Posts mit dem Label Roman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Roman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juli 2019

Rezension zu " Nächstes Jahr in Havanna - Die Kuba Saga Teil 1" von

Titel: Nächstes Jahr in Havanna - Die Kuba Saga Teil 1
Autorin: Chanel Cleeton
Übersetzt von: Stefanie Fahrner
Seitenzahl: 464 Seiten (TB, 10.6.19)
Isbn Nr.: 13-978-3453422780
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 10,99 Euro

Verlagsinfo:
 "Mein Herz gehört Havanna
Havanna 1958: Elisa, Tochter eines Plantagenbesitzers, verkehrt in den besseren Kreisen Havannas und weiß kaum etwas über die Lage des Landes. Bis sie einem Mann begegnet, der tief verstrickt ist in die politischen Umwälzungen, die ihre Zukunft für immer verändern werden.
Miami 2017: Marisol macht sich auf den Weg nach Kuba. Sie wird zum ersten Mal das Land kennenlernen, in das ihre Großmutter zeit ihres Lebens zurückkehren wollte und in dem sie nun beigesetzt werden soll ..."

Über die Autorin:
Chanel Cleetons Familie stammt ursprünglich aus Kuba. Sie selbst wuchs jedoch in Florida auf, bevor sie für das Studium der Internationalen Beziehungen nach England ging. An der Londoner School of Economics and Political Science machte sie schließlich ihren Masterabschluss in Internationaler Politik.

Eigene Meinung:
Chanel Cleeton erzählt diese Geschichte über zwei Erzählstränge. Im ersten berichtet Elisa von den Ereignissen 1958. Elisa führt ein luxuriöses Leben in Kuba. Ihr Vater hat eine Zuckerrohrplantage. Seine Töchter sind zum Nichtstun verurteilt. Das Leben der jungen Frau verändert sich total, als sie sich in einen Revolutionär verliebt.

Im zweiten Handlungsstrang, der 2017 spielt, fliegt die junge Reporterin Marisol nach Kuba mit der Urne ihrer Großmutter. Sie will sie in Kuba beerdigen und wandelt auf den Spuren ihrer Großmutter.

Die Geschichte ist sehr informativ. Wir erfahren viel über das aktuelle Leben in Kuba, über die Sorgen und Probleme der Bevölkerung, über ihre Wünsche und Träume.
Genauso viel wird über das Leben in Kuba und die Revolution 1958 berichtet.
Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin Politik studiert hat.

Die Geschichte ist zwar sehr informativ, sie hätte aber etwas mehr Spannung vertragen können. Die Lovestory passt, allerdings bleiben die Figuren etwas auf Distanz zum Leser.

Die Geschichte ist sehr vorhersehbar, ohne Überraschungen und Wendungen. Man hätte mehr daraus machen können.




Montag, 20. Mai 2019

Rezension zu "Die Lüge" von Mattias Edvardsson, übersetzt von Annika Krummacher, Limes Verlag, Roman

Titel: Die Lüge
Autor: Mattias Edvardsson
übersetzt von: Annika Krummacher
Seitenzahl: 541 Seiten (Paperback, 25.3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-8090-2705-8
Verlag: Limes Verlag
PreisL: 15,00 Euro

Verlagsinfo: 
"Lund, Schweden: Adam, Ulrika und Stella sind eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird ein Mann erstochen aufgefunden und Stella als Mordverdächtige verhaftet. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, welche Gründe könnte sie gehabt haben, ihn zu töten? Jetzt müssen Adam und Ulrika sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen"
Über den Autor:
Mattias Edvardsson lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Töchtern außerhalb von Lund in Skåne, Schweden. Wenn er keine Bücher schreibt, arbeitet er als Gymnasiallehrer und unterrichtet Schwedisch und Psychologie.

Eigene Meinung:
Diese Geschichte hat meine Erwartungen übertroffen. Von der ersten Seite an war ich gefesselt von der Story.

Erzählt wird über verschiedene Personen. Zuerst ist der Vater Adam, ein Pfarrer, der seine Tochter vergöttert, dran, seine Sicht der Dinge zu schildern. Er gerät durch die Mordermittlungen in Gewissenskonflikte. Soll er seine Familie schützen, wie er es in der Vergangenheit allzu oft getan hat? Oder hat Stella doch etwas mit dem Mord zu tun?

In kurzen Kapiteln erfahren wir, dass die scheinbar perfekte Familie doch so ihre Geheimnisse hat. Es werden immer wieder Rückblicke in die Kindheit von Stella gewährt. Dann ist Stella, 19, die in Untersuchungshaft sitzt dran, ihre Sicht der Dinge wiederzugeben. Die weicht manchmal ganz schön ab von Adams Sichtweise. Stella ist sehr intelligent und durchschaut ihre Mitmenschen sehr schnell.

Am Schluss ist Ulrika, eine erfolgreiche Anwältin dran. Auch sie hat ganz andere Wahrnehmungen im Bezug auf Stella, auf deren Kindheit und auf ihre Ehe mit Adam.

Das Buch ist ein kleines Highlight. Fesselnd und spannend erzählt, mit vielen Cliffhangern, sprachgewaltig, atmosphärisch und  mit unglaublich interessanten, intelligenten und glaubwürdigen Protagonisten.

Der Autor hat so einige Überraschungen und Wendungen parat, die das Buch zu einem ganz besonderen Pageturner machen.

Meine absolute Leseempfehlung für Krimileser, die besondere Krimis ohne viel Action und Blutvergießen mögen.





Samstag, 11. Mai 2019

Rezension zu "Was in jener Nacht geschah" von Katherena Vermette, übersetzt von Kathrin Razum, BtB Verlag, Roman

Titel: Was in jener Nacht geschah
Autorin: Katherena Vermette
Übersetzt von Kathrin Razum
Seitenzahl: 416 Seiten, (Hardcover mit Schutzumschlag, 4.3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-442-75821-0
Verlag: BtB Verlag
Preis: 20,00 Euro

Verlagsinfo: 

"Winnipeg, am Rande der Stadt. In einer kalten Winternacht schaut die junge Mutter Stella aus dem Fenster und bemerkt, dass draußen auf der einsamen Brache vor ihrem Haus ein Mädchen überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten haben Zweifel, dass Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden, der Wahrheit entspricht. Doch es ist die Polizei, die sich irrt."

Über die Autorin: 
Katherena Vermette, kanadische Ureinwohnerin aufgewachsen in Winnipeg, Manitoba, Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. Ihr Debütroman "Was in jener Nacht geschah" war Bestseller und Debattenbuch in Kanada und wurde vielfach ausgezeichnet: McNally Robinson Book of the Year Award, Margaret Laurence Award for Fiction, Carol Shields Winnipeg Book Award. Shortlist Governor’s General Literaray Award und Rogers Writers‘ Trust, Endrunde von Canada Reads, der großen Buchkampagne der kanadischen öffentlichen Fernsehens CBC.

Eigene Meinung:
In einer etwas heruntergekommenen Wohngegend beobachtet die junge Mutter Stella, dass vor ihrem Haus ein junges Mädchen vergewaltigt wird und meldet das der Polizei. Als diese eintrifft, sind Täter und Opfer verschwunden. Zwar sind noch Spuren eines Kampfes zu finden, doch die Polizei glaubt nicht so recht an eine Vergewaltigung. In der Gegend sind Drogendelikte, Einbrüche und Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden an der Tagesordnung. Der ältere Polizist möchte lieber schnell seine Nachtschicht beenden, während sein junger Kollege etwas genauer hinschaut ..

Erzählt wird dieser Debütroman über verschiedene Personen, wobei eine aus der Ich-Perspektive berichtet.

Anfangs kam ich durch die vielen, verschiedenen Personen und dann auch noch durch den Spitznamen von "Pauline", "Paul" nicht ganz klar. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich wusste, wer denn nun wer ist und wie die Person mit den restlichen Figuren verwandt ist, denn verwandt sind fast alle der Protagonisten.

Die Figuren sind fast nur Frauen, sehr starke Frauen, die ihre Kinder meist ohne ihre Männer großziehen müssen, das in einer frauenfeindlichen Umwelt. Fast alle der Frauen haben Gewalterfahrungen hinter sich, was sich in die nächste Generation überträgt.

Das Buch liest sich nicht so einfach weg, zwar ist die Story an und für sich spannend und greift interessante Themen auf, wie Rassismus, Gewalt gegen Frauen, Gewalterfahrungen in der Jugend und das Leben der Ureinwohner Kanadas.

Ab und an wird der Lesefluss allerdings gebremst durch die vielen, verschiedenen Personen, die zu Wort kommen wollen. Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Sozialstudie, etwas mehr Spannung hätte die Story gut vertragen.



Sonntag, 5. Mai 2019

Rezension zu "Alles was ich dir geben will" von Dolores Redondo, übersetzt von Lisa Grüneisen, BTB Verlag, Roman

Titel: Alles was ich dir geben will
Autorin: Dolores Redondo
Übersetzt von: Lisa Grüneisen
Seitenzahl: 608 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag (25.3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-442-75765-7
Verlag: BTB Verlag
Preis: 22, 00 Euro

Verlagsinfo: 
Ein ungesühntes Verbrechen. Ein grausamer Verdacht.

Er hatte den Verdacht, dass sein ganzes Leben auf einer Lüge aufgebaut war.
Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Dort stellt sich heraus, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardía Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Eine Suche, die ihn in uralte Klöster und vornehme Herrenhäuser führt. In eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, für die Ansehen wichtiger ist als das Leben der eigenen Nachkommen.

Über die Autorin:
Dolores Redondo begeistert mit ihren literarischen Spannungsromanen ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. »Alles was ich dir geben will« stand monatelang auf der spanischen Bestsellerliste und wurde mit dem Premio Planeta, dem höchstdotierten Literaturpreis des Landes, ausgezeichnet. Redondo wurde außerdem für den CWA International Dagger Award nominiert und war Finalistin beim Grand Prix des Lectrices de ELLE. Sie wurde 1969 in San Sebastián geboren und lebt heute in der nordspanischen Region Navarra.

Eigene Meinung:
Der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann bei einem Autounfall in Galicien ums Leben kam. Dabei dachte er, dass Álvaro sich auf Geschäftsreise in Barcelona befinden würde und bezweifelt erst einmal, dass es sich bei dem Unfallopfer um Álvaro handeln könnte. Er reist dennoch nach Galicien und stellt fest, dass der Tote wirklich sein Mann ist.
Manuel ist tief verletzt und verstört, da er in Galicien erfährt, dass ihn sein Ehemann seit Jahren hintergangen hat. Zusammen mit dem eigensinnigen, pensionierten Kommissar Nogueira und einem mit Álvaro befreundeten Priester kommt Manuel dem Geheimnis von Álvaro und dessen Familie auf die Spur.

Dieses Buch hat mich sehr neugierig gemacht, da es von Carlos Ruiz Zafon und von Isabelle Allende hochgelobt wird. Es stand wohl auch monatelang auf der Bestsellerliste in Spanien. Ich bin ja immer etwas skeptisch, doch dieses Buch der mir bisher unbekannten Autorin Dolores Rendodo hat mich positiv überrascht, sogar total begeistert.

Die Autorin besitzt einen von der ersten Seite an fesselnden Erzählstil. Sie erzählt bild- und wortgewaltig. Dabei hat sie mit Manuel, Álvaro, dem Priester Lucas und Nogueira interessante, nicht ganz einfache Charaktere erschaffen. Manuel, der tief verletzt ist und dessen Leben komplett in Scherben liegt, springt über seinen Schatten und möchte erfahren, was genau passiert ist. Das mag die Familie von Álvaro überhaupt nicht. Auch alle weiteren Figuren sind lebendig und sehr interessant.

Ganz langsam kommt Manuel hinter das Geheimnis von Álvaro und dessen Familie. Es offenbaren sich Abgründe. Nebenbei wird die wunderschöne Landschaft Galiciens mit ihren Weingütern beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Gegend etwas näher anzuschauen.

Diesen Pageturner, der von unterschwelliger Spannung und starken Figuren lebt, kann ich nur empfehlen. Wer auf Familiengeheimnisse und ungewöhnliche Krimis steht, sollte das Buch unbedingt lesen. Ich werte dieses Buch als ein absolutes Highlight. Die Krimireihe dieser Autorin ist nun auch auf meiner Leseliste gelandet.





Freitag, 12. April 2019

Rezension zu "Mehr als tausend Worte" von Lilli Beck, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Mehr als tausend Worte
Autorin: Lilli Beck
Seitenzahl: 496 Seiten, Hardcover (25.3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-7645-0650-6
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 20,00 Euro 

Verlagsinfo: 
 Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?

 Über die Autorin:
Lilli Beck wurde in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie »Brigitte«, »Burda-Moden« und »Twen«. »Mehr als tausend Worte« ist nach »Glück und Glas« und »Wie der Wind und das Meer« ihr dritter historischer Roman bei Blanvalet.

Eigene Meinung:
Lilli Beck schreibt die Geschichte des jüdischen Mädchens Alizia und deren Familie von der ersten Seite an fesselnd und spannend.

Wir erhalten einen tiefen Einblick in das Leben der Juden in Berlin ab 1938, über Kindertransporte nach England und über das Leben in England zu dieser Zeit. Sehr genau hat die Autorin beschrieben, wie die Nazis das Leben der jüdischen Bevölkerung immer mehr einschränken, wie die Menschen um ihr Leben kämpfen müssen, wie Neider  und sogenannte "Freunde" ihr Hab und Gut an sich reißen und wie die Menschen glauben, dass das alles ein böser Traum ist, der bald ein Ende haben wird. 

Aliza ist eine sympathische Protagonistin, die ihre erste große Liebe Fabian unbedingt wiedersehen möchte. Die Figur der Aliza ist wie eine Freundin, man fiebert mit, ob sich für sie und ihre Familie alles zum Guten wendet. Auch alle anderen Figuren sind sehr lebendig dargestellt.

Lilli Beck hat einige Überraschungen in der Geschichte parat, ihre Protagonisten müssen allerdings auch eine Menge aushalten.

Mir hat diese sehr gut recherchierte Geschichte gefallen und ich kann sie euch nur empfehlen.


Montag, 25. März 2019

Rezension zu "Als die Tage ihr Licht verloren" von Stephanie von Hayek, Piper Verlag, Roman

Titel: Als die Tage ihr Licht verloren
Autorin: Stephanie von Hayek
Seitenzahl: 304 Seiten (Hardcover mit Schutzumschlag, 1.3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-86612-466-0
Verlag: Piper Verlag
Preis: 20,00 Euro

 Verlagsinfo: 
Stephanie von Hayek verbindet in ihrem Debüt »Als die Tage ihr Licht verloren« die fiktive Geschichte zweier Schwestern in Berlin und die wahre Geschichte eines verhängnisvollen Transports aus dem Jahr 1940 zu einem faszinierenden Roman um Liebe, Neid, Verrat und Ideologie. Linda und Gitte, Töchter einer liberalen, gut bürgerlichen Berliner Familie, genießen ihre Jugend. Gitte, die als Sekretärin im Reichsinnenministerium arbeitet, hofft, einst als Juristin Karriere zu machen, Linda, die ungestüme Träumerin, schlägt den künstlerischen Weg ein und heiratet den sensiblen Erich, die Liebe ihres Lebens. Als seine Nachrichten von der Front ausbleiben und sein Schicksal ungewiss ist, fällt sie in tiefe Melancholie – gefährlich in einer Zeit, in der psychische Krankheiten zum Todesurteil werden können. Denn die Nationalsozialisten planen bereits, was sie verharmlosend »Euthanasie«, den guten Tod, nennen …"

Über die Autorin: 
Stephanie von Hayek wurde 1971 in Wolfratshausen als Tochter einer finnlandschwedischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Politische Wissenschaften in München und Paris. Sie arbeitete als Referentin in internationalen Organisationen, unter anderem für die Weltbank in Washington D.C. und die europäischen Regionen in Straßburg. Sie schreibt Literaturrezensionen, leitet Schreibkurse und arbeitet im Feld der internationalen Beziehungen und Völkerverständigung. „Als die Tage ihr Licht verloren“ ist ihr erster Roman.

Eigene Meinung:
Die beiden Schwestern Linda und Gitte haben während des Krieges unterschiedliche Träume. Linda möchte Juristin werden und Gitte hat ihr Herz an einen Mann verloren, der an der Front dient. Als sie keine Nachricht mehr von ihrem Liebsten erhält, fällt Gitte in eine tiefe Depression, was zu dieser Zeit mehr als gefährlich ist.
Die Spitzel der Nazis lauern überall und so wird Linda in ein "Heim" eingewiesen ...

Das Debüt von Stephanie von Hayek ist flüssig geschrieben und fesselnd von der ersten Seite an. Man nimmt sofort Anteil am Leben der beiden total unterschiedlichen Schwestern.
Die Charaktere sind sehr lebendig dargestellt und die Autorin scheint sehr gut recherchiert zu haben.

Stephanie von Hayek hat eine fiktive Geschichte mit einem wahren Transport verknüpft. Man bekommt daher einen guten Einblick, wie die Nazis die Transporte vertuschen wollten, wie die Menschen nur glauben wollten, was sie sehen, und wie unsagbar das Leid der Kranken zu dieser Zeit war. Den Ort Grafeneck gibt es wirklich. An diesem Ort haben viele Transporte geendet und vielen Menschen wurden hier getötet. Wir haben am Sonntag Grafeneck mit seiner Gedenkstätte besucht.

Was mir sehr gut gefällt ist, dass die Autorin nicht zu ausführlich erzählt. Sie gibt dem Leser Raum, seine Phantasie spielen zu lassen. Da kommt das Kopfkino in Gang und die Story wird überhaupt nicht langatmig.

Meine absolute Leseempfehlung für dieses spannende, sehr informative Debut.



Samstag, 16. März 2019

Rezension zu "Das Modehaus - Töchter der Freiheit" von Julia Kröhn, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Das Modehaus - Töchter der Freiheit
Autorin: Julia Kröhn
Seitenzahl: 527 Seiten (TB, Klappenbroschur, 18.2.19)
Isbn Nr. 13-978-3-7341-0571-5
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 10,99 Euro

Verlagsinfo: 
"Hundert Jahre, drei Frauen und ein Traum - ein Traum von Samt und Seide, von Freiheit und Liebe. Die goldenen Zwanziger, spektakuläre Modekollektionen und … Coco Chanel. Fanny hat genug von der altbackenen Mode im familieneigenen Imperium und will in Paris als Modeschöpferin durchstarten. Am Ende hat sie nur als Mannequin Erfolg, und auch dieser glitzernde Traum zerplatzt. 1946 kämpft Tochter Lisbeth im zerbombten Frankfurt ums nackte Überleben – und um das Modehaus ihrer Vorfahren. Erfindungsreich führt sie es in eine neue Zeit, zahlt dafür jedoch einen hohen Preis. 1971 ist Rieke die Liebe wichtiger als das Geschäft. Doch dann steht das Familienunternehmen vor dem Bankrott – und sie vor einer folgenschweren Entscheidung ..."

Über die Autorin: 
Die große Leidenschaft von Julia Kröhn ist nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern die Beschäftigung mit der Geschichte: Die studierte Historikerin veröffentlichte – manchmal auch unter Pseudonym – bislang über dreißig großteils historische Romane. Mit »Das Modehaus« wagt sie den Sprung vom Mittelalter ins 20. Jahrhundert – und hat dabei einen Heimvorteil: Seit 2001 lebt die gebürtige Österreicherin in Frankfurt am Main, dem Schauplatz des Romans.

Eigene Meinung:

Der Klappentext klang spannend und interessant.

Allerdings fesselt die Geschichte von Fanny, Lisbeth und Rieke überhaupt nicht. Fanny lebt in Frankfurt in den 20er Jahren. Sie möchte nach von Frankfurt nach Paris und dort als Modeschöpferin erfolgreich sein. Lisbeth kämpft in den 40er Jahren um ihr Überleben. Rieke versucht in den 70er Jahren das Modehaus zu retten.j

Die Story wird über drei Handlungsstränge erzählt, die ständig zwischen den Personen Rieke, Fanny und Lisbeth wechseln.

Die Autorin erzählt sehr ausführlich, Spannung ist überhaupt gar keine vorhanden, auch kein Übergang zum nächsten Erzählstrang. Es passiert leider so gut wie überhaupt gar nichts.

Gefesselt hat mich die Geschichte der drei Frauen überhaupt nicht. Der langatmige Erzählstil führte dazu, dass ich mit den Gedanken abgeschweift bin und entsprechend lange für das Buch gebraucht habe.

Zu den einzelnen Figuren habe ich leider überhaupt gar keinen Draht gefunden.

Ich hatte mit einer Familiengeschichte gerechnet, in dem das Modehaus und Mode im Mittelpunkt steht. Das war leider überhaupt nicht so. Hier kann ich leider keine Leseempfehlung abgeben.




  .

Mittwoch, 13. März 2019

Rezension zu "Gut Greifenau - Morgenröte", Hanna Caspian, Knaur Verlag, Roman

Titel: Gut Greifenau -Morgenröte
Autorin: Hanna Caspian
Seitenzahl: 574 Seiten (TB, 3.19)
Isbn Nr. 13-978-3-426-521526
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 9,99 Euro


Verlagsinfo: 

Nach einem Mordanschlag ist es fraglich, ob Konstantin das noch erleben wird. Immerhin pflegte die Dorflehrerin Rebecca ihn aufopferungsvoll. Graf Adolphis indes ist verzweifelt. Durch den Kauf von Kriegsanleihen ist das Gut hoch verschuldet.Gräfin Feodora drängt Katharina zur Hochzeit mit dem Scheusal Ludwig, einem Neffen des Kaisers. Diese Verbindung wird zur Überlebensfrage für Gut Greifenau. Doch Katharinas Herz schlägt für den Industriellensohn Julius. Kurz vor der Hochzeit flieht sie. In Berlin gerät sie mitten in die Wirren der Novemberrevolution.

Über die Autorin: 

Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften, Sprachen und Politikwissenschaft in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Zuletzt war sie Anzeigenleiterin und Projektmanagerin in einem Fachverlag. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Eigene Meinung:
Im letzte Band dieser Reihe überschlagen sich die Ereignisse.  Konstantin wird nach dem Mordanschlag von der Dorflehrerin Rebecca gepflegt, Katharina kämpft gegen ihre Mutter, die sie mit dem total unsympathischen Neffen des Kaisers verheiraten möchte, Alexander möchte so gerne Musik studieren, doch das Gut ist hoch verschuldet und eine Rettung ist nicht in Sicht.
Die Gräfin ist von der neuen Zeit und von den Änderungen in ihrem Gut überhaupt nicht begeistert.

Ich bin von dieser Reihe total begeistert. Sie ist in einer spannenden Zeit angesiedelt. Durch die verschiedenen Figuren, die auf dem Gut Greifenau leben, bekommt man einen guten Einblick in das Leben zu der Zeit, den Erlebnissen verschiedener Soldaten im 1. Weltkrieg, dem Schicksal der Frauen und Kinder. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet, sehr interessant und müssen teilweise sehr stark sein. Katharina entwickelt sich während den einzelnen Bänden weiter.

Die Reihe möchte man einfach in einem Rutsch durchlesen. Neben geschichtlichen Ereignissen fiebert man mit den sympathischen Figuren Katharina, Konstantin und Rebecca, sowie dem Kutscher Albert Sonntag. 

In letzter Zeit wurde ich oft vom letzten Teil einer Reihe enttäuscht, das ist hier überhaupt nicht der Fall.  Der letzte Band ist genauso spannend und fesselnd geschrieben und mit vielen Überraschungen gespickt. Ich kann diese ganze Reihe nur empfehlen.





Samstag, 9. März 2019

Rezension zu "Der Schatten" von Petra Hammesfahr, Diana Verlag, Roman

Titel: Der Schatten
Autorin: Petra Hammesfahr
Seitenzahl: 640 Seiten (TB, Broschur, 14.9.19)
Isbn Nr. 13-978-3-453-36007-5
Verlag: Diana Verlag
Originalverlag: Rowohlt (2005 erschienen)
Preis: 10,99 Euro


Verlagsinfo:

"Die ehrgeizige Filmproduzentin Stella Helling hat den Halt verloren. Sie trinkt zu viel, verzweifelt an der Behinderung ihres Kindes und an der allgegenwärtigen Schwiegermutter. Stellas einziger Halt ist ihr Mann Heiner, ein Polizeikommissar. Als sie sich ihren größten Erfolg  "Der Schatten mit den Mörderaugen" noch einmal anschaut, ist Heiner im Dienst. In der Nacht erwacht sie von einem fürchterlichen Schrei. Am nächsten Morgen ist ihre Schwiegermutter tot und das Baby verschwunden. Und nicht einmal Heiner glaubt seiner Frau, dass in der Nacht ein Filmmonster »der Schatten« leibhaftig im Haus war … "

Über die Autorin:
Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller »Der stille Herr Genardy« bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie aktuell »Die Sünderin«. Der Roman wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche Netflix-Serie produziert.

Eigene Meinung:


Petra Hammesfahr erzählt diese Geschichte von Stella, der erfolgreichen Filmproduzentin, die durch diverse Vorkommnisse zur Alkoholikerin wird, in ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Charaktere sind glaubwürdig und werden sehr genau beschrieben. So richtig sympathisch ist allerdings keine der Figuren. Neben Stella ist  Romy, die Autorin des Romanes "Der Schatten" eine sehr wichtige Hauptfigur, deren Leben mit dem Schicksal von Stellas Familie ziemlich stark verknüpft ist.

Aberglaube wirkt in der Geschichte auf alle Bewohner des Dorfes, in dem Stella mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter lebt.

Als Leser rät man mit, was denn nun genau passiert ist in dieser Nacht, wer den nun der Täter ist, wo das Baby abgeblieben ist. Am Ende wird man dann überrascht mit einer Auflösung, mit der man gar nicht gerechnet hätte.

Petra Hammesfahr schreibt dieses manchmal etwas unheimliche Familiendrama mit Krimielementen gewohnt flüssig, aber auch etwas zu ausführlich für meinen Geschmack. Darunter leidet die Spannung leider etwas.




Familiendrama, ausführlich erzählt, Schicksal versch. Familien hängen zusammen, Aberglauben 


Montag, 21. Januar 2019

Rezension zu "Was wäre ich ohne dich?" von Guillaume Musso, Roman, Piper Verlag,

Titel: Was wäre ich ohne dich?
Autor: GuillaumeMusso
Übersetzt von: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
Seitenzahl: 384 Seiten, broschiert, (2.11.18)
Isbn Nr.: 13-978-3-492-30549-5
Verlag: Piper Verlag
Preis: 10,00 Euro

Verlagsinfo:
"Martin, engagierter Polizist in Paris, konzentriert sich nach einer enttäuschten Liebe voll und ganz auf seine Arbeit. Das muss er auch, denn zurzeit hat er es mit einem besonders schwierigen Fall zu tun: Er ist dem berühmt-berüchtigten Archibald MacLean auf den Fersen, dem größten Kunstdieb aller Zeiten. Martins abenteuerliche Jagd führt ihn bis nach San Franciso, wo er ausgerechnet Gabrielle wieder über den Weg läuft – der Frau, die ihm vor fünfzehn Jahren das Herz gebrochen hat. Und auch sie hat eine Verbindung zu Archibald …"

 Über den Autor:
Guillaume Musso, geboren 1974 in Antibes, arbeitete als Dozent und Gymnasiallehrer. Musso ist einer der erfolgreichsten Gegenwartsautoren Frankreichs, seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt.

Eigene Meinung:
Der Klappentext klang interessant, mir gefallen die Zitate vor den einzelnen Kapitel sehr, Mussos Geschichten mag ich sehr, sie sind so gefühlvoll und spannend schreibt der Schriftsteller auch, also musste das neue Buch natürlich gelesen werden.

Man ist sofort in der Geschichte, auch spannend und gefühlvoll ist die Story. Allerdings kam mir die Geschichte irgendwie bekannt vor. Eine verlorene Liebe, ein Kriminalfall, viele Zufälle und ein Hauch von Übersinnlichem, kam das nicht schon alles in der letzten Geschichte von diesem Autoren vor?

Gestört haben mich auch, das nicht nur sehr viele Zufälle in der Geschichte Begegnungen verursachen und nicht nur der Meisterdieb eine Art Superheld ist, auch seine Haushälterin ist nicht nur eine einfache Haushälterin, sie hat natürlich Kampfkunst in Asien studiert und besitzt medizinische Kenntnisse. Das war mir dann doch alles etwas zu viel.

So langsam sollte sich der Autor dann doch etwas anderes einfallen lassen und seine Protagonisten etwas menschlicher gestalten.


Montag, 14. Januar 2019

Rezension zu "Gut Greifenau - Nachtfeuer" von Hanna Caspian, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Gut Greifenau - Nachtfeuer
Autorin: Hanna Caspian
Seitenzahl: 560 Seiten (TB, 22.12.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-44490-0
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo: 

"Der 2. Band der großen Familien-Saga um das Gut Greifenau von Hanna Caspian voller dramatischer Verwicklungen für alle Leser von Anne Jacobs und alle Fans von Downton-Abbey

August 1914: Der Erste Weltkrieg beginnt, und Konstantin muss an die Front. Sein Vater ist unfähig, das Gut zu führen, das bald hochverschuldet ist. Die Verbindung von Katharina mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen wird nun zur Überlebensfrage. Doch Ludwig tritt nicht nur seiner Verlobten Katharina zu nahe … Es droht ein Skandal! Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf eine Rettung durch den Industriellensohn Julius. Doch soll eine Ehe mit ihr ihm nur den Eintritt in den Adelsstand ermöglichen? Und dann ist da noch der Kutscher Albert, der sein Geheimnis nur im Dorf Greifenau klären kann.Der Nachfolgeband zu "Gut Greifenau. Abendglanz". Gut-Greifenau-Reihe im Überblick:Band 1: Gut Greifenau - Abendglanz,Band 2: Gut Greifenau - Nachtfeuer, Band 3: Gut Greifenau - Morgenröte"

Über die Autorin: 
Hanna Caspian ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Mit ihren gefühlvollen und spannungsgeladenen Familiensagas beleuchtet sie bevorzugt fast vergessene Themen deutscher Geschichte.Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften, Sprachen und Politikwissenschaft in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Zuletzt war sie Anzeigenleiterin und Projektmanagerin in einem Fachverlag. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Eigene Meinung:
Band 2 der "Gut Greifenau-Reihe "Nachtfeuer" knüpft an die Ereignisse aus dem 1. Band nahtlos an. Hanna Caspian wirft den Leser sofort mitten ins Geschehen.

Diese Fortsetzung ist genauso packend, flüssig und spannend geschrieben, wie "Abendglanz".

Die Autorin beschreibt sehr lebendig, was sich durch den 1. Weltkrieg für Adelige, Bedienstete, Pächter, für eigentlich alle Bewohner des Landes ändert.

In diesem Band wird Katharina erwachsen. Sie entwickelt sich weiter, hat Träume, die scheinbar platzen. Sie versucht ihr Leben zu planen und träumt von Freiheit. Ihr Bruder Alexander hilft ihr nach wie vor und auch er hat so seine ganz eigenen Pläne und Geheimnisse.

Kutscher Albert versucht herauszubekommen, wer seine Mutter ist und will Rache an seinem Vater und am Pfarrer üben. Ob er herausfindet, wer seine Mutter ist und ob es wohl bei seinen Racheplänen bleiben wird?

Ludwig von Preussen ist noch immer ein unausstehlicher Kaiserneffe und Anastasia, die Schwester von Katharina entpuppt sich als üble Intrigantin.

"Nachtfeuer" ist ein Buch, das man an einem Stück verschlingen möchte, so spannend und fesselnd ist es geschrieben.

Man fiebert mit den Figuren, insbesondere Katharina, Konstantin, Albert und die Lehrerin Rebecca sind sehr sympathische Figuren, für die man hofft, dass sich alles zum Guten wenden wird.

So nebenbei erteilt die Autorin interessanten Geschichtsunterricht, der Sturz des Zaren, die Ostfront, der Eintritt Amerikas in den Krieg, alles wird hier angeschnitten. Ich wusste z. B. nicht, dass Brasilien Deutschland den Krieg erklärt hat.

Der 2. Band endet mit einem bösen Cliffhanger. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.





Mittwoch, 26. Dezember 2018

Rezension zu "Der Verrat" von Ellen Sandberg, Penguin Verlag, Roman

Titel: Der Verrat
Autorin: Ellen Sandberg
Seitenzahl: 480 Seiten (Paperback, Klappenbroschur, 27.12.18)
Isbn Nr. 13-978-3-328-10090-4
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 15,00 Euro
"
Klappentext:
"Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die weiter auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia. Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache – oder Vergebung."

Über die Autorin:
 Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer erfolgreichen Münchner Autorin, deren Kriminalromane regelmäßig auf der Bestsellerliste stehen. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem groß angelegten Spannungs- und Familienroman »Die Vergessenen« schlägt sie einen neuen schriftstellerischen Weg ein und widmet sich dabei einem Thema, das ihr ein persönliches Anliegen ist: den Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und der Notwendigkeit, diese nicht zu vergessen.

 Eigene Meinung: 

Nane kommt nach zwanzig Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis. Sie ist sich immer noch nicht sicher, ob sie Schuld trägt an den Ereignissen vor 20 Jahren oder ob sie die Beteiligten über einen Telefonanruf gewarnt hat. Sie möchte Gewissheit darüber haben und besucht Pia und ihren Mann Thomas auf deren Weingut. Nur Thomas weiß, ob sie eine Warnung ausgesprochen hatte. Doch Thomas landet mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus und Pia möchte keinen Kontakt mehr mit ihrer Schwester haben.

 "Der Verrat" ist ein Familiendrama. Neid und Eifersucht zwischen den Geschwistern, unglückliche Zufälle, Schuld und Rache spielen eine große Rolle in der Geschichte.
Die Mutter der drei Schwestern behauptet, dass die Frauen in der Familie kein Glück in Liebesdingen haben. Diese Behauptung zieht sich durch den ganzen Roman.

Die drei Schwestern sind sehr unterschiedlich. Nane ist eifersüchtig und neidisch auf Pia und hat Angst, verlassen zu werden, was wohl aus ihrer Kindheit herrührt. Pia ist die kühle, rational denkende Schwester, der alles zufliegt und die scheinbar ein glückliches Leben führt. Birgit ist die Vermittlerin zwischen den Schwestern.

Anfangs war ich von "Der Verrat" nicht so sehr gefesselt. Zu viele verschiedene Personen tauchten anfangs auf und bis auf die Frage, was vor zwanzig Jahren wirklich passiert ist und ob Nane Schuld an dem Tod von Henning ist, war noch keine Spannung vorhanden.

Die Story liest sich flüssig, die Handlungsstränge wechseln zwischen 2018 und 1997/98 und werden über verschiedenen Personen erzählt. Es hat sich jedoch gelohnt, dass ich mich auf die Geschichte eingelassen habe. Sie wurde immer spannender auf beiden Zeitebenen und hat mich am Ende sehr überrascht.


Freitag, 21. Dezember 2018

Rezension zu "Die Schokoladenvilla" von Maria Nikolai, Penguin Verlag, Roman

Titel: Die Schokoladenvilla
Autorin: Maria Nikolai
Seitenzahl: 656 Seiten, (TB Klappenbroschur, 8.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-328-10322-6
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 10, 00 Euro

Verlagsinfo:
 "Das Schicksal zweier Frauen. Das Erbe einer Familie. Die Geschichte einer Leidenschaft. 

Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ...

Die neue große Familiensaga in hochwertiger, liebevoller Winter-Romance-Ausstattung."

Über die Autorin:
Maria Nikolai ist die Autorin mehrerer Sachbücher und eines historischen Romans. Mit »Die Schokoladenvilla« verwebt sie nun ihre Leidenschaft für historische Stoffe, zarte Liebesgeschichten und Schokolade zu einer opulenten Familiensaga und erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum. Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann.

Eigene Meinung:

Den Auftakt der Reihe um die Fabrikantenfamilie Rothmann, musste ich natürlich lesen, spielt doch hier Schokolade eine große Rolle und die Geschichte spielt in Stuttgart-Degerloch um 1906. 

Judith Rothmann, die Tochter eines Schokoladenfabrikanten, verbringt ihre Zeit am Liebsten in der Fabrik um neue Schokoladensorten zu kreieren. Ihr Vater möchte sie jedoch mit einem furchtbaren Bankiersohn verheiraten und Judith sollte sich lieber auf die Hochzeit vorbereiten. 
Ein zweiter Erzählstrang führt uns an den Gardasee, an dem Judiths Mutter sich in Kur befindet. Die Reformbewegung und viele Begegnungen bewegen sie dazu, dass sie sich der Kunst zu wendet und ihr Leben ändern möchte.

Maria Nikolai hat hier interessante Personen erschaffen. Judith ist eine sympathische junge Frau, die sich nicht so einfach verheiraten lassen möchte. Auch ihre Mutter hat ihren eigenen Kopf. Die beiden Zwillingsbrüder von Judith mit ihren lustigen Streichen bringen den Leser zum Lachen. Victor Rheinberger ist ein sympathischer, junger Mann. Man hofft, dass Judith und Victor zusammen kommen, doch zunächst sieht es überhaupt nicht danach aus. 

Wir erhalten viel Information über das Leben der Frauen zu dieser Zeit, über die Reformbewegung, über die Schokoladenproduktion, natürlich gibt es eine Liebesgeschichte und gefesselt ist man von der Geschichte von Anfang an.

"Die Schokoladenvilla" ist ein gelungenes Debüt und ein fesselnder Schmöker für die Weihnachtswoche. Ich bin schon gespannt, wie es mit der Schokoladenfabrik und Judith weitergehen wird. 





Sonntag, 16. Dezember 2018

Rezension zu "Gut Greifenau - Abendglanz " von Hanna Caspian, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Gut Greifenau - Abendglanz
Autorin: Hanna Caspian
Seitenzahl: 560 Seiten, (TB 02.11.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-52150-2
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo:
 "Downton Abbey in Hinterpommern von 1913 bis 1919 - Der erste Teil der großen Familien-Saga über eine Grafen-Familie zwischen Tradition und wahrer Liebe am Vorabend des 1. Weltkriegs 
Mai 1913: Konstantin, ältester Grafensohn und Erbe von Gut Greifenau, wagt das Unerhörte: Er verliebt sich in eine Bürgerliche, schlimmer noch – in die Dorflehrerin Rebecca Kurscheidt, eine überzeugte Sozialdemokratin. Die beiden trennen Welten: nicht nur der Standesunterschied, sondern auch die Weltanschauung. Für Katharina dagegen, die jüngste Tochter, plant die Grafenmutter eine Traumhochzeit mit einem Neffen des deutschen Kaisers – obwohl bald klar ist, welch ein Scheusal sich hinter der aristokratischen Fassade verbirgt. Aber auch ihr Herz ist anderweitig vergeben.
Beide Grafenkinder spielen ein Versteckspiel mit ihren Eltern und der Gesellschaft. So gut sie ihre heimlichen Liebschaften auch verbergen, steuern doch beide unweigerlich auf eine Katastrophe zu …
Die Gut-Greifenau-Reihe im Überblick: Band 1 "Gut Greifenau. Abendglanz"´, Band 2 "Gut Greifenau. Nachtfeuer", Band 3 "Gut Greifenau. Morgenröte" (erscheint März 2019)"
Über die Autorin:
Hinter Hanna Caspian verbirgt sich eine erfolgreiche deutsche Autorin, die ihr Herz ans Rheinland verloren hat. 
Ihre historischen Liebesromane behandeln spannende Themen der vergessenen deutschen Geschichte. Dabei verwebt sie akribisch tatsächliche historische Begebenheiten mit dem Leben fiktiver Figuren. 
Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften und Sprachen. 
Mit ihrem Mann wohnt und arbeitet in unmittelbarer Nähe zum Rhein.
Eigene Meinung: 
Der Auftakt der Reihe um Gut Greifenau, das in Hinterpommern liegt, ist packend geschrieben von der ersten Seite an. 
Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben und wirken authenthisch. Es gibt sympathische Charaktere, die den Leser so richtig mitfiebern lassen, wie z. B. die Tochter der Gutsfamilie, Katharina oder den ältesten Sohn Konstantin, der sich sehr für technische Neuerungen interessiert und sich in die Dorflehrerin verliebt. Auch spielen die verschiedenen Bediensteten des Gutes eine Rolle, wie z. B. der Kutscher Albert, der ein Geheimnis hütet. Natürlich gibt es auch so richtig unsympathische Figuren, wie z. B. die Gutsherrin, die nicht sehr viel Liebe zu ihren Kindern empfindet und Katharina mit einem adeligen Ekelpaket verheiraten möchte. 
Der erste Band der Reihe bietet einen tollen Einblick in das Leben aller Schichten Anfang des 20. Jahrhunderts.
Ich würde das Buch allen Fans von Downtown Abbey wärmstens empfehlen und ihnen raten, sich ein Wochenende freizuhalten, da das Buch kaum aus der Hand zu legen ist. Ich bin schon sehr gespannt auf den 2. Teil der Geschichte. 





Sonntag, 9. Dezember 2018

Rezension zum Hörbuch von "Die Tochter des Uhrmachers " von Kate Morton, gekürzte Lesung von Esther Schweins, Diana Verlag, Roman

Titel des Hörbuchs: Die Tochter des Uhrmachers
Originaltitel: The Clockmaker`s Daughter (Allen & Unwin)
Originalverlag: Diana HC
Hörbuch Download: Audible Verlag (gekürzt), Laufzeit: ca. 13 h, 8 min
Autorin: Kate Morton
gekürzte Lesung von Esther Schweins
Isbn Nr. 13-978-3-8371-4258-7 (8.10.18)
Preis: 15.- Euro

Verlagsinfo:

"Was geschah vor 150 Jahren im Haus am Fluss?

Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus an der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt, und Radcliffes Leben ist ruiniert.

Hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses mit zwei Giebeln an einem Fluss. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wer ist die faszinierende Frau auf dem Foto? Wird sie ihr Geheimnis jemals preisgeben?

Esther Schweins verzaubert und entführt uns in die Welt von Kate Morton."

Über die Autorin:
Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf und studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane erschienen weltweit in 34 Sprachen und 42 Ländern und eroberten ein Millionenpublikum. Alle Romane sind Spiegel-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England.

Eigene Meinung:
Anfangs war ich von den vielen, sehr komplexen Handlungssträngen etwas erschlagen und überfordert.
Esther Schwein liest diese Story mit einer angenehmen Stimme, so dass es Spaß macht ihr zuzuhören.

Ein Handlungsstrang spielt in London in der Gegenwart. Elodie Winslow, die Tochter einer tödlich verunglückte Cellistin möchte einen reichen Finanzier heiraten. So richtig auf die Hochzeit zu freuen, scheint sich Elodie nicht. Sie scheint auch nicht verliebt in ihren Bräutigam zu sein, was ich etwas seltsam empfand. Warum will sie ihn dann heiraten und lässt sich von seiner Familie dazu drängen?  Die Archivarin Elodie stösst bei einem Auftrag auf eine lederne, alte Mappe in der sich viele Bilder befinden, unter anderem ein Bild von einem Haus, das dem Haus aus der Gute-Nacht-Geschichte ihrer verstorbenen Mutter dermaßen gleicht, dass das kein Zufall sein kann. Sie beschließt hier zu recherchieren. Sie zeigt ihrem Onkel Tip die Bilder, der sehr seltsam darauf reagiert. Kurze Zeit später taucht ein Foto auf, das ihre Mutter zusammen mit einem Musiker vor diesem Haus zeigt, der mit ihr zusammen tödlich verunglückt ist.

Ein weiterer Erzählstrang führt in das London 1862. Die ehemalige Trickdiebin Birdie ist unter dem Namen Lily die Muse des reichen Künstlers Edward Radcliffe. Während den vielen Sitzungen haben sich die beiden ineinander verliebt und schmieden Pläne. Doch Edward ist verlobt. Auf der Abschiedsfeier auf Birchwood Manor kommt es zu einem Zwischenfall und ein wertvolles Schmuckstück verschwindet spurlos.

Ein dritter Erzählstrang führt uns nach Birchwood Manor 1899. Die kleine Ada Lovegrove, die mit ihrer Familie in Indien lebte, wird auf ein Mädcheninternat in England geschickt. Sie ist sehr unglücklich dort. Das Internat führt Lucy Radcliffe, die Schwester von Edward. 

Ein vierter Handlungsstrang führt uns nach Birchwood Manor während des zweiten Weltkrieges.
Die verwitwete Journalistin Juliet zieht mit ihren Kindern aufs Land, nachdem sie in London ausgebombt wurden. Ihr Sohn genießt den Aufenthalt dort und spricht mit einer unsichtbaren Freundin.

Kate Morton erzählt hier die Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner. Neben dieser Geschichte wird das Schicksal der jungen Birdie beschrieben, die die eigentliche Hauptperson dieses Romanes ist.  Birdie ist eine sympathische, sehr gut ausgearbeitete Protagonistin, mit der der Leser mitfiebern kann.  Die anderen Personen bleiben leider etwas zu dürftig beschrieben.

Die Handlungsstränge, die vorerst etwas verwirrend sind, führen so nach und nach zusammen.

Bei dieser komplexen Handlung hätte ich wohl lieber zum Buch greifen sollen, da es sich bei diesem Hörbuch ja auch um eine gekürzte Lesung handelt. Man muss schon sehr genau zuhören und dabeibleiben, um nicht den Faden zu verlieren.





 

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Rezension zu "Mein Ein und Alles" von Gabriel Tallent, übersetzt von, Stephan Kleiner, Penguin Verlag, Roman

Titel: Mein Ein und Alles 
Autor: Gabriel Tallent
Übersetzt von: Stephan Kleiner
Seitenzahl: (480 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 24.9.18)
Isbn Nr. 13-978-3-328-60028-2
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 24,00

Verlagsinfo:
 "Dieser Roman über ein junges Mädchen hat Amerikas Leserschaft überwältigt und gespalten. Denn Turtle Alveston, so verletzlich wie stark, ist eine der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur. Sie wächst weltabgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern auf, wo sie jede Pflanze und jede Kreatur kennt. Auf tagelangen Streifzügen in der Natur sucht sie Zuflucht vor der besitzergreifenden Liebe ihres charismatischen und schwer gestörten Vaters. Erst als sie ihren Mitschüler Jacob näher kennenlernt und wahre Freundschaft erfährt, beginnt die Befreiung aus seinen Klauen. Gabriel Tallents Debut ist von eindringlicher Wucht und zugleich Zartheit, eine neue Stimme, die niemanden kalt lässt."

Über den Autor: 
Gabriel Tallent, geboren 1987 in New Mexico, wuchs in der Nähe von Mendocino mit zwei Müttern in einem sehr liberalen Umfeld auf. Nach seinem Universitätsabschluss 2010 führte er zwei Sommer lang Gruppen mit Jugendlichen durch die Wildnis der Nordpazifischen Küste. Gabriel Tallent lebt heute in Salt Lake City.

Eigene Meinung:
Die vierzehnjährige Turtle lebt mit ihrem Vater in einem völlig heruntergekommenen Haus in den Wäldern von Nordkalifornien auf. Ihr Großvater lebt in der Nähe in einem alten Wohnwagen mit seiner Hündin.  Turtle besucht mehr oder minder erfolgreich die Schule. Sie ist eine Außenseiterin, wird aber von ihren Mitschülern in Ruhe gelassen. Ihre Lehrerin versucht Turtle zu helfen, doch diese Hilfe will das junge Mädchen nicht.

Turtle kann mit vielen Schusswaffen umgehen und ist von ihrem Vater auf das Überleben in der Natur vorbereitet worden. Der Vater ist schwer gestört und sehr grausam zu seiner Tochter. Warum, kann man nur erahnen, das wird in der Geschichte nicht näher beleuchtet. Er betrachtet seine Tochter als seinen Besitz und macht das auch sehr deutlich. 

Als Julia, so heißt Turtle, einen Jungen kennen lernt und sich verliebt, ahnt man schon, dass das schwere Folgen für beide haben wird. 

Sofort ist man mitten in der Geschichte. Gabriel Tallent beschreibt die Natur rund um Mendocino bild- und wortgewaltig, teilweise fast poetisch. Die Dialoge zwischen Turtle und ihrem Vater sind hingegen sehr derb, teilweise ordinär und brutal. Dieser Missbrauch, der da abläuft ist sehr verstörend.

Turtle ist eine starke Protagonistin, die ihren Vater schützt, egal was er ihr antut. Sie versucht zu überleben und man zittert und hofft, dass es ihr gelingen wird. Manchmal ist es fast nicht auszuhalten, was das Mädchen alles ertragen muss. 

Dieser Roman ist ein starkes Debut, der von Gegensätzen lebt, den Leser mitleiden lässt und berührt. 

Diesen knallharten Pageturner kann ich euch nur empfehlen. 

 




 

Mittwoch, 7. November 2018

Rezension zu "Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale, übersetzt von Simone Jakob, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Autor: Robert Dinsdale
Übersetzt von: Simone Jakob
Seitenzahl: 464 Seiten (Hardcover, 1.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-22672-8
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 20,00 Euro




Verlagsinfo:
"Entdecken Sie mit Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" Londons einzigartigen Spielzeug-Laden und einen ergreifenden Liebes- und Familien-Roman zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren …

Nostalgisch, rührend und zauberhaft romantisch erzählt Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" von einer jungen Frau, zerrissen in ihrer Liebe zu zwei Männern mit einzigartigen magischen Talenten. Ein Liebes-Roman für alle Leserinnen und Leser von Erin Morgenstern und Jessie Burton und alle, die sich von einem Spielzeug-Laden voller Wunder verzaubern lassen."

Über den Autor:

Robert Dinsdale, Jahrgang 1981, wuchs in North Yorkshire auf. Er lebt mit seiner Tochter in Essex und arbeitet als Literaturagent. Wenn er sie nicht gerade zur Schule fährt, geht er am Meer spazieren, arbeitet am Computer oder besucht die örtliche Bibliothek (das kann er sehr empfehlen!). »Die kleinen Wunder von Mayfair« ist sein dritter Roman.

Eigene Meinung:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1906. Das junge Mädchen Cathie ist schwanger und soll von ihren Eltern in ein Heim für unverheiratete Mädchen abgeschoben werden. Cathie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie bewirbt sich im Emporium, das ist ein zauberhafter Spielzeugladen, und wird genommen. Jekab Godmann entwirft dort zusammen mit seinen Söhnen Spielzeuge, die einen magischen Zauber besitzen. Das schwangere Mädchen verliebt sich in Caspar, den ältesten Sohn von Jekob, und wird ein Teil der Familie. Als der erste Weltkrieg ausbricht, ändert sich auch im Emporium alles.

 Diese Story lässt einen eintauchen in die Welt des Emporiums mit ihrem ganz besonderen Spielzeug. Da ist der Patchworkhund Sirius, der aufgezogen werden muss, und immer lebendiger wird, so dass man meint, man hätte einen richtigen Hund vor sich. Es gibt dort z. B. Wolkenschlösser oder faltbare Burgen. Der Autor hat hier ein Paradies für große und kleine Kinder erschaffen und man kommt ins Staunen, was es dort alles gibt.
Die Charaktere in dieser Geschichte sind liebenswert, mit großen und kleinen Schwächen. Durch Cathie bricht der Konkurrenzkampf zwischen den Brüdern offen hervor.
Der Autor beschreibt das Spielzeugparadies sehr phantasievoll und wortgewaltig.

Ich kann dieses zauberhafte Märchen nur allen Lesern, die phantasievolle Geschichten lieben, empfehlen.


Dienstag, 2. Oktober 2018

Rezension zu "Grenzgänger" von Mechtild Borrmann, Droemer Knaur Verlag, Roman

Titel: Grenzgänger
Autorin: Mechtild Borrmann
Seitenzahl: 288 Seiten, Hardcover (1.10.18)
Isbn Nr. 13-978-3-426-28179-6
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 20,00 Euro


Verlagsinfo: "
Die Geschichte einer verlorenen Kindheit
Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem neuen Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Borrmann, die mit ihrem zuletzt erschienen Roman "Trümmerkind" monatelang auf Platz 2 der Spiegel-Bestseller-Liste stand, erzählt mit der ihr eigenen soghaft-präzisen Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau - ein ehemaliges Heimkind - , die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt.

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte."

Über die Autorin:
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den "Geiger" wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit "Die andere Hälfte der Hoffnung" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Eigene Meinung:
Henni lebt mit ihren Geschwistern und Eltern in der Eifel. Der Vater wird kurz vor Ende des Krieges doch noch eingezogen und kehrt traumatisiert zurück. Die Mutter versucht mit Hilfe von Henni die Familie durchzubringen, während der Vater sich der Kirche zuwendet. Als Hennis Mutter erkrankt und stirbt, versucht Henni die Familie durch Kaffeeschmuggel durchzubringen. Das Vorhaben endet in einem Disaster. Hennis Schwester stirbt, ihre Geschwister landen in einem Heim und Henni in einer Besserungsanstalt.

Die Geschichte beginnt mit einer Gerichtsverhandlung. Erst einmal rätseln wir, warum Henni 1970 vor Gericht steht. Ihre damalige Schulfreundin Elsa verfolgt den Prozess und erzählt dem Leser von dem Leben in der Eifel zu ihrer Schulzeit.

In einem weiteren Erzählstrang lernen wir den Künstler Thomas kennen, der zur gleichen Zeit wie Hennis Brüder in einem Heim der Kirche lebte und sich an das grausame Heimleben erinnert.

Die Handlungsstränge wechseln ständig, auch zwischen den Zeiten, was der Geschichte viel Spannung und Tempo verleiht.

Mechtild Borrmann beschreibt das Leben der Heimkinder in den 50er Jahren, das von Grausamkeiten und Doppelmoral geprägt ist. Die Autorin hat wohl sehr gut recherchiert und Zeitzeugen befragt.

Die Geschichte um Henni und ihre Geschwister zeigt auf, dass Wahrheit und Lüge oft nicht weit voneinander entfernt sind und dass zwischen Recht und Gerechtigkeit leider Welten liegen können.

Ich kann diese fesselnde, tragische Geschichte nur empfehlen.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe die Geschichte an einem Nachmittag am Wochenende gelesen.







Freitag, 27. Juli 2018

Rezension zu "Mozart und der Fall des Harlekins " von Klaus Zeh, Books on Demand, Roman

Titel: Mozart und der Fall des Harlekins
Autor: Klaus Zeh
Seitenzahl: 288 Seiten, TB, Auflage: 4(8.5.18)
Verlag: Books on Demand
Isbn Nr. 13-978-3746026114
Preis:  9,90 Euro


Verlagsinfo:
"Am 18. November 1791 wird Wolfgang Amadeus Mozart zum letzten Mal in Wien öffentlich gesehen. Zwei Tage später legt er sich krank zu Bett und stirbt am 5. Dezember. Von diesem letzten Tag in der Öffentlichkeit wissen die Chronisten wenig. Der Roman dichtet ihn nach.
Mozart irrt durch Wien, von Erinnerungen heimgesucht, von der Musik in ihm getrieben, von einem geheimnisvollen Brief in Aufruhr versetzt. Ein mysteriöser Fremder begegnet ihm, er sucht Hilfe in Kaffeehäusern, besucht Freunde, will bei seiner Geliebten unterkommen, gequält von der Angst, dass man ihn vergiften will.
Der Roman schlüpft in die Haut des weltberühmten Komponisten und zeigt ihn als zerrissene, leidenschaftliche und geltungsbedürftige Künstlerseele, die Schutz sucht vor der Welt und doch auf ihre Gunst nicht verzichten kann."

Über den Autor:
Klaus Zeh, Jahrgang 1965, wirkt als Sänger, Liedermacher und Musikjournalist und war für mehr als zehn Jahre mit einem musikalisch-literarischen Irlandprogramm unterwegs. Er lebt in Reutlingen. Sein erster Roman "Taxi" erschien 2015. Es folgten die Gedichtbände "Die Leichtigkeit des Windes" und "An Ufern aus Jade". Das vorliegende Buch "Mozart oder der Fall des Harlekins" ist sein zweiter Roman.

Eigene Meinung:
Klaus Zeh erzählt über den letzten Tag von Mozart, lässt den Künstler auf sein Leben zurückblicken, durch Wien irren, sich mit Bekannten treffen und über sein Leben sinnieren. Man kommt dem Komponisten sehr nahe, da er uns an seinen Begegnungen mit Freunden, seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt.

Ich denke, dieser Auszug aus dem Leben Mozarts, über das der Autor über ein Jahr lang recherchiert hat, ist etwas für Fans von Mozart, für Klassik- oder Opernfans. Ich habe mich mit dem Buch etwas schwer getan, da ich bisher noch keinen Zugang zu Opern gefunden habe und ich in der Schule genug über Mozart erfahren habe.
 
Man merkt, dass es Klaus Zeh wichtig ist, etwas über die letzten Tage von Mozart zu schreiben. Auch der Aufbau des Buches ist super und die Wortwahl geht in Richtung  der alten Meister, passt also in die Zeit als der Komponist lebte. 
Schaut einfach mal bei Amazon in das Buch rein. Dann merkt ihr schnell, ob das was für euch ist.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Rezension zu "Das Atelier in Paris" von Guillaume Musso, übersetzt von Eliane Hagedorn und Bettina Runge, Piper Verlag, Roman


Titel: Das Atelier in Paris
Autor. Guillaume Musso
Übersetzt von: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
Seitenzahl: 464 Seiten, Klappenbroschur (1.6.18)
Isbn Nr. 13-978-3-86612-446-2
Verlag: Piper Verlag
Preis: 16,99 Euro 


Verlagsinfo:
"Ein abgelegenes kleines Atelier am Ende einer Allee, mitten in Paris: Hier hat sich die Londoner Polizistin Madeline eingemietet, um eine Weile abzuschalten. Doch plötzlich sieht sie sich Gaspard gegenüber, einem mürrischen amerikanischen Schriftsteller. Offenbar gab es einen Irrtum, denn auch er hat das Atelier gemietet, um in Ruhe schreiben zu können. Der Ärger legt sich, als die beiden erkennen, an welch besonderen Ort sie geraten sind. Das Atelier gehörte einst einem gefeierten Maler, von dem aber nur noch drei Gemälde existieren sollen – alle drei verschollen und unermesslich wertvoll. Als sie sich gemeinsam auf die Suche nach den Bildern begeben, wird ihnen schnell klar, dass den Maler ein grausames Geheimnis umgibt …
Für Madeline und Gaspard beginnt eine spannende Jagd, die sie von Paris nach New York führt und sie nicht nur mit ungeahnten menschlichen Abgründen, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert."

Über den Autor:  
Guillaume Musso, geboren 1974 in Antibes, arbeitete als Dozent und Gymnasiallehrer. Musso ist einer der erfolgreichsten Gegenwartsautoren Frankreichs, seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt.

Eigene Meinung: 
Die Londoner Polizistin Madeline möchte sich in Paris eine Auszeit nehmen und mietet deshalb ein kleines Atelier an. Der etwas verschrobene Autor Gaspard landet auch dort. Er möchte in aller Ruhe ein Theaterstück schreiben und ist gar nicht darüber erfreut, dass er jetzt Gesellschaft hat. Das Atelier gehörte wohl dem Künstler Sean Lorenz. Die beiden total unterschiedlichen Mieter bekommen jedoch Interesse an der Geschichte des Künstlers Sean Lorenz und beginnen über sein Leben und über einige verschwundene Bilder von ihm nachzuforschen. Sie dringen immer mehr in die Vergangenheit des verstorbenen Künstlers und einen damit verbundenen Kriminalfall ein.

Madeline und Gaspard sind sehr interessante Charaktere, der verschrobene Alkoholiker Gaspard, der Menschen nicht so sehr mag, und die Ermittlerin Madeline, die eine gescheiterte Beziehung verarbeiten muss. 
Auch die Geschichte des Malers und ehemaligen Graffiti-Künstlers Sean Lorenz, die sich durch die Suche der beiden ganz langsam dem Leser erschließt, ist sehr interessant und spannend. So nebenbei erfährt der Leser sehr viel über Malerei und Kunst. 

Musso schreibt gewohnt spannend und fesselnd, sprachlich bewegt sich die Geschichte auf sehr hohem Niveau. Das Buch kann man kaum aus der Hand legen, denn die Handlung wird schnell vorangetrieben. Die Zitate über jedem Kapitel passen sehr gut zu der Geschichte. 

Das Ende überrascht den Leser dann doch sehr. 
"Das Atelier in Paris" führt den Leser nicht nur an viele Orte in Paris, die beiden Protagonisten reisen auch nach Barcelona und landen schließlich in den USA.

Mussos Geschichte ist ein fesselnder Krimi und eine dramatische Familiengeschichte.


 


Rezension zu " Nächstes Jahr in Havanna - Die Kuba Saga Teil 1" von

Titel: Nächstes Jahr in Havanna - Die Kuba Saga Teil 1 Autorin: Chanel Cleeton Übersetzt von: Stefanie Fahrner Seitenzahl: 464 Seiten ...