Sonntag, 18. März 2012

Rezension zu "Anständig essen" von Karen Duve

Titel: Anständig essen
Autorin: Karen Duve
Isbn-Nr. 978-5-86971-028-0
Seitenzahl: 324 Seiten
www.galiani.de


Klappentext:
Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion. Bratwürstchen und Gummibärchen wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Schokolade und Coca Cola. Doch dann zog sie mit jemandem zusammen, der schnell den Spitznamen Jiminy Grille erhielt - nach dem personifizierten Gewissen der Holzpuppe Pinocchio. Denn Jiminy schrie auf, wenn Karen Duve nach der "Grillhähnchenpfanne für 2,99" griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der "Grillhähnchenpfanne" vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tiefkühltruhe schnell grundlegende Fraggen: Darf man Tiere eigentlich essen? Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Wo beginnt die menschliche Empathie und was ist übertrieben? Was sind wir bereit aus Rücksicht auf die Mitlebewesen zu opfern?
Irgendwann wollte Karen Duve es wirklich wissen. Jeweils 2 Monate lang testete sie Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: Biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und am Ende sogar frutarisch, also nur das, was die Pflanze freiwillig spendet. Parallel dazu setzte sie sich mit der dahinterstehenden Weltsicht auseinander - und lieferte sich mit Jiminy Grille die unausweichlichen Verbalduelle. Erst kurz vor der Veröffentlichung dieses Buches traf Karen Duve eine weitreichende Entscheidung - die, wie sie sich nachdem Selbstversuch weiter ernähren und wie sie weiter leben will.

Über die Autorin:
Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt mit einem Maultier, einem Pferd, einem Esel, zwei dicken Katern und mehreren Hühnern auf dem Lande in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane Regentroman (1999), Dies ist kein Liebeslied (2002), Die entführte Prinzessin (2005) und Taxi (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt worden.


Eigene Meinung:
Karen Duve`s Selbstversuch hatte ich sehr schnell gelesen, da sie es versteht, dieses nicht gerade einfache Thema spannend und mit knochentrockenem Humor zu würzen. Sie hat die Themen sehr gut recherchiert und sich mit Leuten aus der entsprechenden Szene unterhalten. Sie stellt fest, dass der Mensch 10 000 Gene weniger besitzt als Reis und daher eine Pflanze sozusagen höher entwickelt ist, als der Mensch. Sie macht bei einer Tierrettungsaktion von Hühnern aus einer Bodenhaltung mit und stellt fest, dass ihr Lieblingsgetränk Coca Cola leider nicht nur aus Chemie, sondern auch aus Pflanzenanteilen besteht und sie somit während der biologisch-organischen Versuchsphase leider keine Cola light mehr trinken darf ..
Während dieser Versuchsphase stellt ihre Freundin Jiminy fest, dass sie mehr Fleisch ist, als je zuvor, was sie damit rechtfertigt, dass sie die kommenden 6 Monate gar kein Fleisch mehr essen kann ..

Ich kann dieses Buch nur jedem Leser empfehlen, der  auf unterhaltsame Weise mehr über die Herkunft seines Essens erfahren will. Wir erfahren viel über Haltungsbedingungen und was genau denn ein Frutarier is(s)t.

Wer dieses Buch liest muss auch gewillt sein, sich den moralischen Fragen,  die unaufhaltsam auftauchen werden, zu stellen, er wird seine Essgewohnheit unweigerlich überprüfen.
Karen`s Selbstversuch regt zu Diskussionen mit Familie und Freunden an, stellt die Essgewohnheiten in Frage, ein Hackbraten wird für ihn nie wieder ein Hackbraten sein und er wird feststellen, dass es bei Aldi vegane Gummifrüchte gibt.

Ich vergebe 5/5 Sterne für dieses spannende, informative Buch.

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