfehle. Sie gehört, wie das Wolkenhotel, zu den ganz besonderen Geschichten, die lange nachklingen.

Die Personen sind sehr gut charakterisiert und teilweise etwas skurril. Alle Personen haben zwei Seiten, sie sind nicht nur "gut" oder "böse". Fast alle Protagonisten sind auf der Suche nach etwas, das ihnen fehlt oder nach einer Person, die sie kennenlernen, oder wiedersehen möchten. Dafür benutzen sie die Droge Cloud 13. Doch alles im Leben hat seinen Preis, wie es in dem Roman so schön heißt.  Ist es ein Trugbild, was sie da sehen? Ist es Realität oder Traum, was sie erleben?

Die Story ist spannend und unheimlich. Wer sucht, der findet Musik in der Geschichte. Die verschiedenen Personen, wie Marla, die Psychiaterin, oder Husky, erzählen ihre ganz eigenen Geschichten.

Meine absolute Leseempfehlung für diese etwas unheimliche, wunderschön erzählte Geschichte, die von Anfang an einen traurigen Unterton hat.


Montag, 2. November 2015

Rezension zu "Trügerische Nähe" von Susanne Kliem, Carl's Books, Kriminalroman


Titel: Trügerische Nähe
Autorin: Susanne Kliem
Seitenzahl: 352 Seiten (Paperback, Klappenbroschur, 14.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3-570-58550-4
Verlag: carl's books
Preis: 14,99 Euro


Verlagsinfo
"In einem Dorf vor den Toren Berlins erfüllen sich zwei Paare Mitte vierzig ihren Traum: Sie ziehen auf einen stilvoll renovierten Hof und freuen sich auf ein beschauliches, naturnahes Landleben. Die beiden Männer kennen sich aus Studienzeiten, auch ihre Partnerinnen Marlis und Nora verstehen sich gut. Als ganz unerwartet Livia, Marlis’ attraktive Tochter aus erster Ehe, auftaucht, setzt sie eine gefährliche Dynamik in Gang. Die junge Frau wirkt verzweifelt, scheint in etwas verstrickt, über das sie nicht sprechen möchte. Alle sorgen sich um sie. Doch Livia verfolgt ihre ganz eigenen abgründigen Interessen und spielt die Bewohner gnadenlos gegeneinander aus. In kürzester Zeit verwandelt sich der idyllische Hof in einen beklemmenden Ort: Eifersucht, Neid und Verdächtigungen vergiften alle Beziehungen und enden in erbitterter Feindschaft. Dann wird auf einer Waldlichtung eine Leiche gefunden. Und allen ist klar, dass der Täter nur einer von ihnen sein kann …"

Über die Autorin:
Susanne Kliem wurde 1965 am Niederrhein geboren. Sie arbeitete u.a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Ihre Krimis wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr 2013 bei carl's books Die Beschützerin.

Eigene Meinung:
Die Geschichte beginnt friedlich, idyllisch und man meint, die beiden befreundeten Ehepaare, die gemeinsam auf einen Hof in der Nähe von Berlin gezogen sind, hätten das richtige getan. Fast schon beneidet man die beiden Pärchen. Doch bald merkt man, dass der Schein trügt und eine bedrohliche Atmosphäre zieht auf. Die Beziehungen der Ehepaare sind nicht ganz heil, auch herrscht Neid, Missgunst und Misstrauen zwischen den einzelnen Personen. Nora scheint einen Burnout gehabt zu haben und versucht wieder auf die Beine zu kommen. Welche Probleme Marlis hat, kommen erst so nach und nach zu Tage.
Livia, die wunderschöne Tochter von Marlies taucht auf dem Hof auf und scheint als Katalysator zu wirken. Die Probleme zwischen den Protagonisten treten jetzt offen zu Tage. Wer lügt? Wer spricht die Wahrheit? Warum herrscht plötzlich so eine starke Rivalität zwischen den Personen?

Susanne Kliem hat hier eine interessante Psychostudie geschrieben, die erst gegen Ende der Geschichte zum Krimi wird. Die Personen sind sehr vielschichtig, sehr gut charakterisiert und durch die verschiedenen Erzählperspektiven, in denen jeder Protagonist Gehör bekommt, erhalten wir einen genauen Einblick in deren Gefühlswelt.

5/5 Sterne für diesen etwas anderen Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Ich werde bestimmt noch mehr Bücher von Susanne Kliem lesen, da mir ihr Erzählstil sehr gut gefällt.


 

  

Überraschungspäckchen zu gewinnen

 Auch im Wonnemonat Mai könnt ihr bei mir ein Überraschungspäckchen gewinnen. Was ist denn in dem Päckchen drin? Ein Buch auf jeden Fall...