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Mittwoch, 31. Mai 2017

Rezension zu "Loney" von Andrew Michael Hurley, übersetzt von Yasemin Dincer, Ullstein Verlag, Horroroman

Titel: Loney
Autor: Andrew Michael Hurley
Übersetzt von: Yasemin Dincer
Seitenzahl: 384 Seiten (Hardcover, 9.9.16)
Isbn Nr. 13-978-3550081378
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 22,00 Euro


Verlagsinfo:

"The Loney - ein verregneter, unwirtlicher Landstrich an der nordenglischen Küste. In der Karwoche des Jahres 1976 pilgert eine brüchige kleine Glaubensgemeinschaft aus London dorthin, um in der Wallfahrtskirche der heiligen Anna für ein Wunder zu beten: möge Hanny, äußerlich schon fast ein Mann, doch von kindlichem Gemüt, von seiner Krankheit erlöst werden. Dreißig Jahre später legt ein Erdrutsch bei The Loney die Leiche eines Babys frei. In Hannys jüngerem Bruder Tonto weckt dies Erinnerungen an jene Reise, die er all die Jahre tief in seinem Inneren verborgen hatte. Doch jetzt drängt die Vergangenheit mit Macht an die Oberfläche und droht, ihm den Boden unter den Füßen wegzureißen. Dieser ungewöhnliche, faszinierende Roman erweckt mit stilistischer Brillanz und einem virtuosen Gespür für Zwischentöne Charaktere und Landschaft zum Leben. Zugleich stellt er grundsätzliche Fragen nach dem Wesen von Glauben und Aberglauben, Vertrauen und Hoffnung."

Über den Autor: 

Andrew Michael Hurley, geboren 1975, lebt nach Stationen in Manchester und London in Lancashire, wo er Englische Literatur und Kreatives Schreiben unterrichtet. Er hat bisher zwei Erzählbände veröffentlicht. Loney ist sein erster Roman. Zunächst in England bei einem kleinen Independent-Veralg erschienen, entwickelte sich Loney bald zum Geheimtipp und wurde mit dem Costa Book Award für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet. 

Eigene Meinung: 
Ich bin immer mal wieder auf der Suche von guten Horrorgeschichten. Die Verlagsinfo von "Loney" klang sehr interessant und spannend, nach subtilem Grusel, den ich liebe. Auch das Lob der Presse und der "Geheimtipp" hat mich dazu verführt, das Buch unbedingt lesen zu wollen.

So richtig in seinen Bann gezogen, hat mich die Story nicht. Spannend geschrieben ist das Buch nicht, die Story zieht sich unglaublich.

Geschrieben ist die Geschichte aus der Sicht von Tonto in der Ich-Perspektive. Über Rückblicke erfahren wir, was 30 Jahre vorher  in Loney passiert ist. Der Autor arbeitet viel mit Andeutungen, so dass man neugierig wird, was damals geschehen ist.

Man erfährt schon am Anfang, dass Hanny von seiner Krankheit auf dieser Pilgerreise geheilt wurde. Tonto ist der jüngere Bruder von Hanny und er fühlt sich für seinen kindlichen, älteren Bruder verantwortlich. Die Mutter der beiden, in der Story "Mummer" genannt, ist sehr fromm, weshalb das Leben der beiden Brüder vom Glauben und der Glaubensgemeinschaft geprägt ist. Mummer hat an Tonto eine Erwartungshaltung, was seinen Beruf betrifft, er soll Theologie studieren. 

Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr gelungen, die Story ist atmosphärisch dicht und die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Spannung und Horror kommen hier jedoch zu kurz.






Donnerstag, 15. Oktober 2015

Rezension zu "Die Lichtung" von Linus Geschke, Kriminalroman, Ullstein Verlag

Titel: Die Lichtung
Autor: Linus Geschke
Seitenzahl: 384 Seiten (Broschur 10.10.14)
Isbn Nr. 13-978-354-828-6365
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 9,99 Euro
 Verlagsinfo:
"Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt..."

Über den Autor:
Der 1970 geborene Linus Geschke arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Manager Magazin. Dazu verfasst er für das Special-Interest-Magazin „unterwasser“ Tauch- und Reisereportagen und bedient alle zwei Monate eine Kolumne („Nachgedanken“). Mit seinen Reportagen hat der Kölner mehrere Journalistenpreise gewonnen.

Eigene Meinung:
Was für ein Krimi! Ich bin total hinweg. Linus Geschke hat es total drauf, den Leser bei der Stange zu halten. Aus der Ich-Perspektive des Reporters Jan Römer nehmen wir an seinen Recherchen Teil. Erzählt wird die Geschichte in zwei Erzählebenen, einmal in der Gegenwart und in der Vergangenheit im Jahr 1986. Wir erfahren ganz langsam, was genau an dem Party-Wochenende geschah.  Leider lässt uns Linus Geschke ganz schön im Ungewissen. Er schafft es, dass Jan Römer einen alten Freund über die Geschehnisse befragt, so dass Jan Genaueres erfährt, nur der Leser leider nicht. Das ist wirklich sehr raffiniert gemacht. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, was denn genau passiert ist und wer es war,  ich kam nicht darauf.

Die Figuren sind sehr lebendig, Jan und Mütze, die ermitteln, sind dazu noch sehr sympathisch. 

Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist, hat noch mehr Freude an diesem Krimi. Die Clique von Jan war mit den damals üblichen Leichtkrafträdern unterwegs, ich habe auch so ein Teil gefahren, eine MTX, habe dieselbe Musik gehört, die erste Liebe erfahren, genau wie Jan und seine Freunde.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für dieses Krimihighlight, das ich in jeder freien Minute lesen musste.  Ich bin schon total gespannt und freue mich auf den 2. Band der im Frühjahr des nächsten Jahres erscheinen soll. Ich bin Jan und Mütze-Fan.



Donnerstag, 25. Dezember 2014

Rezension zu "Engelsgleich", Martin Krist, Ullstein Buch Verlag, Thriller



Hier meine Rezension zu einem Buch, für das sich das Einlösen eines Weihnachtsgutscheins lohnt:


Titel: Engelsgleich
Autor: Martin Krist
Seitenzahl: 576 Seiten (broschiert, 5.12.14)
Isbn Nr.  13 9783548286396
Verlag: Ullstein Buch Verlag
Preis: 9,99 Euro

Klappentext:
"In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?" 

Über den Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin. Weitere Infos unter: www.martin-krist.de

Eigene Meinung:

Martin Krist hat mit "Engelsgleich" einen rasanten, sehr komplexen mit vielen verschiedenen Handlungssträngen erschaffen. Die sehr schnell wechselnden einzelnen Szenen werden aus der Sicht von vier verschiedenen Personen erzählt.
Juli Kluge, die mit ihrer Partnerin und drei Pflegekindern zusammenlebt. Merle, die älteste Pflegetochter verschwindet und Juli versucht, ihre Pflegetochter zu finden. Juli erzählt in der Ich-Perspektive.

Ein zweiter Erzählstrang handelt von den Ermittlungen von Paul Kalkbrenner und seinem Team. Das Team hat ganz schön viel zu tun und die Ermittler gehen manchmal etwas unkonventionelle Wege, was dem  Staatsanwalt natürlich überhaupt nicht gefällt.
 
In einem weiteren Erzählstrang lernen wir Anezka kennen, die auf der Flucht ist, und unglaubliche Dinge erleben muss.

Und da ist noch Markus, ein kleiner Ganove, der groß hinaus will in der Szene und sich mit den falschen Leuten einlässt.


Dieser rasante Thriller liest sich trotz der vielen verschiedenen Personen und Erzählsträngen recht flott. Man ist ständig am Rätseln, wie alles wohl zusammenhängen wird,  und man entdeckt dann schnell, dass Martin Krist einige Überraschungen und Wendungen parat hat.

Die Themen, die der Autor gewählt hat, sind leider sehr aktuell und realistisch. Sie wecken Emotionen beim Leser, sie lassen wirklich keinen kalt, ab und an muss man nach Luft schnappen, so spannend ist dieser Thriller.


Mir hat "Engelsgleich" richtig gut gefallen, ein stellenweise brutaler, richtig packender Thriller mit interessanten Figuren, der 5/5 Sterne verdient hat. Für Thrillerfans, die auch etwas komplexere Geschichten mögen, ein absolutes Muss. Am Schluss bleiben noch einige Fragen offen, vielleicht werden die im nächsten Thriller geklärt?







 

Mittwoch, 20. August 2014

Rezension zu "Vergessen" von Elke Pistor, Ullstein Verlag, Kriminalroman

Titel: Vergessen
Autorin: Elke Pistor
Isbn Nr. 13-978-3548286105
Seitenzahl: 304 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (8.8.14)
Preis: 9,90 Euro




Klappentext:
"Kommissarin Verena Irlenbusch steht unter Druck: Während sie einen hochintelligenten Psychopathen jagt, verschlimmert sich die Alzheimererkrankung ihrer Großmutter. Außerdem wurde ihr der schlechtgelaunte Kollege Christoph Todt an die Seite gestellt, dem sie jede Information aus der Nase ziehen muss. Doch Verena bleibt liebevolle Enkelin und professionelle Ermittlerin – auch wenn es sie fast zerreißt. Als sie schließlich auf die Spur des Mörders kommt, verfängt sich Verena in ein Netz aus lang vergessener Schuld und neuem Hass. Wird sie diesen Fall heil überstehen?"

Über die Autorin:
Elke Pistor, Jahrgang 1967, ist in Gemünd in der Eifel aufgewachsen. Nach dem Abitur in Schleiden zog es sie zum Studium nach Köln, wo sie nach einem Zwischenstopp am Niederrhein bis heute lebt. Schon seit sie als Kind einen Steinmetz der Dombauhütte bei der Arbeit beobachten durfte, ist sie von "Kölns größter Baustelle" und ihren Geheimnissen fasziniert. Sie arbeitet als freie Seminartrainerin in der Erwachsenenbildung und leitet Schreibworkshops. Nach Kurzgeschichten und Kurzkrimis erschien ihr erster Eifel Krimi "Gemünder Blut" im Herbst 2010 im Emons Verlag. Mehr unter: http://www.elke-pistor.de/
Eigene Meinung:

Ein Zahnarzt foltert einen Patienten, verletzt seine Zahnarzthelferin und springt dann aus dem Fenster. Ein kleines Mädchen spielt mit einer Freundin Verstecken und wird dabei entführt. Beide Fälle bekommt Kommissarin Verena Irlenbuch auf den Tisch. Ihre Kollegin Leo liegt im Krankenhaus und so bekommt sie einen neuen Partner zugeteilt. Christoph Todt scheint allerdings ein einsamer Kämpfer zu sein. Das Ermittlungsteam muss sich erst noch zusammenraufen. Noch mehr Sorgen bereitet Verena, dass sie ihre Großmutter nicht mehr alleine lassen kann. Sie hat die Alzheimererkrankung. Verena will das noch nicht so richtig wahrhaben und versucht Beruf und Privates unter einen Hut zu bringen.
Dieser Krimi rund um die Themen  "Vergessen" und um die Alzheimererkrankung von Verena Irlenbuchs Großmutter liest sich flüssig und leicht.

Es soll sich hier um den ersten Fall der Kommissarin Verena Irlenbusch handeln. Ich hatte allerdings ständig das Gefühl, den ersten Teil dieser Reihe verpasst zu haben, obwohl dieser Krimi einen sehr starken Einblick in Verenas Privatleben gewährt. Die Figur der Kommissarin bleibt doch etwas farblos. Der immer etwas mürrische, neue Kollege Christoph Todt lässt uns auch an seinem Privatleben teilhaben. Die Ermittlungsarbeit der beiden gerät dabei dann leider etwas in den Hintergrund, entsprechend fehlte mir hier die für einen Kriminalroman nötige Spannung.

Zwischendurch wird sehr einfühlsam erzählt, was das am Anfang der Geschichte entführte Kind Mia erlebt.
2/5 Sterne für den sehr einfach gestrickten Krimi mit viel Privatkram der Ermittler, ohne große Überraschungen und Wendungen. Dem routinierten Krimileser ist hier zu schnell klar, wer hier der gesuchte Mörder ist.

Dienstag, 20. Mai 2014

Rezension zu "Die Jasmin-Schwestern" von Corinna Bomann, Ullstein-Taschenbuch, Familienroman

Titel: Die Jasminschwestern
Autorin: Corinna Bomann
Seitenzahl: 528 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (9.5.14)
Isbn Nr. 13-978-3548285276
Preis: 9,99 Euro



Klappentext:
"Ein Unfall, ein Schock und eine große Frage: Als ihr Freund verletzt ins Koma fällt, flüchtet Melanie Sommer zu ihrer vietnamesischen Urgroßmutter Hanna. Als Hanna merkt, wie sehr die junge Frau mit ihrem Schicksal und der Liebe hadert, erzählt sie ihr zum ersten Mal aus ihrem Leben: Von der dramatischen Kindheit im exotischen Saigon, vom schillernden Berlin der Zwanzigerjahre und einer großen Liebe, von der schweren Zeit während des Krieges und dem Neuanfang als Hutdesignerin in Paris. Hanna hat viel verloren, aber auch unendlich viel gewonnen. Und Melanie erkennt, dass ihre schönste Zeit noch vor ihr liegt – egal, was das Schicksal noch für sie bereithält."

Über die Autorin:
Corina Bomann, 1974 in Parchim geboren, entdeckte die Welt der Bücher schon recht früh für sich. Als Kind verzierte sie die Exemplare der heimischen Bibliothek mit eigenen "Wachsstift-Illustrationen", später, als sie das Schreiben erlernt hatte, begann sie, eigene kleine Geschichten zu verfassen. Langeweile in Schule und Bus füllte sie mit viel Fantasie aus, sodass aus kleinen Geschichten bald ganze Romane wurden, die zunächst mehrere Kladdehefte füllten. Die Hefte und eine alte Schreibmaschine wichen nach und nach dem Computer; ihre Geschichten entstiegen den Schubladen und fanden ihre Heimat bei Verlagen. Noch heute lebt Corina Bomann in Mecklenburg und nutzt die traumhafte Ruhe und wunderbare Landschaft, um ihre Romane zu spinnen. In ihrer zweiten Heimat Berlin lässt sie sich dagegen vom Puls der lebendigen Stadt inspirieren. Ihre große Liebe gilt der Geschichte, und so finden sich auch in ihrem neuen Roman "Die Schmetterlingsinsel" historische Elemente, die geschickt mit dem Heute verwoben werden.

Eigene Meinung:

Corinna Bomann beherrscht ihr Handwerk. Sofort ist man mitten im Geschehen. Wir hoffen, dass Melanies Verlobter wieder aus dem Komma erwacht, sind entsetzt über Melanies zukünftige Schwiegermutter und finden Melanies Urgroßmutter Hanna  sehr sympathisch. Hanna, die eigentliche Hauptperson dieses Romans,  erzählt ihrer Urenkelin ihre bewegende Lebensgeschichte. Keiner von ihrer Familie weiß, was die zierliche Frau für Schicksalsschläge überwinden musste. Um Melanie abzulenken, vertraut sie ihr ihr Geheimnis an.

Die Geschichte ist wunderbar erzählt, wir reisen mit Hanna nach Vietnam und  erleben die zwanziger Jahre in Berlin. Mein einziger Kritikpunkt ist der Schluss. Wurde Grand Mers Geschichte ausführlich erzählt, ist mir das Ende hier etwas zu schnell geraten.

4/5 Sterne für diese fesselnde, spannende Familiensaga über eine starke Frau, über Liebe,  Hoffnung und das Auf und Ab im Leben.

Donnerstag, 14. November 2013

Rezension zu "Der Puppenfänger" von Joana Brouwer, Emslandkrimi, Ullstein Verlag

Titel: Der Puppenfänger
Autorin: Joana Brouwer
Seitenzahl: 384 Seiten (TB 9.8.2013)
Isbn Nr. 13-978-3548284859
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 9,99 Euro

 Klappentext: 
"Es scheint wie ein Routinefall: Eine alte Freundin bittet Privatdetektivin Heide von der Heide wegen einer Vermisstensache ins beschaulichen Holte im Emsland. Dort stellt sie verblüfft fest, dass der verschwundene Gerald Schöllen niemandem fehlt. Heide ist ratlos. Als plötzlich die Leiche von Schöllens Halbbruder Gunnar auftaucht, ruft das Dieter Fuchs, Kriminalhauptkommissar und Heides Lebensgefährte, auf den Plan. Gemeinsam stoßen die zwei auf ein schreckliches Geheimnis: Die zwei Brüder haben vor langer Zeit ein ungeheuerliches Verbrechen begangen – das irgendwer jetzt rächen möchte …"

Über die Autorin:
Joana Brouwer, geboren 1951, war einige Jahre im Schuldienst tätig und arbeitete danach in einem Architekturbüro. Sie ist die Mutter dreier erwachsener Kinder und lebt mit ihrem Mann in Nordhorn. Die Autorin schreibt an der Kriminalserie rund um die Osnabrücker Detektivin Heide von der Heide und dem Kriminalhauptkommissar Dieter Fuchs weiter. 

Eigene Meinung:
Der Krimi beginnt mit viel Privatem von der Privatdetektivin Heide von der Heide und dem Kriminalhauptkommissar Dieter Fuchs. Eine alte Bekannte von Heide bittet sie um Hilfe. Ihr Schwager, Gerald Schöllen, ist spurlos verschwunden. Seine Frau soll laut Beate total verstört sein. Heide reist zu ihrer Bekannten ins Emsland und schaut sich erst einmal im Dorf um. Dabei schließt sie Bekanntschaft mit einer älteren Dame, stellt fest, dass die Ehefrau des Verschwundenen gar nicht so verstört ist, wie Beate denkt und stößt auf Geheimnisse, die vertuscht und verdeckt wurden. Als eine Leiche entdeckt wird, ermittelt auch ihr Freund Dieter Fuchs, und seine Heide kommt ihm ins Gehege, was er gar nicht mag.

Joana Brouwer besitzt einen lockeren, etwas humorvollen Erzählstil. Der Krimi liest sich leicht, die Spannungskurve steigt langsam an, bleibt dann aber bis zum Ende bestehen. Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Ab und an erfahren wir, was der verschwundene Gerald Schöllen so erlebt.

Dem Leser wird eine intelligente, gut durchdachte Geschichte mit sympathischen Protagonisten präsentiert.  Die ganzen Dorbewohner mit ihren Macken und Kanten,  und ihrem Hang zum Verdrängen und Vertuschen sind sehr gelungen.
Die Dialoge zwischen Heide und ihrem Kriminalhauptkommissar sind köstlich.

5/5 Sterne für diesen fesselnden,gut durchdachten, intelligenten Krimi mit einer sympathischen, starken Ermittlerin, Lokalkolorit und einer geheimnisvollen Tragödie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit hat.




Mittwoch, 27. Februar 2013

Rezension zu "Die Rache des Chamäleons, Autor Åke Edwardson, Ullstein Verlag, Thriller



Titel: Die Rache des Chamäleons
Autor: Åke Edwardson
Isbn Nr. 978-3550080227
Seitenzahl: 256 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (15.2.2013)

 
 Klappentext:
"Dein Mann liebt dich. Eure Kinder. Er ist erfolgreich, und ihr habt ein schönes Leben. Doch eine Nachricht verändert alles. Ein alter Freund glaubt, dass dein Mann ihm noch etwas schuldet. Und das fordert er jetzt ein. Weil du ihn liebst, gehst du mit ihm auf diese tödliche Mission. Doch wer ist der Mann an deiner Seite? Der neue Thriller von Åke Edwardson führt nach Andalusien und in eine terroristische Vergangenheit."

Über den Autor:

Åke Edwardson, geboren 1953, lebt mit seiner Frau in Göteborg. Einige Monate im Jahr verbringt das Ehepaar im Süden Spaniens, in Marbella. Bevor Edwardson einer der weltweit erfolgreichsten Autoren von Kriminalliteratur wurde, arbeitete er als Journalist u. a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten, schrieb Sachbücher und unterrichtete an der Universität Creative Writing. 

Eigene Meinung:

Peter Matteus führt ein beschauliches, glückliches Leben mit 2 Kindern und einer Ehefrau als Werber in Schweden. Als er eines Tages einen Umschlag mit einem Schließfachschlüssel an seinem Arbeitsplatz vorfindet, wird ihm klar, dass seine Vergangenheit ihn eingeholt hat. Er wird gezwungen, mit seiner Frau zusammen nach Spanien zu reisen und eine alte Schuld zu begleichen.

Die Leseprobe klang spannend. Leider hat sie nicht gehalten, was sie versprochen hat.

Ich hatte mich auf ein spannendes, fesselndes Buch eingestellt, da ich schon mehr Bücher des Autoren gelesen hatte. Der Autor ist ein guter Erzähler, was er mit diesem Buch wieder bewiesen hat. Hier ist ihm allerdings nicht gelungen, mich zu fesseln und die Spannung zu halten. Es ist mehr ein Buch über einen Mann, der seine Vergangenheit aufarbeiten muss. Bruchstückhaft bekommen wir Fragmente aus seinem vorherigen Leben erzählt. Auch seine Frau muss sich mit der Vergangenheit ihres Mannes auseinandersetzen. Das Ende ist dann doch sehr überraschend, allerdings fehlt dem Buch durchweg die Spannung. 

Für Leser von Psychostudien ist dieses Buch sicherlich interessant, für Thrillerfans würde ich es nicht empfehlen, deshalb nur 2/5 Sterne.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Rezension zu "Seelenriss" von Hanna Winter, Thriller, Ullstein Verlag

Titel: Seelenriss
Autorin: Hanna Winter
Seitenzahl: 313 Seiten

Isbn Nr. 978-3-148-28767-8
Preis: 8, 99 Euro
Verlag: Ullstein Verlag

Klappentext:
Ein brutaler Killer treibt sein Unwesen in Berlins Straßen. Er genießt es, zu töten. Er muss es wieder tun.
Wann? Wer? Und Warum? Nur Profilerin Lena Peters kann sein blutiges Geschäft beenden. Denn sie hat die Hölle am eigenen Leib erlebt und weiß: Wo Gedanken endlos kreisen, findet das Böse keine Ruhe.

Über die Autorin:
Hanna Winter arbeitete nach dem Studium der Journalistik als Redakteurin. Heute lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Mit ihrem ersten Thriller, Die Spur der Kinder, ist ihr auf Anhieb ein Bestseller gelungen. Weiterhin sind von ihr erschienen:  Stirb und Opfertod. 

Eigene Meinung:
Lynn Maurer, schwanger, in einer geheimen Beziehung zu einer Sozialarbeiterin, mit gewalttätigem Freund, hat scheinbar Selbstmord begangen. Sie ist zum Fenster hinausgesprungen. Zuvor hat sie sich mit Säure ihr Gesicht verätzt. Die Profilerin Lena Peters glaubt nicht an Selbstmord. Lynn soll auch nicht das letzte Opfer eines brutalen Serienkillers gewesen sein. Doch was ist sein Motiv? Und warum hat Lena denselben Drohbrief, wie alle Opfer erhalten, nur ohne Nummerierung?

Ein blutrünstiger Thriller um die Profilerin Lena Peters, die zusammen mit Kriminalkommissar Wulf Belling einen skrupellosen Serienkiller zu stoppen versucht und durch ihre Alleingänge selbst in Gefahr gerät. Die Autorin hat über verschiedene Perspektiven der Ermittlerin Lena, einzelner Opfer und aus Sicht des Täters einen durchgehend spannenden Thriller kreiert,  der nichts für schwache Nerven ist.

Der Leser erfährt so einiges aus dem Privatleben der beiden Ermittler. Wulf Belling hat mit seiner pubertierenden Tochter Probleme, Lena kämpft mit ihrer Vergangenheit. Vor kurzer Zeit hat sie den "Stümmler" zu Fall gebracht (hier wird auf das Buch Opfertod Bezug genommen und es wird auch so einiges über dieses Buch verraten. Wer vor hat, das Buch zu lesen, sollte es vorher tun).

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da der Täter keine Spuren hinterlässt und eine Verbindung der Opfer nicht ersichtlich ist.

Der Thriller bedient einige Klischees, schwere Kindheit der Ermittlerin, Ermittlerin gerät durch Alleingänge in Gefahr, schwieriges Privatleben beider Ermittler, Ex-Freund der Ermittlerin taucht auf, Ermittlerin hat ständige Kopfschmerzen, kippt um, flieht aus dem Krankenhaus. Man hat das Gefühl, die Autorin versucht, das möglichste an Ereignissen in die Geschichte zu packen. Sie wirkt dadurch etwas unglaubwürdig  und zu konstruiert. Die Figuren haben wenig Tiefe.

Nehmen wir einer Top-Profilerin ab,dass sie den Freund von Lynn gar nicht verhört? Das wäre doch sofort einer der Hauptverdächtigen. Das Verhör des Kindes eines der Opfer wirkt mehr als unglaubwürdig für eine Top-Profilerin. Die Befragung würde sogar ein Anfänger besser machen.

Für diesen zwar spannenden Thriller, dem es etwas an Tiefe fehlt, 3/5 Sterne. 

Montag, 4. Februar 2013

Gastrezension von Katja Kaddel Peters zu "Mädchenwiese" von Martin Krist, Ullstein Taschenbuch, Thriller

Da mir dieses Buch außerordentlich gut gefallen hat (es war eines meiner Thriller-Highlights 2012), habe ich es meiner Gastrezensentin zu Weihnachten geschenkt. 

Ihre Rezension beweist wieder einmal, dass jeder doch seinen eigenen Buchgeschmack hat:

Titel: Die Mädchenwiese
Autor: Martin Krist
ISBN-13: 978-3548283531 
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungstermin: 10. August 2012
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller (für mich eher ein Krimi)
Preis: 9,99 Euro
(auch als eBook erhältlich)


Kurzbeschreibung lt. Verlagsseite

"Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.
Kurze Zusammenfassung
Lisa, ein junger Teenager, verschwindet in einem Dorf. Ihre Mutter, Laura, macht sich große Sorgen und setzt alles in Bewegung, um ihr Kind suchen zu lassen. Für sie ist Frank, Bruder ihres Ex-Mannes, die erste Anlaufstelle, da er Polizist ist. Sam, Lisas Bruder, wartet sehnsüchtig auf seine Schwester, denn er weiß, wohin sie wollte und sie hat ihm doch versprochen, dass sie sich nach dem Wochenende wieder sehen.
Alex Lindner, ehemaliger Kriminalbeamter und Besitzer der Dorfkneipe, fühlt sich an eine Mordserie erinnert, die Jahre zurückliegt und die ihn nicht loslässt. Er versucht zu helfen.
Berta, die alte wunderliche „Dorfhexe“, spricht mit sich selber, wird von den Jugendlichen gehänselt und findet die Leichen. Ihr Leben war nie leicht und sie muss mit ihrem Wissen klar kommen…"

Meine Meinung
Wieder einmal mehrere Handlungsstränge in einem Buch. Ich liebe es, verschiedene Geschichten in einem Roman vorzufinden und zu verfolgen, wie sie ineinander fassen und zu einem glaubwürdigen Ende finden.
Bei Die Mächenwiese muss ich allerdings sagen, dass ich beim Lesen meine Probleme hatte. Das Buch ist zwar in mehrere Kapitel unterteilt, von sehr kurz bis etwas länger gehalten, allerdings wird innerhalb der Leseabschnitte zwischen den Geschichten hin und her gesprungen, manchmal ohne erkennbare Absätze, was meinen Lesefluss doch sehr beeinträchtigt hat. Ich lese eigentlich nur 20-50 Seiten am Stück und musste hier mehrmals 1-2 Seiten zurückblättern, um wieder in den gerade beschriebenen Handlungsstrang hinzukommen.
Ich muss Martin Krist allerdings zu Gute halten, dass er eine sehr gute Ausdrucksweise hat und das Buch war ansonsten sehr angenehm zu lesen. Die beschriebenen Szenen konnte ich mir sehr gut und bildlich vorstellen. Es wird hauptsächlich in der dritten Person erzählt, aber auch in Ich-Form u.a. aus Sicht von Lisa.
Angenervt war ich vom Verhalten einzelner Personen gegenüber dem etwas naiven Bruder und dem ehemaligen Polizisten und jetzigen Dorfkneipier. Ich denke mal, wenn Frank oder Laura eins ums andere Mal besser oder ÜBERHAUPT zugehört hätten, wäre die Polizei schon eher auf die Spur des Täters gekommen… dann wäre das Buch allerdings auch sehr schnell zu Ende gewesen. Ich fand diese Darstellung wirklich unrealistisch.
Dieses Buch wurde mir von mehreren Personen empfohlen und die guten Bewertungen haben mich auf einen wunderbaren Lesegenuss hoffen lassen. Allerdings war ich dann doch von dem Inhalt dieses Krimis (für mich war es definitiv KEIN Thriller!) etwas enttäuscht, mag allerdings auch an meiner hohen Erwartungshaltung gelegen haben.
Die Folterszenen wurden nicht bis ins kleinste Wiedergegeben und auch die Beschreibung der gefundenen Leichen hielt sich in Grenzen, was allerdings kein negativer Punkt für mich ist.
Die Geschichten werden zum Schluss gut aufgelöst und finden auch zusammen, die Täterauswahl hat mich hier allerdings auch wieder etwas enttäuscht, da sie mir zu offensichtlich gewesen ist. Für mich gab es da keine wirkliche Alternative.
Das Cover ist sehr schön für dieses Genre ausgewählt und hätte mich im Laden sehr angesprochen. Es ist in einem schönen dunklen Blau gehalten. Allerdings frage ich mich immer noch, was Schmetterlinge mit diesem Buch zu tun haben…


Der Berliner Autor Marcel Feige hat hier unter einem Pseudonym geschrieben und ich habe bei amazon.de lediglich dieses eine Buch unter „Martin Krist“ entdecken können.

- Ich danke Biggi sehr für dieses Weihnachtsgeschenk. -

Fazit
Ein Krimi, der zumindest wegen des Covers und wegen der nervigen Verhaltensweisen von Laura und Frank in meinem Gedächtnis haften bleiben wird.
Ich vergebe gute 3 von 5 Sternen bin gespannt auf das neue Werk von Martin Krist!

Vielen Dank für deine ausführliche Rezension, liebe Kaddel!

Montag, 24. September 2012

Rezension zu "Die Mädchenwiese" von Martin Krist, Ullstein Verlag

Titel: Die Mädchenwiese
Autor: Martin Krist
Seitenzahl: 416 Seiten

Isbn Nr. 978-3548283531
Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Preis: 9,99 Euro

Inhalt:
Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

Über den Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers (Marcel Feige). Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1998 lebt er als Schriftsteller in Berlin.
www.martin-krist.de

Eigene Meinung:

Dieser Thriller, der mysteriöse Elemente beinhaltet,  verspricht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Er zeichnet sich aus durch mehrere Erzählstränge aus, die bereits innerhalb des Kapitels wechseln, was beim Lesen etwas Konzentration erfordert. Martin Krist hat kurze Kapitel gewählt und lässt die Erzählstränge immer dann aufhören, wenn die Spannung am höchsten ist. Dadurch kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Der Autor hat sehr interessante Figuren gewählt. Eine Person, die ihr  Leben aus der Ich-Perspektive erzählt. Alex, der Ex-Kommissar, der jetzt eine Kneipe in Finkenwerda hat und diese mittels eines alten Gurkenrezeptes, das er an eine große Firma verkaufen möchte, wieder auf Vordermann bringen möchte. Unterstützt wird Alex von seinen Freunden, Paul, dem Reporter und Ben, dem Sozialarbeiter, der einen guten Draht zu den Jugendlichen des Dorfes hat.
Sam, der Bruder von Lisa, die übers Wochenende nach Berlin zu ihrem neuen Freund möchte  und von dort nicht zurückkehrt. Sam ist ein kleiner Junge, wird von den Kindern im Dorf gemieden und spielt dadurch alleine im Wald. Seine Mutter denkt, er wäre etwas zurückgeblieben, was nicht stimmt, denn Sam zieht Schlüsse aus den Telefonaten, die Lisa führte und kombiniert richtig. Er avanciert zum Helden, denn er beschließt seine Schwester zu suchen, da er bei den Erwachsenen kein Gehör findet.  Die alte Frau, die im Dorf als Hexe verschrien ist und sich seltsam benimmt. Laura, die in Scheidung lebt und mit den beiden Kindern Lisa und Sam komplett überfordert ist.Lauras Schwager, ein etwas unsympathischer Polizist, der helfen will, aber nicht zuhört. Auch der Bösewicht ist eine sehr interessante Figur, die man richtig hassen lernt.
Alex wird vom Täter in den Fall hineingezogen und muss ermitteln. 
Auch wenn man ahnt, wer hier in der Ich-Perspektive erzählt, bleibt dieser Thriller ein Pageturner bis zum Schluß.
Zu erwähnen ist, dass die Gewaltszenen in diesem Thriller nicht überhand nehmen und nicht detailiert geschildert werden, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Für diesen superspannenden, intelligenten Thriller 5/5 Sterne. Unbedingt lesen!


Montag, 17. September 2012

Gastrezension von Katja Kaddel Peters zu "Der Knochenbrecher" von Chris Carter, Ullstein Verlag

Titel: Der Knochenbrecher
Autor: Chris Carter
Seitenzahl: 416 Seiten
Isbn Nr. 978-3548284217
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 9,99 Euro




***INHALT/KURZBESCHREIBUNG *** 


Laut Klappentext:
Er ist der Mann ohne Gesicht.
Er ist ein Killer.
Und er wird Dich kriegen.

Wenn es Nacht wird in Los Angeles, gibt es einen Mann, der keinen Schlaf findet. Von Alpträumen geplagt, ist er auf der Suche. Er ist ein kaltblütiger Killer.
Nur einer kann ihn aufhalten: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des LAPD. Er weiß, wo er suchen muss. Und die Jagd hat längst begonnen.

Schlaf schön L.A.! ...


Meine eigenen Worte:

Die Leiche einer jungen Frau wird entdeckt und in die Rechtsmedizin gebracht. Der Mund und der Genitalbereich sind zugenäht worden, ansonsten weist das Opfer auf den ersten Blick keine Spuren eines Gewaltverbrechens auf. Bei der Obduktion macht Dr. Winston eine schreckliche Entdeckung und bevor er seinen Gedanken auch nur in Worte fassen kann, werden die Räumlichkeiten von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Der Rechtsmediziner und sein Assistent haben keine Chance, und auch die Beweismittel werden vernichtet.
Ein neuer Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia vom Morddezernat I (zuständig für besonders grausame Gewaltverbrechen bzw. Serientäter), der ihnen doch nahe geht, denn dieser Vorfall hat zumindest einem Menschen, Dr. Winston, den sie beide näher kannten, das Leben gekostet.
Weitere Todesfälle lassen nicht lange auf sich warten. Die Opfer sind alle weiblich. Vor dem Tod wurde ihnen etwas in den Leib eingeführt. Ein neuer Serienkiller treibt sich in Los Angeles um.
Die Nachforschungen erweisen sich als schwierig, denn es gibt kaum Anhaltspunkte. Die Privatermittlerin Whitney Meyers scheint ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Sie sucht nach vermissten jungen Frauen und es zeichnen sich doch ein paar Gemeinsamkeiten ab.
Können sie es schaffen, den Serienkiller zusammen zur Strecke zu bringen?




***MEINE MEINUNG***

Chris Carter erzählt diesen gut durchdachten Thriller und dritten Teil der Hunter-Reihe wieder in der dritten Person, mit Hauptaugenmerk auf die Opfer, das Ermittlerteam und den Täter.

Haben mich die beiden Vorgänger (Der Kruzifix-Killer und Der Vollstrecker) schon überzeugen können, bin ich durch diesen Roman vollends zum Fan des Autors geworden.
Endlich mal wieder ein Pageturner für mich. Ich konnte das Buch stellenweise nicht mehr aus der Hand legen.
Die Ereignisse am Anfang des Buches in der Rechtsmedizin wurden sehr plastisch,  und wie ich finde auch realistisch dargestellt. Diese Textpassage wurde u.a. von vorablesen.de für eine Leseprobe ausgesucht, durch die ich auf das Buch aufmerksam geworden bin.

Der Leser wird wieder auf die Besonderheiten der Charaktere von Robert (schlafloser Einzelgänger, mit Schlag bei Frauen) und Carlos (glücklich verheiratet) aufmerksam gemacht, die sich wieder sehr gut ergänzen.
Die beiden Hauptpersonen, die ich von Anfang an in mein Herz schließen konnte, werden diesmal durch eine dritte weibliche Figur unterstützt, wobei alle drei sympathisch und pflichtbewusst auf mich wirken.

Die Kapitel sind kurz und knackig gehalten, was sich natürlich auch sehr positiv auf meinen Lesefluss ausgewirkt hat. Es wird wieder gekonnt mit wörtlicher Rede und mit einfacher, aber auch fachlicher Sprache gearbeitet.

Die Story hat mich bereits ab der ersten Seite in ihren Bann gezogen. Eine nicht alltägliche Tötungsart und eine Auflösung des Mörders, die mich sehr berührte und sprachlos machte. Die entscheidende Szene zur Motivauflösung wird zum Ende des Buches sehr genau beschrieben und ich war wie paralysiert und konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Meine Empfindungen dabei gingen von Mitgefühl über Ekel bis zu Ungläubigkeit.
Ich hatte das Gefühl, durch die Augen des Täters sehen zu können und mitten im Geschehen zu sein, was noch eine Spur erschreckender für mich war.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass mir dieses Buch sicherlich noch die nächsten Jahre durch die Anfangssequenz und die eben erwähnte Passage im Gedächtnis hängen bleiben wird.

Das Buch hat hundertprozentig meinen Lesegeschmack getroffen, konnte es stellenweise nicht mehr aus der Hand legen und es hat daher für mich die absolute Höchstnote (5/5 Sterne) verdient.



***COVER/BUCHTITEL***

Das Cover unterscheidet sich sehr krass von den ersten beiden Titeln der Hunter-Serie, die in schwarz gehalten wurden.
DER KNOCHENBRECHER ist ganz im Gegensatz dazu in weiß und rot gehalten. Die rote Farbe wirkt an der weißen Fliesenwand an einigen Stellen wie verschmiertes Blut oder Tropfen und man weiß daher eigentlich auf den ersten Blick, dass es sich um einen Thriller handelt; für etwas „begriffsstutzige“ Leseratten wurde es dann aber auch noch schriftlich erwähnt.
Gute Coverauswahl würde ich sagen, fand es aber schade, dass es sich so grundsätzlich von den anderen Büchern der Reihe unterscheidet! Näheres erkennt ihr auch auf dem Pic, das ich hochgeladen habe.

Ich werde auch noch ein paar Worte zur Titelauswahl verlieren, denn… er hat so GARNICHTS mit der Geschichte zu tun. Bei DER KNOCHENBRECHER denkt man doch zumindest, dass auch nur ansatzweise die Bedeutung näher beschrieben wird oder bei der Art des Gewaltverbrechens irgendwas darauf schließen lässt… aber nein… Mir erschließt sich nicht, warum so ein Titel ausgesucht wurde.
Ähnlich ging es mir gerade als ich die Originalüberschrift (The Night Stalker) im Inneren des
Romans entdeckt habe *achselzuck* Manche Sachen muss man dann als Leser wohl einfach nicht verstehen…



***INFOS***

DER KNOCHENBRECHER macht seinem Genre alle Ehre und ist wirklich ein Thriller im wahrsten Sinne des Wortes. Der dritte Teil wird zum Glück nicht der letzte sein, der sich um das Ermittlerteam Hunter und Garcia drehen wird und ich fiebere bereits dem April 2013 entgegen. Habe eben in einer anderen Rezension im Internet gelesen, dass dann die nächste Veröffentlichung in Deutschland erwartet wird und ich hoffe, diese Angabe stimmt auch.

Chris Carter ist Ende 40 und lebt in Los Angeles, dem Schauplatz seiner Buchhandlungen. Seinen eigenen Aussagen zufolge ist er eines Tages aufgewacht und hatte eine Geschichte im Kopf. Er erzählte seiner damaligen Freundin davon und sie ermutigte ihn dazu, diese aufzuschreiben.

Als Übersetzerin wurde wieder Sybille Uplegger verpflichtet, die u.a. auch an den Werken von Tania Carver und Julia Crouch arbeitet. Ich sage ja immer: Ein richtig gutes Buch im Original ist auch nur dann in Deutsch klasse, wenn die richtigen Leute an der Umformulierung arbeiten und hier trifft es für mein Befinden zu (obwohl ich die Bücher nicht in Englisch gelesen habe).

DER KNOCHENBRECHER ist am 11.05.2012 als Taschenbuch beim Ullstein Taschenbuch Verlag erschienen (ISBN: 978-3548284217). Es ist aber auch als ebook erhältlich.
Die Printausgabe umfasst 416 Seiten und ist in 115 (!) Kapitel unterteilt. Die kurzen, prägnanten Abschnitte sind mit Nummern versehen.
Das TB ist für 9,99 EUR (eBook als Kindle-Edition bei amazon.de: 8,99 EUR) käuflich zu erwerben. Ich habe mein Exemplar für sagenhafte 4,00 EUR inkl. Porto als gebrauchtes Buch in einer Facebook-Büchergruppen kaufen dürfen.
An einigen Stellen in diesem Roman wird schon sehr ins Detail gegangen bei der Beschreibung der Verbrechensart. Es handelt sich daher eindeutig um ein Erwachsenenbuch, dass nichts in den Fingern von Jugendlichen zu suchen hat.

Ich bedanke mich bei vorablesen.de und meinen Leseratten bei facebook. Ohne die Leseprobe und -empfehlungen wäre ich evtl. nicht auf diese tolle Bücherserie aufmerksam geworden!



***FAZIT***

Ich bin ein Serienjunkie, auch bei Büchern, und ich LIEBE Thriller und Krimis. Wer Cody McFadyen, Simon Becket, Arno Strobel, etc. mag, dem werden die Mordfälle um Robert Hunter von mir wärmstens ans Herz gelegt. ICH werde auf jeden Fall am Ball bleiben und freue mich schon auf 2013 und den vierten Teil dieser Reihe.
Ich vergebe wie bereits erwähnt fantastische 5 von 5 Sternen und werde dieses Buch weiterhin weiterempfehlen!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Rezension zu "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern

Titel: Der Nachtzirkus
Autorin: Erin Morgenstern
Isbn Nr. 978-7-550-08874-2 
Seitenzahl:  464 Seiten

Verlag: www.ullstein.de




Klappentext:
Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Réves - Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

Über die Autorin:
Erin Morgenstern ist bildende Künstlerin und Autorin. Sie lebt mit 2 Katzen in Salem, Massachusetts. Der Nachtzirkus ist ihr 1. Roman. Er stand monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times, und die Übersetzungsrechte wurden in 33 Länder verkauft. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Mehr über die Autorin: www.erinmorgenstern.com.

Eigene Meinung:
Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Dem Zauberkünstler Prospero wird die fünfjährige Celia, seine Tochter übergeben, deren Mutter sich umgebracht hat. Er bildet Celia zur Magierin aus, sie soll in einem Wettstreit gegen den Jungen, den der "Herr im grauen Anzug" als Magierlehrling hat, antreten. Der Austragungsort ist der Nachtzirkus. Die beiden Gegner verlieben sich ineinander. Kann diese Liebe bestehen?

Erin Morgenstern hat hier eine unglaublich bilderreiche, magische, romantische, traumhafte und märchenhafte Geschichte geschaffen. Die Geschichte um den Nachtzirkus berührt alle Menschen in irgendeiner Weise, so dass wir viele kleine Geschichten, über Menschen, die im Zirkus tätig sind, ihn nur besuchen oder etwas für ihn fertigen, erzählt bekommen. Z. B. die Geschichte des Herrn Friedrick Thiessen, der eine wundervolle Uhr für das Eingangstor des Zirkus gestaltet und so fasziniert ist vom Nachtzirkus, dass er kleine Berichte schreibt und die "Réveurs" gründet, das sind Zirkusbesucher, die sich gegenseitig mitteilen, wann der Zirkus in ihre Stadt kommen soll und die als Erkennungszeichen schwarze Mäntel mit einem rotem Schal tragen,  Oder Baley, der sich zwischen der Leitung einer Schaffarm und dem College entscheiden soll und sich im Zirkus mit den Zwillingen Popper und Widget anfreundet.

Die Beschreibungen der einzelnen Zelte haben ihre eigene Magie. Hier sind wir Gäste und werden durch das Zelt geführt.  Die Autorin beschreibt die einzelnen Zelte so bildgewaltig, dass ich mich direkt in den Zirkus versetzt gefühlt habe.

Mir hat dieses außergewöhnliche Buch voller Poesie  rund um den Nachtzirkus mit seinen Personen und einer tragischen Liebesgeschichte sehr gut gefallen. Ich vergebe 5 verdiente Sterne und bin gespannt auf die Umsetzung auf der Leinwand.

Rezension zum Hörbuch "So bitter die Rache" von Eric Berg, gekürzte Fassung gelesen von Vera Veltz, Randomhouse Audio, Kriminalroman

Titel: So bitter die Rache Autor: Eric Berg Sprecherin: Vera Veltz Laufzeit: ca 8 h 48 min mp3-CD (19.3.18) Isbn Nr. 13-978-3-8371-41...