Posts mit dem Label Mechtild Borrmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mechtild Borrmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 2. Oktober 2018

Rezension zu "Grenzgänger" von Mechtild Borrmann, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Grenzgänger
Autorin: Mechtild Borrmann
Seitenzahl: 288 Seiten, Hardcover (1.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-28179-6
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 20,00 Euro


Verlagsinfo: "
Die Geschichte einer verlorenen Kindheit
Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem neuen Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Borrmann, die mit ihrem zuletzt erschienen Roman "Trümmerkind" monatelang auf Platz 2 der Spiegel-Bestseller-Liste stand, erzählt mit der ihr eigenen soghaft-präzisen Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau - ein ehemaliges Heimkind - , die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt.

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte."

Über die Autorin:
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den "Geiger" wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit "Die andere Hälfte der Hoffnung" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Eigene Meinung:
Henni lebt mit ihren Geschwistern und Eltern in der Eifel. Der Vater wird kurz vor Ende des Krieges doch noch eingezogen und kehrt traumatisiert zurück. Die Mutter versucht mit Hilfe von Henni die Familie durchzubringen, während der Vater sich der Kirche zuwendet. Als Hennis Mutter erkrankt und stirbt, versucht Henni die Familie durch Kaffeeschmuggel durchzubringen. Das Vorhaben endet in einem Disaster. Hennis Schwester stirbt, ihre Geschwister landen in einem Heim und Henni in einer Besserungsanstalt.

Die Geschichte beginnt mit einer Gerichtsverhandlung. Erst einmal rätseln wir, warum Henni 1970 vor Gericht steht. Ihre damalige Schulfreundin Elsa verfolgt den Prozess und erzählt dem Leser von dem Leben in der Eifel zu ihrer Schulzeit.

In einem weiteren Erzählstrang lernen wir den Künstler Thomas kennen, der zur gleichen Zeit wie Hennis Brüder in einem Heim der Kirche lebte und sich an das grausame Heimleben erinnert.

Die Handlungsstränge wechseln ständig, auch zwischen den Zeiten, was der Geschichte viel Spannung und Tempo verleiht.

Mechtild Borrmann beschreibt das Leben der Heimkinder in den 50er Jahren, das von Grausamkeiten und Doppelmoral geprägt ist. Die Autorin hat wohl sehr gut recherchiert und Zeitzeugen befragt.

Die Geschichte um Henni und ihre Geschwister zeigt auf, dass Wahrheit und Lüge oft nicht weit voneinander entfernt sind und dass zwischen Recht und Gerechtigkeit leider Welten liegen können.

Ich kann diese fesselnde, tragische Geschichte nur empfehlen.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe die Geschichte an einem Nachmittag am Wochenende gelesen.







Mittwoch, 8. Oktober 2014

Rezension zu "Die andere Hälfte der Hoffnung" von Mechtild Borrmann, Droemer Knaur Verlag, Krimi

Titel: Die andere Hälfte der Hoffnung
Autorin: Mechtild Borrmann
Seitenzahl: 320 Seiten (gebunden, 1.9.14)

Isbn Nr. 13-978-3426281000
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 19,99 Euro


 

Klappentext:

"In der verbotenen Zone von Tschernobyl, wo nur lebt, wer nicht anders kann oder gezwungen ist, sich zu verstecken, wartet Valentina auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat Valentina nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Valentina ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches."

Über die Autorin:
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis 2012 ausgezeichnet wurde. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Eigene Meinung:
Walentyna ist zurückgekehrt in die verbotene Zone von Tschernobyl. Sie schreibt dort ihre mehr als tragische Lebensgeschichte auf. Ihre Tochter hat ein Stipendium in Deutschland erhalten, doch sie meldet sich nicht und das beunruhigt Walentyna.
Ein weiterer Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Martin Lessmann, der alleine auf einem Hof in der Nähe der holländischen Grenze lebt. Er rettet eine Ukrainierin vor ihren Verfolgern. Die totunglückliche Frau schneidet sich in Martins Badewanne die Pulsadern auf und wir erfahren deren Geschichte. Martin möchte der Frau, die ihre Freundin sucht, helfen.

Und dann ist da noch Leonid, der für die Militz tätig ist, und nachforscht, wo die ganzen Studentinnen, die ein Stipendium in Deutschland erhalten hatten, geblieben sind. Er stößt auf Abgründe und legt sich mit seinen Vorgesetzten an.

Unglaublich intensiv und spannend erzählt uns Mechtild Borrmann das Schicksal zweier Frauen verschiedener Generationen, die beide in der Ukraine aufwuchsen. Wir werden Zeuge des Unglücks von Tschernobyl, staunen, wie die Obrigkeit ihren Bürgern Unwahrheiten verkauft, werden Zeuge, wie die Ukrainer immer wieder hoffen, auf eine bessere Welt und wie ihre Hoffnungen enttäuscht werden. Egal welches Regime an der Macht ist, ob "Väterchen Lenin" seine Hand über seine Bürger hält, oder die Demokratie Einzug gehalten hat, es sind immer wieder dieselben machtgeilen und geldgierigen Menschen, die Schlüsselpositionen innehaben und das gemeine Volk nur benutzen. Schön ist zu sehen, dass es dennoch Menschen gibt, die in dieser ungerechten Welt ein kleines bisschen Menschlichkeit verbreiten, indem sie der Freundin Medikamente verschaffen oder indem sie, wie Leonid nicht locker lassen.

In der Gegenwart erfahren wir, wie skrupellose Menschenhändler die Träume der Osteuropäerinnen ausnutzen, um sie zu willigen Sexsklavinnen zu machen. Wie  schwierig es für die Mädchen ist, zu entkommen. Sehr traurig ist, dass sie von ihrer Familie kein Verständnis für ihre Situation erhalten und zurück in der Heimat, wie Abschaum behandelt werden.

Mechtild Borrmann hat hier wieder einmal einen erstklassigen, spannenden und fesselnden Krimi mit interessanten, glaubwürdigen Figuren unter einem realen, brandaktuellen Hintergrund erschaffen.
Für diese Geschichte, die Emotionen beim Leser weckt, und ihn nachhaltig beschäftigen wird, erhält dieses Highlight verdiente 5/5 Sterne.





Rezension zu "Gut Greifenau - Abendglanz " von Hanna Caspian, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Gut Greifenau - Abendglanz Autorin: Hanna Caspian Seitenzahl: 560 Seiten, (TB 02.11.18) Isbn Nr. 13-978-3-426-52150-2 Verlag: ...