Mittwoch, 27. Dezember 2017

Rezension zu "Das Gutshaus" von Anne Jacobs, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Das Gutshaus
Autorin: Anne Jacobs
Seitenzahl: 544 Seiten, (TB, 13.11.17)
Isbn Nr.: 13-978-3-7341-0327-8
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 10,99 Euro
 

Verlagsinfo:
"Seit Jahrhunderten in Familienhand, verloren und wiedergefunden – ein Gutshaus, eine Familie und ein dramatisches Schicksal …
Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ..."

Über die Autorin:
Anne Jacobs begeisterte bereits mit ihrer Trilogie um Die Tuchvilla die Leser und stürmte die Bestsellerlisten. Mit Das Gutshaus knüpft sie an ihre Erfolgstrilogie an und erzählt von einem alten herrschaftlichen Gutshof in Mecklenburg-Vorpommern und vom Schicksal seiner Bewohner in bewegten Zeiten.

Eigene Meinung:  
Nachdem mir die "Tuchvilla-Trilogie" von Anne Jacobs so gut gefallen hatte, war ich total gespannt auf das neue Buch der Autorin.   


Die 70-jährige Franziska fährt im Mai 1990 zum 1. Mal seit dem Krieg zum Gut ihrer Familie nach Dranitz in den Osten. Als adelige Gutsbesitzerstochter wurde sie von den Russen vertrieben und musste fliehen.

In einem Erzählstrang berichtet die Autorin über Franziskas Erlebnisse in der ehemaligen DDR. Bildhaft kann sich der Leser vorstellen, wie es 1990 dort aussah, Straßen mit Kopfsteinpflaster, die LPG-Bauten, der Konsum im Dorf, der im alten Gutshaus untergebracht wurde und die Plattenbauten.

Gleichzeitig die Stimmung des Aufbruchs, das Misstrauen der Bewohner gegen die Wessies, die alles aufkaufen wollen und die alten "Mächtigen", die immer noch das Sagen haben.

Franziska möchte das Gutshaus ihrer Familie zu altem Glanz verhelfen. Das gestaltet sich als sehr schwierig, da die Dranitzer nicht sehr begeistert von ihren Plänen sind. Insbesondere der unsympathische Bürgermeister spinnt eine Intrige nach der anderen gegen Franziska.

Doch Jenny, ihre Enkeltochter, kommt ihr zu Hilfe und manch ein Dorfbewohner schlägt sich auch auf die Seite der beiden Frauen.

Franziska wird in Dranitz nicht nur mit enormen finanziellen Problemen konfrontiert, da die Sanierung ihres Gutshauses sehr viel Geld kostet, sie erinnert sich auch an verdrängte Erlebnisse in der Vergangenheit.

Das ehemalige Hausmädchen Mine wohnt noch in Dranitz und scheint ein Geheimnis bewahren zu wollen.

Ein weiterer Erzählstrang  spielt von 1939 - 1946. Wir nehmen Teil an Franziskas wunderschöner Zeit auf dem Gut in Dranitz, Franziskas erster Liebe und am Familienleben auf dem Gut. Es wird berichtet, wie die Stimmung langsam kippt, wie Flüchtlinge auf dem Hof einquartiert werden und letztendlich die Jahre der Flucht der adeligen Gutsbesitzer und was sie alles erdulden und erleiden mussten.

Elfriedes Tagebucheintragungen, die sich hauptsächlich um die Zeit 1945/46 drehen, sind auch sehr spannend zu lesen. Elfriede ist Franziskas kleine Schwester. 

Die Protagonisten in dieser Geschichte sind sehr gut gezeichnet und werden sehr lebendig dargestellt. Die beiden unterschiedlichen Frauen Jenny und Franziska sind zwar nicht immer einer Meinung, sie raufen sich aber immer wieder zusammen.

Das Leben in der ehemaligen DDR zur Zeit der Wende ist sehr gut und sehr lebendig dargestellt, ebenso wie die Zeit um 1939 - 1946.

Mir hat dieser erste Teil der "Gutshof-Reihe" sehr gut gefallen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
 

Sonntag, 24. Dezember 2017

Frohe, besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch

Ich wünsche euch frohe, besinnliche Weihnachten und ein paar ruhige Tage. Lasst den Stress da draußen mal für eine Weile ruhen und besinnt euch auf das Wesentliche. Gute Bücher, gutes Essen, eure Lieben. Hoffentlich wird das Christkind den einen oder anderen Wunsch von euch erfüllen. Vielleicht gibt es ja auch tolle Bücher? Wer weiß.
Wir feiern in diesem Jahr zum ersten Mal im neuen Heim auf der schwäbischen Alb Weihnachten. Leider gibt es keinen Schnee mehr, der ist in den letzten zwei Tagen leider verschwunden.

Für das neue Jahr wünsche ich euch alles erdenklich gute, vor allem Gesundheit und dass eure Wünsche Wirklichkeit werden.

Liebe Grüße
Biggi


Samstag, 16. Dezember 2017

Rezension zu "Der Bruder des Wolfes" von Robin Hobb, übersetzt von Eva Bauche-Eppers, Penhaligon Verlag, Fantasyroman

Titel: Der Bruder des Wolfes
Autorin: Robin Hobb
Übersetzt von: Eva Bauche-Eppers
Seitenzahl: 896 Seiten, (Paperback, Klappenbroschur, 16.10.17)
Isbn Nr.: 13-978-3-7645-3184-3
Verlag:Penhaligon Verlag
Preis: 15,00 Euro
 

Verlagsinfo: 
"Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz' Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.

Dieses Buch ist bereits unter dem Titel »Des Königs Meuchelmörder« im Bastei-Lübbe Verlag erschienen und unter dem Titel »Der Schattenbote« im Heyne Verlag."

Über die Autorin:
Robin Hobb wurde in Kalifornien geboren, zog jedoch mit neun Jahren nach Alaska. Nach ihrer Hochzeit zog sie mit ihrem Mann nach Kodiak, einer kleinen Insel an der Küste Alaskas. Im selben Jahr veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichte. Seither war sie mit ihren Storys an zahlreichen preisgekrönten Anthologien beteiligt. Mit Die Gabe der Könige, dem Auftakt ihrer Serie um Fitz Chivalric Weitseher, gelang ihr der Durchbruch auf dem internationalen Fantasy-Markt. Ihre Bücher wurden seither millionenfach verkauft. Robin Hobb hat vier Kinder und lebt heute in Tacoma, Washington.

Eigene Meinung:
Nachdem mich der erste Band dieser Reihe total begeistert hatte, war ich mehr als gespannt auf den 2. Teil.

Leider hat mich diese Fortsetzung nicht gepackt. Spannung und Tempo kommen nicht an den 1. Teil heran. Ich habe mich durch die 896 Seiten gequält. Der Erzählstil ist unglaublich langatmig, es passiert nicht sehr viel.

Fitz ist verliebt und stürzt sich dadurch, dass er auf keinen hört und ziemlich blauäugig agiert, in gefährliche Situationen. Es geschieht nicht sehr viel Neues. Die roten Korsaren verwüsten weiterhin Dörfer, Edel intrigiert und der König leidet. Der Narr, der auf der Seite von Fitz ist, versucht Fitz und dem König zu helfen, er kann aber nicht zu Fitz durchdringen.

Einzig der Erzählstrang mit dem Wolf bietet etwas Abwechslung.

Diese Fortsetzung konnte meine Erwartungen leider überhaupt nicht erfüllen.





 



Dienstag, 12. Dezember 2017

Rezension zu "Mudbound - Die Tränen von Mississippi" von Hillary Jordan, übersetzt von Karin Dufner , Pendo Verlag, Roman

Titel: Mudbound - Die Tränen von Mississippi
Autorin: Hillary Jordan
Übersetzt von: Karin Dufner
Seitenzahl: 348 Seiten, (Klappenbroschur, 2.11.17)
Isbn Nr.: 13-978-3-86612-456-1
Verlag: Pendo Verlag
Preis: 15,00 Euro

Verlagsinfo:
"Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, der als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Unterstützung erhalten die McAllans durch die Jacksons, ihre afroamerikanischen Pächter. Die aufgeweckte Florence Jackson hilft Laura, wo sie nur kann. Aber auch wenn der Alltag sie an ihre Grenzen treibt und sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, würde sie es nicht wagen, ihre Stimme zu erheben und Missstände anzumahnen. In diese angespannte Situation geraten zwei junge Kriegsheimkehrer: Florences Sohn Ronsel und Lauras Schwager Jamie. Deren Freundschaft wird zu einer Herausforderung für beide Familien, und so lassen Missgunst und Ausgrenzung die Stimmung bald kippen ..."

Über die Autorin:
Hillary Jordan wuchs in Texas und Oklahoma auf. Sie studierte Anglistik, Politikwissenschaften und Kreatives Schreiben. Bevor sie anfing Romane zu veröffentlichen, arbeitete sie viele Jahre als Werbetexterin. Ihr Debütroman »Mudbound – Die Tränen von Mississippi« wurde mehrfach ausgezeichnet.

Eigene Meinung: 
Laura rechnet nicht mehr damit zu heiraten, als sie den etwas langweiligen Henry kennenlernt. Doch der interessiert sich für sie und macht ihr einen Antrag. Sein Bruder Jamie ist das absolute Gegenteil. Ein charismatischer Frauenschwarm, der in den Krieg nach Europa zieht.

Henry kauft eine Farm am Mississippi und die Städterin Laura wird in eine schäbige Hütte versetzt mit Aussentoilette. Fließendes Wasser und Strom gibt es nicht, ab und an ist die Farm nur von Schlamm umgeben, von der Außenwelt abgeschnitten. Poppy, der Vater von Henry kommt mit auf die Farm. Dieser griesgrämige Alte macht ihr das Leben noch schwerer.

Hap, ein schwarzer Pächter von Henry, lebt mit seiner Familie in der Nähe. Florence, seine Frau, hilft Laura auf der Farm und ist auch noch als Hebamme tätig.
Der Rassismus, der zu dieser Zeit herrscht, ist ständig gegenwärtig. Auch die Ohnmächtigkeit der Frauen ihren Männern gegenüber, wird sehr lebendig dargestellt. Laura versucht sich gegen die Interessen ihres Gatten durchzusetzen, genauso wie Florence, die stärker zu sein scheint als Laura.  

Ronsel, der Sohn von Florence und Hap kehrt aus dem Krieg aus Europa zurück. Er hat dort im Krieg einen anderen Umgang erfahren. Auch Jamie kommt nach Kriegsende auf die Farm von Henry. Die Kriegsheimkehrer haben sich verändert und freunden sich an. Doch ihre Freundschaft steht unter keinem guten Stern, die Bewohner am Mississippi dulden das nicht und die Ereignisse kommen ins Rollen ...

Hillary Jordans Erzählstil hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Autorin erzählt sehr direkt, packend und sehr spannend. Man ist mitten im Geschehen, fühlt mit den Personen und hofft auf ein gutes Ende.

Die Story ist aus verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt, so dass Laura, Henry, Jamie, Florence, Hap und Ronsel zu Wort kommen und wir ihre Gefühle und Gedanken fast schon hautnah miterleben. 

Die Personen sind sehr lebendig und authentisch dargestellt. Man spürt ihren Überlebenswillen und ihre Hoffnungen.

Ich zähle diesen Roman um zwei Familien, der 1946 am Mississippi spielt, zu den Highlights des Jahres und bin gespannt auf die Netflix-Verfilmung. Dieses Debut der Autorin bekommt meine absolute Leseempfehlung.











Freitag, 1. Dezember 2017

Rezension zu " " von Liebe und Lügen" von Anna Schneider Jugendthriller

Titel: Von Liebe und Lügen
Autorin: Anna Schneider
Seitenzahl: 402 Seiten, (20.10.17)
ISBN Nr. 13- 978-3743159907
Verlag: Books on demand
Preis: 11,99 Euro

Verlagsinfo:
"Alte Liebe, neue Liebe, keine Liebe: Was ist Wahrheit, was ist Lüge?
Jonah und Lynn sind ein Traumpaar und geben in ihrer Clique den Ton an. Doch dann muss Lynn ein Jahr vor dem Abitur mit ihren Eltern nach Asien umziehen. Sie hinterlässt eine Lücke: Nicht nur für Jonah ändert sich ohne Lynn alles, auch die Clique gerät aus dem Gleichgewicht. Plötzlich scheint jeder sein eigenes Spiel zu spielen, niemand weiß mehr, was der andere tut, was Wahrheit ist und was Lüge.
Was Jonah niemandem erzählt: Er fühlt sich immer wieder beobachtet. Wird er langsam verrückt und sieht Gespenster? Aber Gespenster können keine Todessymbole hinterlassen, oder?"

Über die Autorin:
Anna Schneider wurde 1966 in Bergneustadt im oberbergischen Kreis geboren und lebt heute in der Nähe von München.

2008 begann sie Kurzkrimis zu schreiben und gewann im selben Jahr den 1. Preis eines Kurzgeschichten-Wettbewerbes. 2013 gewann sie das Stipendium "Tatort Töwerland" der Insel Juist. Ihr Jugendthriller "Cool Girls can´t die" war unter dem Titel "Bald wird es Nacht, Prinzessin" (ab 2017: Cool Girls can´t die) 2015 für den UH!-Literaturpreis der Monheimer jungen Leser nominiert.

Die Autorin schreibt unter diesem Namen vorrangig All-Age Romane und Shortstories. Krimis und Thriller für Erwachsene erscheinen unter dem Pseudonym "Anna Martens".

Mehr über Anna Schneider finden Sie unter www.schneideranna.com

Eigene Meinung:

Dieser Thriller hat mir total gut gefallen. Er ist fesselnd, temporeich und spannend geschrieben. Man rätselt, wer die Figur im Prolog ist, nach der gesucht wird, und wer die Ich-Erzählerin ist.

Die Figuren sind interessant, sehr lebendig und reagieren authentisch auf die Ereignisse.

Ich glaube, schon fast jeder hat diese Dynamik, die in einer Gruppe oder einer Clique herrscht, miterlebt, deshalb macht es die Geschichte noch interessanter. Jeder hat schon einmal beobachten können, was passiert, wenn ein Mitglied eine Gruppe verlässt oder eine neue Person hinzukommt. Das ist hier auch sehr schön beschrieben.

Zum Ende hin wird der Spannungsbogen noch einmal so richtig erhöht und am Schluss sind alle Geheimnisse und Rätsel gelöst.

Meine absolute Leseempfehlung für diesen Pageturner, der Jugendliche, wie Erwachsene begeistern wird und dem ich viele Leser wünsche.




Rezension zu "Die Familie des Wurdalak - eine alte Vampirgeschichte" von Alexei K. Tolstoi, herausgegeben von Uwe Siebert, illustriert von Daniel Brandt, Pandämonium Verlag, klassischer Schauerroman

Titel: Die Familie des Wurdalak - eine alte Vampirgeschichte Autor: Alexei K. Tolstoi  Herausgegeben von: Uwe Siebert Illustriert von...