Montag, 18. September 2017

Rezension zu "Wie der Wind und das Meer" von Lilli Beck, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Wie der Wind und das Meer
Autorin: Lilli Beck
Seitenzahl: (512 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 18.9.17)
Isbn Nr. 13-978-3-7645-0577-6
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 19,99 Euro
 

Verlagsinfo:
 "»Halt dein Gesicht in den Regen, jeder Tropfen ist ein Kuss von mir ...«
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …www.lilli-beck.de"

Über die Autorin:
Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen.

Eigene Meinung:

Die Story dreht sich um zwei Kinder, die in den Kriegswirren 1945 ihre Eltern verloren haben. Das Mädchen Sarah ist Jüdin. Der Junge und das Mädchen beschließen, sich als Geschwister auszugeben, weil das Mädchen seiner verstorbenen Schwester sehr ähnlich sieht. Diese Lüge hat Folgen, die beiden verlieben sich später ineinander. Sie trauen sich nicht zuzugeben, dass sie keine Geschwister sind. Für beide ist es die ganz große Liebe, die sie erfahren haben und nicht leben dürfen, was für den Lebensweg von Paul und Sarah und ihren Angehörigen entsprechende, tragische Folgen hat

Das Buch ist sehr lebendig geschrieben. Man erfährt viel vom Leben im Nachkriegsdeutschland ganz nebenbei. Z. B. wie es den Kindern in Waisenhäusern erging zu der Zeit, Alleinerziehenden, der 1. Fernseher, später etwas über die Hausbesetzerszene in Berlin oder die ersten Frauenhäuser. 
 
Lilli Beck schreibt flüssig, spannend und mit einem gewissen Fesselfaktor. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen.  Ihre Protagonisten sind sehr lebendig dargestellt. Man fühlt sich Mitten im Geschehen, in der Großmarkthalle mit ihrem geschäftigen Treiben oder im Tonstudio zusammen mit Sarah.

Mir hat die Lebensgeschichte von Sarah und Paul sehr gut gefallen. 



Mittwoch, 13. September 2017

Rezension zu "Die Perlenfrauen" von Katie Agnew, übersetzt von Jens Plassmann, Heyne Verlag, Roman

Titel: Die Perlenfrauen
Autorin: Katie Agnew
Übersetzt von: Jens Plassmann
Seitenzahl:  560 Seiten, TB, Klappenbroschur13.2.17
Isbn Nr. 13-978-3-453-42029-8
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo:
"Manchmal muss man alte Wunden öffnen, um sein Glück zu finden
Zu ihrem 18. Geburtstag bekam die Schauspielerin Tilly Beaumont 1947 eine atemberaubend schöne Halskette geschenkt. Das Schmuckstück begleitete sie durch ihre ruhmreiche Karriere hindurch und zierte ihren Hals auf den glamourösesten Partys – bis sie auf einmal spurlos verschwand. Jahre später bittet Tilly ihr Enkelin Sophia, die Kette zu finden. Sophia hat gerade schmerzlich erfahren, dass man mit gutem Aussehen und dolce vita allein keine Rechnungen bezahlen kann. Die wertvolle Perlenkette könnte nun einige ihrer Probleme lösen. Aber was sind die eigentlichen Gründe für Tillys Auftrag? Und wie soll Sophia ein Erbstück finden, das sie noch nie gesehen hat?"

Über die Autorin:
Katie Agnew wurde in Edinburgh geboren. Sie arbeitete lange Zeit als Journalistin für Marie Claire, Cosmopolitan, Red und die Daily Mail, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Katie lebt mit ihrer Familie in Bath.

Eigene Meinung:
Sophia, Tochter aus reichem und berühmten Hause, tingelt durch die Londoner Clubs - sie ist ein sogenanntes "It-Girl" - und sorgt für negative Schlagzeilen. Mit ihrem besten Freund Hugo lebt sie zusammen in einem Haus eines Bekannten, da ihre Eltern die Nase voll von ihr haben und ihr kein Geld mehr zur Verfügung stellen. Ihre schwerkranke Großmutter Tilly nimmt Kontakt zu Sophia auf und schickt ihr Briefe. Sophia soll sie besuchen. Es dauert ziemlich lange, bis sich Sophia dazu entschließt ihre Großmutter zu besuchen. Sie erfährt von ihrer Großmutter, dass sie die Perlenkette, die Tilly zu ihrem 18. Geburtstag von ihrem Vater geschenkt bekommen hat, auftreiben soll. Sophias Mutter war zuletzt Besitzerin dieser Kette, doch die streitet ab, dass es die Kette überhaupt gibt. Sophia gibt nicht auf und begibt sich zusammen mit Hugo auf die Suche nach der Kette.

Ein zweiter Erzählstrang handelt von Dominic, der aus Ecuador zurückgekehrt ist nach New York. Seine Frau hat sich vor einigen Wochen von ihm getrennt und während seiner Abwesenheit die Wohnung leergeräumt. Dominic muss sein Leben neu ordnen.

Ein weiterer Erzähltstrang führt uns nach Japan, wo wir Aiko kennenlernen, die ihre Kindheit mit Perlentaucherinnen verbracht hat.

Der Klappentext klang sehr spannend und interessant, allerdings ist der Erzählstil der Autorin überhaupt nicht fesselnd und spannend. Er ist sehr detailliert und langatmig. Ich habe dreimal damit begonnen, das Buch zu lesen. Es dauert über 150 Seiten, bis Sophia überhaupt erst einmal ihre Großmutter besucht.

Katie Agnew erzählt sämtliche Lebensgeschichten aller Beteiligten viel zu ausführlich. Die Personen bleiben sehr oberflächlich, Sophia ist überhaupt nicht sympathisch. Einzig die Lebensgeschichte von Aiko ist interessant.

Zwar wird es etwas spannender, als sich Sophia und Hugo auf die Suche nach den Perlen begeben und die Protagonisten der einzelnen Handlungsstränge treffen dann auch zusammen, aber das rettet die Story dann auch nicht mehr. Es ist sehr vorhersehbar, was dann passieren wird. Zum Ende hin werden dann wie erwartet, die Familiengeheimnisse aufgedeckt. 

Dieser Roman hat mich leider überhaupt nicht überzeugt.
 

 

Montag, 11. September 2017

Rezension zu "Marlenes Geheimnis" von Brigitte Riebe, Diana Verlag, Roman

Titel: Marlenes Geheimnis
Autorin: Brigitte Riebe
Seitenzahl: (gebundenes Buch mit Schutzumschlag 11.09.17)
Isbn Nr. 13-978-3-453-29205-5
Verlag: Diana Verlag
Preis: 19,99 Euro


Verlagsinfo: " Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Bestsellerautorin Brigitte Riebe ist zurück – mit einem bewegenden Roman über ein deutsches Familienschicksal"

Über die Autorin:
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit „Marlenes Geheimnis“ widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Eigene Meinung:
"Marlenes Geheimnis" hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Gewohnt flüssig und fesselnd beschreibt Brigitte Riebe das Schicksal dreier Frauen. Der Roman spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen.

Im ersten Erzählstrang begleiten wir Nane, die nach dem Tod ihrer Großmutter an den Bodensee zurückkehrt und sich eine Auszeit von ihrem Job nimmt.  Dabei stößt sie durch das altes Tagebuch von Eva, ihrer Großmutter, auf ein Familiengeheimnis. Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von den beiden Frauen Eva und Marlene, die Ende des Dritten Reiches aus ihrer Heimat vertrieben werden. Marlene, Nanes Tante, ist die Herrscherin über einige Obstplantagen am Bodensee. Sie verarbeitet das Obst zu Schnaps.
   
Es ist sehr interessant zu erfahren, was die Frauen auf ihrer Flucht alles erleiden mussten. Ich glaube, fast jeder hat in seiner Familiengeschichte Vorfahren, die vertrieben wurden.  Meist wollen die Betroffenen über diese leidvolle Zeit nicht reden.

Um so spannender ist es, in einem gut recherchierten Roman lesen zu können, wie es damals war, ohne langweilige Geschichtsbücher wälzen zu müssen.

Man ist von Anfang an mitten im Geschehen und leidet mit den Frauen. Die drei Frauen in diesem Roman sind alle sehr sympathisch und sehr lebendig und müssen in manchen Situationen über sich hinauswachsen, wie so viele Frauen in dieser Zeit. Die Liebe spielt natürlich auch eine große Rolle.

5/5 Sterne für diesen interessanten Einblick in die deutsche Nachkriegszeit.





Mittwoch, 6. September 2017

Rezension zu "Todesreigen" von Andreas Gruber, Goldmann Verlag, Thriller

Titel: Todesreigen
Autor: Andreas Gruber
Seitenzahl: (TB, Klappenbroschur, 21.8.17)
Isbn Nr. 13-978-3-442-48313-6
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 9,99 Euro



Verlagsinfo:
"Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ..."

Über den Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Eigene Meinung:

Auch der 4. Band der Reihe um den Profiler Maarten S. Sneijder hat es wieder in sich. Von der ersten Seite an hat Andreas Gruber auf Spannung und Tempo gesetzt, so dass das Buch kaum aus der Hand zu legen ist.

Sabine Nemez ermittelt in einer Selbstmordreihe von Kollegen aus dem BKA. Die Kollegen haben nicht nur scheinbar Selbstmord begangen, Familienmitglieder von ihnen wurden zuvor ermordet. Zusammen mit ihrer Kollegin Tina beginnt Sabine zu ermitteln. Doch von Kollegen werden ihnen Steine in den Weg gelegt und Maarten S. Sneijder, der vom Dienst suspendiert wurde, ist auch nicht sehr kooperativ. Er ist der übliche Kotzbrocken. Er kommt erst in die Gänge, als Sabine verschwindet.

Erzählt wird über verschiedene Handlungsstränge. In einem begleiten wir die Ermittlungen von Tina und Sabine, ein weiterer Handlungsstrang erzählt von einem Ereignis 20 Jahre zuvor, das wohl der Schlüssel  ist, zu den  Morden und scheinbaren Selbstmorden. Dann gibt es noch Hardy,  der 20 Jahre lang im Gefängnis gesessen hat, für eine Tat, die er bestreitet begangen zu haben. Er will aufklären, wer hinter allem steckt.

Ich mag die Charaktere, die Andreas Gruber entworfen hat, Sabine Nemez, die sich in die Fälle verbeisst und auch an einem Fall dran bleibt, wenn ihr der Fall entzogen wird. Ihre toughe Kollegin Tina und natürlich Maarten S. Sneijder, dieser Sonderling, der für herrliche Dialoge sorgt.

Spannungs- und tempomäßig gibt es hier nichts zu meckern. Andreas Gruber hat in diesen kniffligen Fall einige überraschende Wendungen eingebaut und sorgt für ein großartiges Finale an einem passenden, etwas düsteren Ort.

Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder sind ein Kult-Ermittlungsteam und ich freue mich auf weitere, verzwickte, superspannende Fälle. Diese Reihe kann ich euch uneingeschränkt empfehlen.



Freitag, 1. September 2017

Rezension zu "Von Teufeln, Geistern und Dämonen " von Gustavo Adolfo Bécquer,übersetzt von Hans Krüger-Welf, illustriert von Paul Haase, Pandämonium Verlag

Titel: Von Teufeln, Geistern und Dämonen
Autor: Gustavo Adolfo Becquer
übersetzt von: Hans Krüger-Welf
Illustrationen: Paul Haase
neu bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von: Oliver M. Fehn
Seitenzahl: 248 Seiten, (TB, 1.7.17)
Isbn Nr. 13-978-3944893143
Verlag: Pandämonium Verlag
Preis. 14,95 Euro

Verlagsinfo:
"Gustavo Adolfo Bécquer gilt längst als Wegbereiter der spanischen Literatur. Auch wenn er zu Lebzeiten keine große Berühmtheit erlangte, so sind seine atmosphärischen Schauergeschichten dennoch unvergessen geblieben.
Düstere Legenden, Spukphänomene, okkulte Beschwörungen und unerklärliche Ereignisse aus lange vergangenen Zeiten bilden den Kern der 18 in diesem Buch enthaltenen Geschichten: Meister Perez, der Organist; Das Teufelskreuz; Glaubet an Gott!; Die Höhle der Maurin; Das Miserere; Das weiße Reh; Die grünen Augen; Der Geisterberg; Der Mondstrahl; Kobold; Das Kruzifix mit dem Totenschädel; Das Gelöbnis; Die Passionsblume; Das goldene Armband; Der Kuss; Der Tod der alten Kaska; Die Zauberburg; Die Hexen von Trasmoz"

Über den Autor:
Gustavo Adolfo Bécquer (wirklicher Name: Gustavo Adolfo Dominguez Bastida) wurde am 17. Februar 1836 in Sevilla geboren und starb am 22. Dezember 1870 in Madrid. Er war einer der bekanntesten Autoren der spanischen Romantik. Mehr über Gustavo Adolfo Bécquer, sowie eine Bibliographie steht in "Von Teufeln, Geistern und Dämonen"

Eigene Meinung:
Gustavo Adolfo Bécquer hat in diesem Sammelband insgesamt 18 schauerlich, schöne Sagen und Legenden zu Papier gebracht. Hans Krüger-Welf schreibt am Anfang des Buches etwas über den Dichter, dann erfolgt das Vorwort des Dichters persönlich und ein Nachwort schließt den Geschichtenband dann ab. In den Geschichten geht es um Hexen, um Spukphänomene, um Geister und um weitere übernatürliche Geschehnisse.

Die Geschichten wurden mit passenden Illustrationen von Paul Haase versehen.

Jede dieser Sagen und Legenden ist spannend geschrieben und ein Muss für Freunde phantastischer Geschichten und unerklärlicher Ereignisse.

Dieses kleine Highlight kann ich euch nur empfehlen.






Rezension zu "Wie der Wind und das Meer" von Lilli Beck, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Wie der Wind und das Meer Autorin: Lilli Beck Seitenzahl: (512 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 18.9.17) Isbn Nr. 13-978-3-...