Sonntag, 11. November 2018

Rezension zu "Tattoo" Von Ashley Dyer, übersetzt von Bettina Spangler, Thriller, Blanvalet Verlag

Titel: Tattoo
Autorin: Ashley Dyer
Übersetzt von Bettina Spangler
Seitenzahl: 560 Seiten (Paperback, Klappenbroschur 15.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-7341-0651-4
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 12,99 Euro

Verlagsinfo: "

Dein Körper ist seine Leinwand – und seine Absichten sind mörderisch

Liverpool: Ein perfider Frauenmörder hält die Stadt in Atem. Seine Opfer findet man stets sorgfältig arrangiert und von Kopf bis Fuß mit kryptischen Tätowierungen bedeckt – die ihnen vor ihrem Tod mit einem Dorn beigebracht wurden. Detective Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake machen seit Monaten Jagd auf den »Dornenkiller« – ohne Erfolg. Dann wird erneut eine tätowierte Leiche gefunden. Das Opfer sieht Carvers Frau zum Verwechseln ähnlich, und Carver wird klar: Der Killer jagt auch ihn …"

Über die Autorin:
Hinter dem Pseudonym Ashley Dyer verbergen sich die englische Thrillerautorin Margaret Murphy und die Forensikexpertin Helen Pepper.
Margaret Murphy, geboren und aufgewachsen in Liverpool, ist Autorin zahlreicher hochgelobter Kriminalromane, die international veröffentlicht wurden. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Förderung der Kriminalliteratur. Sie war Vorsitzende der britischen Crime Writers‘ Association und ist als Schreibtutorin und Dozentin für den Royal Literary Fund tätig.
Helen Pepper hat als Tatortermittlerin und Leiterin der Spurensicherung mehr als dreitausend Tatorte untersucht. Sie hat zahlreiche Beiträge zur kriminalistischen Fachliteratur verfasst, hält Vorlesungen und Vorträge und engagiert sich in der Crime Writers‘ Association als Jurorin. Ihr Fachwissen ist sehr gefragt, so ist sie u.a. als Beraterin für die britischen TV-Serien »Vera« und »Mord auf Shetland« tätig.

Eigene Meinung: 

Der Klappentext klang spannend, auch die Pressestimmen machten Lust auf diesen Thriller.
Anfangs war noch eine Grundspannung vorhanden, da Detective Greg Carver von seiner Kollegin Ruth Lake völlig betrunken und angeschossen in seiner Wohnung entdeckt wird. Es ist nicht klar, ob der Detective einen Selbstmordversuch unternommen hat, ob der Dornenkiller ihn angeschossen hat oder sogar Ruth Lake, denn auch sie versucht etwas zu verbergen.

Dann dümpelt dieser Krimi - einen Thriller würde ich diese Story nicht nennen - so dahin. Die Ermittlungen stocken. Der Detective Greg Carver liegt im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern.
Die Personen in diesem Krimi bieten nichts Neues. Detective Carver hat Eheprobleme und Alkoholprobleme, Ruth Lake hat Geheimnisse und unternimmt Alleingänge.

Ermittelt wird im Bekanntenkreis des letzten Opfers, es gibt viele Zeugenbefragungen, Auswertungen von Kameras und ein Anthropologe wird dem Fall hinzugezogen, der sich mit Tätowierungen auskennt. 

Spannend wird es noch einmal gegen Schluss, auch da gibt es noch eine Wendung, da der Täter, den man ziemlich schnell in Verdacht hatte, dann doch nicht der Täter ist, dafür eine Person, auf die der geübte Krimileser nicht kommen kann.

Diese Reihe werde ich definitiv nicht weiterverfolgen, da ich diesen Thriller sehr langatmig fand und die Ermittler mich überhaupt nicht überzeugt haben. 






Mittwoch, 7. November 2018

Rezension zu "Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale, übersetzt von Simone Jakob, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Autor: Robert Dinsdale
Übersetzt von: Simone Jakob
Seitenzahl: 464 Seiten (Hardcover, 1.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-22672-8
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 20,00 Euro




Verlagsinfo:
"Entdecken Sie mit Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" Londons einzigartigen Spielzeug-Laden und einen ergreifenden Liebes- und Familien-Roman zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren …

Nostalgisch, rührend und zauberhaft romantisch erzählt Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" von einer jungen Frau, zerrissen in ihrer Liebe zu zwei Männern mit einzigartigen magischen Talenten. Ein Liebes-Roman für alle Leserinnen und Leser von Erin Morgenstern und Jessie Burton und alle, die sich von einem Spielzeug-Laden voller Wunder verzaubern lassen."

Über den Autor:

Robert Dinsdale, Jahrgang 1981, wuchs in North Yorkshire auf. Er lebt mit seiner Tochter in Essex und arbeitet als Literaturagent. Wenn er sie nicht gerade zur Schule fährt, geht er am Meer spazieren, arbeitet am Computer oder besucht die örtliche Bibliothek (das kann er sehr empfehlen!). »Die kleinen Wunder von Mayfair« ist sein dritter Roman.

Eigene Meinung:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1906. Das junge Mädchen Cathie ist schwanger und soll von ihren Eltern in ein Heim für unverheiratete Mädchen abgeschoben werden. Cathie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie bewirbt sich im Emporium, das ist ein zauberhafter Spielzeugladen, und wird genommen. Jekab Godmann entwirft dort zusammen mit seinen Söhnen Spielzeuge, die einen magischen Zauber besitzen. Das schwangere Mädchen verliebt sich in Caspar, den ältesten Sohn von Jekob, und wird ein Teil der Familie. Als der erste Weltkrieg ausbricht, ändert sich auch im Emporium alles.

 Diese Story lässt einen eintauchen in die Welt des Emporiums mit ihrem ganz besonderen Spielzeug. Da ist der Patchworkhund Sirius, der aufgezogen werden muss, und immer lebendiger wird, so dass man meint, man hätte einen richtigen Hund vor sich. Es gibt dort z. B. Wolkenschlösser oder faltbare Burgen. Der Autor hat hier ein Paradies für große und kleine Kinder erschaffen und man kommt ins Staunen, was es dort alles gibt.
Die Charaktere in dieser Geschichte sind liebenswert, mit großen und kleinen Schwächen. Durch Cathie bricht der Konkurrenzkampf zwischen den Brüdern offen hervor.
Der Autor beschreibt das Spielzeugparadies sehr phantasievoll und wortgewaltig.

Ich kann dieses zauberhafte Märchen nur allen Lesern, die phantasievolle Geschichten lieben, empfehlen.


Sonntag, 28. Oktober 2018

Rezension zu "Zorn Band 8 - Blut und Strafe" von Stephan Ludwig, Fischer Taschenbuchverlag, Thriller

Titel: Zorn Band 8 - Blut und Strafe
Autor: Stephan Ludwig
Seitenzahl: 432 Seiten (TB, 24.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3596701391
Verlag: Fischer Taschenbuch
Preis: 10,99 Euro

Verlagsinfo: 
"Hauptkommissar Claudius Zorn und der dicke Schröder geraten ins Zentrum einer grausamen Mordserie – werden sie die schützen können, die sie am meisten lieben?

Als Hauptkommissar Claudius Zorn an einem gewöhnlichen Mittwochabend im Dezember pflichtschuldigst seinen wöchentlichen Besuch bei einem älteren Herrn machen will, findet er sich plötzlich in dessen Villa mitten in einem Tatort wieder. Die Tür steht offen, in der Eingangshalle herrscht beklemmende Stille und im Salon bietet sich Zorn ein grauenvolles Bild. Der alte Mann wurde ermordet, und Zorn weiß, dass er nun den schwersten Gang seiner ganzen Laufbahn verrichten und der einzigen Angehörigen die traurige Nachricht überbringen muss. Etwas, vor dem er sich lieber drücken würde, denn diese Frau ist ihm alles andere als egal.

Als bald darauf ein weiterer Mord geschieht, stecken Zorn und Schröder bereits bis zum Hals in schleppenden Ermittlungen. Nichts ergibt einen Sinn, doch alle Indizien sprechen in beiden Fällen für den gleichen Täter. Beiden Opfern wurde eine Zahlenfolge in die Haut gebrannt, ansonsten scheint es keinerlei Verbindung zu geben, die Opfer kannten sich nicht.

Das erste Mal in seinem Leben gibt Zorn alles bei der Arbeit, um endlich eine konkreterkennen, dass eindeutig Schröder der geeignetere Kandidat für so etwas ist. Und dann gerät der wichtigste Mensch in Zorns Leben in Gefahr, und er ist kurz davor, den Verstand zu verlieren …
Der achte Fall für Hauptkommissar Claudius Zorn und den dicken Schröder der Kult-Thriller-Serie von Bestsellerautor Stephan Ludwig

Zorn und Schröder sind auch Fernsehstars. Die Bände 1 bis 5 der Zorn-Reihe sind mit Stephan Luca und Axel Ranisch in den Hauptrollen verfilmt."


Über den Autor:

Stephan Ludwig arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze.
Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.

Eigene Meinung: 

Im 8. Fall von Zorn und Schröder stimmt einfach alles. Von der ersten Seite an ist man von diesem sehr atmosphärischen Thriller gefesselt.

Stephan Ludwig arbeitet mit verschiedenen Handlungssträngen, die sich abwechseln. Neben den Hauptfiguren Zorn und Schröder hat er weitere, sehr interessante Charaktere und unsympathische Gegenspieler erschaffen und präsentiert uns einen rätselhaften Fall, der immer mysteriöser wird.

Bizarre Mordfälle und die humorvollen Dialoge zwischen Zorn und Schröder lassen die Seiten nur so fliegen. Zorn und "Ögi" sind in Hochform und Schröder kann sogar das Gesetz übertreten, wenn er das Leben eines nahestehenden Menschen retten möchte. Das hätte man von Schröder nicht erwartet.

Stephan Ludwig ist immer für eine Überraschung gut. Ich bin schon gespannt, was uns in Band 9 erwartet.


Sonntag, 21. Oktober 2018

Rezension zu "Verborgen - 1. Fall für Gefängnisärztin Eva Korell" von Anna Simons, Penguin Verlag, Kriminalroman

Titel: Verborgen - 1. Fall für Gefängnisärztin Eva Korell
Autorin: Anna Simons
Seitenzahl: 432 Seiten, (TB, Broschur, 8.10.18)

Isbn Nr. 13-978-3-328-10289-2
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 10,00 Euro

Verlagsinfo:
"Ihr Beruf: Ärztin. Ihre Patienten: Kriminelle. Ihr erster Fall: Ein Kampf um Leben und Tod.
Neuer Job, neue Stadt – Eva hofft, die Schatten ihrer Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Aber noch vor ihrem ersten Arbeitstag als Gefängnisärztin in einer Münchner Haftanstalt wird sie in einen Kriminalfall verwickelt: Die Frau eines Inhaftierten bittet sie verzweifelt um Hilfe. Eva weist sie zurück, doch am nächsten Tag ist die Frau spurlos verschwunden. Eva macht sich Vorwürfe: Was hatte sie ihr sagen wollen? Wovor hatte sie Angst? Auf eigene Faust versucht Eva, der Wahrheit auf die Spur zu kommen – ohne zu ahnen, dass der Täter sie längst im Blick hat und ihr schon ganz nahe ist. Gefährlich nah …"

Über die Autorin:

Anna Simons ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin, die 1966 in Bergneustadt geboren wurde. Die promovierte Betriebswirtschaftlerin arbeitete viele Jahre als Personalberaterin bei einer Großbank in Frankfurt. Vor einigen Jahren wechselte sie ins erzählerische Fach: 2008 gewann sie den Women’s Edition Kurzkrimi-Preis, 2015 war sie für den UH!-Literaturpreis des Ulla-Hahn-Hauses in Monheim nominiert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Münchner Umland.

Eigene Meinung:

Eine neue Krimireihe, die sich um eine Gefängnisärztin dreht, das klang sehr interessant und spannend. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, da mir die Jugendbücher von Anna Simons sehr gut gefallen haben.

Eva Korell ist von Berlin nach München gezogen, um dort einen Neuanfang zu wagen. Sie fängt dort einen neuen Job als Gefängnisärztin an. Vor Arbeitsbeginn lernt sie Nicole Ahrends, die Frau eines Gefängnisinsassen, kennen, der sie erste Hilfe leistet. Als Nicole Eva um Hilfe bittet, weil sie eine erschreckende Entdeckung in ihrem Keller gemacht hat, lehnt diese ab. Die Ärztin bereut das jedoch und gerät durch Nicole immer tiefer in einen Kriminalfall.

Die Autorin erzählt uns diesen spannenden Krimi über verschiedene Handlungsstränge. Wir nehmen Anteil am Leben von Nicole Ahrends, erleben den Gefängnisalltag durch Eva Korell, verfolgen die Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei, nehmen Einblick in die Gedanken eines unbekannten Täters, so dass die Seiten nur so fliegen und man kaum weg kommt vom Buch.

Neben einem spannenden Kriminalfall ist es sehr interessant, einer Gefängnisärztin bei ihrer Tätigkeit über die Schulter schauen zu können.

Eva Korell ist eine sympathische Protagonistin, sehr lebendig gezeichnet mit Stärken und Schwächen. Wir lernen sie im Laufe der Story näher kennen. Insgesamt sind alle Figuren in diesem Buch sehr glaubwürdig und passend.

Ich kann diesen sehr spannenden und  fesselnden Auftakt einer neuen Reihe nur empfehlen und freue mich auf weitere Fälle mit der sympathischen Ärtzin.




Mittwoch, 10. Oktober 2018

Rezension zu "Bluthaus" von Romy Fölck, Bastei Lübbe Verlag, Kriminalroman

Titel: Bluthaus
Autorin: Romy Fölck
Seitenzahl: 319 Seiten (Hardcover, 28.9.18)
Isbn Nr. 13-978-3-431-04111-8
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Preis: 20,00 Euro
 Verlagsinfo:
 "Nach ihrem letzten Fall erholt sich Frida Paulsen in der Elbmarsch, als sie der Hilferuf ihrer alten Freundin Jo erreicht. Vergangene Nacht fand diese in der Marsch die Leiche einer Frau und ist nun überzeugt, dass man sie des Mordes verdächtigt. Kurz darauf verschwindet Jo spurlos. Besorgt begibt sich Frida auf die Suche nach ihrer Freundin. Die Spur führt auf die Halbinsel Holnis zu einem einsam gelegenen Haus, das die Inselbewohner nur das Bluthus nennen. Vor vielen Jahren wurde dort eine Familie grausam hingerichtet – den Täter hat man nie gefunden …"

Über die Autorin:
ROMY FÖLCK wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.

Eigene Meinung: 

Romy Fölcks zweiter Kriminalroman führt uns wieder in die Elbmarsch, wo sich Frida Paulsen auf dem Obsthof ihrer Eltern von ihrem ersten Fall erholt.

Als sie ihre Freundin Jo sie um Hilfe bittet, weil sie die Leiche einer Frau gefunden hat und davon überzeugt ist, dass sie die ermittelnde Kripo des Mordes verdächtigt, beginnt Frida sich in den Mordfall einzumischen und zu recherchieren.

Auch der zweite Fall von Frida Paulsen ist total fesselnd uns spannend geschrieben, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Verschiedene Handlungsstränge, die teilweise in die Vergangenheit führen, werfen anfangs noch mehr Fragen auf und erhöhen die Spannung. Am Ende sind alle Rätsel gelöst.
mit
Frida Paulsen ist eine total sympathische junge Frau, die sehr lebendig dargestellt ist und die ich gerne noch bei weiteren Fällen begleiten würde.

Ich kann diesen sehr atmosphärischen Krimi mit seiner komplexen Handlung nur jedem Krimileser empfehlen.






Dienstag, 2. Oktober 2018

Rezension zu "Grenzgänger" von Mechtild Borrmann, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Grenzgänger
Autorin: Mechtild Borrmann
Seitenzahl: 288 Seiten, Hardcover (1.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-28179-6
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 20,00 Euro


Verlagsinfo: "
Die Geschichte einer verlorenen Kindheit
Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem neuen Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Borrmann, die mit ihrem zuletzt erschienen Roman "Trümmerkind" monatelang auf Platz 2 der Spiegel-Bestseller-Liste stand, erzählt mit der ihr eigenen soghaft-präzisen Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau - ein ehemaliges Heimkind - , die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt.

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte."

Über die Autorin:
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den "Geiger" wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit "Die andere Hälfte der Hoffnung" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Eigene Meinung:
Henni lebt mit ihren Geschwistern und Eltern in der Eifel. Der Vater wird kurz vor Ende des Krieges doch noch eingezogen und kehrt traumatisiert zurück. Die Mutter versucht mit Hilfe von Henni die Familie durchzubringen, während der Vater sich der Kirche zuwendet. Als Hennis Mutter erkrankt und stirbt, versucht Henni die Familie durch Kaffeeschmuggel durchzubringen. Das Vorhaben endet in einem Disaster. Hennis Schwester stirbt, ihre Geschwister landen in einem Heim und Henni in einer Besserungsanstalt.

Die Geschichte beginnt mit einer Gerichtsverhandlung. Erst einmal rätseln wir, warum Henni 1970 vor Gericht steht. Ihre damalige Schulfreundin Elsa verfolgt den Prozess und erzählt dem Leser von dem Leben in der Eifel zu ihrer Schulzeit.

In einem weiteren Erzählstrang lernen wir den Künstler Thomas kennen, der zur gleichen Zeit wie Hennis Brüder in einem Heim der Kirche lebte und sich an das grausame Heimleben erinnert.

Die Handlungsstränge wechseln ständig, auch zwischen den Zeiten, was der Geschichte viel Spannung und Tempo verleiht.

Mechtild Borrmann beschreibt das Leben der Heimkinder in den 50er Jahren, das von Grausamkeiten und Doppelmoral geprägt ist. Die Autorin hat wohl sehr gut recherchiert und Zeitzeugen befragt.

Die Geschichte um Henni und ihre Geschwister zeigt auf, dass Wahrheit und Lüge oft nicht weit voneinander entfernt sind und dass zwischen Recht und Gerechtigkeit leider Welten liegen können.

Ich kann diese fesselnde, tragische Geschichte nur empfehlen.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe die Geschichte an einem Nachmittag am Wochenende gelesen.







Mittwoch, 26. September 2018

Rezension zu "Die Fotografin - Am Anfang des Weges" von Petra Durst-Benning, Blanvalet Verlag, historischer Roman

Titel: Die Fotografin - Am Anfang des Weges
Autorin: Petra Durst-Benning
Seitenzahl: 448 Seiten (gebundene Ausgabe, 27.8.18)
Isbn Nr. 13-978-
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 20,00 Euro


Verlagsinfo:
"Gegen alle Widerstände wird Mimi Reventlow Fotografin, und findet nicht nur ihre Freiheit, sondern auch die Liebe …

Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …"

Über die Autorin:
Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Eigene Meinung:

Der erste Teil der Fotografinnen-Saga "Die Fotografin - Am Anfang des Weges" ist von Anfang an spannend und fesselnd erzählt. Petra Durst-Benning hat mit Mimi "Minna Reventlow" eine starke Frau erschaffen, die ihren eigenen Weg geht, auch wenn sie dafür auf die Liebe verzichten muss. Sie mag nicht im Haushalt versauern, sondern möchte Fotografin werden und auf Wanderschaft gehen.
Diese Mimi gefällt mir sehr gut. Sie ist ihrer Zeit voraus und bringt auch frischen Wind in die Fotografie.

Als ihr Lieblingsonkel Josef, der als Wanderfotograf ihr großes Idol ist, erkrankt, reist sie in die Leinenweberstadt Laichingen um nach ihm zu schauen. Sie legt sich dort sofort mit dem Leinenweber-Fabrikanten Gehringer an, der das Sagen in Laichingen hat. Als Mimi feststellt,
dass ihr Onkel so krank ist, dass sie erst einmal in der Weberstadt bleiben muss, möchte sie das Fotoatelier ihres Onkels vorübergehend übernehmen. Die Laichinger machen es ihr allerdings nicht leicht. Die Unternehmer fahren nach Ulm um sich fotografieren zu lassen und die armen Weber haben kaum Geld für dieses Vergnügen zur Verfügung. Doch Mimi wäre nicht Mimi, wenn sie nicht eine Lösung für dieses Problem hätte. Und es gibt natürlich auch in Laichingen Menschen, die die sympathische junge Frau unterstützen.

Die Geschichte dreht sich nicht nur um Mimi. Wir erhalten durch Eveline, der Ehefrau eines einfachen Webers, einen Einblick in das Leben der armen Bevölkerung, deren Leben durch Arbeit bis zur Erschöpfung und Traditionen bestimmt ist. Gut gefallen mir auch die beiden Jungen Anton und Alexander, die von einem besseren Leben träumen.

Am Schluss gibt es einen Cliffhanger, der mich total gespannt auf Teil 2 macht. 

Wir erhalten durch diesen historischen Roman einen spannenden Einblick in das Leben um 1910 auf der Schwäbischen Alb, viele Infos über das Fotografieren zu dieser Zeit, verpackt in eine fesselnde Geschichte um eine starke Frau.

Am Ende der Geschichte gibt es Fotografien aus der Zeit, in der dieser Roman spielt.
Dieser erste Teil der Fotografinnen-Saga erhält meine absolute Leseempfehlung und ich bin gespannt, wie es mit Mimi, Eveline, Alexander und Anton weitergeht.






Freitag, 21. September 2018

Rezension zu "Die Familie des Wurdalak - eine alte Vampirgeschichte" von Alexei K. Tolstoi, herausgegeben von Uwe Siebert, illustriert von Daniel Brandt, Pandämonium Verlag, klassischer Schauerroman

Titel: Die Familie des Wurdalak - eine alte Vampirgeschichte
Autor: Alexei K. Tolstoi 
Herausgegeben von: Uwe Siebert
Illustriert von: Daniel Brandt
Seitenzahl: 64 Seiten (gebundene Ausgabe, 22.5.18)
Isbn Nr. 13-978-3944893174
Verlag: Pandämonium Verlag
Preis: 17,95 Euro
 

Verlagsinfo:
 "Ein französischer Adeliger reist in diplomatischer Mission durch die Ländereien jenseits der Moldau. Als er notgedrungen in einem serbischen Dorf rasten muss, lernt er die schöne Zdenka kennen und verliebt sich in sie. Doch die junge Frau und ihre Familie schweben in großer Gefahr, denn die Gegend wird von einem Wurdalak, einer besonders heimtückischen Art von Vampir, heimgesucht.

Bereits seit über hundert Jahren zieht die Schauergeschichte des russischen Schriftstellers Alexei K. Tolstoi die Menschen in ihren Bann. Längst gilt „Die Familie des Wurdalak“ als ein Klassiker des Genres, der mit dieser Veröffentlichung als bibliophile Ausgabe vorliegt."

Über den Autor:

Graf Alexei Konstantinowitsch Tolstoi wurde am 24. August 1817 in Sankt Petersburg geboren und starb am 28. September 1875 in Krasny Rog. Er war ein russischer Schriftsteller, Dramatiker und Dichter. Tolstoi stammte aus der bekannten russischen Adelsfamilie der Tolstois und war ein Cousin von Leo Tolstoi. Einige seiner Werke sind: 1841 Der Vampir, 1858 Die Sünderin, 1862 Don Juan, 1864 Der Tod Iwans des Schrecklichen, 1868 Zar Fjodor Joannowitsch, 1875 Der Drache und 1876 Zar Boris

    Eigene Meinung:

    Ein französischer Adeliger, der "Marquis", berichtet von einem unheimlichen Ereignis, das er auf seiner Reise nach Moldawien hatte. Er musste - bedingt durch einen Wintereinbruch - Rast in einem kleinen Dorf jenseits der Moldau machen. Die Dorfbewohner dort glauben an Vampire und laut den Bewohnern soll dort ein besonders heimtückischer Vampir, ein Wurdalak, sein Unwesen treiben. Der Marquis glaubt nicht an Vampire, er hält das für einen Aberglauben. Er muss bald feststellen, dass es den Wurdalak doch gibt ...

    Die Geschichte ist sehr atmosphärisch und natürlich spielt die Liebe auch eine Rolle in dieser Vampirgeschichte.  Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Vampirgeschichten kommt diese Story ohne brutale Splatterszenen aus, sie lebt von der Erzählkraft des Schriftstellers.  Daniel Brandt hat das Büchlein wundervoll mit vielen passenden Bildern illustriert und jede Seite verziert.

    Ich empfehle dieses Highlight gerne weiter.







     



    Dienstag, 18. September 2018

    Rezension zu "Dark Lake" von Sarah Bailey, übersetzt von Astrid Arz, Bertelsmann Verlag, Thriller

    Titel: Dark Lake
    Autorin: Sarah Bailey
    Übersetzt von: Astrid Arz
    Seitenzahl: 512 Seiten, Paperback (27.8.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-570-10356-2
    Verlag: Bertelsmann Verlag
    Preis: 15,00 Euro

    Verlagsinfo:
    "Sie war so schön. Jetzt ist sie tot.
    In einem Badesee bei einer australischen Kleinstadt wird die Leiche einer wunderschönen Frau gefunden. Der Tatort ist mit Rosenblättern geschmückt. Für Detective Gemma Woodstock und ihren Partner Felix McKinnon ein komplexer Fall. Denn die Tote, Rosalind Ryan, war Gemmas Klassenkameradin und immer von Geheimnissen umgeben. Alle behaupten, Rosalind geliebt und bewundert zu haben: der Direktor der Schule, an der sie unterrichtete; die Schüler, denen sie den Kopf verdrehte; ihr wohlhabender Vater und ihre drei Brüder.

    Stück für Stück entfaltet Sarah Bailey in ihrem packenden Thriller die Abgründe ihrer Figuren, jede auf ihre Weise gefangen in einem Netz aus Lügen und verdrängter Schuld."

    Über die Autorin:

    Sarah Bailey lebt mit ihren zwei Kindern in Melbourne und leitet dort eine Agentur für Kommunikation. »Dark Lake« ist ihr erstes Buch, das begeistert von der Presse und den Lesern gefeiert wurde.


    Eigene Meinung:

    Der Klappentext klang nach einem spannenden Thriller, wenn er dann auch noch in Australien spielt und sich die Pressestimmen überschlagen, muss ich ihn natürlich lesen.

    Die wunderschöne und unnahbare Lehrerin Rosalind Ryan wird tot am Badesee einer Kleinstadt in Australien gefunden. Sie war an ihrem College beliebt bei ihren Schülern und bei ihren Kollegen. Detective Gemma Woodstock und ihr Kollege Felix McKinnon nehmen die Ermittlungen auf. Ihre Arbeit gestaltet sich schwierig, da Rose niemand richtig kannte. Gemma kennt Rosalind von früher.

    Leider handelt es sich bei dieser Story überhaupt nicht um einen Thriller. Die Geschichte ist sehr langatmig geschrieben, die Figuren bleiben blass und ich habe keine sympathische Figur in diesem "Thriller" entdecken können. Zwar ist die Ermittlungsarbeit der Detectives solide geschildert, sie steht leider eher im Hintergrund. Im Vordergrund steht Gemmas Privatleben. Sie betrügt ihren Partner und denkt ständig darüber nach, wie sie ihren Kollegen zu einem Schäferstündchen treffen könnte.

    Neben dem Haupthandlungsstrang gibt es noch Rückblicke in die Vergangenheit von Gemma. Man erfährt dadurch auch einiges über Rose und die Ereignisse, die zum Tod der Lehrerin führten.

    Diesen Thriller kann ich nicht empfehlen. Es fehlt hier total an Spannung und die Charaktere konnten mich auch nicht überzeugen.



    Mittwoch, 12. September 2018

    Rezension zu "Nach vielen Sommern sterben die Schwäne" von Oliver M. Fehn, Pandämonium Verlag, Erzählungen

    Titel: Nach vielen Sommern sterben die Schwäne
    Autor: Oliver M. Fehn
    Seitenzahl: 240 Seiten (TB, 21.8.18)
    Isbn Nr. 13-978-3944893198
    Verlag: Pandämonium Verlag
    Preis: 16,95 Euro

    Verlagsinfo:
     "14 Geschichten – 14 Reisen zu den unterschiedlichsten Orten der Welt: eine kleine, verwunschene Pension in Südfrankreich; eine sagenumwobene Stadt in Spanien, wo eine seltsame Frau ihr Unwesen treibt; ein Dorf, in dem Jugendliche sich zu einer spiritistischen Sitzung treffen; Paris, New York oder die Badlands von New Mexico. Es ist unmöglich, Oliver Fehns psychologische Erzählungen zu lesen, ohne in die dunkelsten Bereiche der eigenen Seele vorzudringen.

    Inhalt:
    -Es gibt keine hellen Nächte
    -Die Stadt im Nebel
    -Untern Linden
    -Zuhause ist ein einsamer Ort
    -Die sich ans Licht wagen
    -Lady in Black
    -Tastee, der Eisverkäufer
    -Des Mondes fette Beute
    -American Gigolo
    -Nach vielen Sommern sterben die Schwäne
    -"Sag ihnen, ich bin tot ..."
    -Antares
    -Bevor die Zeit begann
    -Ein Indianersommer"

    Über den Autor:
    Oliver Fehn, geboren 1960, ist Autor und Übersetzer zahlreicher Romane und Musikfachbücher. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören die Romane "Verfluchter Sommer" und "Die Klavierbrücke" sowie die Kurzgeschichtensammlung "Hitzemond". Er wohnte mehrmals längere Zeit in den USA, in den 80er Jahren auch in New York City. Heute lebt er mit seiner Familie zurückgezogen in einer ländlichen Gegend und verbringt einen Großteil seiner Zeit mit dem Schreiben und Übersetzen von Musikliteratur sowie seiner großen Liebe, dem Klavierspiel. 

    Auf der Verlagssseite des Pandämonium Verlages gibt es ein interessantes Interview mit Oliver M. Fehn:   Interview mit Oliver M. Fehn

    Eigene Meinung:

    Oliver M. Fehns 14 Erzählungen führen den Leser rund um die Welt. Der Autor erzählt sehr atmosphärisch, wort- und bildgewaltig, so dass das Kopfkino stark angeregt wird.

    Die Geschichten sind teilweise etwas unheimlich, manche sind etwas melancholisch, andere sind etwas nostalgisch, wieder andere surreal.

    Es ist ein Genuss, die Protagonisten zu begleiten um Zeuge von seltsamen, nicht greifbaren Ereignissen zu werden.

    Ich würde gerne noch mehr solcher Stories lesen und kann diese Kurzgeschichtensammlung nur weiterempfehlen. Ganz besonders gefallen haben mir "Indianersommer", "Nach vielen Sommern sterben die Schwäne", "Bevor die Zeit begann", "Lady in Black" und "Antares".



    Donnerstag, 6. September 2018

    Rezension zu "Eiskalte Freundschaft - Ich werde nie vegessen" von Laura Marshall, übersetzt von Leena Flegler, Blanvalet Verlag, Psychothriller

    Titel: Eiskalte Freundschaft - Ich werde nie vergessen
    Autorin: Laura Marshall
    Übersetzt von: Leena Flegler
    Seitenzahl: 448 Seiten,  (TB, 18.6.18)
    Isbn Nr. 1-978-373-4105777
    Verlag: Blanvalet Verlag

    Verlagsinfo: 
    "Wenn die Schatten der Vergangenheit dich einholen, ist es zu spät, um zu bereuen ...

    Die alleinerziehende Mutter Louise lebt ein ruhiges Leben mit ihrem kleinen Sohn Henry. Eines Abends, sie klickt sich gerade durch ihre Social-Media-Kanäle, pingt eine Nachricht auf: »Maria Weston möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.« Louise ist gleichermaßen irritiert wie geschockt. Maria war eine Klassenkameradin – doch sie verschwand vor 25 Jahren spurlos. Zuletzt wurde sie am Abend der Schulabschlussfeier gesehen, und jeder geht davon aus, dass sie tot ist. Doch nun scheint sie zurück und scheut sich nicht davor, Louise für die dramatischen Ereignisse von damals verantwortlich zu machen …"


    Über die Autorin: 
    Laura Marshall wuchs in Wiltshire auf und studierte Englisch an der University of Sussex. 2015 fand sie, dass es Zeit sei, sich ihren lebenslangen Traum zu erfüllen – das Schreiben eines Romans. Ihr Debüt No Escape. Ich werde nicht vergessen wurde bereits vor der Veröffentlichung für den Lucy-Cavendish-Fiction-Preis nominiert. Laura Marshall lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kent.

    Eigene Meinung:
    Die alleinerziehende Louise erhält eine Freundschaftsanfrage von einer Klassenkameradin, die während der Abschlussparty spurlos verschwunden ist. Das wirft Louise etwas aus der Bahn. Was will Maria von ihr? Ist sie es wirklich? Wo ist Maria all die Jahre geblieben? Ereignisse während ihrer Schulzeit, die Louise erfolgreich verdrängt hat, kommen wieder hoch. Kurze Zeit später wird ein Klassentreffen organisiert und Louise beschliesst, an diesem Treffen teilzunehmen.

    Der Klappentext klang nach einem spannenden, interessanten Psychothriller.

    Am Anfang ist man sofort mitten im Geschehen und die Story beginnt auch erst einmal sehr spannend. Erzählt wird über zwei Handlungsstränge, der erste bezieht sich auf die Gegenwart, der zweite lässt uns an den Ereignissen zu Louises Schulzeit teilhaben.

    Allerdings hat die Geschichte ganz schöne Längen, die Spannung kommt zu kurz. Erst gegen Ende wird es wieder etwas spannend.

    Mit den Protagonisten dieser Geschichte bin ich nicht so richtig warm geworden. Louise ist sehr labil und nicht sonderlich sympathisch, so dass sich mein Mitleid mit ihr in Grenzen hielt.


    Die Thematik der Geschichte ist sehr interessant, es geht um das Thema Mobbing.



     

    Donnerstag, 30. August 2018

    Rezension zu "Der Gutshof im Alten Land" von Micaela Jary, Goldmann Verlag, historischer Roman

    Titel: Der Gutshof im alten Land
    Autorin: Micaela Jary
    Seitenzahl: 416 Seiten, (TB, Klappenbroschur, 20.8.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-442-48596-3
    Verlag: Goldmann Verlag 
    Preis: 10,00 Euro

    Verlagsinfo: "Frühling 1919: Edzard von Voss, der Patriarch eines herrschaftlichen Gutshofs im Alten Land, liegt im Sterben. Seine Söhne sind im Krieg vermisst und wahrscheinlich gefallen, der Erbe wäre nun sein raffgieriger Neffe Roland, den Edzards Tochter Finja aus Familienraison heiraten soll. Unerwartet steht jedoch ein Kamerad des jüngsten Sohnes Lennart vor der Tür, der diesem ähnlich sieht. Edzards Frau beschließt, den angenehmen Fremden als ihren Sohn auszugeben. Der Schwindel gelingt, Finja ist frei – sehr zum Ärger von Roland. Doch dann taucht plötzlich eine junge Frau auf, die behauptet, Lennart sei der Vater ihres kleinen Kindes ..."

    Über die Autorin:
    Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris lebt sie heute mit Mann und Hund in Berlin und München. Zum Schreiben begibt sie sich aber auch in ein kleines Landhaus nahe Rostock.


    Eigene Meinung: 
    Micaela Jary schreibt gewohnt fesselnd und spannend von der ersten Seite an.

    Man hat sofort eine sympathische Figur zum Mitfiebern, die Tochter Finja, die gerne Tierärztin werden möchte, die jedoch ihren Vetter Roland heiraten soll. Dieser unsympathische, sehr berechnende Mann soll den Gutshof erben, da die Familie durch das Kriegsgeschehen keinen Kontakt mit den Söhnen des Hauses mehr hat. Man hofft, dass Finja diese Ehe erspart bleiben wird.

    Die Autorin lässt die Geschichte in einer interessanten Zeit spielen und man bekommt einen tollen Einblick in das Leben der Menschen zu dieser Zeit.

    Erzählt wird diese Familiengeschichte aus der Perspektive von verschiedenen, interessanten Personen, wie Finja, Clemens, dem Doppelgänger von Lennart, dem Dienstmädchen Käthe oder Arzttochter Christine.

    Auf den Leser warten noch einige Überraschungen im Laufe der Geschichte.

    Diese spannende Familiensaga erhält meine absolute Leseempfehlung.






    Dienstag, 21. August 2018

    Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher, übersetzt von Marion Balkenhof und Susanne Aeckerle, S. Fischer Verlag, Dystopie

    Titel: Vox
    Autorin: Christina Dalcher
    Übersetzt von: Marion Balkenhof und Susanne Aeckerle
    Seitenzahl:400 Seiten, geb. mit Schutzumschlag (15.8.18)
    Isbn Nr.13-978-3-10-397407-2
     Verlag: S. Fischer Verlag
    Preis: 20,00 Euro 

    Verlagsinfo:
    "In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

    Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.

    Das ist der Anfang.

    Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.

    Aber das ist nicht das Ende.

    Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen."

    Über die Autorin:
    Christina Dalcher pendelt zwischen den Südstaaten und Neapel. Die gebürtige Amerikanerin, zu deren Helden Stephen King und Carl Sagan zählen, promovierte an der Georgetown University in Theoretischer Linguistik und forschte über Sprache und Sprachverlust. Ihre Kurzgeschichten und Flash Fiction erschienen weltweit in Magazinen und Zeitschriften, u.a. wurde sie für den Pushcart Prize nominiert. »Vox« ist ihr Debütroman.

    Eigene Meinung:
    Dieser Debütroman von Christina Dalcher hat mich erst einmal so richtig gefesselt. Anfangs erinnert er etwas an den "Report der Magd" von Margarete Atwood.

    Jean McClellan ist Sprachwissenschaftlerin und Mutter von vier Kindern. Sie kann noch nicht so recht fassen, dass sie so gut wie gar keine Rechte mehr hat. Eine Kommunikation mit ihrer Familie kann mit 100 Wörtern, die sie am Tag zur Verfügung hat, so gut wie gar nicht stattfinden. 

    Da diese Dystopie aus der Ich-Perspektive von Jean geschrieben ist, bekommt man ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihre Überlegungen hautnah mit und entsprechend groß wird die Wut, die man auf die Gesellschaft bekommt, die Frauen Unvorstellbares antut.

    Ganz langsam wird dem Leser offenbart, wie das Leben der Frauen in dieser Gesellschaft eingeschränkt wird, wie schnell das ging und dass sie so gar keine Hilfe von ihren Männern erhalten haben .Beim Lesen wird mir klar, dass die Frauen, die vor der neuen Regierung ein unabhängiges Leben geführt hatten, am meisten unter den Einschränkungen leiden. Die Generation danach wird bereits entsprechend erzogen. So haben es die Tyrannen schon immer gemacht und wie man in manchen Ländern sieht, geht es dank Interpretation von Religonsschriften noch immer genau so, dass man das Leben der Bürger einschränkt, Bildung neu interpretiert und Presse und Widerstand mundtot macht.

    Sprachlich ist diese Story auf hohem Niveau angesiedelt und die Geschichte weckt Emotionen beim Leser.

    Nicht gefallen hat mir die Wendung in der Geschichte und der Schluß der Geschichte. Manche Personen wirken hier nicht mehr authentisch und die Handlung wirkt sehr konstruiert. Es geht plötzlich alles viel zu schnell.

    Ich möchte euch diese Dystopie trotz meiner Kritikpunkte ans Herz legen.  Sie ist spannend geschrieben und beschäftigt den Leser noch einige Zeit nach dem Lesen.









    Samstag, 11. August 2018

    Rezension zu "schwarzer Engel" von Sandrone Dazieri, übersetzt von Claudia Franz, Piper Verlag, Thriller

    Titel: Schwarzer Engel
    Autor: Sandrone Dazieri
    übersetzt von: Claudia Franz
    Seitenzahl: 480 Seiten, Klappenbroschur (1.6.18)
    Isbn Nr: 13-978-3-492-06114-8
    Verlag: Piper Verlag
    Preis: 16,99 Euro

    Verlagsinfo: 
     "Panik auf dem Hauptbahnhof in Rom: Im Luxusabteil des Schnellzugs aus Mailand werden alle Passagiere tot aufgefunden: auf mysteriöse Weise ermordet, hinter verschlossenen Türen, lautlos und rasend schnell. Colomba Caselli, die gerade wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist, ist ratlos. Handelt es sich hier etwa um den Terroranschlag, den Rom schon so lange befürchtet? Doch der so geniale wie traumatisierte Dante Torre glaubt nicht an diese Theorie. Da stoßen Dante und Colomba auf die Spur eines Menschen, der jahrzehntelang unsichtbar geblieben ist – obwohl das Blut Hunderter Menschen an seinen Fingern klebt. Hat er auch die Toten aus dem Schnellzug auf dem Gewissen?"

    Über den Autor:
    Sandrone Dazieri, geboren 1964 in Cremona, ist einer der erfolgreichsten Krimi-Drehbuchautoren Italiens. Er arbeitete als Programmmacher im größten Verlagshaus Italiens und gründete einen eigenen Verlag für Kriminalromane. Mit »In der Finsternis«, dem ersten Fall für Dante Torre und Colomba Caselli, eroberte er die internationalen Bestsellerlisten und avancierte zu einem der erfolgreichsten Spannungsautoren Europas. Mit »Schwarzer Engel« setzt er die Serie fort.

    Eigene Meinung: 

    Mit dem 2. Band rund um das ungewöhnliche Ermittlerteam Dante Torre und Colomba Caselli hat Sandrone Dazieri erneut einen erstklassigen Thriller geschrieben.

    Diese Story ist von der ersten Seite an spannend und fesselnd geschrieben.Viel Action und Tempo, pfiffige Dialoge, Verschwörungstheorien und Schießereien lassen das Leserherz höher schlagen. Ein ganz fieser Cliffhanger am Ende lassen auf einen dritten Teil dieser Reihe hoffen.


    Ich bin absoluter Fan dieser beiden schrulligen Ermittler. Colomba Caselli ist in diesem Fall auf die Hilfe von Dante Torre angewiesen. Der völlig traumatisierte, hochbegabte Mann hat so seine Eigenheiten, mit denen Colomba klar kommen muss. Doch nicht nur das Ermittlerteam ist hier außergewöhnlich, auch der Antigonist ist alles andere als normal.







    Freitag, 3. August 2018

    Rezension zu "Der Schatten" von Melanie Raabe, BTB Verlag, Psychothriller


    Titel: Der Schatten
    Autorin: Melanie Raabe
    Seitenzahl: 416 Seiten, (Paperback, 
    Klappenbroschur (23.7.18))
    Isbn Nr. 13-978-3-442-75752-7
    Verlag: BTB Verlag
    Preis: 16.- Euro


    Verlagsinfo:
    "„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ Gerade ist die junge Journalistin Norah von Berlin nach Wien gezogen, um ihr altes Leben endgültig hinter sich zu lassen, als ihr eine alte Bettlerin auf der Straße diese Worte förmlich entgegenspuckt. Norah ist verstört, denn ausgerechnet in der Nacht des 11. Februar ist vor vielen Jahren Schreckliches geschehen. Trotzdem tut sie die Frau als verwirrt ab, eine Irre ist sie, es kann gar nicht anders sein – bis kurz darauf ein mysteriöser Mann namens Arthur Grimm in ihrem Leben auftaucht. Bald kommt Norah ein schlimmer Verdacht: Hat sie tatsächlich allen Grund, sich an Grimm zu rächen? Was ist damals, in der schlimmsten Nacht ihres Lebens, wirklich passiert? Und kann Norah für Gerechtigkeit sorgen, ohne selbst zur Mörderin zu werden?"

    Über die Autorin:
    Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren. Nach dem Studium arbeitete sie tagsüber als Journalistin - und schrieb nachts heimlich Bücher. 2015 erschien DIE FALLE, 2016 folgte DIE WAHRHEIT. Melanie Raabes Romane werden in über 20 Ländern veröffentlicht. Die FALLE war international eines der heißumkämpftesten Bücher der letzten Jahre, TriStar Pictures sicherte sich die Filmrechte. Melanie Raabe lebt und schreibt in Köl

    Eigene Meinung:
    Die Journalistin Norah ist von Berlin nach Wien gezogen und möchte dort ein neues Leben beginnen. Eine Bettlerin prophezeit ihr, dass sie in der Nacht des 11. Februars einen Mann namens Arthur Grimm ermorden wird. Diese Prophezeihung verstört Norah sehr, da vor vielen Jahren etwas Schlimmes am 11. Februar passiert ist. Sie beginnt zu recherchieren und stellt fest, dass es einen Arthur Grimm gibt. Sie stoßt sogar zufällig  auf das Büro dieses Mannes. Sie bekommt mysteriöse Textnachrichten und ihre Freunde ziehen sich von ihr zurück.

    Melanie Raabe schreibt flüssig, von Anfang an fesselnd und spannend. Die Story ist atmosphärisch dicht und sehr düster.
    Die Autorin beschreibt die Geschehnisse sehr detailliert.
    Als Leser ist man hin- und hergerissen, stellt Vermutungen an und zweifelt an Norahs Wahrnehmung. Norah taucht immer tiefer in ihre eigene Welt, man weiß nicht, ob ihre Wahrnehmungen trügen oder ob sie das Geschilderte wirklich erlebt hat.
    Die Kapitel sind spannend und oft wird der Leser über die Erkenntnisse von Norah erst einmal im Unklaren gelassen, so dass man gezwungen ist, schnell weiterzulesen.

    In Rückblicken von Norah erfahren wir, was genau vor vielen Jahren am 11. Februar geschehen ist.
    Ab etwas der Hälfte des Buches war mir klar, dass hier irgendetwas gar nicht stimmen kann. Der Spannung tat es keinen Abbruch. Die Auflösung war dann eine Überraschung.

    Melanie Raabe ist mit "Der Schatten" ein überaus raffinierter, komplexer Psychothriller gelungen.




    Freitag, 27. Juli 2018

    Rezension zu "Mozart und der Fall des Harlekins " von Klaus Zeh, Books on Demand, Roman

    Titel: Mozart und der Fall des Harlekins
    Autor: Klaus Zeh
    Seitenzahl: 288 Seiten, TB, Auflage: 4(8.5.18)
    Verlag: Books on Demand
    Isbn Nr. 13-978-3746026114
    Preis:  9,90 Euro


    Verlagsinfo:
    "Am 18. November 1791 wird Wolfgang Amadeus Mozart zum letzten Mal in Wien öffentlich gesehen. Zwei Tage später legt er sich krank zu Bett und stirbt am 5. Dezember. Von diesem letzten Tag in der Öffentlichkeit wissen die Chronisten wenig. Der Roman dichtet ihn nach.
    Mozart irrt durch Wien, von Erinnerungen heimgesucht, von der Musik in ihm getrieben, von einem geheimnisvollen Brief in Aufruhr versetzt. Ein mysteriöser Fremder begegnet ihm, er sucht Hilfe in Kaffeehäusern, besucht Freunde, will bei seiner Geliebten unterkommen, gequält von der Angst, dass man ihn vergiften will.
    Der Roman schlüpft in die Haut des weltberühmten Komponisten und zeigt ihn als zerrissene, leidenschaftliche und geltungsbedürftige Künstlerseele, die Schutz sucht vor der Welt und doch auf ihre Gunst nicht verzichten kann."

    Über den Autor:
    Klaus Zeh, Jahrgang 1965, wirkt als Sänger, Liedermacher und Musikjournalist und war für mehr als zehn Jahre mit einem musikalisch-literarischen Irlandprogramm unterwegs. Er lebt in Reutlingen. Sein erster Roman "Taxi" erschien 2015. Es folgten die Gedichtbände "Die Leichtigkeit des Windes" und "An Ufern aus Jade". Das vorliegende Buch "Mozart oder der Fall des Harlekins" ist sein zweiter Roman.

    Eigene Meinung:
    Klaus Zeh erzählt über den letzten Tag von Mozart, lässt den Künstler auf sein Leben zurückblicken, durch Wien irren, sich mit Bekannten treffen und über sein Leben sinnieren. Man kommt dem Komponisten sehr nahe, da er uns an seinen Begegnungen mit Freunden, seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt.

    Ich denke, dieser Auszug aus dem Leben Mozarts, über das der Autor über ein Jahr lang recherchiert hat, ist etwas für Fans von Mozart, für Klassik- oder Opernfans. Ich habe mich mit dem Buch etwas schwer getan, da ich bisher noch keinen Zugang zu Opern gefunden habe und ich in der Schule genug über Mozart erfahren habe.
     
    Man merkt, dass es Klaus Zeh wichtig ist, etwas über die letzten Tage von Mozart zu schreiben. Auch der Aufbau des Buches ist super und die Wortwahl geht in Richtung  der alten Meister, passt also in die Zeit als der Komponist lebte. 
    Schaut einfach mal bei Amazon in das Buch rein. Dann merkt ihr schnell, ob das was für euch ist.

    Mittwoch, 25. Juli 2018

    Rezension zu "Das Atelier in Paris" von Guillaume Musso, übersetzt von Eliane Hagedorn und Bettina Runge, Piper Verlag, Roman


    Titel: Das Atelier in Paris
    Autor. Guillaume Musso
    Übersetzt von: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
    Seitenzahl: 464 Seiten, Klappenbroschur (1.6.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-86612-446-2
    Verlag: Piper Verlag
    Preis: 16,99 Euro 


    Verlagsinfo:
    "Ein abgelegenes kleines Atelier am Ende einer Allee, mitten in Paris: Hier hat sich die Londoner Polizistin Madeline eingemietet, um eine Weile abzuschalten. Doch plötzlich sieht sie sich Gaspard gegenüber, einem mürrischen amerikanischen Schriftsteller. Offenbar gab es einen Irrtum, denn auch er hat das Atelier gemietet, um in Ruhe schreiben zu können. Der Ärger legt sich, als die beiden erkennen, an welch besonderen Ort sie geraten sind. Das Atelier gehörte einst einem gefeierten Maler, von dem aber nur noch drei Gemälde existieren sollen – alle drei verschollen und unermesslich wertvoll. Als sie sich gemeinsam auf die Suche nach den Bildern begeben, wird ihnen schnell klar, dass den Maler ein grausames Geheimnis umgibt …
    Für Madeline und Gaspard beginnt eine spannende Jagd, die sie von Paris nach New York führt und sie nicht nur mit ungeahnten menschlichen Abgründen, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert."

    Über den Autor:  
    Guillaume Musso, geboren 1974 in Antibes, arbeitete als Dozent und Gymnasiallehrer. Musso ist einer der erfolgreichsten Gegenwartsautoren Frankreichs, seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt.

    Eigene Meinung: 
    Die Londoner Polizistin Madeline möchte sich in Paris eine Auszeit nehmen und mietet deshalb ein kleines Atelier an. Der etwas verschrobene Autor Gaspard landet auch dort. Er möchte in aller Ruhe ein Theaterstück schreiben und ist gar nicht darüber erfreut, dass er jetzt Gesellschaft hat. Das Atelier gehörte wohl dem Künstler Sean Lorenz. Die beiden total unterschiedlichen Mieter bekommen jedoch Interesse an der Geschichte des Künstlers Sean Lorenz und beginnen über sein Leben und über einige verschwundene Bilder von ihm nachzuforschen. Sie dringen immer mehr in die Vergangenheit des verstorbenen Künstlers und einen damit verbundenen Kriminalfall ein.

    Madeline und Gaspard sind sehr interessante Charaktere, der verschrobene Alkoholiker Gaspard, der Menschen nicht so sehr mag, und die Ermittlerin Madeline, die eine gescheiterte Beziehung verarbeiten muss. 
    Auch die Geschichte des Malers und ehemaligen Graffiti-Künstlers Sean Lorenz, die sich durch die Suche der beiden ganz langsam dem Leser erschließt, ist sehr interessant und spannend. So nebenbei erfährt der Leser sehr viel über Malerei und Kunst. 

    Musso schreibt gewohnt spannend und fesselnd, sprachlich bewegt sich die Geschichte auf sehr hohem Niveau. Das Buch kann man kaum aus der Hand legen, denn die Handlung wird schnell vorangetrieben. Die Zitate über jedem Kapitel passen sehr gut zu der Geschichte. 

    Das Ende überrascht den Leser dann doch sehr. 
    "Das Atelier in Paris" führt den Leser nicht nur an viele Orte in Paris, die beiden Protagonisten reisen auch nach Barcelona und landen schließlich in den USA.

    Mussos Geschichte ist ein fesselnder Krimi und eine dramatische Familiengeschichte.


     


    Montag, 16. Juli 2018

    Rezension zu "Die kleine Sommerküche am Meer" von Jenny Colgan, übersetzt von Sonja Hagemann, Piper Verlag, Roman

    Titel: Die kleine Sommerküche am Meer
    Autorin: Jenny Colgan
    Übersetzt von: Sonja Hagemann
    Seitenzahl: 448 Seiten, TB, Klappenbroschur (1.6.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-492-31323-0
    Verlag: Piper Verlag
    Preis: 11,00 Euro


    Verlagsinfo: "Vom quirligen London zur entlegenen Insel Mure? Nein – nur widerwillig kehrt die junge Flora in ihre schottische Heimat zurück. Weder die unberührte Landschaft noch das glitzernde Meer können sie aufmuntern, während sie ihren geschwächten Vater und ihre Brüder versorgt. Doch dann entdeckt sie das alte Kochbuch ihrer verstorbenen Mutter, und als sie ein Rezept nach dem anderen ausprobiert, öffnet sich ihr Herz: für die Sinnlichkeit des Essens, für die Schönheit der Natur und für einen neuen Anfang … "

    Über die Autorin:
    Jenny Colgan studierte an der Universität von Edinburgh und arbeitete sechs Jahre lang im Gesundheitswesen, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem Marineingenieur Andrew hat sie drei Kinder, und die Familie lebt etwa die Hälfte des Jahres in Frankreich.
    Die Romane um »Die kleine Bäckerei am Strandweg« standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

     Eigene Meinung: :  

    Flora arbeitet als Rechtsanwaltsgehilfin in London für eine große Kanzlei.Sie ist heimlich in ihren Chef verliebt, der sie erst beachtet, als er für einen wichtigen Mandanten jemanden braucht, der ihn auf der Insel Mure vertritt. Vor vielen Jahren ist Flora nach dem Tod ihrer Mutter von der Insel Mure nach London geflohen. Flora möchte eigentlich nicht nach Mure zu ihren drei Brüdern und ihrem Vater zurück. Der Mandant ihrer Kanzlei, Colton Rogers, ist bei den Inselbewohnern nicht sehr beliebt. Der Hof ihrer Familie ist verwahrlost und er rentiert sich auch nicht richtig. Flora bringt den Hof auf Vordermann. Als sie das alte Rezeptbuch ihrer Mutter findet, kocht sie die Rezepte nach und ihre Lebensfreude kehrt zurück.

    Das Buch liest sich flüssig, mit viel Humor, die Handlung braucht jedoch etwas, bis sie in die Gänge kommt.
    Die Protagonistin Flora ist leicht überzeichnet dargestellt. Ich bin mit ihr nicht so richtig warm geworden.
    Gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Landschaft der Insel Mure. 

    Die ganze Handlung ähnelt zu sehr den Büchern der kleinen Strandbäckerei und ist sehr vorhersehbar.


     


    Mittwoch, 11. Juli 2018

    Rezension zu "Wähle den Tod " von Jutta Maria Herrmann, Droemer Knaur Verlag, Psychothriller

    Titel: Wähle den Tod
    Autorin: Jutta Maria Herrmann
    Seitenzahl: 304 Seiten (TB, 2.7.18)
    Isbn Nr. 13-978-3426519981
    Verlag: Droemer Knaur Verlag
    Preis: 9,99 Euro

    Verlagsinfo:
    "Ein düsterer Psycho-Thriller über Schuld und Rache vor Berliner Kulisse – Jutta Maria Herrmann in Bestform!

    Jana Langenfeld hat alle Brücken zu ihrem alten Leben eingerissen. Als liebevolle Gattin und Mutter lebt sie vor den Toren Berlins. Niemand ahnt, dass Jana nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Doch als sie eines Morgens den Familienhund tot im Garten findet, kehrt die Angst zurück, und mit ihr die Erinnerung an ein längst vergangenes Unrecht. Dann werden Janas Kinder entführt, und schließlich steht sie vor einer unmöglichen Wahl: Entweder sie stirbt oder ihre Kinder. Und Jana muss erkennen: Wenn dich die Vergangenheit einholt, wird die Gegenwart zur Hölle auf Erden …"

    Über die Autorin:
    Jutta Maria Herrmann ist gebürtige Saarländerin, gelernte Buchhändlerin, studierte Germanistin. Sie hat Rockkonzerte veranstaltet, Synchrondrehbücher geschrieben und arbeitet zurzeit für eine Tageszeitung. Ihre Kurzgeschichten wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Beim MDR-Literaturwettbewerb 2010 kam ihr Beitrag in die Liste der Top 25. Seit 2003 lebt sie mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, im Berliner Speckgürtel im brandenburgischen Panketal. Sie ist Mitglied im Syndikat.
    Weitere Informationen unter: www.jutta-maria-herrmann.de 

    Eigene Meinung:
    Jutta Maria Herrmann hat mit "Wähle den Tod" einen raffinierten Psychothriller geschrieben, der von der ersten Seite spannend und fesselnd geschrieben ist. Kurze Kapitel mit wechselnden Handlungssträngen bringen Tempo in die Geschichte.

    Jana ist eine sehr sympathische Protagonistin, mit der man als Leser mitleidet. Man rätselt, wer Jana Böses will, was sie in der Vergangenheit getan haben soll und ist sehr gespannt darauf, was Jana uns und ihrer Familie verheimlicht. So nach und nach werden Janas Geheimnisse offenbart.

    Falsche Spuren und Wendungen machen die Story perfekt. Auf den Täter wäre ich nicht gekommen.

    Dieser atmosphärische Psychothriller erhält meine absolute Leseempfehlung. 




    Montag, 2. Juli 2018

    Rezension zu "Der Kult" von Marlon James, übersetzt von Wolfgang Binder, Heyne Verlag, Roman

    Titel: Der Kult
    Autor: Marlon James
    Übersetzt von Wolfgang Binder
    Seitenzahl: 288 Seiten (gebundene Ausgabe, 21.5.18)
    Isbn Nr. 13-978-3453677180
    Verlag: Heyne Verlag
    Preis: 22 Euro

    Verlagsinfo:
    "Im Dorf Gibbeah beginnt der Sonntag mit einem bösen Omen: Während der Morgenmesse fliegt ein Geier durch das geschlossene Kirchenfenster und schlägt tot auf der Kanzel auf. Nur wenige Minuten später wirft ein schwarz gekleideter Fremder den Dorfprediger zu Boden und übernimmt die Kontrolle über die Gemeinde. Als selbst ernannter Apostel York predigt er Rache und Verdammnis. Doch der alte Prediger weigert sich, seinen Platz widerstandslos abzugeben. Ein gnadenloser Glaubenskampf beginnt. Das Dorf scheint dem Untergang geweiht."

    Über den Autor:
    Marlon James wurde 1970 als Sohn zweier Polizeibeamter in Kingston geboren. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Werbetexter und Grafikdesigner, u.a. für den Dancehall-Musiker Sean Paul und das T-Magazin der New York Times. Bei einem Literaturworkshop in Jamaika wurde eine Dozentin der Wilkes University Pennsylvania auf James aufmerksam und verschaffte ihm ein Masterstudium in Kreatives Schreiben sowie eine Assistentenstelle. Sein erster Roman Der Kult erfuhr über siebzig Ablehnungen, ehe er einen Verlag fand und in der Folge als bestes Debüt für den »Los Angeles Times Book Prize« und den »Commonwealth Writers’ Prize« nominiert wurde. Für sein 2009 erschienenes Nachfolgewerk The Book of Night Women über eine Revolte jamaikanischer Sklavinnen während der Kolonialzeit erhielt James den »Dayton Literary PDorf Gibbeah

    Eigene Meinung: 

    Dieser Roman von Marlon James spielt in dem fiktiven Dorf Gibbeah auf Jamaika, vermutlich um 1950. Die Einwohner von Gibbeah gehen sonntags brav in die Kirche. Doch der Rum-Prediger, so wird der Pastor in Gibbeah genannt, ist ein Alkoholiker.. So richtig ernst genommen wird er von seiner Gemeinde nicht. Als der charismatische Apostel York in die Kirche eindringt und den Rum-Prediger hinauswirft, ändert sich das Leben der Gemeindemitglieder. Apostel York mag das Kino, in das die Bewohner von Gibbeah gerne gehen, nicht, Fernsehen verpönt er und den Namen von Jesu möchte er in seiner Kirche auch nicht hören. So richtig nachvollziehen kann man nicht, was dieser Apostel eigentlich predigt. Er wirft auf jeden Fall mit vielen Bibelsprüchen um sich. Da der Apostel Wunder wirken kann  hat er bald eine Schar von treuen Gläubigen um sich, die ihm fast schon hörig sind. Doch der alte Dorfprediger gibt den Kampf um seine Lämmchen nicht auf ....

    Der Klappentext klingt richtig spannend. Ich habe einen Roman erwartet mit Spannung, Tempo, der leicht unheimlich und sehr atmosphärisch ist.   

    Überzeugt hat mich dieser Roman überhaupt nicht. Die Sprache ist sehr einfach, ziemlich derb, teilweise etwas pubertär, Gossensprache eben. Im Gegensatz dazu wirft der Autor mit vielen Bibelsprüchen um sich.

    Die Protagonisten erfüllen jedes Klischee. Die Handlung zieht sich dahin. Gegen Ende kommt noch etwas Spannung auf.

    Die guten Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen. Da gibt es bessere Bücher mit derselben Thematik, Scheinheiligkeit, Aberglauben und Glaubenskampf.
     

    Mittwoch, 27. Juni 2018

    Rezension zu "Das Haus der Mädchen" von Andreas Winkelmann, Rowohlt TB Verlag,Thriller

    Titel: Das Haus der Mädchen
    Autor: Andreas Winkelmann
    Seitenzahl: TB, 400 Seiten, (26.6.18)
    Isbn Nr. 13-978-3499275166
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch
    Preis: 9,99 Euro

    Verlagsinfo:
     "Schweig, um zu leben
    Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an - aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.
    Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder.
    Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist - und dass sie in großer Gefahr schweben..."

    Über den Autor:
    Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas. 

    Eigene Meinung:
    Dieser Thriller ist von der ersten Seite an spannend, fesselnd und temporeich. Cliffhanger am Ende der kurzen Kapitel lassen die Seiten nur so fliegen, man möchte ja wissen, wie es weitergeht. Viele Perspektivenwechsel, Überraschungen und Wendungen gibt es genug in dieser Story.

    Leni ist eine sympathische, etwas naive Protagonistin, die versucht ihre verschwundene, neue Freundin zu finden. Freddy Förster ist ein Unglücksrabe, der früher sehr erfolgreich war, dann aber abgestürzt ist. Er gerät in den Focus eines Mörders. Zusammen sind Leni und Freddy ein interessantes Ermittlerduo.

    Dieser Thriller um verschwundene, entführte und ermordete Mädchen erhält meine absolute Leseempfehlung. 



    Freitag, 22. Juni 2018

    Rezension zu "Aufruhr der Engel" von Anatole France, übersetzt von Oliver M. Fehn, Pandämonium Verlag, Klassiker der Weltliteratur


    Titel: Aufruhr der Engel
    Autor: Anatole France
    Übersetzt von: Oliver M. Fehn
    Seitenzahl: 268 Seiten (TB, 1.4.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-944-893181
    Verlag: Pandämonium Verlag
    Preis: 16,95 Euro

    Verlagsinfo:
    "Sie sind wieder da.
    Viele Äonen nach dem ersten Fall Satans macht sich ein neues Heer von Engeln auf, um gegen den Gott des Alten Testaments zu rebellieren – diesmal mit eher ungewöhnlichen Waffen.
    Ein neuer Krieg steht bevor, der auch die Schöpfung zu gefährden droht. Doch die Macht und Anziehungskraft der Menschentöchter ist größer als vermutet und sorgt für allerlei Wirrungen. Im frivolen Paris des frühen 20. Jahrhunderts kommt es zu amourösen Eskapaden und mehrmals sogar zum blanken Verbrechen.
    Wie die Welt, in der wir leben, wirklich zur besten aller Welten werden kann, offenbart sich erst bei Satans glamourösem Auftritt.

    Über den Autor:
    Anatole France (1844 – 1924) war ein bekannter französischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger. International bekannt wurden seine Romane Die Insel der Pinguine und Thaïs.
    In kirchlichen Kreisen jedoch munkelte man, er sei mit dem Teufel im Bunde; aus diesem Grund setzte der Vatikan sein Gesamtwerk auf die Liste der verbotenen Bücher.
    In seinem Roman Aufruhr der Engel kommen Freunde der dunklen Mächte und der kunstvollen Satire gleichermaßen auf ihre Kosten."

    Übersetzt wurde dieses Meisterwerk der dunklen Literatur von Oliver M. Fehn. Uwe Siebert, der Inhaber des Verlages Pandämonium hat dem Übersetzer 10 interessante Fragen zu "Aufruhr der Engel" gestellt. Lest hier: Interview zu "Aufruhr der Engel"

    Eine Leseprobe gibt es hier: Leseprobe Aufruhr der Engel


    Eigene Meinung:
    In der Bibliothek des Hauses d'Esparvieu geschehen 1912 seltsame Dinge. Der Bibliothekar verzweifelt fast, da sich Bücher bewegen und verschwinden. Die Bücher erscheinen zwar später wieder, doch wie und wohin die Bücher verschwinden, bleibt rätselhaft. Die Familie, die im Besitz der Bibliothek ist, interessiert sich zunächst nicht für die Probleme des Bibliothekars, da sie die Bibliothek, in der sich wertvolle theologische und philosophische Werke befinden, nur deshalb pflegen, weil es im Testament so verlangt wurde. Maurice, der Sohn der Familie, ein Lebemann, wie er im Buche steht, kommt dem seltsamen Geschehen auf die Spur. Er macht  Bekanntschaft mit seinem Schutzengel Arcade und bekommt heraus, dass dieser die Bücher entwendet um sie zu lesen.

    Durch seine Lektüre ist Arcade davon überzeugt, dass Gott gestürzt werden muss und verlässt Maurice, um in Paris nach anderen Engeln zu suchen und Gott zu stürzen. Er begegnet dort vielen, verschiedenen Engeln, die seit dem Sturz Luzifers auf der Erde weilen. Maurice sucht nach Arcade und ist entsetzt über die Pläne seines ehemaligen Schutzengels. Nectaire, der Gärtner erzählt über den ersten Aufstand der Engel und was aus diesem Aufstand wurde. Die Götter der Antike und das dunkle Mittelalter, werden hier neu interpretiert.

    Maurice und Arcade sind sehr interessante Charaktere, die sich im Laufe der Geschichte verändern, da Maurice versucht, seinen Schutzengel zu beschützen.

    Oliver M. Fehn hat den feinen Humor des Autoren, der in dieser Geschichte die Rolle Gottes und Satans neu interpretiert, sehr gut in die deutsche Sprache übersetzt.

    Satan begleitet hier die Menschen, hilft ihnen dabei, sich weiterzuentwickeln, das Schöne in der Welt zu sehen und neugierig zu bleiben. Gott hingegen ist der Bösewicht, der Leid und Elend in die Welt gebracht hat.

    Die Geschichte wurde zwar 1912 geschrieben und entsprechend bezieht sie sich auch auf das Leben in Frankreich zu dieser Zeit. Sie bleibt jedoch auch sehr aktuell mit ihrer Botschaft, dass Macht den Charakter verdirbt.

    Ein absolutes Highlight für Leser, die Satire lieben.



    Mittwoch, 13. Juni 2018

    Rezension zum Hörbuch "So bitter die Rache" von Eric Berg, gekürzte Fassung gelesen von Vera Veltz, Randomhouse Audio, Kriminalroman

    Titel: So bitter die Rache
    Autor: Eric Berg
    Sprecherin: Vera Veltz
    Laufzeit: ca 8 h 48 min
    mp3-CD (19.3.18)
    Isbn Nr. 13-978-3-8371-4140-5 
    Verlag: Randomhouse Audio
    Preis: 11,89 Euro

    Verlagsinfo:

    "Hinter idyllischen Fassaden lauert das Verbrechen ...

    Nach Jahren im Ausland kehrt Ellen Holst mit ihrem Sohn nach Deutschland zurück – und hofft, in dem kleinen, beschaulichen Haus in Heiligendamm endlich zur Ruhe zu kommen. Doch beim Einzug erfährt sie, dass in ihrem neuen zu Hause vor sechs Jahren drei Menschen ermordet wurden! Ellen will sich von der schauerlichen Vorgeschichte nicht irre machen lassen, doch plötzlich kommt es zu beunruhigenden Vorkommnissen: Gegenstände verschwinden spurlos aus dem Haus. Ellen fühlt sich beobachtet. Und es gibt merkwürdige Parallelen zu den Geschehnissen vor sechs Jahren …"

     Über den Autor und die Sprecherin:

    Eric Berg zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. 2013 verwirklichte er einen langgehegten schriftstellerischen Traum und veröffentlichte seinen ersten Kriminalroman Das Nebelhaus, der 2017 mit Felicitas Woll in der Hauptrolle verfilmt wurde. Seither begeistert Eric Berg mit jedem seiner Romane Leser und Kritiker aufs Neue und erobert regelmäßig die Bestsellerlisten.

    Schauspielerin und Synchronsprecherin Vera Teltz spielte in bekannten TV-Serien wie Danni Lowinski und Großstadtrevier, und hat u. a. Naomie Harris in Fluch der Karibik ihre Stimme geliehen. Zudem ist sie in zahlreichen Hörbüchern zu hören

    Eigene Meinung:

    Die Geschichte um die Bewohner von Vineta wird über zwei Handlungsstränge erzählt. Der erste schildert die Ereignisse, die in der Gegenwart passieren. Der zweite Erzählstrang führt uns in die Vergangenheit, wo in Ellens Haus vor sechs Jahreen drei Menschen ermordet wurden.

    Vera Veltz besitzt eine angenehme Stimme und es macht Spaß, ihr zuzuhören. So richtig gepackt hat mich dieser Krimi allerdings nicht, was nicht an der Hörbuchsprecherin liegt, sondern an der fehlenden Spannung.

    "So bitter die Rache" wird als Kriminalroman angepriesen. Anfangs kommt jedoch überhaupt keine Spannung auf, so dass ich mich gefragt habe, wo denn hier die Krimihandlung geblieben ist?

    Spannend und temporeich wird es erst nach ca. 2/3 des Hörbuches.  Die Story würde ich eher als Drama bezeichnen. Die Figuren und die Story sind interessant, aber nicht mehr. So richtig sympathisch war mir keiner der Protagonisten.

    Die Auflösung der Morde ist ziemlich raffiniert, was mir gut gefallen hat.





    Mittwoch, 6. Juni 2018

    Rezension zu "Die ferne Hoffnung - Die Hansen-Saga Teil 1" von Ellin Carsta, Tinte und Feder Verlag, historische Saga

    Titel: Die ferne Hoffnung
    Autorin: Ellin Carsta
    Seitenzahl: 362 Seiten (TB, 20.2.18)
    Isbn Nr. 13-978-1542047883
    Verlag: Tinte und Feder Verlag
    Preis: 9, 99 Euro

    Verlagsinfo:
    "Der Auftakt zur historischen Hansen-Saga von Ellin Carsta, der Erfolgsautorin von »Die heimliche Heilerin«: opulent erzählt, emotional und von sinnlicher Farbigkeit.
    Eine mächtige Familiendynastie auf dem Prüfstand der Geschichte.
    Hamburg 1888: Als der Familienpatriarch Peter Hansen aus dem Leben scheidet, bleiben seine Söhne Robert, Karl und Georg mit einer großen Aufgabe zurück: Wie können sie in diesen turbulenten Zeiten den Fortbestand des hoch verschuldeten Familienunternehmens und die gesellschaftliche Stellung der Hansens sichern? Eine Plantage im fernen Kamerun bietet die einmalige Chance, die stark wachsende Nachfrage nach Kakao zu bedienen. Was von einem Teil der Familie als großes Abenteuer gesehen wird, ist für die anderen schon in der Vorstellung ein Albtraum.
    Robert macht sich mit seiner Familie auf den Weg in das Land am Golf von Guinea. Seine Frau Elisabeth kehrt Hamburg nur sehr widerwillig den Rücken, und das Verhältnis zwischen den Eheleuten wird zusehends angespannt. Luise hingegen, ihre jüngste Tochter, findet das Leben auf der Plantage sehr aufregend. Nicht zuletzt, weil mit Hamza, dem Sohn des Vorarbeiters, zum ersten Mal ein Mann in ihr Leben tritt, für den sie starke Gefühle entwickelt …"

    Über die Autorin:
    Ellin Carsta ist das Pseudonym der deutschen Autorin Petra Mattfeldt, die zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Nähe von Bremen lebt. Alle Fans ihrer Bestsellerreihe um die »heimliche Heilerin« können sich mit der Veröffentlichung der »Hansen-Saga« über neuen Lesestoff freuen.
    Weitere Informationen zur Autorin finden Sie unter www.petra-mattfeldt.de.

    Eigene Meinung: 
    Der Auftakt der Hansen-Saga "Die ferne Hoffnung" liest sich flüssig und von der ersten Seite an mit einer gewissen Grundspannung. Ellin Carsta hat mit der sympathischen Luise, die mit ihrer Familie nach Kamerun auf eine Kakaoplantage reist, eine starke Protagonistin geschaffen. Luise ist so ganz anders, wie ihre Schwester und wie die anderen Frauen der Hansens. Sie interessiert sich für den Kakaoanbau und hilft nach Kräften auf der Plantage mit. Sie trägt anstatt vornehme Kleider lieber Hosen und freundet sich mit Hamza, den Sohn des Vorarbeiters an. Während sich ihre Mutter in Kamerun überhaupt nicht wohl fühlt, möchte Luise überhaupt nicht mehr weg aus dem exotischen Land.

    Zwar sind einige Ereignisse vorhersehbar, dennoch liest sich "Die ferne Hoffnung" richtig gut. Die Seiten fliegen nur so dahin. Wir erhalten einen interessanten Einblick in das Leben in Hamburg, Wien und Kamerun um 1888. Am Ende gibt es einen üblen Cliffhanger, so dass der Leser total gespannt ist auf den 2. Teil dieser Saga.






    Rezension zu "Tattoo" Von Ashley Dyer, übersetzt von Bettina Spangler, Thriller, Blanvalet Verlag

    Titel: Tattoo Autorin: Ashley Dyer Übersetzt von Bettina Spangler Seitenzahl: 560 Seiten (Paperback, Klappenbroschur 15.10.18) Isbn N...