Donnerstag, 3. April 2014

Rezension zu "Roter Mond" von Benjamin Percy, Penhaligon Verlag, Roman


Titel: Roter Mond
Autor: Benjamin Percy
Seitenzahl: 640 Seiten, gebunden
Verlag: Penhaligon Verlag (24.3.14)
Isbn Nr. 13-978-3764531232
Preis: 19,99 Euro

 Klappentext:
"Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.

Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.

Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …

Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben."

Über den Autor:
Benjamin Percy wuchs auf im tiefsten Oregon. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.

Eigene Meinung: 
  
In Amerika herrscht eine Seuche. Die "Infizierten" verwandeln sich in Werwölfe. Ansteckung erfolgt unter anderem durch Bisse oder Geschlechtsverkehr. Die Regierung versucht die Seuche einzudämmen, indem sie den Infizierten Drogen verabreicht, die die Verwandlung stoppt, aber schlimme Nebenwirkungen haben. Deshalb möchte nicht jeder Lykaner, wie die Infizierten genannt werden, diese Drogen einnehmen. Manche versuchen daher, den Bluttests zu entgehen. Als alle Insassen bis auf  Patrick bei einem Flugzeugattentat durch einen Lykaner getötet werden, eskaliert die Situation der Lykaner in Amerika. Was den Rebellen Aufwind beschert. Der Kampf zwischen Mensch und Lykaner verschlimmert sich um ein Vielfaches.

Die Geschichte ist in drei Bücher und in kurze Kapitel unterteilt.
Wir erleben diese unglaublich spannende, total andere Werwolf-Geschichte aus der Sicht verschiedener Personen.  Da ist Claire, eine Lykanerin, die sich nicht gerne verwandelt und nur ein normales Leben führen möchte. Sie wird aus ihrem Alltag gerissen, als Regierungsbeamte ihr zu Hause stürmen und sie flüchten muß. Ab diesem Zeitpunkt kämpft Claire um ihr Überleben. Patrick, der nach der Trennung seiner Eltern bei seinem Vater aufgewachsen ist, soll nun für 12 Monate zu seiner Mutter fliegen. Patrick ist der einzige Überlebende des Flugzeugattentats, er wird als "Wunderjunge" gefeiert. Chase Williams möchte Präsident von Amerika werden, als er infiziert wird. Dieses Geheimnis möchte er um jeden Preis bewahren.  
Was anfangs noch nicht ersichtlich ist, kristallisiert sich im Laufe der Geschichte heraus, die Schicksale dieser Protagonisten  hängen zusammen.

"Roter Mond" ist ein unglaublich intensiv geschriebenes Buch mit sehr interessanten, glaubwürdigen Charakteren. Das ist Kopfkino pur, dabei sind manche Szenen nichts für schwache Nerven. Es geht ziemlich brutal zu in diesem düsteren Amerika. Gut oder Böse gibt es nicht, eher die Schattierungen. Wir erleben grausame Gesetze, die brutal umgesetzt werden, hilfsbereite Menschen und Lykaner, die nicht danach schauen, ob es sich bei den Hilfsbedürftigen um Lykaner oder um Menschen handelt und wir erleben machthungrige Politiker, die über Leichen gehen.

Die wechselnden Erzählstränge mit Cliffhangern machen dieses Buch, das ich mit seinen 640 Seiten innerhalb 3 Tagen verschlungen habe, zu einem absoluten Pageturner. Der Autor hat auch einige Wendungen und Überraschungen eingebaut. Am Anfang eines neuen Buches werden wir von Ereignissen überrascht, die dann im Laufe der Geschichte erklärt werden. Dieser Kniff erhöht noch einmal die Spannung. Der Autor unterrichtet kreatives Schreiben, das merkt man.

 "Roter Mond" ist gesellschaftskritisch, stimmt nachdenklich und ist mit Parabeln wie "Die Stadt der Blinden" zu vergleichen. 5/5 Sterne, ein Highlight!  Dieses Buch muss man einfach lesen.  

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